Private Gegenstände im Treppenhaus

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von audirk, 21.01.2016.

  1. audirk

    audirk Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich habe eine unangenehme Situation - eine Familie bei uns im Hause ständig verbreitet eigene Sachen außerhalb eigener Eigentümswohnung. Schuheschrank, Schue, Koffer, Müll stehen vor der Tür, im Keller liegt ein Haufen von Bauschutt, Eimer und Müll nach der Renovierung. Ich habe noch im September die Hausverwaltung angeschrieben, sie wollten das bei der Versammlung besprechen. Bei der Versammlung in November hat die Familie erklärt, dass es alles völlig in Ordnung wäre und die werden nichts aufräumen. Im Protokoll wurde doch geschrieben, dass alle private Gegenstände weg müssen. Bis jetzt hat sich gar nichts geändert, obwohl ich jeder Woche einen Brief an die Hausverwaltung schreibe.

    Insgesamt sind wir drei Parteien im Hause und der dritten Partei ist die ganze Geschichte nicht wichtig, sie fühlen sich dabe nichti gestört. Meine Frage wäre, ist es wirklich so schwierig bei einer so klaren Sache, das Recht zu bekommen? Wenn jemand in so einer ähnlichen Situation gewesen ist, würde ich für die Tipps sehr dankbar sein. Entschuldigung, das ich die Situation unter Emotionen so chaotisch beschriben habe, ich stehe selbsverständlich für alle Fragen zur Verfügung.

    Vielen Dank im Voraus
     
  2. AdMan

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  3. #2 Akkarin, 21.01.2016
    Akkarin

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    Hallo audirk,

    Das ist sicherlich eine unangenehme Situationen. Vielleicht kannst du für den Anfang ein paar mehr Infos schreiben.

    Ihr befindet euch in einem 3 Parteien Haus und seit alle 3 Eigentümer? Oder sind auch Mieter beteiligt?
     
  4. audirk

    audirk Neuer Benutzer

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    Hallo Akkarin

    und Danke für die schnelle Reaktion, Im Hause sind insgesamt 6 Parteien: 2 Geschäfte, die eigene Eingänge haben, 1 Appartment vermietet und der Eigentümer kommt nicht zu Versammlungen und noch 3 Wohnungen, wo die Eigentümer selbst wohnen. 1 von 3 ist ständig unterwegs und ihn stört nichts.

    Liebe Grüße
     
  5. #4 Akkarin, 21.01.2016
    Akkarin

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    Nichts zu danken. Die Familie um die es geht ist also Eigentümer und wohnt da genauso wie du auch.
    Dann sind deine ersten Lektüren die Gemeinschaftsordnung des Hauses, dann die Brandschutzbestimmungen für dein Bundesland und zum Schluss ggf. das WEG. Helfen Gemeinschaftsordnung und Brandschutzbestimmungen vielleicht schon weiter im Sinne von da darf nichts rumstehen und da der Krempel Fluchtwege behindert ( hingucken : stört es dich subjektiv oder verhindet der Krempel wirklich effektiv die Flucht im Brandfall?)
     
  6. audirk

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    Ja, Akkarin,

    das ist alles Papier, ich habe sogar die Unterstützung vom H&G bereits in Anspruch genommen und die Familie räumt trotzdem nicht auf. Ich staune, wie licht kann man gegen alle Regeln und Gesetze unbestraft verstoßen.

    Außerdem hat die Familie bei dem Einzug eine Renovierung gemacht, ohne Genehmigung Fußbodenheizung installiert und angeschloßen, eine Stufe vor der Wohnungseingangtür eingebaut und mit der großten Wohnung im Hause haben die die niedrigsten Heizungskosten (5% von Gesamtheizungskosten des Hauses). Ich habe die Hausverwaltung aufgefordert, den Fall zu prüfen und wieder keine Reaktion.
     
  7. Andres

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    Wie heißt es immer so schön: Wo kein Kläger, da kein Richter. Der Verwalter kann hier sicher den einen oder anderen Vermittlungsversuch unternehmen, aber letztendlich war es in einer WEG schon immer so, dass man für die effektive Durchsetzung seiner Rechte die Bereitschaft mitbringen muss, den Rest der Gemeinschaft zu verklagen. Wenn es gut läuft, genügt es, die Bereitschaft nur mitzubringen und nicht auch noch zu demonstrieren.
     
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  8. #7 Akkarin, 22.01.2016
    Akkarin

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    Für die Fußbodenheizung wird es darauf ankommen, ob diese spürbar die Kosten der übrigen Eigentümer negativ beeinflusst. Wenn ja, wird man über die Kostenverteilung reden müssen und dann wird es die übrigen Eigentümer auch schnell interessieren. Rückbau ist zwar denkbar, aber nicht wahrscheinlich.

    Zum Treppenhaus: Wenn objektiv eine Störung vorliegt, hast du gegen den Störer einen Unterlassungsanspruch. Den durchsetzen kann man entweder durch überzeugendes Auftreten beim Pokern oder vor Gericht.
     
  9. Nanne

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    Ein vermülltes Treppenhaus würde mich auf jeden Fall stören, rein objektiv. Wäre mir der Fluchtweg im Ernstfall abgeschnitten, würde ich auf die Barriikade gehen.
     
  10. Duncan

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    Fluchtwege ist unstrittig, aber was ist ein "vermülltes Treppenhaus"? Die Turnschuhe auf der Fußmatte vor der Haustür? Der Berg Schuhe neben der Wohnungstür? Der ordentliche Schuhschrank auf dem Treppenabsatz? Hier sind die persönlichen Bewertungen halt auch wieder sehr unterschiedlich. Durchaus ein Grund warum sich Verwalter da gerne mal weit raus halten. Wenn objektive Rechte und Pflichten z.B. aus Gesetz verletzt werden hat man eine klare Handhabe. Deshalb auch oben die Empfehlung sich mit den WEG-spezifischen Regelungen und der örtlichen Bauordnung vertraut zu machen. Wenn man da keine Handhabe findet lohnt es sich sich bei einer Flasche Wein zu überlegen, was einen konkret stört und ob man sich davon wirklich stören lassen möchte und was man einfach ausblenden kann. Für den Rest kann man sich dann immer noch konkrete Maßnahmen überlegen.
     
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  11. Nanne

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    Zwei Mieter in meinem Haus haben vor ihrer Wohnungstüre ein ordentlich abgestelltes kleines Schuhregal, was ich persönlich nicht zum Müll zähle. Müll sind meiner Meinung Dinge, die in den Mülleimer gehören, z.B. Kartons, Plastiktüten, alte Kleider etc.Ich muss dazu sagen, sollten die Schuhregale einen anderen M. stören, müssten diese geräumt werden.Schuhschrank im Treppenhaus kann geduldet werden, das Recht zum Abstellen besteht nicht.
     
  12. #11 Akkarin, 22.01.2016
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    Wir sind hier nunmal im WEG Recht und "objektiv" ist halt relativ ,konkret heißt dass kann man einen Richter überzeugen , dass das eine Störung ist?

    Ich finde Duncan hat das sehr schön beschrieben.
     
  13. audirk

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    Ich bedanke mich herzlich bei allen, die auf meine Frage geantwortet haben.

    Inhaltlich finde ich wichtig noch zu erwähnen, dass es tatsächlich um ein Schuheschrank geht mit mehreren paar Schuhe rum herum und die alle riechen unangenehm. Dazu stehen noch andere Gegenstände, wie Eimer, Koffer, Kartons mit Mlüll. Unten im Flür steht ein Kinderwagen, drei Jahre unbenutzt, weil das Kind bereits sechs Jahre alt ist. Unten im Keller gab es ein halbes Jahr lang ein meter hocher Haufen von Bauschutt und Baumüll. Die Familie, meiner Ansicht nach, mißbraucht die gemeinsame Eigentüm als eine Abstellkammer oder als Mülleimer und fragt nie nach eine Genehmigung vorher. Es ist auch klar, dass die Gesetzlage auf meiner Seite ist, Nur wer soll die Kosten tragen, wenn die Familie kurz vor dem Gericht alles aufräumt und sagt, dass alles bereits erledigt ist? Außerdem ist es kein Spaß, vor Gericht zu gehen und sogar bei den sichersten Fällen gibt es plötzlich überraschende Entscheidungen. Deswegen finde ich, nicht die Gesetzlage allein wichtig ist, sondern auch erfolgreiche Erfahrungen. Wenn jemand beriets ähnliche Situation hätte und erfolgreich die Lage geregellt hätte, dann könnte ich eventuell auch den Weg versuchen.

    Vielem Dank noch einmal an alle
     
  14. Duncan

    Duncan
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    Mach dir darum mal keine Sorge, Kostenentscheidungen sind Tagesgeschäft für den Richter. ;)
    Die meisten von uns haben durchaus auch etwas Prozesserfahrung...
    Eine WEG ist halt auch eine Zwangsgemeinschaft. Du kannst versuchen auf die anderen ET entsprechend einzuwirken oder verkaufen und umziehen. Kleine WEG sind da in meinen Augen eh am problematischsten, der Einzelne ist einfach zu stark, bei großen WEG egalisiert sich dass mehr.
    Miteinander? Gegeneinander? Auseinander? Viel andere Alternativen sehe ich nicht, wenn nicht beide miteinander wollen.
    Manche brauchen auch erst einen Hinweis vom Richter um zu merken, dass es sehr klug ist sich mit seinem Nachbarn zu unterhalten und auf ein miteinander hinzuarbeiten.
     
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