Rechtliche Grundlage für Mitteilung der neuen Adresse?

Diskutiere Rechtliche Grundlage für Mitteilung der neuen Adresse? im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Moin moin Männlein und Weiblein, hab hier mal wieder einen neunmalklugen Mieter. Da ich aber nur achtmalklug bin, muss ich hier um Rat fragen....

  1. #1 Zeppelin, 05.04.2011
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    Moin moin Männlein und Weiblein,

    hab hier mal wieder einen neunmalklugen Mieter. Da ich aber nur achtmalklug bin, muss ich hier um Rat fragen.

    Also der Gute möchte uns bei Auszug partout nicht seine neue Adresse mitteilen, und seine Nebenkostenabrechnung für das letzte und dieses Jahr persönlich hier abholen.

    Geht's noch?! Und wenn er ne Nachzahlung hat so wie die letzten Jahre auch und einfach nicht kommt?

    Ich weiß, dass es genügend Möglichkeiten zur Adressfindung gibt, hab hier die SUche bemüht und auch ausgiebig gegoogelt.

    Wozu ich allerdings nichts finden konnte, ist die rechtliche Grundlage. Klar sagt einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand, dass der Vermieter die Adresse benötigt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass wenn wir ihm das BGB $xy Absatz 123 hinhalten, er dann gefügig wird, weil er ein ziemlicher Ordnungsfanatiker ist.

    Wie sieht's aus? Hat jemand da ne Ahnung?
     
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  3. #2 Gruwo-NDS, 05.04.2011
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    Grundsätzlich muss der Mieter die neue Anschrift nicht bekannt geben. Allerdings sollten Sie ihm schon klar machen, welche Konsequenzen diese Weigerung nach sich ziehen kann. Denn die Kosten die Sie für die Ermittlung der neuen Adresse aufwenden müssen, können Sie vom Mieter zurück fordern. Und außerdem kann die Weigerung auch die Rückzahlung der Kaution erschweren oder verhindern...
     
  4. #3 Zeppelin, 05.04.2011
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    Hmm,

    also der Mieter ist da rechtlich tatsächlich nicht zu verpflichtet?

    Zumal ich die Adresse zur Zustellung der NK-Abrechnung für das letzte Jahr UND dieses Jahr anteilig benötige.

    Gut, dann teilen wir ihm das mal so mit mit den Kosten. Wenn er sich allerdings nicht ummeldet, können wir ja auch lange suchen.
     
  5. #4 pragmatiker, 05.04.2011
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    wäre diese antwort richtig, so müsste der mieter auch keine ermittlungskosten tragen.

    richtig ist, dass ein mieter aus vertraglicher nebenpflicht des mietvertrages zur mitteilung der neuen adresse verpflichtet ist.
     
  6. #5 lostcontrol, 05.04.2011
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    seh ich wie pragmatiker: wäre mir auch neu, dass er das nicht müsste.
    wäre dem so, dann
    a) würde man in solchen fällen nicht die entsprechende auskunft vom einwohnermeldeamt erhalten können und
    b) wäre die betriebskostenverordnung im kern lächerlich, weil uneinhaltbar.
    sprich: nebenpflicht aus dem mietvertrag, wie pragmatiker sagte.

    aber mal noch 'ne rückfrage:

    warum bitte habt ihr denn die betriebskostenvorauszahlung nicht entsprechend angepasst? mir stellt sich da immer alles auf, wenn vermieter sowas erzählen. ist doch mit das einfachste in mietverhältnissen, die vorauszahlung nach oben anzupassen, warum tut ihr das nicht, wenn ihr eh schon angst habt dass die mieter die nachzahlung nicht bezahlen?
     
  7. #6 Zeppelin, 06.04.2011
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    Jetzt beruhig dich mal wieder, natürlich passen wir die Vorauszahlungen an, das ist allerdings auch der Grund für seine Mietschulden, weil er die Anpassung nach der letzten Abrechnung nicht einsieht und die alten Vorauszahlungen weiterhin bezahlt.

    Da er zusätzlich noch die Miete kürzt, mussten wir klagen, bla bla, Urteil zu unseren Gunsten und jetzt will er sich natürlich klammheimlich aus dem Staub machen.

    Und im Übrigen waren mit "den letzten Jahren" die letzten zwei Jahre gemeint, hat zum Glück nicht lange bei uns gewohnt. Ein unangenehmer Bursche ... Aber das konnte man so aus meinem Post natürlich nicht erkennen, kann deine Reaktion natürlich nachvollziehen.
     
  8. #7 Gruwo-NDS, 06.04.2011
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    Zwar hat ein Vermieter aufgrund der Abwicklung des Mietverhältnisses und auch der damit verbundenen Abrechnungen ein berechtiges Interesse daran, die neue Adresse seines Ex-Mieters zu erfahren. Und eine Weigerung eines Ex-Mieters die neue Anschrift bekannt zu geben stellt nach Auffassung der Gerichte einen Verstoss gegen § 242 BGB - Leistung nach Treu und Glauben dar. Ob daraus allerdings eine generelle Verpflichtung eines ausziehenden Mieters zur Bekanntgabe der neuen Anschrift hergeleitet werden kann, darüber streiten sich momentan noch die Gelehrten. Und zum Thema 'Postfach' möchte ich mich hier jetzt nicht weiter äussern.

    Allerdings sollte dem ausziehenden Mieter, der die Bekanntgabe seiner neuen Anschrift verweigert, klar gemacht werden, dass diese Weigerung auch Konsequenzen nach sich ziehen kann. So haben die Gerichte entschieden, dass der Vermieter die Kosten, die ihm durch die Ermittlung der neuen Anschrift entstehen, gegen den Mieter geltend machen kann. Darüber hinaus verliert der Mieter auch unter Umständen sein Recht auf Einrede der Verwirkung von Abrechnungen, sofern die verspätete Zustellung darauf zurück zu führen ist, dass dem Vermieter die neue Anschrift nicht bekannt war.
     
  9. #8 Zeppelin, 07.04.2011
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    Hallo Gruwo. Danke für die ausführliche Antwort. Das kann ich gut in einem Schreiben verpacken, Telefonnummer gibt er uns nämlich auch nicht ..
     
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