Nutzungsvertrag Lager - Was tun mit restlichen Sachen?

Dieses Thema im Forum "Mietvertrag über Gewerberäume" wurde erstellt von Nili, 16.07.2015.

  1. Nili

    Nili Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,
    ich hatte mit einer Mieterin einen Nutzungsvertrag über einen Lagerraum geschlossen.

    Sie hat keine Miete gezahlt.
    Ich habe ihr fristgerecht gekündigt.
    Die Mieterin hatte vorab auch schon ihre Schlüssel abgegeben. Sie hat also keinen Zutritt mehr.

    Leider sind noch Sachen im Lagerraum. Was tun?

    Den Lagerraum teilte sie mit einer anderen Person hälftig. Früher hatten beide Mieter Zutritt, nun nach Schlüsselabgebe, jetzt nur ich und die andere Person.
    Die andere Person beschwerte sich zudem, dass die Mieterin den Raum vermüllt hat.

    Die gekündigte Mieterin meldet sich nicht.
    Sie hat mehrmals die Telefonnummer gewechselt. Sie ist vermutlich insolvent: Konten überzogen, mehrere Rechtsstreitereien, Kind im Heim.

    Es stellte sich heraus, dass die zurückgelassenen Sachen möglicherweise Dritten gehören. Diese wollten nämlich die anfangs die Mietschulden begleichen, warfen einen Blick in den Raum, sahen, dass ihre wertvollen Sachen von der insolventen Mieterin entnommen wurden bzw. nicht mehr vorhanden sind und verweigerten dann die Zahlung der Mietschulden. Diese Dritten haben sich nicht mehr gemeldet, obwohl von ihnen anscheinend auch noch Kleidungsreste/Unrat drin sind.

    Was kann ich tun?
    Die noch bestehende andere Person wird sich weiter beschweren, wenn ich den Raum nicht vom Unrat befreie.
    Muss ich die Sachen der insolventen Mieterin bzw. von den Dritten einlagern? Womöglich noch in Kisten sortieren, weil vieles ohne Kisten auf dem Boden liegt?
    Oder kann ich die Schlüsselabgabe und das Desinteresse so auslegen, dass kein Interesse mehr an diesen Restsachen besteht? Es sind (teils dreckige) Kleidungsstücke, altes Spielzeug, Möbelreste bzw. auseinandergeschraubte Möbel, also Zeug, was ich in die Mülltonne geben würde. Alles wahllos im Raum verteilt und dreckig.

    Die Mietschulden habe ich mental abgeschrieben. Vielleicht hole ich mir noch einen Mahnbescheid.
    Ich will vor allem den Raum wieder vermietbar bekommen und nicht ihren Unraut aussortieren und ggf. einlagern müssen.

    Vielen Dank für Tips.
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.706
    Zustimmungen:
    1.246
    Drei wesentliche Richtungen:
    1. Du kannst die Sachen einlagern und weiter versuchen, die Mieterin zur Abholung zu bewegen.
    2. Du kannst die Sachen wegwerfen.
    3. Gar nichts.

    Das ist der Nachteil von Variante 3. Während das kurzfristig eine bequeme Lösung sein mag, wirst du dir mittelfristig Ärger mit dem anderen Mieter einhandeln.


    Ja. Die Verjährungsfrist für Herausgabeansprüche liegt bei stolzen 30 Jahren.

    Wie du das Zeug einlagerst, interessiert nicht. Es zählt nur das Ergebnis.


    Können ja, dürfen nein. Ganz klare Ansage: Wenn du das Zeug einfach wegwirfst, ist das illegal und passiert auf dein eigenes Risiko. Vermutlich ist das trotzdem die wirtschaftlich beste Lösung, aber man muss sich eben darüber im Klaren sein, dass die Mieterin theoretisch noch eine halbe Ewigkeit ihr Gerümpel zurückfordern kann. Also wird der Inhalt des Raumes sorgfältig dokumentiert und eine Forderung tituliert, die den Wert der Hinterlassenschaften sicher übersteigt.


    Wie viel Zeit ist denn seit der Kündigung bzw. der Rückgabe der Schlüssel vergangen?
     
  4. #3 Nili, 16.07.2015
    Zuletzt bearbeitet: 16.07.2015
    Nili

    Nili Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,
    Danke für Deine Antwort.
    Zeit seit Kündigung ist zwei Wochen.
    Rückgabe Schlüssel war vor zwei Monaten.

    Die Miete betrug nur 38,-€/Monat. Ist nur ein einfacher Lagerraum. Aber selbst die Miete hat sie nur einmal bezahlt. Danach nichts mehr. Es kann doch nicht sein, dass ich nun für 30 jahre ihren Schrott managen muss...

    Zudem ja zwei den Schlüssel haben und jeweils ihre "Lagerecke" haben... da kann ich eigentlich nicht dafür gerade stehen, dass über die Zeit nichts wegkommt, oder? Es gibt keinen Alleinanspruch auf den Raum.

    Ich hatte vor, ihr eine Aufforderung zu schreiben, mit Termin wo sie ggf. Sachen bei Interesse abholen kann. Kommt keine Antwort, gehe ich von Überlassung/Müll aus.
    Wäre das eine Lösung?
     
  5. #4 Nili, 16.07.2015
    Zuletzt bearbeitet: 16.07.2015
    Nili

    Nili Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Kann die Schlüsselrückgabe nicht als Desinteresse ausgelegt werden?

    Ok, jemand kann unbeabsichtigt "vergessen" haben, dass da ja noch Sachen (wichtiger Müll:-)) liegen, den er gerne wieder hätte.
    Reicht nicht dafür ein Brief mit Aufforderung?
     
  6. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.706
    Zustimmungen:
    1.246
    Du kannst das noch hundert mal fragen, es ändert nichts an der Antwort. Die Erlaubnis, die verbleibenden Gegenstände entsorgen zu dürfen, hättest du dir gleich bei der Rückgabe der Schlüssel geben lassen sollen.


    Praktischer Erfahrungswert: Nach ca. 6-12 Monaten kann man davon ausgehen, dass da nichts mehr kommt. Jetzt wäre mir das noch zu früh.


    Mit solchen Feinheiten hättest du dich befassen müssen, bevor du einen Raum an zwei Mieter vermietest.
     
  7. #6 Nili, 17.07.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.07.2015
    Nili

    Nili Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Meine Frage bezog sich auf den Brief.
    Wieso bringt es nichts sie per Brief zur Abholung aufzufordern?
    hätte, hätte.... ohne hätte, gäbe es das Forum nicht.

    Ich meinte damit, dass allen Vertragspartner klar ist, dass auf diesen Raum kein alleiniger Zugriffsanspruch besteht. Es besteht keine Abgeschlossenheit der Mietfläche, was m.E. dem Mieter mehr Sorgfaltspflichten auferlegen dürfte.
     
  8. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.706
    Zustimmungen:
    1.246
    Wer hat das behauptet? Ich war von diesem Vorgehen eigentlich ausgegangen und habe mich in deinem zweiten Beitrag etwas gewundert, dass du diesen Schritt erst planst. Aber gut: Natürlich versucht man das. Ob sich eine Mieterin, die erkennbar andere Probleme hat, für ihre Tagespost interessiert, halte ich aber für fraglich.


    Mag sein, aber soll ich dich deshalb nicht auf Fehler aufmerksam machen? Zum Beispiel - ganz wilder Gedankengang - damit du sie nicht wiederholst? Fehler wie diesen hier:

    Dir ist das klar, mir vielleicht auch. Bei Mietern wirst du aber genügend Exemplare finden, denen nicht klar ist, dass man aufeinander Rücksicht nehmen muss, wenn man sich einen Lagerraum mit einer anderen Partei teilt. Da der Ärger am Ende bei dir landet (an wen wendet sich der Mieter, wenn es Probleme gibt? :38:), sollte man solche Konstruktionen vermeiden. Vermietete Räume sind klar abgetrennt, verschließbar und nur einer Partei zugänglich - mit diesem Grundsatz bin ich bisher gut gefahren.
     
  9. #8 Nili, 17.07.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.07.2015
    Nili

    Nili Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Ich habe diesen Schritt deshalb noch nicht getan, weil ich mir noch Deine obengenannte Option 2 offen halten will.

    Meine Frage bezüglich schriftlicher Aufforderung bezog sich auf auf meine Absicherung, weniger darauf ob die Mieterin Lust hast ihre Post zu lesen.
    Vielleicht hat hier jemand Erfahrung und Textbausteine.... ?

    Ich würde die Aufforderung per Boten zustellen und auch eine Antwort mit Frist verlangen sowie deutlich schreiben, dass keine Antwort auf mein Schreiben so gewertet wird, dass kein Interesse und keine Ansprüche bestehen.
    Ich würde auch die Sachen nicht genauer deklarieren, sondern es sehr allgemein formulieren, also dass der Mieter Gelegenheit der Nachkontrolle und Abholung möglicher Sachen erhält. Weiß nicht, ob das zu unspezifisch ist, aber deshalb ja meine Frage ans Forum hier...
    Sinn ist, dass ich mich nicht in die Verantwortung drängen lassen will. Wenn man erstmal anfängt, große Inventur zu machen, steckt man m.E. drin.

    Wie macht ihr das mit Aufforderungen?
    Ich kenn das so, wenn Mieter Kram abstellen, z.B. Schrottfahrräder auf den Fahrradstellplätzen, dann werden Sie zweimal aufgefordert, mit Frist. Wenn sich niemand meldet wird entsorgt.

    Wenn ein Mieter nicht versteht, sollte das nicht mein Problem sein. Die Zugänglichkeit mehrer Mieter ist unstrittig. Mieter wurde nicht zum Mieten gezwungen.
    Man kann nicht alles klar abtrennen (Stellplätze, Lagerflächen).
    Wenn ein Mieter seinen Stellplatz kündigt, aber Auto und Fahrräder darauf stehen lässt...dann bei Auto und Fahrräder mit der Zeit Teile fehlen.... kann man m.E. die Schuld nicht beim Vermieter suchen.
    Das ist m.E. der Vorteil bei Zugang durch Mehrere.

    In meinem Fall ist es ja noch so, dass die Mieterin ihre Sachen über das Lagergut der anderen Mieterin geschmissen hat. Zudem hat sie Reste wild im Raum verteilt. Ein anderer Mieter kann sein Lagergut eigentlich nicht mehr transportieren ohne die Sachen plattzutreten/beschädigen.
     
  10. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.706
    Zustimmungen:
    1.246
    Zum inzwischen dritten Mal: Nein, davon darfst du nicht ausgehen. Schweigen hat keinen Erklärungswert.


    Und wenn man nicht "große Inventur" macht, behauptet der Mieter eben irgendwann, dass seine Goldbarren fehlen, die er immer in dieser alten Plastiktüte gelagert hat. Warum fragst du eigentlich nach Tipps, wenn du es dann doch gerade umgekehrt machst?


    Und wer sagt, dass das legal ist?


    Wenn du in deiner jetzigen Situation nicht merkst, was an dieser Aussage nicht stimmt, kann ich dir auch nicht helfen.


    Zumindest diese beiden Beispiele fallen aus: Stellplätze markiert man auf dem Boden, Lagerflächen wenigstens durch leichte Trennwände.

    Genau das ist der Punkt: Vermiete ich einen asphaltierten Hof mit der Aussage "Der Platz reicht für 10 Fahrzeuge - seht zu, wie ihr das geregelt bekommt!" an 10 Mieter, ist Ärger garantiert. Man kann sich das schönreden und von Sorgfaltspflichten träumen oder man vermeidet das Problem von Anfang an.


    Warum das keine vergleichbare Situation ist, kannt du selbst herausfinden.
     
  11. #10 Nili, 17.07.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.07.2015
    Nili

    Nili Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2015
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hier ist weder von Deinen 30-jährigen Herausgabeansprüchen die Rede, noch, dass Schweigen des Mieters nach Aufforderung keinen Erklärungswert hat:
    http://www.vermieter-zeitung.de/artikel/2012/07/zurueckgelassene-sachen-des-mieters/
    http://www.mieterbund24.de/wohnungsrueckgabe.html
    http://www.berlin.de/special/immobilien-und-wohnen/mietrecht/982144-739654-auszugvermietermusszurückgelassenenbesi.html

    Dort heist es:
    -Mieter auffordern, Sachen zu holen
    -Dokumentieren, ggf. bezeugen lassen. Müll kann gleich weg.
    -Zwei Monate warten. Wenn Mieter schweigt: Sachen verkaufen oder versteigern.


    ...bezüglich Zugriff durch Mehrere:

    Weil mehrere Menschen Zugriff auf das Vertragsobjekt haben, hat die Ex-Mieterin bei Beschädigung/Entwendung ein Nachweisproblem gegen den Vermieter und wird ihn deshalb m.E. nicht belangen können. Dem Vermieter nach Vertragsende hier eine höhere Sorgfaltspflicht aufzuerlegen als während Vertragszeit, sehe ich als nicht haltbar.
     
  12. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.371
    Zustimmungen:
    1.410
    Ort:
    Mark Brandenburg
    @ Nili: wenn du meinst es besser zu wissen, mach es einfach so. Aber bitte heule nachher nicht, wenn du damit auf die Nase fällst.
     
  13. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    1.568
    Zustimmungen:
    492
    Wird sie sehr wohl, wenn der/die andere(n) Mieter behauptet, dass er dich dabei gesehen hat, wie du die Goldbarren rausgetragen hast.
     
Thema: Nutzungsvertrag Lager - Was tun mit restlichen Sachen?
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. nutzungsvertrag gewerberaum

Die Seite wird geladen...

Nutzungsvertrag Lager - Was tun mit restlichen Sachen? - Ähnliche Themen

  1. Was könnte ich einem Mietinteressen anbieten, was müßte er tun im Gegenzug für eine geringere Miete?

    Was könnte ich einem Mietinteressen anbieten, was müßte er tun im Gegenzug für eine geringere Miete?: Ich habe einen Mietinteressent, der eine Wohnung von mir mieten möchte. Allerdings ist ihm der Preis zu hoch. Ich fragte nach seiner Vorstellung...
  2. Bauträger verschlimmbessert ETW, was tun?

    Bauträger verschlimmbessert ETW, was tun?: Hallo zusammen, ich bräuchte einmal Rat von euch. Ich habe mir eine Neubau-Eigentumswohnung gekauft und es sind noch einige Mängel die es zu...
  3. Sachen vom Vormieter übernehmen

    Sachen vom Vormieter übernehmen: Ein Stück Gartenzaun, den ich bei Übernahme eines Mietobjektes von meinem Vormieter übernommen habe, wurde während meiner Mietzeit durch ein...
  4. Stellplatz lässt sich nicht vermieten - was tun?

    Stellplatz lässt sich nicht vermieten - was tun?: Hallo zusammen, leider habe ich ein Problem mit einem Stellplatz. Und zwar ist der Stellplatz in Leipzig Zentrum Süd, also in einer Gegend, wo...
  5. Verzwickte Lage nach Räumung - wie komme ich an mein Geld

    Verzwickte Lage nach Räumung - wie komme ich an mein Geld: Hallo zusammen! Ich habe hier eine leicht unübersichtliche Lage und hoffe, Ihr könnt mir irgendwie weiterhelfen ... Zu erst, der Mieter ist nach...