Photovoltaik - Dachfläche verpachten oder selbst betreiben & Strom an Mieter verkaufen

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Logos

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Hi zusammen,
Zu folgende Konstellation würde ich gern eure Meinung wissen wollen:

Der Mieter einer Gewerbeeinheit fragt beim Vermieter an ob man die leere Dachfläche mieten könnte um dort eine Photovoltaik Anlage zu bauen.
Kosten würden komplett vom Mieter übernommen werden.
Das Dach ist grundsätzlich dafür geeignet für PV.

Dazu hätte ich ein paar Fragen:
Variante 1: Bau und Betrieb der Anlage von Mieter. Vermieter hat keine Kosten.
Verpachtung der Dachfläche über x Jahre. Vertrag macht Anwalt.
Welche Höhe kann man als Pacht verlangen? Hat jemand von euch da euch Ansatz? Eine Beteiligung an der Höhe einer potentiellen Volleinspeisung wäre aus meiner Sicht sinnvoll.

Variante 2: Der Vermieter übernimmt die Kosten der Pv und wird damit auch Betreiber.
Eine Volleinspeisung würde nach neuem EEG 2023 eine halbwegs rentable Einnahme generierten.
Da der Mieter den Strom zu 100% aufgrund seiner gewerblichen Tätigkeiten verbrauchen würde (null einspeisung) hätte ich überlegt das man dem Mieter den Strom zu einem fixiertem Preis über der Volleinspeisevergütung anbietet.
Jedoch billiger als der markt.
Das wäre meiner Meinung eine Win win Situation für beide.

Da das ganze im Gewerbe Bereich ist, wären vermutlich beide Varianten möglich, oder?
Welche fallstricke gibt's da?
Habt ihr Erfahrungen damit.

Als Vermieter käme erstmal beides in Betracht, jedoch abhängig vom Nutzen für mich.

Es geht um eine Anlage von ca. 30kwp.

Mfg logos
 
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immobiliensammler

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Variante 2 wird so legal nicht funktionieren. Du wärst dann Netzbetreiber mit allen Rechten und Pflichten, faktisch unmöglich.
 
  • Photovoltaik - Dachfläche verpachten oder selbst betreiben & Strom an Mieter verkaufen Beitrag #3

Dschei2

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Haben uns auch mal nach Variante2 erkundigt. Ist aber wirklich kompliziert, kommt angeblich noch auf die Leitungslänge an, ob du noch Durchleitungsgebühren an den Netzbetreiber zahlen musst, EEG-Umlage sowieso und was uns total abgeschreckt hat: du musst dann als Allein-Versorger auftreten. Das heißt, gerade wenn im Winter nicht genug Sonne scheint, damit dein Mieter und Stromkunde zu 100% versorgt ist, musst du den Strom zukaufen um ihn dem zur Verfügung zu stellen. Wie willst du das denn sauber kalkulieren.

Würde ich die Finger von lasssen.

Variante 1 haben wir auch: haben ein Dach auf einer Gewerbehalle gepachtet. Als Pacht zahle ich immer, wenn die Abrechnung kommt 5 % vom Netto-Jahres-Erlös.
Da habe ich schon manchmal gedacht, dafür hätte ich das Dach nicht hergegeben, da wir auch noch einen Raum haben, in dem die ganze Technik steht.

Entscheidung würde ich evtl. danach treffen, wie das Verhältnis zum Mieter ist und insbesondere, wie der Zustand des Daches ist. Wenn du da die nächsten 20 Jahre dranmusst, könnte es kompliziert oder teuer werden.
 
  • Photovoltaik - Dachfläche verpachten oder selbst betreiben & Strom an Mieter verkaufen Beitrag #4

Logos

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damit dein Mieter und Stromkunde zu 100% versorgt ist, musst du den Strom zukaufen
Ist dem wirklich so?
Ich verstehe Variante 2 so, dass sie technisch 100 Prozent mit Variante 1 gebaut wird.
Das wäre wieder ein Bürokratie Monster.

Gibt's da echt keine Variante wo ich mich nur um den Verkauf des pv strom kümmere.
Der Rest wird wie beim Eigenverbrauch vom Mieter selbst vom Netz bezogen.

Mir wäre klar dass es dafür im Gewerbe keine eeg Förderung/mieterzuschläge gibt.

Mir scheint es so, dass die Lobby die bürokratischen Hürden solcher Projekte absichtlich hoch halten möchte, damit die großen Energie Unternehmen nicht so einfach ihre Einnahmen verlieren.
Als Pacht zahle ich immer, wenn die Abrechnung kommt 5 % vom Netto-Jahres-Erlös.
Von welchem Erlös? EEG Förderung für Einspeisung ?
Da der Mieter alles selbst verbrauchen wird, gibt's in dem Fall keine Vergütung, sondern praktisch nur Eigenverbrauch.

Wenn du da die nächsten 20 Jahre dranmusst
Ja, die Überlegung ist berechtigt.
Müsste man gut abwägen.
 
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Logos

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@Dschei2
Kannst du kurz auf die verlangte Pacht eingehen. Beziehen sich die 5% auf die Einspiese-Vergütung ?

Ich hab irgendwie kein Plan was man da pro qm Dachfläche als Vermieter verlangen kann.

Logos
 
  • Photovoltaik - Dachfläche verpachten oder selbst betreiben & Strom an Mieter verkaufen Beitrag #6

Dschei2

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Hallo @Logos ,

ich will mich hier überhaupt nicht als Kenner aufspielen.

Wir sind damals (2014) durch Zufall da reingestolpert. Von einem größeren Immobilien-Umbau-Kredit war unerwartet ein großer Batzen Geld über. Und über den Freund des Vaters der Freundin des Sohnes eines Kollegen (Ogottogott) sind wir dann in den Pachtvertrag für eine neu zu erstellende Photo-Voltaik-Anlage gestolpert. Wir haben also gar nichts verhandelt, alle Verträge waren fertig, haben nur übernommen. Inzwischen wurde auch die betroffene Halle verkauft, aber eben inklusive dieses Pachtvertrages.
Deshalb ist für beide Seiten wichtig, das gut zu regeln: Verkauf / Erbe / End-of-Live / was auch immer

Wir haben auf der Halle eine 70 kWp-Anlage installiert, Ausrichtung nicht ganz optimal, wir speisen voll ein und von der Jahres-Netto-Vergütung zahle ich dann 5 % als Pacht aus.
Um das mal mit Zahlen zu unterfüttern (wie gesagt, läuft nicht optimal):
Einspeisevergütung netto: 8.200 EUR
Pacht (5 % daraus): 410 EUR
jeweils Jahresbeträge

Der Vertrag ist ja schon älter, was im Moment üblich ist, weiß ich nicht. Denke, es ist wie immer, der der den Pacht zahlen soll, denkt sich, der Dach-Eigentümer macht ja gar nichts, und hatte keine Investition, warum überhaupt zahlen. Der den Pacht bekommt, denkt sich, so wenig Geld und ich binde mich für 20 Jahre ...

Als Entscheidungshilfe müsstest du halt überlegen, wie groß kann die Anlage sein und was ist der monetäre Vorteil deines Mieters. Wenn er die Anlage selbst betreibt und den Strom dann selber nutzen kann, ist sein Vorteil größer und damit auch der Anreiz einen guten Pacht zu zahlen. Aber wenn er es über Kredit finanzieren muss, kostet das ja auch schon. Aber in der Konstellation geht es dann meiner Meinung nach nur über einen Fest-Preis. Sonst streitet man sich nachher über die erzeugte / verbrauchte Leistung.

Viel Glück für eine gute Entscheidung!
 
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