NK-Schulden des Voreigentümers -wer muss zahlen?

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von batcave, 12.04.2012.

  1. #1 batcave, 12.04.2012
    batcave

    batcave Gast

    Hallo!

    Ich habe vor drei Jahen eine Wohnung gekauft, wir sind drei Parteien in unserem Haus. Nach langem Hin und Her konnte ich erreichen, dass heuer endlich eine NK-Abrechnung für die Jahre 2009, 2010 und 2011 erstellt wurde. Aus diesen Abrechnungen ergab sich, dass ich ca. 800 Euro insgesamt zuviel bezahlt habe, die ich nun von meinen Miteigentümern zurück erwarten würde.
    Ein Miteigentümer erzählte, dass er im Jahr 2009 1000 Euro auf das Gemeinschaftskonto schoss, um es zu decken, weil MEIN VOR-Eigentümer seine Nebenkostenschulden nicht bezahlt hätte, nachdem ihm eine Rechnung zugestellt worden war. Bis heute hätte er nicht bezahlt. (Der Miteigentümer hat genug Geld, um sowas mal eben zu decken.)
    Nun befürchte ich, dass bei unserem demnächst anstehenden Treffen bzgl. der Abrechnungen MIR diese Schulden auferlegt werden sollen. Ist dies möglich???
    Ich sehe es eigentlich als Versäumnis der vorigen Eigentümergemeinschaft, dass das Geld nie per Gerichtstitel o.ä. eingefordert wurde. Ich wusste ja bis letzte Woche nicht mal etwas davon.
    Darf es sein, dass mein zuviel gezahltes Geld wegen meines Vor-Eigentümers einfach einbehalten wird? Oder sind seine Schulden sogar schon verjährt?

    Vielen Dank und viele Grüße!
     
  2. AdMan

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  3. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Es gibt einen einfachen Grundsatz: jeder hat die Beträge zu zahlen, der bei Fälligkeit Eigentümer ist.

    Nachzahlungen aus Jahresabrechnungen werden mit dem Beschluss über die Genehmigung der Abrechnung fällig.

    Jeder Beschluss, der nicht nichtig ist, ist gültig bis er vom zuständigen Gericht für ungültig erklärt wird.

    Wenn die Gemeinschaft eine objektiv fehlerhafte Abrechnung beschließt, ist der beschlossene Nachzahlungsbetrag trotzdem fällig und vom Eigentümer zu zahlen.

    Jeder Beschluss kann innerhalb eines Monats ab Beschlussfassung bei Gericht angefochten werden. Dies ist das einzige Rechtsmittel um gegen einen Beschluss über eine fehlerhafte Abrechnung vorzugehen. Nach Ablauf der Frist ist die Abrechnung bestandskräftig und nicht mehr angreifbar.

    Eine Anfechtung befreit den Wohnungseigentümer nicht von seiner - eventuell vorläufigen - Zahlungspflicht.
    Die Gemeinschaft rechnet ausschließlich mit Wohnungseigentümern ab, nicht aber mit ehemaligen Wohnungseigentümern. Die ausstehende Abrechnung für 2009 muss also auch dann an den derzeitigen Eigentümer gehen, wenn der Eigentumsübergang erst nach Ablauf des Jahres stattgefunden hat.
    Der Erwerber darf in der Abrechnung nur mit der Abrechnungsspitze belastet werden. Ausstehende Vorauszahlungen muss die Gemeinschaft von demjenigen einfordern, der bei Fälligkeit der jeweiligen Zahlung Wohnungseigentümer war. Dem Erwerber der Wohnung müssen also die fälligen Vorauszahlungen des Voreigentümers in der Abrechnung gutgeschrieben werden. Ob der Voreigentümer diese Beträge auch bezahlt hat oder nicht ist dabei irrelevant.
     
  4. #3 batcave, 12.04.2012
    batcave

    batcave Gast

    Hallo und danke für Deine ausführliche Antwort!

    Ich habe ja nun auch drei Jahre Rechtsfächer studiert, aber trotzdem nur die Hälfte verstanden. Aber vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt.

    Zur Ergänzung: ich habe die Wohnung im Dezember 2008 gekauft bzw. bezogen. Es geht nun um die nicht bezahlte Abrechnung aus dem Jahr 2008, die mich ja noch gar nicht betraf! Ich habe sie noch nicht vorliegen, aber offenbar hat mein Voreigentümer im Jahr 2008 1000 Euro zu wenig bezahlt. Die Jahre 09, 10 und 11 habe ich voll vorausgezahlt und zwar lt. Abrechnungen 800 Euro zuviel!
    Ich bin ja nur auf den Fall gestoßen, weil lt. der Abrechnung plötzlich ein anderer Eigentümer 1000 Euro auf das Konto geschossen hat und ich gefragt habe, warum er das getan hat.

    Ich meine, bis jetzt hat sich noch niemand mit mir auseinandergesetzt und "beschlossen", dass ich für meinen Voreigentümer hafte, ich befürchte das lediglich und möchte mich vorher absichern! Ein Notar sagte mir, dass natürlich der Voreigentümer für die NK aus seinem Jahr aufkommen muss, wenn er das nicht täte aber das Eigentum haften würde, also dann doch wieder ich!

    Bin ich so doof? Hmm...
     
  5. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    batcave:

    "ich habe die Wohnung im Dezember 2008 gekauft bzw. bezogen. Es geht nun um die nicht bezahlte Abrechnung aus dem Jahr 2008, die mich ja noch gar nicht betraf!"
    Auch ohne "!" betraf Dich die Abrechnung aus 2008. Oder gehörte der Dezember 2008 nicht zum Jahr 2008??

    "Ich habe sie noch nicht vorliegen, aber offenbar hat mein Voreigentümer im Jahr 2008 1000 Euro zu wenig bezahlt."
    Das hast Du mitgeerbt. Ein Bekannter von mir musste es schmerzlich erfahren...

    "Ich meine, bis jetzt hat sich noch niemand mit mir auseinandergesetzt und "beschlossen", dass ich für meinen Voreigentümer hafte,"
    Das hat der Gesetzgeber bereits gemacht.

    "Ein Notar sagte mir, dass natürlich der Voreigentümer für die NK aus seinem Jahr aufkommen muss, wenn er das nicht täte aber das Eigentum haften würde, also dann doch wieder ich!"
    Der Notar hat recht.
     
  6. #5 batcave, 12.04.2012
    batcave

    batcave Gast

    Hallo und danke für Deine Antwort!

    Bin ich richtig informiert in Sachen Verjährung, dass die (dann meine) Forderung ggü. dem Voreigentümer drei Jahre nach Ende des Jahres verjährt, in dem er die Abrechnung erhalten hat? Sprich, er hat die Abrechnung 2009 erhalten, Ende 2009 + 3 Jahre = Ende 2012?
    Den Typ mach ich ganz klein mit Hut, ich weiß wo sein Haus wohnt B-)

    Bzgl. des Beschlusses was ich zahlen muss oder nicht, mal unabhängig vom Gesetzgeber, hat offenbar keiner meiner Miteigentümer ne Ahnung davon, dass ich dran wäre, sonst hätte der Miteigentümer wohl nicht 1000 Euro vorgeschossen, ohne mich mal drauf anzusprechen, dass ich das eigentlich müsste. (Vermute ich mal. Von daher sollte ich erst mal die Füße still halten?! Ich weiß ja offiziell noch gar nix, nicht mal den genauen Betrag!)

    Und von wegen der Dezemberabrechnung: ich hab mal direkt beim Einzug ein Drittel einer Gaslieferung bezahlt. Dies überstieg um 700% den virtuellen Dezember-Verbrauch ;-) Wahrscheinlich auch deshalb haben meine Miteigentümer mit mir erst ab Januar 09 gerechnet.

    LG
     
  7. cheesy

    cheesy Benutzer

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    Wenn die Abrechnung für 2009 erst im Jahr 2012 erstellt wurde und anschließend beschlossen und genehmigt wird, dann beginnt die Verjährung doch erst im Jahr 2013 zu laufen - bis 2016 -
    Genügend Zeit also die 1000,- Euro, die die Gemeinschaft zu Recht von dir fordert, vom Vormieter wieder zurück zu fordern!
    Die Eigentümergemeinschaft kann nur von demjenigen einen Ausgleich fordern, der zum Zeitpunkt der Fälligkeit Eigentümer ist. Der ehemalige Eigenümer kann ja, da er nicht mehr Eigentümer ist, an einer Versammlung nicht mehr teilnehmen und auch keine Abrechnung mehr beschließen.
     
  8. #7 batcave, 12.04.2012
    batcave

    batcave Gast

    "Wenn die Abrechnung für 2009 erst im Jahr 2012 erstellt wurde und anschließend beschlossen und genehmigt wird, dann beginnt die Verjährung doch erst im Jahr 2013 zu laufen - bis 2016 -
    Genügend Zeit also die 1000,- Euro, die die Gemeinschaft zu Recht von dir fordert, vom Vormieter wieder zurück zu fordern!
    Die Eigentümergemeinschaft kann nur von demjenigen einen Ausgleich fordern, der zum Zeitpunkt der Fälligkeit Eigentümer ist. Der ehemalige Eigenümer kann ja, da er nicht mehr Eigentümer ist, an einer Versammlung nicht mehr teilnehmen und auch keine Abrechnung mehr beschließen. "


    Noch mal: es geht um die Abrechnung für 2008 und die wurde dem Voreigentümer 2009 schon zugestellt. Bzw., was ich nicht weiß, kann es ja auch um noch frühere Jahre gehen, ich hab ja nix in der Hand. "Vielleicht" war das damals auch längst beschlossen.
    Und bis jetzt fordert auch keiner was von mir, das war nur meine Befürchtung.
    Meine Miteigentümer kriegen ja seit Wochen nicht mal ein Treffen auf die Reihe. Wenn ich nicht wochenlang angerufen hätte, hätte wir heute noch keine Abrechnungen für 2009 bis 2011. Wo bin ich da nur reingeraten.

    Und letztlich sehe ich es auch nicht ein jetzt plötzlich zu bezahlen (theoretisch), wenn sie es drei Jahre nicht geschafft haben mir überhaupt mal mitzuteilen, dass es da noch Schulden vom Voreigentümer gibt. In der Zeit hätte man(ich!) nämlich längst etwas gegen den unternehmen können!!
     
  9. #8 batcave, 13.04.2012
    batcave

    batcave Gast

    Eine mir bekannte Rechtsanwältin sagt jetzt wiederum, dass ich nicht für die Schulden des Voreigentümers hafte.

    Wer hier der Meinung ist das wäre so: wo steht das eigentlich?? Gesetzmäßig?!

    Keine Ahnung wer jetzt recht hat. Und ob eine Forderung, die gegen ihn besteht und Ende des Jahres verjährt dann nicht auch gegen mich verjährt.
     
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