Privatvermieter - entgeltliche Beschäftigung Ehefrau

Diskutiere Privatvermieter - entgeltliche Beschäftigung Ehefrau im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Hallo, ich bin Privatvermieter und erwirtschafte jährliche Überschüsse. Die Wohnungen befinden sich in meinem Alleineigentum. Nun möchte ich die...

  1. #1 lingnoi, 23.01.2020
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    Hallo,

    ich bin Privatvermieter und erwirtschafte jährliche Überschüsse. Die Wohnungen befinden sich in meinem Alleineigentum.

    Nun möchte ich die üblich anfallenden Arbeiten (Verwaltung und Vermietung) an meine Ehefrau gegen entsprechende Bezahlung (500 Euro monatlich, somit sozialversicherungspflichtig) übertragen.

    Ist das rechtlich möglich? Muss ich dafür ein Gewerbe anmelden? Wenn ja, in welcher Form?

    Besten Dank.

    Viele Grüße,

    L
     
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  3. Andres

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    Ja.


    Nein.


    Bleibt die entscheidende Frage: Wozu soll das gut sein?
     
  4. #3 lingnoi, 24.01.2020
    lingnoi

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    Ich reduziere damit die Überschüsse und Steuern die ich darauf bezahle.

    Und meine Ehefrau wird sozialversicherungspflichtig.

    Wie muss ich vorgehen um das nun umzusetzen?

    Grüsse

    L
     
  5. #4 immobiliensammler, 24.01.2020
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    a) Betriebsnummer bei der BA beantragen
    b) Steuerberater suchen und nach den Kosten fragen - ich glaube nicht dass Du ohne entsprechende Vorkenntnisse mit dem Rattenschwanz an Vorschriften (SV-Meldungen, Lohnsteuer, Krankenkasse, Berufsgenossenschaft) zurechtkommst - noch dazu bist Du hier im MIDI-Bereich, was das Ganze nicht einfacher macht!
    c) entsprechende Software besorgen (SV-Net ist kostenlos)
    d) Bei der Krankenkasse eine Bestätigung besorgen, dass die Beschäftigung der Ehefrau auch als sozialversicherungspflichtig anerkannt wird, sonst zahlst Du die Beiträge evtl. umsonst und im Ernstfall besteht wegen Umgehung kein Versicherungsschutz!
     
    sara gefällt das.
  6. SaMaa

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    Des Weiteren sollte man bedenken, dass die Arbeitgeberbeiträge und da es die Ehefrau betrifft auch die Arbeitnehmerbeiträge tatsächlich gezahlt werden müssen. Die Kosten für den Steuerberater, ggf Kosten für Software etc. und viel Zeit um sich in das Thema einzulesen auch mit gezählt werden sollte. Ob sich das dann noch wirklich lohnt?
     
  7. #6 lingnoi, 24.01.2020
    lingnoi

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    Ich habe auch noch einen Onlinehandel den ich als Gewerbe angemeldet habe. Einige Zeit hatte ich eine Mitarbeiterin, die ich über SV Net angemeldet hatte. Ich habe jährlich Lohnsteuer abgeführt und Gehaltsabrechnung selbst erstellt. Das Prozedere ist mir sofern bekannt.

    Grüsse

    L
     
  8. #7 immobiliensammler, 24.01.2020
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    Dann verstehe ich die Frage nicht, wie bezüglich der Anmeldung vorzugehen ist, das müsste dann ja eigentlich bekannt sein, oder?

    Bei Familienangehörigen aber unbedingt vorher das Statusfeststellungsverfahren durchführen lassen, sonst kommt es später im Leistungsfall entsprechend zum Streit!
     
  9. Ferdl

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    Du willst Kosten erzeugen um weniger Steuern zu bezahlen? Da kannst du auch deinen Mietern auch die Miete kürzen, hat den selben Effekt.
    (Du weist schon dass du mit deiner Frau gemeinsam veranlagt wirst?)
    Soll dass das primäre Ziel sein?
     
  10. #9 immobiliensammler, 24.01.2020
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    Das Ganze kann sich durchaus rechnen - der Vermieter/Ehemann hat (unterstellt 500 Euro monatlich) 6.000 Euro Werbungskosten, die Ehefrau muss nur 5.000 Euro versteuern (1.000 Euro Werbungskostenpauschale als Arbeitnehmer). Wenn die Ehefrau sich sonst z.B. freiwllig in der gesetzlichen Versicherung krankenversichern müsste beträgt der Mindestbeitrag rund 190 Euro (incl. Pflegeversicherung), beim Midi-Job mit 500 Euro betragen die Kosten für die gesamte Sozialversicherung (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) überschlägig rund 130 Euro/Monat, auch wieder steuerlich abzugsfähig.

    Bei der direkten Beschäftigung von Familienangehörigen ist nur die Frage ob das anerkannt wird, dazu ist zwingend das Statusfeststellungsfahren durchzuführen, um hier Rechtssicherheit zu haben, es gibt aber diverse Fallstricke, da der Staat so etwas gerne unterbindet.

    Ich mache es auch nicht anders, habe aber noch eine (sowieso vorhandene) Kapitalgesellschaft dazwischen, das macht es einfacher.
     
  11. Ferdl

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    Daher meine frage nach dem primären Ziel.
    mit dem Konstrukt muss man sich klar sein das Verwaltungsaufwand entsteht, + regelmäßige Lohnkontenprüfung + erhöhte Aufmerksamkeit von seitens FA + evtl. Lohnsteuerprüfung, deren Befund auch eine reguläre Steuerprüfung nach sich ziehen kann.
    Fragt sich ob man das möchte und ob sich dass am ende des Tages noch rechnet.
    Bei der Art der Fragestellung möchte ich dem TE ganz dringend die Beratung durch einen Steuerberater empfehlen.
     
  12. #11 lingnoi, 24.01.2020
    Zuletzt bearbeitet: 24.01.2020
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    Meine Ehefrau muss sonst in die PKV, da keinerlei Vorversicherungszeiten in der GKV. Die PKV kostet mindestens 300 Euro im Monat.

    Als meine Angestellte betragen die Gesamtabgaben 160 Euro und ich habe noch eine Steuerersparnis bei V+V.

    Die Lohnsteuer muss jährlich überwiesen werden und beträgt bei dem Lohn ca. 450€. Ich glaube nicht, dass das FA da viel Interesse hat zu prüfen. Und selbst wenn das FA mich umfassend prüft, als Angestellter mit V+V ist letztendlich nicht viel bei mir zu prüfen.

    Das Statusfeststellungsverfahren habe ich vor ein paar Jahren bereits einmal gemacht. Das FA ist damals mit einem Fragebogen auf mich zugekommen und im Anschluss habe ich dann einen Bescheid erhalten.
     
  13. SaMaa

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    Ich vermute da kommt es bestimmt auch auf die Anzahl der Vermietungsobjekte an.
    Bei ein oder zwei Wohnungen wird es wahrscheinlich schwierig bzw. schwieriger zu belegen sein, warum man dafür 500€ im Monat an die Ehefrau zahlt.
     
  14. #13 lingnoi, 24.01.2020
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    Ich beabsichtige meine Wohnungen in Zukunft voll möbliert zu vermieten. Das bedeutet Mehraufwand, da häufigerer Mieterwechsel. Da ich Vollzeit als Angestellter arbeite kann/muss meine Frau einen Grossteil des Aufwands übernehmen. Auch ist eine der Wohnungen 200 km Fahrtstrecke entfernt.
     
  15. #14 taxpert, 24.01.2020
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    Schön, dass die abzuführende Lohnsteuer nur 450 € beträgt! Nur, dass die voraussichtlich anfallende Einkommensteuer auf diese Einkünfte etwa 1.500 € betragen wird, so dass es zu einer Nachzahlung von etwa 1.000 € kommen wird!

    Alles was du bei einem solchen Konstrukt steuerlich „gewinnst“ ist der WK-Pauschbetrag von 1.000 € für deine Frau!

    taxpert
     
  16. #15 immobiliensammler, 24.01.2020
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    Plus eine nicht unerhebliche Ersparnis dadurch, dass die Frau wieder in die gesetzliche Krankenversicherung kommt. Ich mache es ehrlich gesagt so ähnlich!
     
  17. #16 lingnoi, 24.01.2020
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    Vielen Dank an alle die geantwortet haben!

    Das zu versteuernde Familieneinkommen steigt um 5000 jedoch verringern sich die zu versteuernden Überschüsse von Vermietung bei 6500. Ich werde das ganze mal genau nachrechnen und vergleichen.

    Mir ging es in erster Linie darum ob so etwas machbar ist und ob andere es schon so machen. Dies ist zumindest bei einem der Fall!

    Grüße,

    L
     
  18. Ferdl

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    Nochmal, überlass das Rechnen einem der sich damit Auskennt.
    Das mit der GKV kann ein guter Grund sein, die Steuerersparnis steht jedoch in keinem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand, es sei denn Steuern sparen um jeden Preis.
    Wenn du genau liest, stellst du fest dass der Fall etwas anders gelagert ist, in diesem Bereich könne Kleinigkeiten eine große Rolle spielen.
     
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  19. #18 immobiliensammler, 24.01.2020
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    Ich habe mir das mit dem Statusfeststellungsverfahren halt gespart über den Umweg, dass meine Frau bei einer GmbH angestellt ist. Wenn er dieses Verfahren ohne Probleme durchführt sehe ich kein Problem. Und die Ersparnis an Gesamtkosten (nicht nur Steuer) ist wirklich interessant!
     
  20. #19 immobiliensammler, 24.01.2020
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    Warum, nach meiner Rechnung vermindert es sich doch um 1.000 Euro (Werbungskostenpauschale Arbeitnehmer)
     
  21. SaMaa

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    @lingnoi
    Um wieviele Wohnungen geht es denn bei Dir?
     
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