Preisfindung bei Verkaufsangebot an Miteigentümer

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Veritast, 16.05.2015.

  1. #1 Veritast, 16.05.2015
    Veritast

    Veritast Erfahrener Benutzer

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    Hallo allerseits,

    Folgende Situation: Ein Doppelhaus (zwei separate Haushälften, getrennte Grundstücke) in Wohnungseigentümergemeinschaft. Wie ich erfahren habe, träumen die Inhaber der anderen Haushälfte vom Erwerb meiner Hälfte. Ich kann ja mal ein Angebot machen. Bin ich bei der Preisangabe völlig frei? Soviel ich weiß, muss nur der real gezahlte Preis mit dem notariell angegebenen übereinstimmen, wegen der Gebühr.
    Oder gibt es noch andere Regelungen, die zu beachten sind?

    Angeblich wird ein günstiger Preis erwünscht, deshalb nehme ich an, ich orientiere mich am besten an den eigenen Angaben der Möchtegern-Käufer.
    Die Gesamtversicherungssumme betrug vor ca. 5 Jahren 600000 €.
    Meine Hälfte ist von der jeweils angegebenene Wohnfläche ca. 30 Prozent größer.

    Daneben ist der technische Zustand meiner Hälfte ungleich mehr auf der Höhe der Zeit, in der anderen Hälfte sind Heizung, Wärmedämmung, etliche Einrichtungen überaltert und austauschwürdig. Gerade habe ich Modernisierungen im Zeitwert von ca. 50000 € an meiner Hälfte vorgenommen, (Wärmedämmung, Elektrik, neues Bad, Treppenhaus komplett neu etc.) Ich nehme deshalb an, dass 400000 € als Freundschaftsangebot angesehen werden würde, wenn Teile des Grundstücks in meinem Eigentum bleiben würden.

    Da mir ständig in die Vermietung der Haushälfte widerrechtlich eingegriffen und die Mietparteien aufgehetzt werden, möchte ich diesen Ärger beenden und eventuell ein Angebot machen, damit endlich Ruhe in diesen Puff kommt.

    Also nochmal kurz meine Frage: Kann ich bei der Preisfindung völlig frei vorgehen oder muss ich mich an Versicherungssumme, Modernisierungsgrad, Wohnflächen etc. orientieren?

    Danke schon einmal für jede Antwort. Mit Immobilienverkäufen kenne ich mich leider gar nicht aus.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    In der Theorie gibt es ein paar Grenzen, z.B. Sittenwidrigkeit. Relativ aktuelles Urteil des BGH dazu: V ZR 249/12. Nach diesem Urteil ist ein Kaufpreis, der 90 % unter oder über dem Verkehrswert liegt, sittenwidrig und damit der Kaufvertrag nichtig.

    In der Praxis dürfte das bei einer normalen Immobilie, die zu einem mehr oder weniger gut verhandelten Kaufpreis verkauft wird, so gut wie nie eintreten.


    Verlange den Preis, den du gerne hättest. Runter kannst du immer gehen ...
     
  4. Logos

    Logos Erfahrener Benutzer

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    Versicherungssummen berechnen sich anders. Eine berechnung wäre die bewertung nach dem "1914"er Wert.
    Diesen Wert kann man dann in einen EUR Betrag umrechnen.
    Wert 1914 - Wert heute: Der Baupreisindex
    Aber das nur nebenbei.

    Ansonsten schließe ich mich voll und ganz der Meinung von Andres an.
    Bei der Preisfindung kannst du erstmal verlangen was du willst. Entweder der Nachbar zahlt den Preis, oder er lässt es.

    Mir ist noch nicht ganz klar warum du Teile des Grundstücks behalten möchtest ? Das macht die ganze Sache doch nur komplizierter.
    Oder ist das Grundstück so groß dass womöglich noch eine weitere WE drauf passt ?
     
  5. #4 Veritast, 18.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2015
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    Runtergehen ist nicht, ich muss ja nicht verkaufen. Wenn jemand etwas unbedingt haben will, muss er eben dafür bezahlen...
    Wie gesagt, es gibt ja eine Versicherungssumme und die Versicherung hatte ja einen Vertreter geschickt, der wird schon keine absoluten Phantasiesummen akzeptiert haben, also dürfte der Wert hier grob dem Marktwert entsprochen haben, zumindest nicht um ein Vielfaches daneben liegen.

    Wucher setzt das Ausnutzen einer Zwangslage voraus, diese gibt es auf keiner Seite, also kommt der entsprechende Absatz im BGB sowieso nicht in Betracht. Wenn mir das Auto vom Nachbarn gefällt und er verlangt einen viel zu hohen Preis dafür, dann kann ich mich ja auch nicht gerichtlich dagegen wehren...

    Die Grundstücke sind merkwürdig aufgeteilt, was bislang egal war, da ja alles ein Eigentümer ist. Es geht da nur um vielleicht maximal 1 ar Grund.

    Aber wahrscheinlich muss ich mich sowieso nicht mit dem Thema beschäftigen, ich nehme an, dass die finanziellen Möglichkeiten der Interessenten tendenziell gegen 0 gehen und Wunsch und Realität dort wie so oft nicht in Übereinstimmung zu bringen sind.
     
  6. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Mal so ein Gedanke:

    Wenn die Versicherung die Kosten für die Wiederherstellung ansetzt, so ist das zwar ein Wert, aber nicht der Marktwert.
    In den Kosten für die Wiederherstellung ist z.B. nicht die Lage berücksichtigt.

    Du legst dir das alles gerade so zurecht, wie es dir in deine Argumentation passt, und kommst am Ende auf völlig falsche Schlüsse und falsche Tatsachen.

    Gruß,
    Christian
     
  7. #6 Martens, 18.05.2015
    Martens

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    Für die Versicherung sind einzig die Wiederherstellungskosten von Interesse, nicht der aktuelle Marktwert.

    Christian Martens
     
  8. #7 Newbie15, 18.05.2015
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    Naja, um das ein Vielfaches vielleicht nicht, aber mein Elternhaus ist auch locker für das doppelte versichert. Die Lage gibt nicht unbedingt höhere Verkaufspreise her und die hochwertige Ausstattung wird auch nicht zwangsläufig bei einem Verkauf mitbezahlt. Trotzdem wären im Falle der Wiederherstellung die Kosten entsprechend hoch.

    400 000 € für ein Haus ohne Grundstück klingt nach sehr viel. Entweder ist das ein ordentlicher, hochwertig ausgestatteter Palast oder es ist einfach viel zu teuer. Wenn du einen realistischen Verkaufspreis willst, schau, was vergleichbare Immobilien in der Lage kosten und rechne das Grundstück raus, wenn du das nicht verkaufen willst (warum auch immer).
     
  9. #8 Veritast, 18.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.05.2015
    Veritast

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    Wie gesagt, ich muss gar nichts.
    Ich muss nicht verkaufen, keine Marktwerte vergleichen, es bleibt so wie es ist und ich bin glücklich.

    Ein "Palast" ist es nicht, aber ein Mitglied der Kaufinteressentengruppe hat es als "Schmuckkästchen" bezeichnet, und das war, bevor ich noch ein halbes Jahr Arbeit und Geld investiert habe. Ich finde, es ist ein ordentlicher, modernisierter Altbau mit durchdachten Details, mehr nicht.
     
  10. peewee

    peewee Erfahrener Benutzer

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    und warum hast du jetzt diesen Thread eröffnet?
     
  11. #10 Veritast, 19.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 19.05.2015
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    Steht doch oben.

    Weil ich wissen wollte, ob ich irgendwelche Vorgaben zum Wert (Versicherungssumme zum Beispiel) beachten muss oder völlig frei in der Preisfindung bin, so wie bei jedem anderen Verkauf. Bei Verkäufen von Immobilien gibt es ja nun Besonderheiten, die zu beachten sind. "Freundschaftspreise" sind schon deshalb nicht möglich, weil der Notar ja auch den entsprechenden Obolus erhalten möchte.

    Da ich leider seit etlichen Jahren Stalkingopfer bin und zwar in einer völlig unerträglichen Weise (Totalüberwachung, Straftatenmarathon gegen meine Person und Angehörige) und ich so langsam erfahre, welche Motive sich hinter diesem Martyrium verbergen, hatte ich die Hoffnung, ein Verkaufsangebot könnte dieses Stalking beenden. Aber leider sind wohl die finanziellen Möglichkeiten der Gegenseite so reduziert, dass hier nichts Realistisches erwartet werden kann.
     
  12. Logos

    Logos Erfahrener Benutzer

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  13. Syker

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    Welches nur zum Tragen kommt wenn eine Umwandlung in WEG stattfindet.
     
  14. #13 Veritast, 19.05.2015
    Veritast

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    Derzeit ist (noch) nicht vermietet, deshalb stelle ich die Frage ja.
     
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