Regelung von Gemeinschafts-/Sondereigentum bei Instandhaltungen. Wer muss was zahlen?

Dieses Thema im Forum "Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan" wurde erstellt von kamier, 31.08.2013.

  1. #1 kamier, 31.08.2013
    Zuletzt bearbeitet: 31.08.2013
    kamier

    kamier Neuer Benutzer

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    Hallo!

    Wir haben eine alte Gemeinschaftsordnung. Dort ist festgehalten, dass Balkone von der Gemeinschaft instandgehalten werden müssen. Im Lauf der Jahre sind die Holzbalken derart morsch geworden, dass sie teilweise aus der Verschraubung brechen oder Holz abfällt und das wird langsam für uns und die darunter liegenden Wohnungen sehr gefährlich.

    Einige Eigentümer haben die Balkone vor ca. 12 Jahren auf eigene Kosten saniert, wobei diese nicht, wie ursprünglich angebracht Holzbretter, sondern Kunststoffbretter angebracht haben, was sehr teuer war.

    Dazu gab es aber keinen Beschluss der Gemeinschaft, dass dies erlaubt ist und deshalb erfolgte dies leider nicht verpflichtend, von der Verwaltung für alle Wohnungen, sondern in Eigenregie einiger Eigentümer.

    Aus diesem Grund haben sich auch unser Voreigentümer und 5 andere Eigentümer nicht daran beteiligt. Beim Kauf hat uns der alte Eigentümer klar auf die Gemeinschaftsordnung verwiesen, sonst hätten wir über den Preis und einem eventuellen Abzug für die Sanierung verhandelt, wenn jeder Einzelne dafür aufkommen muss.

    Unsere zwei Balkone sind nun seit der Entstehung der Mehrfamilienanlage vor 30 Jahren nur von innen gestrichen worden. Unsere Wohnung ist im obersten Stockwerk, dadurch ist eine Eigenrenovierung durch uns nicht möglich, da wir ein Gerüst bräuchten, was sehr teuer ist.

    In der Gemeinschaftsordnung von 1984 steht:

    Die Behebung von Schäden, gleich welcher Art an Balkonen, im räumlichen Bereich des Sondereigentums, obliegt dem Wohnungseigentümer. Dem einzelnen Eigentümer obliegt demgemäß allein die Behebung von Schäden der Seitenwänden der im Bereich des Sondereigentums liegenden Balkone, nicht dagegen die Konstruktion der Balkone. Der Außenanstrich der Balkonaussenseiten obliegt der Gemeinschaft der Eigentümer.
    (Intakte Balkonbretter gehören doch zur Konstruktion, oder sehe ich das falsch?)

    Unser neuer Hausverwalter hat sich jetzt unsere 2 Balkone persönlich angesehen und uns lediglich geschrieben, dass wir die Balkone vorerst nur mehr auf eigene Gefahr benützen dürfen.

    Jetzt weigern sich die Eigentümer, deren Balkone bereits erneuert wurden, diese Kosten der ursprünglichen Holzbalkone mit zu tragen.

    Auf einer der letzten Eigentümerversammlungen hat sich mein Mann dann, damit der Hausfrieden gewahrt wird, mündlich einverstanden erklärt, die Balkone auf eigene Kosten zu sanieren.

    Er hat aber die Kosten für Kunststoffbretter von 8.000,-- € unterschätzt. Da wir im 5. Stock wohnen hat sich bisher auch kein Schreiner gefunden, der dies ohne Gerüst macht und so kämen wir in Holz auf die gleichen Kosten.

    Leider hat sich zwischenzeitlich, aus gesundheitlichen Gründen, unsere finanzielle Situation verschlechtert, dass diese Kostentragung, auch mit bestem Willen, nicht möglich ist.

    Jetzt soll auch in 2 Jahren noch die Außenfassade renoviert werden. Auf unsere Wohnung käme dann zu den 8000,-- € für die zwei Balkone noch 9.000,-- € für die Außenfassade zu.

    Gibt es da nicht eine Zumutbarkeitsregelung für Eigentümer? Wir wohnen sehr gerne hier und das kann doch nicht sein, dass man wir uns deswegen von unserer Wohnung trennen müssen.

    Ein Verkauf der Wohnung ist sowieso auch nicht möglich mit diesem Renovierungsbedarf, meinte ein Makler. Diese Kosten müssten wir auf alle Fälle zahlen, auch im Falle eines Verkaufs. Ob das richtig ist, keine Ahnung, auf alle Fälle beunruhigt es noch mehr.

    Tja, das ist unser riesiges Problem und macht uns ganz verzweifelt, was wir tun sollen.

    Danke im Voraus für Eure Ratschläge
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 03.09.2013
    Martens

    Martens
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    moin,

    das sind mehrere Baustellen...

    1. Sofern der Balkon Schäden an der Konstruktion aufweist (also Tragbalken, Isolierung, Brüstung), ist zwingend die Gemeinschaft zuständig und zwar sowohl nach WEG als auch nach Eurer Teilungserklärung.

    Es ist Aufgabe des Verwalters, die notwendigen Maßnahmen zur Abstimmung zu bringen und die Eigentümer entscheiden zu lassen. Ablehnende Beschlüsse sollte man fristgerecht(!) anfechten.

    2. Sofern sich ein Eigentümer vor Zeugen bereit erklärt, die Kosten einer Maßnahme selbst zu tragen, könnte das ein verbindlicher Vertrag sein, aus dem er schlecht wieder raus kommt.
    Steht die Vereinbarung über die Kostentragung denn im Protokoll?

    3. Kosten für Instandhaltungen (jetzt: Fassade) sind von den Eigentümern gemäß dem gültigen Schlüssel zu tragen. Was getan werden soll und für welche Beträge, beschließt die Eigentümerversammlung.
    Kein Geld zu haben ist kein Grund für Nichtzahlung.

    Christian Martens
     
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  1. wer keinen eigenen Balkon hat muss der trotzdem mit bezahlen wenn die aus Eigentümerversammlung balkone renoviert

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