Neuer Wirtschaftsplan - gültig ab wann?

Diskutiere Neuer Wirtschaftsplan - gültig ab wann? im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Ich mache mir gerade Gedanken, wie verschieden doch die Wirtschaftsplangültigkeit von verschiedenen Hausverwaltungen gehandhabt wird: Folgender...

  1. #1 immobiliensammler, 27.12.2018
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Ich mache mir gerade Gedanken, wie verschieden doch die Wirtschaftsplangültigkeit von verschiedenen Hausverwaltungen gehandhabt wird:

    Folgender fiktiver Sachverhalt:

    Eigentümerversammlung in der 1. Maiwoche 2018, der Wirtschaftsplan muss angepasst werden
    Eigentümer A zahlt bisher 100 Euro, nach dem neuen Wirtschaftsplan muss er 120 Euro zahlen
    Eigentümer B zahlt bisher 150 Euro, nach dem neuen Wirtschaftsplan muss er 100 Euro zahlen

    Jetzt kenne ich aus den diversen ETW´s drei mögliche Herangehensweisen:

    A) Der neue WP gilt ab 01.06.2018, ab diesen Monat sind die neuen Hausgeldbeträge gültig

    B) Der neue WP gilt ab 01.01.2019, erst ab diesem Monat sind die neuen Hausgelder gültig, für den Rest des laufenden Jahres noch die alten Hausgelder

    C) Der neue WP gilt rückwirkend ab 01.01.2018, ab Juni sind die neuen Hausgelder fällig, für die bereits bezahlten Monate Januar bis Mai erfolgt eine Nachberechnung, ET A muss also 100 Euro nachzahlen, ET B erhält 250 Euro zurück.

    Wie gesagt, ich kenne alle drei Varianten, jede Hausverwaltung handhabt das routinemäßig (klar könnten die ET auch anderes beschließen) anders.

    Was spricht aus Euerer Sicht für bzw. gegen die jeweilige Variante?

    Für mich als Vermieter ist wohl Variante A am praktikabelsten, wenn ich eine Nachzahlung leisten muss geht normalerweise dann auch die Hausgeldzahlung hoch. Wenn die Nachzahlung sich auch für den Mieter ergibt kann ich entsprechend dessen NK-Vorauszahlung zum gleichen Termin anpassen, für mich gleicht sich das also evtl. aus.

    Variante B sehe ich für die Hausverwaltung am kompliziertesten. Ich kann zwar bei mir in der Software dann im Mai schon eingeben, dass der alte Dauerauftrag im Dezember endet und ab Januar des Folgejahres ein neuer Dauerauftrag mit geänderten Beträgen beginnt, ich möchte aber wetten, dass etliche Eigentümer die Änderung ein halbes Jahr später vergessen und angemahnt werden müssen.

    Variante C sehe ich problematisch, wenn Eigentümer klamm sind und dann plötzlich rückwirkend Hausgelderhöhungen für etliche Monate auf einen Schlag nachzahlen müssen.

    Was meint Ihr dazu? Kennt Ihr noch eine andere Variante oder fallen Euch weitere Vor-/Nachteile ein?

    Stefan
     
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  3. Duncan

    Duncan
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    Bei mir wird in allen WEG die Variante B praktiziert. Halte ich auch für vernünftig, da so die Zahlungen mit dem (geplantem) Wirtschaftsjahr korrelieren. C finde ich am wenigsten sinnvoll und sehe da eigentlich nur die Gefahr das durch kurzfristige Liquiditätsengpässe zusätzliche Kosten auflaufen und es zu vermeidbaren Zwangsmaßnahmen kommt. Mit entsprechendem Vorlauf lässt sich so was zumeist vermeiden. Variante A sehe ich keinen wirklichen Vorteil nur den Nachteil, dass die Erhöhung des Hausgeldes schon gültig wird, bevor entsprechend mit den Mietern abgerechnet und angepasst werden konnte.
     
  4. Andres

    Andres
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    Ich habe auch schon alle drei erlebt, B würde ich jederzeit bevorzugen - klare Ansage mit ausreichender Vorlaufzeit. Danach kommen A und C (in dieser Reihenfolge), die den Vorteil haben, dass sich die Liquidität der Gemeinschaft zeitnah oder sogar sofort erhöht, dafür aber sicher einen etwas höheren Verwaltungsaufwand verursacht.
     
  5. Altan

    Altan Benutzer

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    Ja stimmt, das wird von verschiedenen Hausverwaltern unterschiedlich gehandhabt. Aber korrekt wäre einzig und allein Variante B. Denn dies ist nicht grundlos in §28 WEG so vorgeschrieben, dass ein Wirtschaftsplan immer für ein Kalenderjahr zu gelten hat, über das dann die Abrechnung erfolgt. So kann jeder entsprechend die Kosten planen. Denn vergessen wir nicht, dass in dem Wirtschaftsplan nicht nur die laufenden Kosten enthalten sind, sondern auch eine Erhöhung der Instandhaltungsrücklage beschlossen sein könnte.
    Vielleicht kann ein vom Gesetz abweichender Beschluss sogar angefochten werden. Aber das weiß ich nicht, stelle die Überlegung nur mal so in den Raum.
     
  6. #5 immobiliensammler, 28.12.2018
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    Was aber wohl Variante C nicht ausschließt, auch da wird ja der Wirtschaftsplan für ein Jahr beschlossen, wenn auch rückwirkend zum Beginn des Jahres.

    Wobei das mit dem Kalenderjahr wohl abdingbar sein muss, oder? Ich habe selbst Wohnungen im Bestand, bei denen z.B. 01.10. - 30.09. abgerechnet wird.
     
  7. Andres

    Andres
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    Problem: Das steht nicht in § 28 WEG. Es steht dort, dass der Wirtschaftsplan für ein Kalenderjahr aufzustellen ist. Es wäre also z.B. bei Variante A nicht zulässig, einen Wirtschaftsplan nur für den Rest des Jahres aufzustellen, also mit Kosten und Beiträgen nur noch für 7 Monate. Nirgends steht dagegen, wie lange der Wirtschaftsplan gelten muss oder ob bzw. wie oft er geändert werden darf.


    Klar kann man das überlegen, nur mit welcher Begründung? Eine Sonderumlage zu beliebigem Zeitpunkt steht nicht in Konflikt mit einer ordnungsmäßigen Verwaltung. Warum sollte dann eine Änderung des Wirtschaftsplans, die faktisch die gleiche Folge haben kann, anders zu beurteilen sein?


    Ja, erfordert aber eine Vereinbarung, d.h. kann nicht mehrheitlich beschlossen werden.
     
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