Rechtmäßigkeit der Abrechnng über ISTA und Co.

Diskutiere Rechtmäßigkeit der Abrechnng über ISTA und Co. im Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo zusammen, ich habe einen neuen Mieter, der eine hohe Heizkostennachzahlung hat. Mehr als jemals irgendjemand in dieser Wohnung verbraucht...

  1. #1 Ich-bin-es, 15.08.2018
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    Hallo zusammen,

    ich habe einen neuen Mieter, der eine hohe Heizkostennachzahlung hat. Mehr als jemals irgendjemand in dieser Wohnung verbraucht hat (zumindest in der Zeitrechnung, die ich kenne)und auch mehr als doppelt soviel wie baugleiche Wohungen darüber und darunter. Die kriegen alle was zurück.

    Er bezweifelt gar nicht mal die Abrechnung an sich, sondern stellt diese Art der Abrechnung infrage. Die Ista hat kurz vor seinem Einzug die Zähler gewechselt. Er meint das müsse vor seine Augen passieren. Also letztlich bezweifelt er du Rechtmässigkeit dieses Verfahrens der Messdienstler. Gibt es da irgendwelche Akkreditierungen? Wer ist Nachweispflichtig, dass es sich um ein gültiges, rechtskräftiges Verfahren handelt?

    Gruß
    Karin
     
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  3. Andres

    Andres
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    Der Mieter kann diese Rechtsauffassung gerne begründen. Er hat sie jedenfalls exklusiv. Praktische Fragen (z.B. zur Durchführbarkeit eines solchen "Rechts" bevor der zukünfitge Mieter in irgendeiner Rechtsbeziehung zu dir steht) stellt man lieber auch nicht ...


    Zumindest dieser Punkt ist nicht ganz unbegründet: Wenn nach Austausch der Verbrauchserfassung die Ablesewerte plötzlich explosiv steigen, liegt die Vermutung, dass hier etwas nicht stimmen könnte, doch ziemlich nahe. So absurd die Beschwerde des Mieters auch begründet sein mag, würde ich sie genau deshalb trotzdem zum Anlass für eine sorgfältige Prüfung nehmen.

    Mit welcher Art von Geräten wird der Verbrauch in der Wohnung erfasst? Hat sich das bei diesem Austausch geändert?


    Ja, § 5 Abs. 1 HeizkostenV. Satz 2 und 3 bezieht sich auf Heizkostenverteiler, für andere Messgeräte gelten die noch restriktiveren Bestimmungen des Mess- und Eichgesetzes, dort Abschnitt 3, §§ 31 ff.


    Mit Unterlagen über die Zulassung der diversen technischen Einrichtungen kann dich die ista versorgen. Die Nachweispflicht, dass bei der Abrechnung alles mit rechten Dingen zuging, trifft den Vermieter. Solange der Mieter keine konkreten Zweifel anmeldet, an welchem Punkt der Verbrauchserfassung etwas nicht stimmt, genügt für den Vermieter sehr oft ein eher dünner Anscheinsbeweis - nämlich dass er sich eben an die üblichen Verfahren gehalten hat.
     
  4. #3 immodream, 15.08.2018
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    Hallo Ich- bin- es,
    vor vielen Jahren ist mein ältester Sohn in eine kleine Wohnung in meinem 6 Familien Haus eingezogen, welches auch von der berühmt berüchtigten Ista betreut wird.
    Die Heizkosten für diese Wohnung betrugen wie in den anderen Wohnungen immer ca. 500 € ( +/- 50 €)
    Und mein lieber Herr Sohn produzierte Heizkosten für fast 1000 € .
    Gab natürlich Zeter und Mordio. Ich hab dann Ista angeschrieben , die haben sich aber rausgeredet.
    Meine anderen Söhne haben aber immer gelacht, wenn ich sie auf das Heizverhalten ihres Bruders angesprochen habe .
    Und siehe da.
    In den nächsten Jahren sanken die Heizkosten auf 450 € .
    Es geht doch .
    Ich habe jetzt in dem Objekt einen dürren klapprigen immer frierenden Rentner in einer Erdgeschosswohnung wohnen.
    Hat so locker 25 Grad Raumtemperatur in allen Wohnräumen .
    Ich habe keinen Schimmel mehr in der Wohnung und er es schön warm .
    Heizkosten ca. 800 € / Jahr.
    Ich werde berichten, wie meine Nachzahlung aufgenommen wird.
    Grüße
    immodream
     
  5. #4 Ich-bin-es, 15.08.2018
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    Hallo Andres,

    du meinst, ich solle genauer hinschauen, wenn nach Austausch der Zähler der Verbrauch drastisch steigt. Also in den anderen Wohnungen ist das nicht der Fall. Was natürlich nichts beweist. Aber wie stelle ich das an? Die Ista gibt mir ein Protokell, dass sie am xxx die Zähler yyy gewechselt haben. Was kann ich da tun?

    Gruß
    Karin
     
  6. Andres

    Andres
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    Ich hatte das eigentlich eher so verstanden, als seien die Zähler nur in dieser Wohnung getauscht worden. Wenn die Zähler im ganzen Haus getauscht wurden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Mieter die Ursache ist, natürlich deutlich an.


    Bei Heizkostenverteilern könnte man z.B. kontrollieren, ob die Bewertungsfaktoren angepasst wurden, ob die einzelnen Zähler der richtigen Wohnung zugeordnet sind, ... .
     
  7. #6 Ich-bin-es, 16.08.2018
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    Oh ja, wurden im ganzen Haus getauscht. Die anderen bekommen fast alle eine Rückzahlung.

    Die Sache mit den Bewertungsfaktoren schaue ich mir an. Danke für den Tip.
     
  8. #7 Newbie15, 16.08.2018
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    Es wäre bei weitem nicht das erste Mal, bei dem ein geiser Abrechnungsdienstleister falsche Zähler einbaut, Bewertungsfaktoren falsch sind, die Zähler falsch montiert... Das wird ja oft auch über Sub-Firmen gemacht und wenn die in die besagte Wohnung nur den Leerling im ersten Jahr schicken und das Kontrollieren vergessen, kommen die abenteuerlichsten Abrechnungen raus. Ich hatte auch gedacht, man könnte sich darauf verlassen, dass sie ihr Handwerk verstehen, aber es passieren überall mal Fehler.

    Aber es kann natürlich auch einfach am Mieter liegen.
     
  9. #8 SingleBells, 16.08.2018
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    Wenn ein Mieter mit einem Heizkörper 100 m² beheizt, kann es dann zu enorm hohen Kosten kommen?
     
  10. #9 Ich-bin-es, 16.08.2018
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    Die Zahl und Größe der Heizkörper sind normal. Die Mieter davor hatten immer deutlich niedrigere Heizkostennachzahlung, ebenso die Miete darunter und darüber. Also an der Angemessenheit der Heizkörper liegt es nicht.

    Wie kann ich prüfen, ob da die richtigen Zähler drin sind und richtig montiert?
     
  11. dots

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    Vielleicht sollte man das ganze in zwei Schritte gliedern.
    1. Welche Menge wurde verbraucht, was hat die Menge gekostet?
    3. War die Vorauszahlung zu niedrig / zu hoch / angemessen?

    Wenn das Heizöl oder das Gas (allgemeiner: der Energieträger) teurer geworden ist (in Bezug auf das Vorjahr, sind ggf. trotz sparsamerem Verbrauch höhere Kosten entstanden.
    Daher erst mal gucken, wie hoch die Kosten (also alles mit einem Eurozeichen dahinter, Liter oder Wattstunden oder Verbrauchseinheiten oder so interessieren in diesem Schritt nicht) waren.
    Gleiches gilt für alle anderen Kostenarten, die in die Heizkostenabrechnung einfließen: Wartung, Schorni, etc.
    Das wäre das erste, was ich prüfen würde. Auch wenn alle anderen eine Rückzahlung bekommen. Vielleicht haben die einfach nur zu viel vorausgezahlt - siehe Schritt 2.

    Wenn ich monatlich 3000,-€ an Betriebskosten vorauszahle, bekomme ich zwölftausend Euro mehr zurück als derjenige, der bei gleichem/-n Verbrauch(-skosten) nur 2000,-€ mtl. vorausgezahlt hat.
    Das sagt aber gar nichts über den realen Verbrauch aus, der kann bei beiden jenseits von gut und böse sein und sich im Vergleich zum Vorjahr bei beiden verdoppelt haben.
     
  12. #11 Fremdling, 16.08.2018
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    Hallo ibs,
    darf ich das so verstehen, dass sich die Heizkosten verdoppelten?

    Vielleicht beschaffst Du Dir mal die kostenfreie „Technische Dokumentation“ Eurer Anlage von ista, wo Du die Korrektheit der Geräte (sind gar funkende und programmierbare HKV?) schon mal grob auf Plausibilität (HK-Art, Dimensionen, etc.) prüfen kannst.

    Viel Erfolg!
     
  13. RMHV

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    Ich würde mir weniger Gedanken über "richtig" machen, sondern über "gleich". Die erforderlichen Informationen sollten an den Zählern ablesbar sein.
    Falls überall gleiche Zäher verbaut sind, bleibt nur Ausbau und Prüfung des "verdächtigen" Zählers.

    Doppelte Heizkosten von einem zum anderen Mieter sind allerdings nicht so selten, dass man deswegen unbedingt aktiv werden müsste.
     
  14. #13 immodream, 16.08.2018
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    Hallo,
    ich verweise nach einmal auf Beitrag 3.
    Da habe ich beschrieben, das mein eigener Sohn es bei Erstbezug geschafft hat, die Heizkosten zu verdoppeln.
    Und nachdem wir ihn dann Alle über das richtige Heizen aufgeklärt haben, sind die Heizkosten in den nächsten Jahren halbiert worden.
    Ich hatte in diesem Haus auch mal einen Mieter, der hat es geschafft, in der kleinsten Wohnung mit 140 mm Außendämmung, Lage über dem Heizungskeller , die Heizkosten auf 900 € hoch zutreiben.
    Der Durchschnitt bei unterschiedlichen Mietparteien für diese Wohnung liegt bei unter 500 €.
    Es ist also garnicht außergewöhnlich, wenn es Mietparteien gibt, die die doppelten Heizkosten als andere Mietparteien oder Vormieter in dieser Wohnung , produzieren.
    Grüße
    Immodream

    PS: In einer Wohnung mit ca. 50 m² und eigener Gasetagenheizung sind plötzlich 500 € Gaskosten nachzuzahlen.
    Die Mieterin will die Wohnung kündigen, weil die Heizkosten so hoch sind.
    Was war passiert ?
    Bei der Anmeldung der Mieterin beim Gasversorger hat man vergessen, die Vorauszahlung von 10 €/Monat für eine leerstehende
    Wohnung an eine vermietete Wohnung anzupassen ( ca. 50 € / Monat ).
    Und die fehlenden 40 €/ Monat mußte die Mieterin jetzt nachzahlen
    Ich durfte natürlich wieder hinfahren, die Gasrechnung überprüfen und der Mieterin das alles genau erklären und vorrechnen.
     
  15. #14 SingleBells, 16.08.2018
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    Das meinte ich nicht. Es gibt Mieter, die meinen, sparen zu können, wenn sie alle bis auf einen Heizkörper ausstellen. Und mit diesem einen Heizkörper über 100 m² heizen.
     
  16. #15 Ich-bin-es, 17.08.2018
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    Danke für eure Antworten.

    Hab zwischenzeitlich sehr viele Aspekte geklärt.

    Ich habe geprüft, sind die richtigen Zähler bei dem Austausch reingekommen und sind sie richtig bewertet und zugeordnet. Die neuen Zähler sind im Juni reingekommen. Sie haben im Sommer beim Vormieter nichts oder kaum was erfasst, dann gab es eine Leerstandszeit, da auch kein Verbrauch und mit dem Monat der Schlüsselübergabe Januar 2018 an die neuen Mieter stieg der Verbrauch drastisch. Die Thermostate scheinen also auch zu funktionieren. Zumindest konnte ich sie beim Leerstand abdrehen.

    Die Mieter sagen, sie hätten überhaupt nicht geheizt, da sie erst Ende März eingezogen seien. Mietvertrag ab 1.12018. Mit der Übergabe beginnen die Zähler aber Verbrauch zu erfassen. Sieht fasst so aus, als hätten sie die Heizungen laufen lassen und gar nicht drauf geachtet. Ab Ende Märt, wo sie einbezogen sind, beobache ich, dass wann immer ich da war, sehr viele Fenster vollständig auf waren. Na ja, ich weiß zwar nicht, ob die Heizungen dann aus waren, aber auch wenn dürfte das die Heizkosten dann deutlich erhöhen, wenn Räume völlig ausgekühlt sind. Ich werde jetzt mal ein Verbrauchsprotokoll fürs ganze Jahr anfordern. Braucht aber das Einverständnis der Mieter. Die Geräte zechnen ja den Verbrauch für jeden Monat separat auf. Das wird hoffentlich noch mehr Erkenntnisse bringen. Bin jetzt aber mehr zuversichtlich, dass es wirklich am Heizverhalten der Mieter liegt.
     
  17. sara

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    Also bei diesen tiefen Temperaturen Anfang des Jahres, wäre es wohl fahrlässig überhaupt nicht geheizt zu haben. :?
    Allerdings würde Frostschutzeinstellung reichen wenn man noch nicht eingezogen ist.
     
  18. #17 Papabär, 17.08.2018
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    Was haben die Thermostate mit der Verbrauchsmessung zu tun?


    Woher wissen die Zähler, wann die Wohnung übergeben wurde?


    Mitte des Vorjahres wurden die Zähler getauscht. Alle oder nur die der fraglichen Wohnung? Was waren da vorher für Zähler drin ... evtl. Verdunster? (Das wäre nämlich auch eine logische Erklärung)
     
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