Räumungsklage während Eigentümerwechsel

Diskutiere Räumungsklage während Eigentümerwechsel im Räumungsklage Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo allerseits, ich interessiere mich gerade für ein Objekt (habe bisher nur kurz mit dem Makler telefoniert), wo Vermieterseitig eine Wohnung...

  1. #1 Melanie123, 19.02.2019
    Melanie123

    Melanie123 Erfahrener Benutzer

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    Hallo allerseits,

    ich interessiere mich gerade für ein Objekt (habe bisher nur kurz mit dem Makler telefoniert), wo Vermieterseitig eine Wohnung wegen Zahlungsverzug gekündigt wurde. Das wirft bei mir viele Fragen auf.

    Wer kann wann mit welcher Wirkung Räumungsklage einreichen? Der Käufer erst nach Grundbucheintrag? Oder doch schon vorher? Wie wäre der Ablauf, wenn der Verkäufer (so er dazu zu überzeugen wäre) vor dem Verkauf (vor/nach dem Notartermin) Räumungsklage einreicht und zwischenzeitlich die Grundbucheintragung erfolgt?
    Was würdet Ihr wissen wollen bzw. Euch zeigen lassen? Wie zugestellt, also ob beweissicher? Kündigungsschreiben auf Formfehler? Was würde Eure Kaufentscheidung da wie beeinflussen?
    In Faktor 11,5 ist sicher einiges eingepreisst (besagte Miete ist 230 €, was 8% der Gesamtmiete ist), aber meine Nerven sind mir auch einiges wert.

    Ich freue mich über alle Gedanken von Euch.

    Liebe Grüße, Melanie
     
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  3. Andres

    Andres
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    Mit Wirkung für sich selbst: Ja.


    Nicht gut. Der Käufer kann nicht in den Rechtsstreit des Verkäufers eintreten. Der Kündigung wird zwar "vererbt", (d.h. der Käufer kann die Rückgabe verlangen, obwohl der Verkäufer die Kündigung ausgesprochen hat), aber die Klage ist an die Person gebunden.

    Das sind die zwei Zustände, die ich aus dem Stand weiß.


    Aus dem eben geschriebenen folgt, dass der Käufer ein deutliches Interesse an einer wirksamen Kündigung hat. Die beweissichere Zustellung einer "guten" Kündigung und ggf. ihr vorausgegangene Abmahnungen wäre also das Minimum. Wenn ich mir so ein Problem schon an's Bein binde, würde ich eher die vollständige Korrespondenz der letzten X Jahre erwarten ...


    Der Preis. :)


    Meine Kalkulation wäre: Mietausfall für weitere 2 Monate (damit ich selbst einen Kündigungsgrund habe) und dann noch 24 Monate für die Verfahrensdauer durch zwei Instanzen, Kosten des Verfahrens, der Räumung, meines Anwalts, umfassende Renovierung der Wohnung. Das alles großzügig aufgerundet dem Kaufpreis zuschlagen. Das ist die objektive Sicht auf die Dinge.

    Wenn jetzt noch ein interessanter Preis steht: Überlegen, ob man auf den Stress Lust hat bzw. ob es einem der Rest des Objekts wert ist. Das ist eine subjektive Entscheidung rein nach Bauchgefühl.
     
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  4. Pitty

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    Wenn Du den Mieter mit der sehr günstiger Miete auch noch los werden kannst beim Erwerb ist das gut. Das geht aber erst nach der Grundbucheintragung.

    Manchmal kann der Anwalt günstiger sein, als ein Mieter, den man alle 3 Jahre eine Mieterhöhung schickt mit 15 Prozent mehr Miete. So kann man ganz schnell zur Ortsansässigen Miete vermieten.
     
  5. #4 Melanie123, 19.02.2019
    Melanie123

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    Danke @Andres, Dein Beitrag hat mir sehr geholfen, mich auf das Wesentliche zu fokussieren und ein Telefonat mit einem Freund (mein persönlicher Advocatus Diaboli), der meine Situation gut kennt und Deinen Beitrag gelesen hatte, hat mir noch einmal zu etwas mehr Klarheit verholfen.

    Der Preis ist tatsächlich sehr gut. Hinzu kommt etwas anderes. Statt in staatliche Rente habe ich in eine Lebensversicherung investiert, die frei geworden ist. Bedeutet, dass alle Kredite abbezahlt sind und ich dieses Objekt (270 T€ incl. NK) alleine von dem Geld bezahlen kann, das ansonsten auf meinem Tagesgeldkonto rumschimmelt. Keine Fremdfinanzierung zu brauchen spart auch Kosten und Aufwand. Das müssten wir dann von denen der Räumungsklage abziehen.:037sonst:
    Und nein, vergleichbare Objekte gibt es nicht.

    Ok, Butter bei die Fische: DG-Wohnung, 37qm, 180€ + 50€ NK. Darauf bin ich nicht angewiesen. Die erste Instanz ist für mich sicher. Die zweite habe ich bisher nicht gesehen. Wie könnte jemand, der offensichtlich nichts hat (Miethöhe) bei einem Urteil wegen Zahlungsverzug in die Berufung gehen? Ich kenne mich da praktisch nicht aus, würde aber vermuten, dass da kein Anspruch auf Prozeßkostenhilfe besteht. Wer müßte die Gerichtskosten im Falle einer Berufung vorschießen (würde es daran vielleicht schon scheitern)? Müßte die Berufung (Anwaltszwang bei LG) bereits ein Anwalt einlegen und welcher Anwalt würde das bei ungeklärter Honorarfrage machen? Ist die zweite Instanz in Deinen Augen mehr als nur eine theoretische Möglichkeit?

    Gerichtskosten (ich würde nur auf Räumung, nicht aber auf Zahlung klagen) in erster Instanz und Berliner Räumung sind weniger als 1000€. Meine bisher einzige Räumungsklage habe ich ohne Anwalt im schriftlichen Vorverfahren durch Versäumnisurteil durchgezogen. Da war die Klageschrift aber auch sorgfältig vorbereitet und absolut wasserdicht incl. eines Titels durch ein vereinfachtes Mahnverfahren über zwei ausstehende Monatsmieten. Ob Anwalt oder nicht, würde ich je nach Sachstand entscheiden, es würde aber nicht an den Kosten scheitern. Wie umfassend ich die Wohnung bei zu erzielenden 200-240€ renovieren würde? Einfacher Standard, gerne auch an Flüchtlinge (werden in der Stadt dezentral untergebracht, Vermietung an die Stadt könnte möglich sein), oder Studis, die eben selbst mit anfassen, wenn ich einen entsprechenden Ausgleich biete. Selbst bei Kosten von insgesamt 10.000€ würde sich das Objekt finanziell lohnen.

    Das scheint mir auf die Frage, wer macht wann sinnvollerweise was hinauszulaufen. Grobe Möglichkeiten:
    1. Verkäufer zieht die Räumungsklage durch
    2. Versuch einer Abfindung des Mieters
    3. Ich als Käufer ziehe die Räumungsklage durch

    2. Wäre klasse, falls es funktionieren würde. Liegt aber außerhalb meines Einflussbereiches, abgesehen davon, dass ich dafür 1000-2000€ zur Verfügung stellen würde
    Mit den Optionen 1+3 muss ich mich noch ein wenig mehr beschäftigen. Auch dazu werde ich noch Fragen haben. Aber momentan braucht mein Kopf eine Pause.
    Der Besichtigungstermin ist Donnerstag um 17:30 Uhr.

    Weiterhin danke für alles, was Euch so einfällt.
     
  6. #5 Melanie123, 19.02.2019
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    Dein Beitrag geht leider gar nicht auf meine Frage ein.
    Das Problem ist nicht, wie ich eine relativ normale Miete erhöhen kann, sondern wie ich von einem anscheinend nicht zahlenden Mieter überhaupt irgendeine Miete bekomme bzw. ihn schnellstmöglich loswerde. Letzteres auch als Signal für die anderen Mieter, damit die nicht auf die Idee kommen, dass Urlaub machen ja so viel schöner ist als Miete zu bezahlen.
     
  7. Andres

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    Dass du darauf nicht angewiesen bist bzw. dir über die Liquidität wenigstens Gedanken gemacht hast, habe ich angenommen. Trotzdem sind das wieder gut 5000 € weniger Rendite.


    Für die Berufung gibt es ebenfalls PKH. Sofern sich ein Rechtspfleger findet, der einer Berufung wenigstens eine gewisse Erfolgsaussicht einräumt, ist das alles machbar.


    Kein vernünftiger Mieter würde ohne ernsthafte Gründe ein solches Risiko eingehen. Aber genau das ist doch das Problem: Wie vernünftig ist jemand, der einfach die Miete nicht mehr zahlt?

    Bei einem wirklich destruktiven Mieter muss man damit schon ein wenig rechnen, obwohl es wahrscheinlicher ist, dass nach der ersten Instanz versucht wird, die Zwangsvollstreckung bestmöglich zu behindern. Unter normalen Umständen halte ich eine Berufung (also nicht nur die Drohung damit, sondern das tatsächliche Verfahren) für weniger wahrscheinlich als vom Blitz getroffen zu werden.


    Keine Garantie für nix, aber: Bei 37 m² sollte das in diesem Rahmen doch irgendwie machbar sein.
     
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  8. #7 Melanie123, 22.02.2019
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    Danke @Andres.
    Die Besichtigung war nicht mit dem eigentlichen Makler M1, sondern dem Partner (oder Erfüllungsgehilfen?) , der wohl auch das Objekt "aufgetan" hat, er also den Kontakt zum Eigentümer hat.
    Mein Eindruck von M2 war positiv, weil engagiert, authentisch und offen.
    Viele Fragen, die ich als Schreibtischtäter gerne vorab kläre, konnte er nicht beantworten, macht aber den Eindruck, dass er sich auch kompetent kümmern möchte.

    Preislich geht da was. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir uns auf Faktor 10,5 (oder drunter) einigen könnten. Kaufinteresse habe ich signalisiert.
    Eigentümer kommt Samstag aus dem Urlaub zurück.

    Bzgl. des nichtzahlenden Mieters scheint es bereits eine Räumungsklage zu geben. Auch mit der Kündigung sei wohl ein Anwalt schon beauftragt gewesen.
    Der Eigentümer selbst mache wohl viel über H&G, auch die Mietverträge würden daher stammen.

    Aber: die Mietvertrage seien wohl nicht alle unterschrieben gewesen. Dies könne der Vermieter aber ja nachholen.
    Mir scheint es nicht auszureichen, einfach mal die Mieter um ene nachträgliche Unterschrift zu bitten, sofern die ihrerseits einen Mietvertrag haben, dessen Inhalt und Beweissicherheit ich nicht kenne. Was wäre eine gute Möglichkeit, dies zu handhaben?
    Spontan käme mir so etwas wie ein Aufhebungsvertrag iVm. einem neuen Mietvertrag in den Kopf. Die Deutschkenntnisse der Mieter kann ich nicht beurteilen.
    Was macht da Sinn?

    Mir gehen weitere Fragen bzgl. der Abwicklung durch den Kopf. Insb., ob es überhaupt Sinn macht, einen Bausachverständigen hinzuzuziehen.
    Ich habe zwar Mängel gesehen, aber der Keller war trocken. Das Haus hat Holzvertäfelungen, hinter denen man Böses vermuten könnte. Würde das ein Sachverständiger überhaupt finden können? Vielleicht mache ich dazu aber besser einen anderen Thread auf.

    Liebe Grüße, Melanie
     
  9. #8 Melanie123, 22.02.2019
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    Ja, die Liquidatät ist jederzeit vorhanden.
    Und nein, es sind in meinen Augen nicht 5000 € weniger Rendite.Eher 5000 € Kosten. Die Rendite meiner auf Tagesgeldkonto gebuchten 270 T€ möchte ich nicht ausrechnen, weil das zu frustrierend ist. Dem gegenüber stehen halt 20 T€ jährliche Einnahmen ab jetzt.
     
  10. Andres

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    Da sehe ich kein wirkliches Problem. Wenn die Mieter später einen Vertrag unterschreiben, geht das auch gut als Änderung des bisherigen Vertrags durch. Das löst evtl. eine neue Frist für die Kappungsgrenze aus (die vorherige Miethöhe ist schwer zu beweisen - es könnte eine Änderung sein), aber grundsätzlich halte ich diese Vorgehensweise für eine gute Idee.

    Ein Problem entsteht eher dann, wenn einzelne Mieter den Vertrag nicht unterschreiben wollen. Außerdem frage ich mich, was noch alles im Argen liegt, wenn der Vermieter nicht einmal das grundlegendste Dokument vorliegen hat. Vielleicht bin ich da aber auch zu paranoid ...


    Allgemein: Ja, wenn man nicht selbst "vom Fach" ist.


    Das ist ein allgemeines Problem solcher Begutachtungen: Auch oberflächlich kann man einiges entdecken bzw. mit Erfahrung zuordnen (die notorisch undichten Flachdächer aus den 60ern, ...), aber solange man nicht tatsächlich nachschaut, hat man keine Gewissheit. Der Verkäufer findet es auch nicht so lustig, wenn jede Woche ein anderer SV eines anderen Interessenten kommt und Löcher bohrt, Tapeten schneidet, Fliesen ausbaut, ... . Die Zukunft lässt sich ohnehin nicht vorhersagen.

    Ich würde es trotzdem mit dem SV versuchen bzw. habe es meistens so gemacht. Ist einfach zu viel Geld, um es ohne zweite Meinung in die Hand zu nehmen.
     
  11. #10 Melanie123, 23.02.2019
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    :005sonst:
    Meine Paranoia als Schreibtischtäter betrifft ja mehr die Finanzsituation und den NKM (Nettokaltmiete)-Faktor. Ziemlich unglaublich, was ich da schon erlebt habe.
    Bei einer Außenbesichtigung traf ich zufällig einen Mieter der DG-Wohnung. Neben undichtem Dach, Schimmel und unkompetenten polnischen Handwerkern/"Schwarzarbeit" erklärte er mir, wie der völlig überzogene Preis in dieser Gegend >9€ Warmmiete zustande kommt. Sein Vermieter arbeite im Job-Center und hätte ihn darauf hingewiesen, dass er als Umschüler (Gärtner mit div. Rückenschäden) ja Bafög bekommt und den Mietvertrag wohl entsprechend angepasst. NK-Abrechnung hätte es noch nicht gegeben. In genau dieses Raster passen mehrere Immos in dieser Stadt, an denen ich Interesse hatte. Zusatzvereinbarung in MV, die ziemlich unwirksam sein durften (Keine Ansprüche aus NK-Abrechnung, gleichzeitig darf VM die NK-Vorauszahlung erhöhen) oder aus der Bruttokaltmiete einige Kosten abgezogen (Höhe der Heizkosten glaube ich nicht, Wasser u.a. fehlte völlig), um daraus eine NKM zu konstruieren. Bei den KdU findet sich nur das wunderbare Wort "angemessen". Politisch gab es Diskussionen, weil ein Ratsherr an die Stadt vermietet hat, ohne den MV andererseits wie vorgesehen genehmigen zu lassen, was ein "Geschmäckle" übrig gelassen hat. Mit der letzten Kommunalwahl gab aber es einen politischen Wechsel, der sich sehr positiv auswirkt. Ich mache es nicht an der Partei (von CDU zu SPD), sondern in der Person des neuen OB fest. Ein neuer Besen, der auch schon einiges sehr gut aufgeräumt hat. Makroperspektive sehr ok. Ich fokusiere meine Suche auch auf diese Stadt.

    Das Gegenteil habe ich in einer anderen Stadt erlebt, wo behördenmäßig echt gar nichts funktioniert. Scheinbar stellt die Stadt Infos wie z.b. den zuständigen Gerichtsvollzieher zur Verfügung. Faktisch telefonierte ich aber erst dem falschen, dann aber dem richtigen zu den falschen Zeiten hinterher. Irgendwann also Anruf beim Amtsgericht: Nee, der sei nicht in Urlaub oder krankgemeldet. Ach, dass auf der Homepage völlig falsche Infos stehen, sei bekannt, darauf seien sie schon mehrfach hingewiesen worden. Jeder Brief des Amtsgerichtes ging mit einer Woche Verzögerung raus. Das Einwohnermeldeamt erteilt keine Auskünfte, weil überarbeitet. Was ich da angesichts einer Räumung(-sklage) erlebt habe, ist ein absolutes KO-Kriterium für diese Stadt. Da habe ich richtig viel Lehrgeld bezahlt.

    Ob einzelne Mieter den neuen Vertrag nicht unterschreiben wollen, ist weniger Gegenstand meiner Paranoia. Vermutlich würden sie es tun, wenn gleichzeitig 100€ in Cash auf dem Tisch lägen, was der mutmaßlichen Problemlösung des Eigentümers entsprechen könnte. Das könnte einfach nur das Problem des Verkäufers sein. Meine Paranoia geht da aus einer aktuellen Situation heraus mehr in eine andere Richtung: was wenn Verkäufer mir einen prima ausgefüllten Mietvertrag vorlegt, ich mich irgendwann auf etwas, wie z.B. eine ausgefüllte (vermeintlich wirksame) Kleinreperaturklausel berufe, ich aber vor Gericht feststellen muss, dass diese nach Unterschrift vom Vermieter ergänzt wurde (oder das glaubhaft gemacht wird). Die unwirksame, weil unausgefüllte Kleinreperaturklausel habe ich gerade bei einem dumm-dreisten Problemmieter, Echt schade, aber da weiss ich wenigstens, was Sache ist und renne nicht ins offene Messer.

    Da wird einiges im Argen liegen. Es macht andererseits aber auch die Geschichte glaubwürdiger, warum er nach nur 5 Jahren (hätte billiger eingekauft) trotz Hinweis auf Spekulationssteuer wieder verkaufen möchte. Zuerst habe er eine Hausverwaltung gehabt, sich dann aber entschieden (weil inzwischen Rentner), es selbst zu machen. [Grundkosten der HV dürften mind. 10% der NKM sein. Unterm Strich mit allen Zusatzleistungen und Kollateralschäden, d.h. eigenes Interesse, nicht aber Wirtschaftlichkeit des Vermieters beachtend eher 20%-30%, rechnet sich also nicht besonders gut.]

    Alleine scheint er es aber auch nicht hinzukriegen. Das Haus ist völlig verdreckt, Treppenhaus seit Monaten nicht geputzt, die Spinnweben überall weisen eher auf Jahre hin, der einzig abschließbare Briefkasten ist der des zu räumenden Mieters etc.. H&G (worüber er wohl einiges gemacht bzw. sich evt. darauf verlassen hat) bietet da eine scheinbare Sicherheit. Ich wollte in dieser Stadt mal einen Termin für eine Rechtsberatung haben und hätte ihn 6 Wochen später bekommen. Also H&G Nachbarstadt, wo mir so viel geballte Inkompetenz entgegen kam, dass ich 50 € auf den Tisch legte und einen schönen Tag wünschte.

    Er hat dann wohl einen RA mit Kündigung und Räumungsklage beauftragt. Absolut möglich, dass ihm dadurch klar geworden ist, dass die Vermieterei wohl doch nicht ganz so einfach und ohne zusätzliche Kosten (ich vermute auch Steuerberater) abläuft. Das mindert natürlich die Rendite. Makler sagt, dass auf dem Haus eine Hypothek ist, nicht aber in welcher Höhe.

    Mein Eindruck ist, dass der ET gänzlich überfordert ist. Aktuell Urlaub in Marokko, könnte gut sein, dass er (ursprünglich) daher kommt; da ist man dann mit deutscher Bürokratie ziemlich überfordert. Ich sehe da schon einiges an Arbeit (und Zeit, Geld, Lehrgeld, Nerven) auf mich zukommen. Nur: ich bin inzwischen so weit, dass ich einiges selbst kann und den Rest intellektuell durchaus imstande zu lernen bin bzw. es wegen eines anderen Objektes (abzuschaltender Nerv-Faktor ist Kalorimeta) ohnehin möchte.

    Ich überlege (wollte ich zuerst und habe es dem Makler ggü. angekündigt), mich erst einmal an die Arbeit zu machen, ein Word-Dokument mit den ganz vielen Fragen aufzusetzen, das der Makler dann mit dem ET durchgehen kann. Kalkulation: 4 Seiten, 4+ Stunden zur Erstellung. Vermutlich mit dem Ergebnis, dass die meisten Fragen ohnehin nicht beantwortet werden können. Kollateralschaden könnte sein, dass ich damit den Fokus darauf richte, wie man dieses Objekt deutlich besser/höher verkaufen könnte. Dreck und Verwahrlosung (was unbedarfte Käufer sicher abschreckt), ist ja für mich im Gegensatz zu feuchten Kellern, Wänden, Bausubstanz, Schimmel usw. nicht das riesengroße Problem.

    Also auch, ob ich lieber noch zur Verwirrung (bzw. sokratische Aufklärung dessen , was er nicht weiss, nicht hat, noch nie gehört hat…) des Verkäufers beitrage, um den KP zu drücken oder es lieber für ihn und den aktuell betreuenden Makler einfach und unkompliziert gestalte bzw. welche Mischung da vermutlich Sinn macht.

    Welche Standardformulierung nimmst Du in Notarverträge auf, was vorhandenem, fahrlässigem (in allen Abstufungen) Unwissen, aber auch vor allem arglistiger Täuschung bzgl. Mietrückstände, Mietstreitigkeiten, offenen Prozessen, geplanten Straßenbaubeiträgen etc. gerecht wird? Das müsste ich dann anpassen, ggf. ein Dokument auf Basis des jetzt zu erstellenden Frage-Antwort-Dokumentes als Bestandteil des Notarvertrages hinzufügen. Funktioniert das so oder sollte ich zusätzlich auf etwas achten? (ja, ich weiss, dass es auch da keine völlige Rechtssicherheit gibt, insb. wenn der ET nach Marokko zurückgeht. Insgesamt werden viele Unsicherheiten bleiben, ist bei dem Objekt zu dem Faktor halt unternehmerisches Risiko.) Anwälten und Notaren vertraue ich inzwischen genauso weit, wie ich sie werfen kann (und das war richtig viel Lehrgeld).

    Liebe Grüße (und denk' dran: eine Paranoia zu haben bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie nicht hinter Dir her wären :112:)
    Melanie
     
  12. Andres

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    Gar nichts. Ich habe mir bisher meist Buchungsunterlagen über Mieteingänge vorlegen lassen, aus denen Zahlungsausfälle zu erkennen gewesen wären bzw. auch waren. Wenn der Vermieter den Mieter verklagt und gewonnen hat, ist mir das egal. Anhängige Verfahren frage ich zusammen mit der aktuellen Vermietungssituation ab. Auch das geht nicht in den notariellen Kaufvertrag ein. Wenn mich der Verkäufer hier anschwindelt, ist es eben arglistige Täuschung mit allen Folgen - das ist es aber auch ohne den Notar.

    In BW gibt es keine Straßen-, Kanal- o.ä. Beiträge, also auch kein Problem.


    Ich sehe keinen Grund, weshalb das beurkundet werden müsste. Dem üblichen Hinweis im Vertrag auf die Besichtigung des Kaufgegenstands liegen ja auch notariell nicht beurkundete Tatsachen zugrunde.

    Die entscheidenden Punkte musst du vor dem Vertragsschluss abklären. Sobald der Vertrag geschlossen (und vor allem vollzogen!) ist, ist bei Problemen meist nur noch Schadensbegrenzung möglich. Der Rücktritt ist eine eher theoretische Möglichkeit und vielen Verkäufern fehlt ganz einfach die Möglichkeit, bei wesentlichen Mängeln die Mittel für eine Minderung aufzubringen.

    In der Umkehrung heißt das: Wenn der Verkäufer sich weigert, geeignete Informationen zur Verfügung zu stellen, darf man den Vertrag nicht schließen. Keine mögliche Gestaltung des Kaufvertrags kann das umgehen.
     
    Melanie123 und sara gefällt das.
  13. #12 Melanie123, 06.03.2019
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    Danke @Andres, ich habe zwischenzeitlich viel nachgedacht und auch den Reset-Knopf gedrückt.

    Eines meiner großen Probleme, nicht nur in Bezug auf Immos, ist immer, wie beweise ich im Zweifelsfall etwas. Leider habe ich auch keine Freunde in der Nähe, die so mal eben schnell...

    In Bezug auf diese Immo bin ich zwar nicht zurück gerudert, aber eben auch nicht mehr hinter weiteren Infos hergerannt. Kam dann auch nichts mehr. Und ja: ich habe mich mehr und mehr gefragt, was denn da alles im Argen liegt. Unproffessioneller Eigentümer, aber auch unprofessioneller Makler. Der eigentliche Makler ist nicht vor Ort, macht es auch nur nebenbei, der Ansprechpartner, der das Objekt "aufgetan" hat und die Besichtigungen durchführt, macht es nach Feierabend und ohne dass sein Arbeitgeber davon weiss. Da habe ich halt nicht genügend Erfahrungen (die Makler auch nicht) und irgendwie kommen da für mich inzwischen so viele Unsicherheiten/fehlende Informationen zusammen, dass mein Bauchgefühl nicht mehr so ganz will.

    Ansonsten habe ich völlig neu recherchiert und bin dabei, mich neu aufzustellen. Das für mich charmante war ja, dass ich sie Cash hätte bezahlen können.
    Also weniger die Investition in eine Immo gesehen habe (wegen Immoblase) als das vorhandene Kapital, das ich gerne unterbringen würde.
    Da habe ich zu meiner Überraschung ein gutes Objekt gesehen (leider schon vergeben), das zum dreifachen KP einen Ist-Faktor von 10,2 hat. Ja, da investiere ich gerne, hatte nur nicht im Plan, dass es so was noch gibt.

    In Sachen Finanzierung unter der lohnenswerten Bankgrenze und/oder Unvorhergesehenes habe ich ein Sicherheitsnetz von einem Freund bekommen, der sein Festgeld so angelegt hat, dass alle 2 Monate etwas frei wird, zudem selbst noch ein paar Aktien. Ich suche also weiter, mit etwas anderen Mittel.

    Ich danke Dir herzlich für alle kritischen Anmerkungen (gerne auch mehr davon), die mir eine wirklich gute Grundlage geboten haben, vieles zu lernen und etliches zu hinterfragen.

    Liebe Grüße,
    Melanie
     
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