Reicht das für eine Kündigung?

Diskutiere Reicht das für eine Kündigung? im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Finde ich nicht. Du musst dir nichts gefallen lassen. Man muss das aber halt vom Ende her denken. Was tue ich wenn es weiter so geht? Wenn du zu...
dabescht

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Im Prinzip sagt das, das jemand fortwährend Vertragsverletzungen machen kann und ich muss sie hinnehmen. Das find ich schon krass. Entweder weil zu geringfügig oder weil die arme Socke nicht anders kann .....
Finde ich nicht. Du musst dir nichts gefallen lassen. Man muss das aber halt vom Ende her denken. Was tue ich wenn es weiter so geht?
Wenn du zu dem Schluss kommst, dass die dann möglichen weiteren Schritte nicht im Verhältnis zu der Sache stehen, dann kann man schon zum nachvollziehbaren Ergebnis kommen nichts weiter zu unternehmen.

Das ist halt auch das ganz große Problem bei den Hartzern. Einem nackten Mann kann man nicht mehr in die Tasche greifen. Deshalb habe ich mich schon lange dafür entschieden nicht an Hartzer zu vermieten.
 
Andres

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Ich war bereits bei einem Anwalt. Dort hab ich nochmal eine andere Antwort gehört: da der Mieter Leistungen vom Jobcenter bezieht, wisse man ja nicht, wann das zahlt. Und wenn das zu spät zahlt, dann träfe den Mieter ja keine Schuld und bei einem sehr sozialen Richter würde ich damit evt. nicht durchkommen. Für mich abenteuerliche Antwort. Fachanwältin für Mietrecht für Vermieter.
... die korrekt eine Entscheidung des BGH zum Verzug von Mietern bei Bezug von Sozialleistungen wiedergibt. Nur ist es halt genau so, wie mit den von mir genannten Überweisungslaufzeiten: Das basiert auf gewissen Annahmen - hier die verspätete Zahlung des Jobcenters - die möglicherweise gegeben sind oder auch nicht.

schon erstaunlich wie hier aus Spekulationen handfeste Schlüsse gezogen werden...
Ich finde eher erstaunlich, welche Schlüsse gezogen werden, denn dass daraus Schlüsse gezogen werden, ist bei einer Frage danach, was in der Zukunft wohl passieren könnte, ziemlich normal. Zum Beispiel finde ich es seltsam, dass hier offensichtlich der Schluss gezogen wurde, dass man dem Mieter nicht kündigen kann. Das finde ich lustig, denn eigentlich habe ich das gerade Gegenteil geschrieben:

Wenn man nach 5 verspäteten Zahlungen den Mieter deshalb abmahnt und dann eine weitere verspätete Zahlung erfolgt, sieht es ganz gut aus. Dass diese Bedingung hier erfüllt ist, ist für mich mehr als zweifelhaft.
Nachdem nun das nächste Salamischeibchen nachgeschoben wurde und konkrete Termine bekannt sind, ist die für mich naheliegende Schlussfolgerung: Für vier Termine sieht es gar nicht so schlecht aus. Vielleicht warten wir noch 2-3 Monate ab, schreiben noch eine Abmahnung und kommen dann mit 5-6 verspäteten Zahlungen in einen ganz guten Bereich, wo die Kündigung langsam realistisch wird.

Danach finde ich es seltsam, dass mir unterstellt wird, ich würde die Zahlungsfähigkeit von @Ich-bin-es in Zweifel ziehen. Ich habe keine Ahnung, wie es darum steht, und habe nie etwas anderes behauptet. Ich weise auf logische Folgen hin, wenn man die Argumentation konsequent fortführt: Wenn man wegen vielleicht 10 Tagen Verzug mit der persönlichen finanziellen Situation argumentieren muss, suggeriert das, dass man völlig pleite ist. Ich behaupte nicht, dass das so ist - ich behaupte nur, dass das der logische Schluss ist. Die Alternative ist, dass die Behauptung nicht stimmt. Beides ist überhaupt nicht geeignet, das Verhältnis zum Mieter in geordnete Bahnen zu lenken.

Mit welchem Hinweis man sein Begehr auf pünktliche Zahlung versieht dürfte ziemlich egal sein. Man hätte es auch lassen können oder noch mehr schreiben....Who cares?
Zustimmung zur Behauptung, dass man die Begründung hätte lassen können, aber nicht zum Rest. Probe: "Da mir Ihr Gesicht nicht gefällt - und von Ihrem allgemeinen Lebenswandel wollen wir gar nicht anfangen - bestehe ich auf pünktliche Zahlung der Miete." Offensichtlich gibt es Begründungen, die mehr schaden als nutzen.

Und wenn der Mieter so ist wie du ihn beschreibst, dann dürfte er zu irgendwelchen großen logischen Schlüssen eh nicht fähig sein.
Meine Erfahrung ist eine andere. Gerade solche Mieter sind sehr gut in der Lage, praktische Schlussfolgerungen zu ziehen, z.B. wer planlos agiert, leere Drohungen ausspricht und so weiter. Dem Mieter etwas davon vorzujammern, dass man nun in Rente sei und die Miete daher am 8. kommen muss und am 12. zu spät ist, ist nach meiner Einschätzung ganz ausgezeichnet geeignet, dem Mieter jegliche Ängste vor einer Kündigung zu nehmen. Das kann nicht im Interesse des Vermieters sein.
 
immobiliensammler

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Ich war bereits bei einem Anwalt. Dort hab ich nochmal eine andere Antwort gehört: da der Mieter Leistungen vom Jobcenter bezieht, wisse man ja nicht, wann das zahlt. Und wenn das zu spät zahlt, dann träfe den Mieter ja keine Schuld und bei einem sehr sozialen Richter würde ich damit evt. nicht durchkommen. Für mich abenteuerliche Antwort. Fachanwältin für Mietrecht für Vermieter.

Die Antwort ist richtig, da gab es mal ein entsprechendes Urteil! Fand ich auch lustig, das Jobcenter sagt immer man sei nicht Vertragspartner, aber wenn das Jobcenter z.B. einen Folgeantrag nicht rechtzeitig bearbeitet und deshalb die Miete einen Monat zu spät bezahlt wird dann ist das in Ordnung (ich sehe das direkt da ich bei den meisten Mietern Abtretungen für die Direktzahlung habe und deshalb hellhörig werde wenn am letzten Bankarbeitstag des Monats die Miete für einen Mieter nicht dabei ist).

Frage mich ob das Gericht damals auch so geurteilt hätte wenn sein (privater) Arbeitgeber mal verspätet den Lohn überweist?
 

rolf87

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Die Antwort ist richtig, da gab es mal ein entsprechendes Urteil! Fand ich auch lustig, das Jobcenter sagt immer man sei nicht Vertragspartner, aber wenn das Jobcenter z.B. einen Folgeantrag nicht rechtzeitig bearbeitet und deshalb die Miete einen Monat zu spät bezahlt wird dann ist das in Ordnung (ich sehe das direkt da ich bei den meisten Mietern Abtretungen für die Direktzahlung habe und deshalb hellhörig werde wenn am letzten Bankarbeitstag des Monats die Miete für einen Mieter nicht dabei ist).

Frage mich ob das Gericht damals auch so geurteilt hätte wenn sein (privater) Arbeitgeber mal verspätet den Lohn überweist?
Ja das stimmt, das habe ich auch schon vom Jobcenter zu hören bekommen... Die Mietverträge laufen bei dir aber ganz normal auf die Mieter oder und nur die Zahlung kommt direkt vom Jobcenter?
 

Fabana11

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Die Bank DARF sich 3 Werktage für eine Überweisung Zeit nehmen (ich arbeite bei einer...)
Das bedeutet aber auch, dass der Mieter es zB am Donnerstag anweisen kann und der Empfänger ggf. bis Mittwoch Morgen darauf warten muss. Banken sind da auch gern eigen - die einen haben es sofort einen Tag später, andere warten länger.

Wenn die Verspätung früher aber kein Problem war, sehe ich die Begründung "Rentner" als etwas unzulänglich. Man muss sich nichts gefallen lassen, aber eben auch rechtfertigen, warum man es nun anders will.

Der Mieter scheint ja Sozialfall zu sein. Die ARGE oder das Jobcenter sehen es mit den pünktlichen Zahlungen auch gern mal nicht so genau. Allerdings kann man dem Mieter das dann ggf. auch nicht anlasten.

Eine Klage bzw. Kündigung würde ich nur anstreben, wenn ich den Mann auch WIRKLICH loswerden möchte. Ansonsten die paar Tage in Kauf nehmen und weitere Schritte einleiten, wenn mal wirklich nichts kommt.
 
dots

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Faktisch kann man selbst dann vielleicht noch mit der passenden Uhrzeit die Laufzeit beeinflussen.

Wer als Vermieter so knapp kalkuliert, dass es schon ein Weltuntergang ist, zur Sicherheit noch einen (oder ein paar) Tag(e) auf die eventuell doch noch kommende Miete zu warten, hat m. E. was wesentliches nicht verstanden.
 
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