Neuer Verwalter rechtens?

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von cfellerei, 15.02.2015.

  1. #1 cfellerei, 15.02.2015
    cfellerei

    cfellerei Benutzer

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    In einer WEG gibt es 4 neue Eigentümer, die nun zusammen die Stimmenmehrheit bilden.

    Laut TOP der nächsten Versammlung wollen diese 4 Eigentümer drei Leute aus Ihren Reihen in den Beirat wählen, quasi sich selbst.
    Als nächster TOP: Der Beirat wird ermächtigt, mit dem 4ten Eigentümer einen Verwaltervertrag auszuhandeln. Es wird ein Stundensatz nach Aufwand von 50.- EUR festgesetzt. Dieser soll die Technische Verwalterbetreuung am Objekt übernehmen. Die Buchhaltung sowie Jahresabrechnung soll durch eine externe Hausverwaltung durchgeführt werden.

    Ist dies überhaupt rechtens? Normalerweise war bisher immer ein vorher festgelegter Betrag pro EINHEIT als Verwalterentgelt bestimmt.

    Wie sollen hier überhaupt die Endkosten eingeschätzt werden können? Der Eigentümer als Verwalter kann ja nach Belieben X Stunden als Arbeitsaufwand aufführen, was keiner der Eigentümer nachvollziehen kann.
     
  2. AdMan

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  3. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    WO kann ich mich bewerben...?:hut018:
     
  4. #3 cfellerei, 16.02.2015
    cfellerei

    cfellerei Benutzer

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    bewerben kannst du dich ruhig, aber vermutlich vergebens, da die oben genannte Mehrheit natürlich den "auserkorenen" Miteigentümer für dieses Amt will. Kurios ist ja, dass der noch nie eine Verwaltertätigkeit hatte und davon wenig Ahnung hat. Und die Mehrheit bestehend aus Beirat und diesem Eigentümer wollen zusätzlich durch Eigentümerbeschluss eine (Haftpflicht?)Versicherung für den künftigen Verwalter(-Eigentümer) - bezahlt natürlich von der WEG...
     
  5. #4 PHinske, 16.02.2015
    PHinske

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    Nicht alles gefallen lassen!

    Wenn die herrschende Mehrheit dies mit ihrer (scheinbaren) Macht so durchpeitscht, sollte man zur Anfechtung der betreffenden Beschlüsse bereit sein. Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Klagebegründung kann man bestimmt herausarbeiten, wenn der Wortlaut der Beschlüsse klar ist.

    Es empfiehlt sich, mit möglichst vielen anderen Eigentümern schon vor der Versammlung zu kommunizieren und evtl. Mitstreiter für eine Anfechtung zu gewinnen. So reduziert sich das eigene Kostenrisiko, falls man am Ende doch verlieren sollte.

    Den ersten Ansatzpunkt hast du ja schon, mit der Unkalkulierbarkeit des Honorars für den Technikmenschen.
    Vergleiche die bisherigen Jahreskosten der Verwaltung und schätze eine Stundenanzahl, die im Ergebnis für sich schon höher ist als der erste Betrag.

    Dazu käme dann noch das Honorar für den Finanzverwalter.

    Schau auch in den Entwurf des Wirtschaftsplans, der sicher auch in der nächsten Versammlung zu beschließen sein wird. >>> Denke den Ansatz für Verwaltung einfach erheblich höher und mach das zum Diskussionsthema vor und in der Versammlung!

    Beachte auch die gesetzlichen Aufgaben des Verwalters nach § 27 WEG.
    Die Aufgaben können nicht durch Vereinbarung und schon gar nicht durch Beschlüsse reduziert werden.

    § 27 Abs. 4 lautet: Die dem Verwalter nach den Absätzen 1 bis 3 zustehenden Aufgaben und Befugnisse können durch Vereinbarung der Wohnungseigentümer nicht eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.

    Wie groß ist denn die Gemeinschaft überhaupt?

    Es grüßt PHinske
     
  6. #5 Goldhamster, 16.02.2015
    Goldhamster

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    Hallo,

    findet ihr jetzt netto 42,--€/h viel Geld?
    Da bekommt ja mancher Handwerker mehr.
     
  7. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Falsch. Bestenfalls eine Handwerksfirma bekommt mehr, jedoch der Mitarbeiter nicht.
     
  8. #7 BHShuber, 16.02.2015
    Zuletzt bearbeitet: 16.02.2015
    BHShuber

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    Hallo,

    ist denn die Person geeignet als Verwalter zu agieren, dies steht ja überhaupt nicht im Raum? Wie viele Eigentümer gibt es denn, wer hat bisher die Verwaltung erledigt?

    In genannter Konstellation könnte es durchaus einen Interessenskonflikt geben.

    Interessenskonflikte liegen vor, wenn der Verwalter persönliche Rechtsstreitigkeiten gegen einzelne Wohnungseigentümer führt oder wenn absehbar ist, dass der Verwalter die Interessen einzelner Wohnungseigentümer zulasten der übrigen Wohnungseigentümer vertreten wird und es ihm somit an der erforderlichen Neutralität mangelt AG Hamburg, Urteil v. 30.4.2008, 539 C 2/08.

    Dies sollte man aber mit brauchbaren Argumenten untermauern können. Gegen einen Beschluss können Wohnungseigentümer vor Gericht mit der Anfechtungsklage vorgehen und müssen diese innerhalb einer Frist begründen.

    Aus dem in den Schriftsätzen vorgetragenen Lebenssachverhalt müssen sich die Gründe ergeben.

    Eine Grundvoraussetzung für die Selbstverwaltung:

    Alle Mitglieder müssen sie wollen. Denn laut Gesetz hat jeder Eigentümer Anspruch auf eine ordnungsgemäße Verwaltung. „Sobald ein Eigentümer einen externen Verwalter verlangt, muss einer bestellt werden.


    Gruß

    BHShuber
     
  9. #8 cfellerei, 16.02.2015
    cfellerei

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    Vielen Dank für die konstruktiven Meinungen!

    Derjenige Eigentümer ist laut Einladung selbständig tätig (=Kleinunternehmer. Er macht als Eigentümer nicht ehrenamtlich, sondern gegen Entgelt) Man weiß nur, dass der Eigentümer keine Erfahrung im WEG hat, noch nie als Hausverwalter gearbeitet hat. Deshalb soll eine andere professionelle Verwaltungsfirma die Finanzen verwalten und Jahresabrechnungen erstellen, da derjenige Eigentümer davon keine Ahnung hat.

    Außerdem ist bekannt, dass der besagte Eigentümer im Objekt dauerhaft wohnt (ist eine reine Gewerbe WEG, wo Wohnraumnutzung nicht erlaubt ist). Dauerhaftes Wohnen ist auch gemäß unserer GemO unzulässig. Dies könnte auch ein Argument gegen die Eignung sein, da sich der Eigentümer seit geraumer Zeit der GemO widersetzt...

    Es gibt ca 20 Eigentümer. Jedoch hat diese Viererriege die Stimmenmehrheit. Es kann also durchaus sein, dass der Eigentümer als Verwalter dann die anderen drei (=Beiräte) bevorzugt.
     
  10. Pitty

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    Aber nicht in Berlin, dann ist sie ganz schnell ohne Arbeit.
     
  11. #10 BHShuber, 17.02.2015
    BHShuber

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    Hallo,

    das ist doch schon mal ein Ansatzpunkt, der zu wählende Verwalter selber Eigentümer widersetzt sich den Vereinbarungen der Gemeinschaftsordnung und Teilungserklärung.

    Allerdings muss man das eben mit geeigneten Mitteln dann auch ahnden, wenn hier keiner reagiert, dann passiert auch nichts!


    Kann sein, muss nicht sein, diesen Beweis zu erbringen erfordert genaues Beobachten und Analysieren wie, was, wo, wann, in welchem Zusammenhang, zum Vorteil von wem? zum Nachteil von wem? usw. mit anschließender Anfechtung eines Beschlusses.

    Wie bereits erwähnt sollte man sich mit den restlichen Miteigentümern in Verbindung setzen um herauszufinden, wie die zu dieser Sache stehen.

    Gruß

    BHShuber
     
  12. #11 Goldhamster, 17.02.2015
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    Hallo Berny,
    den Sinn deines Posts habe ich nicht verstanden.
    Der hier bestellte Verwalter tritt dann doch im Sinne einer selbständigen Firma auf.

    Magst du das noch einmal bitte erklären?
     
  13. Berny

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    Dann überlege doch mal bitte, was alles von dem ~42€ Stundenlohn alles bezahlt werden muss...
     
  14. Duncan

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    Das kommt auf das Gewerk an.
    Beim KFZ-Mechatroniker sind 80-90€/h meist ohne mit der Wimper zu zucken bezahlt. Müssen noch nicht mal die Vertragswerkstätten der süddeutschen Autohersteller sein.

    Aber beim Bauhandwerker?
    Wie der Facharbeiter mit Gesellenbrief und diversen Zusatzschulungen soll 35€/h kosten?
    Aber das macht doch der Ali, Istvan oder Marek für nen 20er auf die Kralle....
     
  15. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Hast es wohl nicht verstanden.Lass' Dir von einem mittelständischen Handwerksunternehmer mal erklären, wie sich der dem Kuden berechnete Stundensatz zusammensetzt.
     
  16. Duncan

    Duncan
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    Berny: ich verdiene mein Geld mit einem mittelständischem Handwerksunternehmen!
    Da brauche ich keinen Kollegen fragen. Trotzdem muss ich gucken welchen Stundensatz bekomme ich am Markt auch durchgesetzt. Und das ist in Berlin und Umgebung halt nun mal nicht soviel wie bspw. in Stuttgart möglich sind. Die Gründe dafür habe ich auch mit genannt.
     
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