Organhaftung des Verwalters

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von kassandra, 05.03.2014.

  1. #1 kassandra, 05.03.2014
    kassandra

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    Hallo,

    wie ist das innerhalb einer eigentümergemeinschaft. Gibt es da so etwas wie eine Organhaftung? Also dass der Verwalter für irgend etwas haftet, was Sache der Eigentümer ist?

    Genau Sache:
    Unser Verwalter droht mit sofortiger Amtsniederlegung für den fall, dass die Eigentümergemeinschaft nicht beschließen sollte die ab 1.1.15 vorgeschriebenen Rauchwarnmelder von einer Fachfirma einbauen und warten zu lassen.
    Er behauptet, dass er im Falle eines Brandes mit Verletzten oder gar Toten dafür in der Organhaftung sei, wenn wir nicht beweisen können, dass die Rauchwarnmelder ordnungsgemäß gewartet wurden.
    Was hat es damit auf sich?
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Ja.

    Das ist keine Organhaftung, sondern das gerade Gegenteil. Organhaftung ist, wenn ein Organ (d.h. eine juristische Person) für das haftet, was eine andere, i.d.R. natürliche, Person verbricht. Beispiel: Die GmbH muss für das gerade stehen, was ihr Geschäftsführer anstellt.

    Der Verwalter führt die Beschlüsse der Gemeinschaft durch. Wenn die Gemeinschaft beschließt, keine Melder einzubauen, zu warten oder was auch immer, dann ist das nicht die Schuld des Verwalters. Ganz im Gegenteil: Er darf nicht entgegen dem Beschluss der Gemeinschaft handeln.

    Für dieses Handeln kann er nicht bestraft werden ("Keine Strafe ohne Schuld") und auch zivilrechtliche Haftungen scheitern daran. Eine solche Haftung käme vielleicht in Frage, wenn er das Thema nicht auf die Tagesordnung setzen würde oder geeignete Beschlussvorlagen einbringt. Wenn die Gemeinschaft sich aber verweigert, muss das nicht der Verwalter ausbaden.

    Und von der Verknüpfung der "Vertrauensfrage" mit irgendwelchen Anträgen habe ich noch nie etwas gehalten.
     
  4. #3 BHShuber, 06.03.2014
    BHShuber

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    Verwaltervertrag

    Hallo,

    sollte der Hausverwalter durch Beschlussfassung der Eigentümergemeinschaft entlastet sein, so muss er auch nicht haften, schon gar nicht für Verpflichtungen die an die Gemeinschaft und Sondereigentümer gerichtet sind.


    Mit Verlaub lehnt er sich mit dieser Aussage sehr weit aus dem Fenster, dies zu bestimmen, obliegt einzig der Gemeinschaft.


    Hierzu sollte man eben die Verordnung genau kennen! Vermietende Eigentümer sind selbst verpflichtet Rauchwarnmelder einbauen und den Nachweis der Wartung zu erbringen, dass schon allein im eigenen Interesse, was sollte das mit dem Verwalter zu tun haben.

    Was hat es damit auf sich?

    Wahrscheinlich bekommt der Verwalter von der ausführenden Firma eine Apanage wenn er das so durchdrückt.

    Ihr solltet generell darüber nachdenken ob dieser Verwalter im Sinne einer ordentlichen Verwaltung handelt, hat jemand schon mal den Verwaltervertrag gelesen, gerade in Bezug auf die Haftung.

    Gruß

    BHShuber
     
  5. #4 kassandra, 06.03.2014
    kassandra

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    Vielen Dank!

    Genau so sehe ich das auch. Sowohl mit der Organhaftung als auch mit der Apanage. Leider kapieren das viele Miteigentümer nicht so wirklich. Aber mit der rücktrittsandrohung glaub ich fast, dass das ein Eigentor war. Hoffentlich!
     
  6. #5 BHShuber, 06.03.2014
    BHShuber

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    Nachforschen

    Hallo,

    such mal im Internet, was für euer Bundesland in dem Ihr wohnt über den Einbau von Rauchwarnmeldern verordnet wurde, hier findet man schon sehr wertvolle Informationen.

    Gruß

    BHShuber
     
  7. #6 kassandra, 06.03.2014
    kassandra

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    Das hab ich schon und in der HBO steht:
    "In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. 2 Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. 3 Die Eigentümerinnen und Eigentümer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2014 entsprechend auszustatten. 4 Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzerinnen und Besitzern, es sei denn, die Eigentümerinnen oder die Eigentümer haben diese Verpflichtung übernommen."

    Das sagt doch klar, dass der Einbau der RWM Sache des eigentümeres ist und die wartung sache des Bewohners.
    Warum will der Mensch uns unbedingt da einen Gemeinschaftsbeschluss aufdrängen?
     
  8. Andres

    Andres
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    Ist doch völlig egal. Wenn ich deinen anderen Thread so anschaue, wäre das doch eine günstige Gelegenheit, den Verwalter loszuwerden. Bitte nicht vergessen: Wenn der Verwalter sein Amt niederlegt, ist das zwar ein "wichtiger Grund", aus dem man den Verwaltervertrag fristlos kündigen darf - aber das muss man auch machen! Geht nicht von selbst ...
     
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