Räumung nach Paragraf 885a - und nun?

Dieses Thema im Forum "Räumungsklage" wurde erstellt von Phoenix85, 04.09.2016.

  1. #1 Phoenix85, 04.09.2016
    Phoenix85

    Phoenix85 Gast

    Hallo liebe Vermieter,

    nach 3 Jahren Prozess ist die Zwangsräumung durchgeführt worden.
    Nun habe ich allerdings ein weiterer Problem:
    Das Haus ist voll! Von A wie Abfall bis Z wie Zahnbürste ist alles im Haus. Meine ehemaligen Mieter sind kleine klassischen Messies sondern körperlich und geistig krank. Sie leben nun ohne ihren Hausstand in einer Bauruine. Mein Anwalt sagt, ich muss die Sachen die nach Ablauf der 4 Wochen Frist noch im Haus sind, durch den Gerichtsvollzieher verwerten lassen. Da ist aber nichts wertvolles. Die Leute haben nichts...Also zahle ich da vermutlich gleich doppelt drauf (Für die Beamten und es ist Zeit die mir flöten geht)

    Nun würde ich denen die ganzen Sachen am liebsten zu ihrer neuen Wohnung fahren, von mir aus zahle ich es auch - kostet mich nicht wirklich mehr als die reine Entrümpelung und ich muss es danach nicht entsorgen.
    Darf ich denen das einfach bringen? Müssen die mir da was unterschreiben? Gibt was Sinn? Habt ihr Alternativideen? Die Zeit rennt...ich würde natürlich gerne so schnell wie möglich renovieren und neu vermieten...

    Sie haben keine Freunde oder Angehörige, die Chance das sie es aus eigener Kraft schaffen ihre Sachen rauszuholen ist also gleich 0.

    Danke für eure Gedanken :)
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Diese Aussage (sofern sie denn so überhaupt vom Anwalt getätigt wurde), ist in zwei Punkten falsch: Erstens musst du die Sachen nicht verwerten (lassen). Dir steht es frei, die Dinge so lange einzulagern (wo auch immer), wie du lustig bist. "Bewegliche Sachen, an deren Aufbewahrung offensichtlich kein Interesse besteht" (§ 885a Abs. 3 ZPO) - umgangssprachlich: Müll - darfst du jederzeit wegwerfen. Zweitens beträgt die Frist, die hier gemeint sein dürfte nicht vier Wochen sondern einen Monat.


    Diese Einschätzung ist wahrscheinlich richtig.


    Klar. Sie müssen es dir aber nicht abnehmen. Das wilde Abladen könnten sie (oder z.B. ihr neuer Vermieter oder auf wessen Grund das Gerümpel dann auch zum liegen kommt) auch unterbinden, ggf. wäre hier sogar mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen eines Umweltdeliktes zu rechnen - wie strikt das verfolgt wird, kommt ein bisschen auf die Gemeinde an.


    Nein.


    Ich sehe in solchen Fällen zu, dass ich zunächst einige Forderungen titulieren lasse, quasi als Versicherung, falls das noch nicht im Räumungsstreit passiert ist. Der Inhalt der Mietsache sollte ja ohnehin schon sorgfältig dokumentiert sein (falls nicht: sofort nachholen), um Forderungen nach den im Kopfkissen eingenähten Goldbarren und dem Picasso über dem Sofa entkräften zu können. Möglicherweise werthaltige Dinge - man kann das ja nicht jedem Gegenstand sofort ansehen - lagere ich soweit möglich in eigenen Räumlichkeiten ein. Den Rest je nach Situation evtl. auch für kurze Zeit, danach fliegt er raus. Sollte der Mieter jemals noch Forderungen nach irgendwelchen Dingen stellen, was selten genug vorkommt, teile ich mit, dass die Dinge vernichtet sind. Kommen dann Forderungen nach Schadensersatz, kann ich ganz entspannt Aufrechnung mit meinen titulierten Forderungen erklären.

    Das funktioniert natürlich nur, soweit man überhaupt noch auf Forderungen sitzen geblieben ist. Bei einer Verfahrensdauer von 3 Jahren und mittellosen Mietern darf das aber als sicher gelten ...
     
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  4. #3 immobiliensammler, 04.09.2016
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Hallo Andres,

    das funktioniert aber m.E. nur, sofern man Dir beim vernichten keine vorsätzliche Handlung unterstellt, sonst geht der Plan nicht auf!
     
  5. GSR600

    GSR600
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    Wir haben bei Messie Räumungen das immer als normale Räumung laufen, der GV deklariert dann alles als Müll und es wird direkt im Container entsorgt. Da oft aufgrund von Ungeziefer keine Einlagerung erfolgen kann. Wenn der Mieter sich dann wegen des Goldbarren beschwert muss er sich mit dem GV auseinander setzen.
     
  6. #5 phoenix85, 05.09.2016
    phoenix85

    phoenix85 Gast

    Das mit dem Müll ist in diesem Fall so eine Sache, für die Leute ist jeder Eierkarton ein Schatz und ich kann mir sicher sein, dass sie auch jedes Stück Müll versuchen würden einzuklagen, wenn ich es entsorgen würde (nach 1Monat)

    Die GV war auch leicht überfordert und meinte, dann müsste sie ja quasi alles durchgehen und einzeln entscheiden was von Wert wäre und dann müsste ich ihr ja erst mal einen entsprechenden Vorschuss bezahlen und schließlich müsse man die Möbel und so weiter ja auch zu Geld machen.


    Danke für eure Meinungen...
     
  7. Andres

    Andres
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    Wie? Für mich sah das alles nach Müll aus ... :36:


    Wenn das wirklich zutreffend ist (und nicht nur indifferente Panik), dann war die Berliner Räumung von Anfang an ein Fehler. Wenn tatsächlich derartiger Ärger zu befürchten ist, hätte man klassich Räumen sollen. Das hätte zwar deutlich mehr gekostet, dich aber von den Risiken, vor denen du jetzt stehst, freigestellt.

    Der nächstbeste Weg ist nun, die Sachen einen Monat aufzubewahren und danach die Verwertung bei GV zu beantragen.
     
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