Objekt an die Stadt vermieten - Asylantenheim

Dieses Thema im Forum "Mietvertrag über Wohnraum" wurde erstellt von Stud, 19.10.2014.

  1. #1 Stud, 19.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2014
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    Hallo,

    mein Anliegen passt zwar nicht ganz in diese Kategorie, aber ich wüsste nicht wo sie sonst zu verorten wäre.

    Ich würde gerne eine Immobilie als Asylantenheim an die Stadt vermieten oder eher verpachten.
    Hat jemand damit Erfahrungen?

    Mit der Stadt habe ich bereits gesprochen, die freudig ein Angebot von mir haben wollte. Also habe ich ein Reihenhaus mit 4 Wohnungen und ca. 3.000 qm Grundstück, mit Garten, Stellfläche, Keller, Raum für einen Mitarbeiter angeboten. Als Pachtzins habe ich 12 € pro qm vorgeschlagen.
    Dieser Preis ist höher, als er bei einer normalen Vermietung zu erzielen wäre. Allerdings werden dort ja auch bedeutend mehr Personen untergebracht und ich gehe davon aus, dass das Objekt hinterher saniert werden muss.

    Der Stadt ist der Preis zu hoch. Die dachten eher an...5 €.
    Interessant wäre zu wissen, ob jemand solch ein Projekt schon mal realisiert hat und wie die Preise sich dabei im Vergleich zur normalen Vermietung verhalten.

    Nachtrag: Es gibt keinen offiziellen Mietspiegel. Diverse Portale zeigen einen qm Preis von ca. 7-8 € bei Häusen.
     
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  3. #2 Pharao, 19.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.2014
    Pharao

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    Nun, dann war`s das mit "Dieser Preis ist höher, als er bei einer normalen Vermietung zu erzielen wäre" :92:
     
  4. Andres

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    Ja, habe ich schon. Das Objekt war aufgrund eines zahlungsunfähigen (oder zumindest sehr -unwilligen) Eigentümers in einem schlechten Zustand, u.a. war die Bausubstanz aufgrund eines lange unrepariert gebliebenen Dachschadens stark angegriffen. Mit der Gemeinde habe ich einen Vertrag für 5 Jahre geschlossen zu etwa der Hälfte der damals üblichen Miete. Auf dem regulären Wohnungsmarkt hätte ich die Wohnungen kaum vermieten können.

    Danach wurde das Gebäude abgerissen und das Grundstück neu bebaut. Andernfalls hätte ich dieser Nutzung niemals zugestimmt.
     
  5. Stud

    Stud Neuer Benutzer

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    Interessant...die Gemeinde hat aber nur die Miete bezahlt oder hast du noch einen Zuschuss für den Abriss und Neubau bekommen?
     
  6. Pharao

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    Warum sollte es dafür noch einen Zuschuß geben ? Ist doch deine Entscheidung was du später mal mit deiner Immobilie nach der Vermietung machst.
     
  7. Stud

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    Nun er sagte ja, dass er sich "sonst nicht darauf eingeladen hätte". Das Objekt hätte er also stattdessen auch direkt abreißen und neu bauen lassen können.
    Daher die Frage ob der Weg über den 5 Jahresvertrag persönliche Gründe hatte oder ob es eben durch einen Zuschuss o.ä. interessanter war.
     
  8. Andres

    Andres
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    Es geht nichts über einen gesunden Optimismus. :D
    Nein, die Gemeinde hat nur die Miete bezahlt und sich weitgehend um die Bewirtschaftung gekümmert.


    Hätte er nicht ;) Unter anderem konnte mir kein Architekt über Nacht die Bebauung planen. Die Finanzierung wäre zu diesem Zeitpunkt auch nicht besonders angenehm gewesen.


    Interessant war für mich, dass ich die weitere Nutzung ganz entspannt planen konnte. Die Miete hat meine laufenden Kosten gut gedeckt und beim Kauf hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass die vorhandene Bebauung gar nicht mehr nutzbar ist.

    Es war eine bequeme Lösung zur Überbrückung. Verdient habe ich daran fast nichts und als Geschäftsmodell erscheint mir das ungeeignet zu sein.
     
  9. Stud

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    Hm ok...kurios. Ich kenne einen Fall in einer anderen Stadt, da hat die Gemeinde 250 € pro Raum bezahlt. Der Preis war damit deutlich über dem Mietspiegel. Der Vermieter ist Architekt, vielleicht hatte er gute Beziehungen...
    Aber auch in Hannover war so etwas geplant. Dort sollte der Mietpreis für eine "normale" Wohnung 1-2 Euro über einer Maisonette-Wohnung sein.

    Ich hab nicht vor gehabt damit einen Reibach zu machen. Aber der Preis müsste meines Erachtens wegen einer erhöhten Abnutzung höher sein, als bei einer normalen Vermietung.
    Interessert habe ich mich eigentlich dafür, da ich gerne mal den Ärger mit Mietern umgehen würde und daher gerne an die öffentliche Hand vermietet hätte. Aber bei dem gebotenen Mietzins...
     
  10. #9 Pharao, 20.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 22.10.2014
    Pharao

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    Was ist schon "normal" :?

    Mal ganz abgesehen davon, das die "normale Abnutzung" sich nicht ändert, wenn die Wohnung von zb 1 Person bewohnt wird. Erhöhte Abnutzung liegt zB bei einer Arztpraxis vor, wo jeden Tag x Patienten ein- & ausgehen. Das was du meinst ist eher, das manche Mieter weniger pfleglich mit dem gemieteten um, gerade wenn sie selber nix dafür zahlen müssen.

    Deweiteren hat die "Abnutzung" im privaten Mietbereich i.d.R. nichts mit dem Mietpreis zu tun oder machst du unterschiedliche Preise in deiner Anzeige für die Mietinteressenten rein, wenn diese ü90 sind oder eine Großfamilie oder mit 2 großen Hunden rein wollen, ect ? Glaube ich kaum.

    Hmm ? Wie war das gleich noch mit: "Dieser Preis ist höher, als er bei einer normalen Vermietung zu erzielen wäre" :?
     
  11. Stud

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    Du hast das mit der Abnutzung schon richtig erklärt. Ich wollte nur nicht abwertend gegenüber Asylsuchenden klingen...

    Ja natürlich habe ich geschrieben das der Mietzins höher wäre. Aber ich gehe halt auch davon aus, dass ich das Objekt hinterher erheblicher sanieren müsste, als es bei anderen Mietern der Fall wäre. Das rechtfertigt für mich den höheren Zins. Es wird also kein Geld sein, dass mir etwas bringt, es ist eher eine Rücklage.
     
  12. #11 ChrstinaW, 20.10.2014
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    Noch haben wir keine schwedischen Verhältnisse - dort ist es verboten die Einwanderung zu kritisieren.

    Ansonsten könnte man natürlich davon ausgehen, dass der Mieter, also die Stadt, der Kreis oder wer auch immer es denn nun ist hinterher die wirklichen Schäden wieder ersetzen muss. Deswegen halte ich das mit danach komplett sanieren für übertrieben.

    Gehören dir noch Häuser in direkter Umgebung des Objektes? Es kann schließlich sein, dass du dafür keine Mieter mehr findest. Ich habe das mal erlebt, dass gleich mehrere Häuser zu Asylbewerberheimen umgenutzt wurden und dann in der Umgebung sich die anderen Häuser nicht mehr vermieten ließen - wohlgemerkt das war in einer Kleinstadt mit generell viel Leerstand. Da wollten die Leute nicht bei den Asylanten wohnen, gab ja genug Auswahl auf dem Markt. War aber auch irgendwie verständlich, es gab nahezu täglich Belästigungen und Ruhestörungen...

    Sowas sollte man sich also überlegen.
     
  13. Duncan

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    Ich nicht. Wir haben als Firma schon in mehreren Asylbewerberheimen im Auftrag des Landkreises gearbeitet. Sowohl bei der Neuausstattung, wie auch beim Rückbau und auch bei Reparaturen.
    Wenn es denn nur dabei bleiben würde. Spontan:
    Das angesteckte Sofa mit schönem Zimmerbrand, weil man nicht mehr im hingehunzten alten Teil (keine 5 Jahre seit Vollsanierung!) wohnen wollte, sondern lieber im neu sanierten Teil, der für die neu zukommenden gedacht war.
    Die mit Säure übergossene Frau, weil ihr Ehemann ihr die Vollverschleierung sympathisch machen wollte. Für sich schlimm genug, allein die Auswirkungen auf die Wohnräume berücksichtigt man bei diesen Nachrichten sehr selten. Abgehackte Finger, kleinere und größere Messerstechereien und Prügeleien mit deutlich 2stelligen Teilnehmerzahlen (die Polizei rückte nur mit 2 Einsatzhundertschaften an).

    Das die WC-Anlagen aus Edelstahl sind und selbstspülend hat durchaus einen guten Grund. Auch in einer breiten Variation vorhanden, vom in Mitteleuropa üblichen bis "Loch im Boden". Für Fußballstadien und Gefängnisse werden die Edelstahl-WCs und Waschtische als "Vandalensicher" beworben, für Asylbewerberheime traut sich der Hersteller nicht eine vergleichbare Zusicherung zu geben.
     
  14. #13 Glaskügelchen, 21.10.2014
    Glaskügelchen

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    So bekäme man danach schon eine Vollsanierung auf Kosten der Gemeinde. Ist doch auch nicht schlecht ;-)
     
  15. Andres

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    Im Interesse der Fairness muss ich sagen: Solche Geschichten sind mir ausschließlich von größeren Anlagen bekannt. Dass sich eine ungesunde Gruppendynamik entwickeln kann, wenn man eine größere Menge von Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund in nicht besonders guter Verfassung isoliert vom Rest der Gesellschaft kaserniert, leuchtet eigentlich ein.
     
Thema: Objekt an die Stadt vermieten - Asylantenheim
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