Reicht Unfreundlichkeit für eine Kündigung?

Diskutiere Reicht Unfreundlichkeit für eine Kündigung? im Hausordnung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen! Ich wende mich als Tochter der Vermieterin an euch, da meine Mutter aktuell im Urlaub ist und ich ihr diesen nicht vermiesen...

  1. Öml

    Öml Gast

    Hallo zusammen!

    Ich wende mich als Tochter der Vermieterin an euch, da meine Mutter aktuell im Urlaub ist und ich ihr diesen nicht vermiesen möchte.

    Ich wohne gemeinsam mit zwei weiteren Parteien in einem 3-Parteien-Haus. Zwei Parteien wohnen direkt übereinander. Seit 1 1/2 Jahren wohnt nun in der unteren Wohnung ein neuer Mieter, der nicht aus Deutschland kommt und leider auch nur sehr schlecht Deutsch spricht, was die Kommunikation stark erschwert. Das nur als Erklärung, warum das mit dem "Mal drüber reden" so schwierig ist.

    Vor etwa drei Monaten fing der Mieter aus dem Erdgeschoss an, die anderen Mieter über ihm zu ignorieren. Er hat sie nicht mehr gegrüßt und ihnen demonstrativ den Rücken zugedreht, wenn sie zu ihrem Auto gelaufen sind und er gerade vor dem Haus war. Da die Mieter kein Englisch sprechen, haben sie ihn nicht gefragt, was los sei. Irgendwann haben mich die Mieter dann gefragt, ob ich morgens auch manchmal ein Klopfen hören würde. Sie seien schon mehrfach davon wach geworden, konnten sich aber nicht erklären, was das war. Ich habe dieses Klopfen nicht gehört.

    Vor einem Monat dann hat mich der Mieter aus dem Erdgeschoss angesprochen, dass die Nachbarn zu laut seien, er sie Trampeln hören würde und deswegen nicht schlafen könne. Er hätte schon mehrfach gegen die Decke geklopft, damit sie leise seien. Damit war die Frage nach dem mysteriösen Klopfen und der Unfreundlichkeit zunächst geklärt.

    Ich habe dann mit den anderen Mietern gesprochen und mir im Erdgeschoss die Geräusche dieser Mieter angehört. Für mich waren selbst die trampelnden Schritte noch in einem völlig zumutbaren Rahmen. Ich war sogar überrascht, wie leise diese waren, denn ich hatte die Wohnung als deutlich hellhöriger in Erinnerung und habe auch keine Erklärung, wie man davon aufwachen kann. Dennoch waren die Mieter damit einverstanden, zukünftig vor neun Uhr morgens nicht in ihr Wohnzimmer zu gehen, außer um das Fenster zum Lüften zu öffnen. Dazu sei gesagt, dass der Mieter aus dem Erdgeschoss in der Gastronomie arbeitet, spät nach Hause kommt und entsprechend auch später aufsteht.

    Nach einer Woche wollte ich dann wissen, ob er denn in der Zwischenzeit besser schlafen könne, jetzt, da die Nachbarn morgens nicht über seinem Schlafzimmer laufen. Er meinte, er hätte nichts mehr gehört seither.

    Einige Tage später haben dann die Mieter aus dem ersten Stock vom Dach her Geräusche gehört, die sie nicht zuordnen können und ich wollte vom Mieter aus dem Erdgeschoss wissen, ob er auch ähnliche Geräusche gehört hätte, denn auch ich habe vom Dach schon Geräusche gehört und konnte nicht sagen, ob diese auf oder im Dach waren. Nach einer Marderplage auf dem Dachboden, sind wir alle diesbezüglich etwas hellhörig. Der Mieter aus dem Erdgeschoss meinte daraufhin, er wolle nicht mehr darüber sprechen, die Nachbarn sollen damit aufhören, ihn zu stören. Wie gesagt, die Kommunikation ist etwas schwierig.

    Nachdem er weiterhin weder mit mir noch mit den Nachbarn gesprochen hat und diese auch nach wie vor ignorierte, habe ich ihm dann über einen Chat mitgeteilt, dass die Vermieterin mit ihm sprechen wolle, da sein Verhalten so nicht in Ordnung sei. Er könne nicht erwarten, dass alle sein Problem lösen und er selbst überhaupt nicht mithilft. Statt mitzuteilen, dass er am vereinbarten Termin keine Zeit hätte, war er einfach nicht da.

    Heute nun stand er abends gegen halb zehn plötzlich vor meiner Tür und hat mich angeschrien. Ich habe ihn fast gar nicht verstanden und das bisschen, was ich verstanden habe, hat überhaupt keinen Sinn gemacht. Zwischendrin hatte ich den Eindruck, dass er mich erst beleidigte und anschließend im Weggehen bedrohte. Aber, wie gesagt, ich habe es fast nicht verstanden.

    Als ich ihm dann nachgelaufen bin, um mit ihm zu reden, meinte er mal wieder, er wolle nicht darüber reden. Ich meinte dann bloß, er solle sich nach einer neuen Wohnung umsehen, da sein Verhalten so einfach nicht in Ordnung sei. Ja, ich weiß, ich bin ja nicht die Vermieterin und das bringt wohl wenig, aber das musste vorhin einfach raus.

    Ok, das war jetzt vielleicht ein wenig ausführlich, aber da ich nach wie vor nicht wirklich weiß, was eigentlich sein Problem ist, ist das glaube ich nötig.

    Nun frage ich mich, müssen wir uns das gefallen lassen? Die Mieter aus dem 1. Stock wohnen seit über 20 Jahren in diesem Haus und wir hatten noch nie Probleme mit ihnen. Auch die Vormieterin im Erdgeschoss hat sich nie beschwert. Die Schritte, die ich gehört habe, als ich beim Mieter aus dem Erdgeschoss war, waren nicht übermäßig laut und vor allem trampeln die Nachbarn so nicht. Sie haben allerdings zwei 1 1/2 Jahre alte Enkel, die natürlich noch nicht leise laufen können. Diese wiederum sind aber nicht so früh zu Besuch, dass er dadurch geweckt werden könnte. Außerdem meinte er, dass es nicht die Kinder seien, die diesen "Lärm" machen würden. Das hat er sogar mehrfach betont. Die beiden Mieter sind aber mit Sicherheit auch nicht so laut und schon gar nicht, wenn sie noch im Bett liegen und von seinem Klopfen wach werden. Er hat mir übrigens vorgeworfen, ich würde ihn mit den Geräuschen und der Zeit testen, als ich immer wieder nach der Uhrzeit gefragt habe, wann er die Geräusche hören würde. Ist ja durchaus wichtig. Er hat sich bisher nicht die Mühe gemacht, auf die Uhr zu sehen und konnte mir nur grobe Zeiten nennen (zwischen 6 und 8 Uhr morgens, vielleicht auch später).
    Dass die Mieter so nett sind und ihm entgegen kommen und sich bis um NEUN Uhr!!! nicht in ihrem Wohnzimmer aufhalten, hat er mit keinem Dank gewürdigt. Stattdessen hat er heute Abend irgendwas von "Ich bezahle hier Miete und habe ein Recht auf *ich weiß nicht was*" geredet. Wenn er mich tatsächlich beleidigt und bedroht hat, ist dies meines Wissens nach ein Grund für eine Abmahnung, wenn nicht sogar eine Kündigung. Aber ich bin mir eben nicht sicher. Wie sieht es aber mit diesem unkooperativen und respektlosen Verhalten aus? Wir kümmern uns um sein Problem und statt uns zu helfen, weigert er sich, darüber zu sprechen. Kann man dagegen auch etwas tun? Ich würde ja grundsätzlich in solchen Fällen mit dem Mieter sprechen, aber er versteht mich nicht und ich ihn nicht.

    Hat jemand eine Idee?
     
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  3. #2 sara, 08.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 08.08.2018
    sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Also du hast viel geschrieben aber auch sehr konfus...

    wo wohnst du denn?
    wie soll jemand die Geräusche vom Dach hören wenn er im Erdgeschoss wohnt ???
    Wer?
    Sorry das ist mir zu wirr...

    Nachtrag: Kündigungsgrund ist das was du geschildert hast bestimmt nicht!
     
  4. Öml

    Öml Gast

    Entschuldigung, das sollte natürlich nicht verwirren.

    Das Haus ist etwas verwinkelt. Ich wohne in der linken Hälfte über der Garage. In der rechten Hälfte sind die anderen beiden Parteien untergebracht. Dort wohnt ein Mieter im Erdgeschoss und ein Ehepaar im Rentenalter darüber, verteilt auf zwei Etagen.

    Die Geräusche hätten vom Dach oder aus der Wand kommen können, es war nicht wirklich gut zu identifizieren. Darum habe ich gefragt, ob er im Erdgeschoss auch etwas gehört hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir uns noch gar nicht sicher, was denn überhaupt die Geräusche sind, die er hört. Zumal die Geräusche vom Dach schon sehr laut waren und er das hätte hören können.

    Abends stand der Mieter aus dem Erdgeschoss bei mir und hat mich angeschrien, also der, dem es in der Wohnung zu laut ist.

    Danke auf jeden Fall für die Rückmeldung.
     
  5. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Na ja ... unter Umständen(!) ist sein Verhalten (mietrechtlich, nicht moralisch) vielleicht doch in Ordnung.
    Ggf. kann er sehr wohl erwarten, dass (alle) andere(n) seine Probleme lösen und er selbst muss überhaupt nicht mithelfen.

    Ja, das stimmt.
    Er zahlt Miete, als Gegenleistung kann er erwarten und verlangen, dass ihm die Mietsache in vertragsgemäßem Zustand zur Verfügung gestellt wird.
    Wie der Vermieter das macht/sicherstellt, hat den Mieter nichts anzugehen.

    Bleibt jetzt nur noch eine spannende Frage zu klären: Gehören die "Störgeräusche" zum vertragsgemäßen Zustand - oder nicht?

    Sei froh, dass der Mieter die Miete (noch?) nicht mindert.
     
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  6. #5 Öml, 08.08.2018
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.08.2018
    Öml

    Öml Gast

    Nun ja, er muss doch aber zumindest in soweit mithelfen, als dass er uns sagt, ob das Problem beseitigt wurde oder nicht. Wir können schließlich nicht ahnen, ob es weiterhin besteht, nachdem wir erste Versuche unternommen haben. Und diese Antworten hat er uns verweigert.

    Ich sehe das auch absolut so. Er hat ein Recht darauf, in Ruhe wohnen zu können. Das Problem ist eben, dass die Geräusche, die er hört, nicht laut genug für eine Beschwerde sind. Das Haus ist aus den 60ern und er hat entsprechend bei Vertragsunterzeichnung zugestimmt, dass er mit einem - für dieses Haus - normalen Geräuschpegel einverstanden ist. Dieser ist eben NICHT erhöht, sondern bewegt sich völlig im Rahmen - noch dazu zu Uhrzeiten, in denen er ohnehin fast nie zu Hause ist.

    Kann er denn nachträglich die Miete mindern oder anderweitig etwas unternehmen, obwohl er bei der Besichtigung der Wohnung mit dem Geräuschpegel einverstanden war? Ich weiß leider nicht, was in seinem Mietvertrag steht und die Vermieterin ist derzeit im Urlaub, sodass ich auch nicht nachfragen kann.

    Ob er die Miete bereits gemindert hat, vorhat, dies zu tun oder überhaupt weiß, dass er das prinzipiell kann, weiß ich nicht. In jedem Fall wird er einer Überprüfung der Geräusche durch die Vermieterin wohl zustimmen müssen, oder? Immerhin haben wir nach wie vor Bedenken, dass das, was er da hört, die Mieter aus dem oberen Stockwerk sind. Denn deren Schritte kann ich ebenfalls hören und diese sind nicht wie von ihm beschrieben, sondern völlig normal. Es müssten also bauliche Maßnahmen durchgeführt werden und zu diesem Zweck wird sicherlich vorab genau überprüft werden, ob das überhaupt nötig ist. Leider verweigert er uns den Zugang zur Wohnung, solange er nicht zu Hause ist - und das ist er eben fast nie.

    EDIT: Gibt es Fristen, in denen der Vermieter sich kümmern muss? Der Mieter hat immerhin erst nach 1 1/2 Jahren zum ersten Mal etwas gesagt und wir versuchen seit gerade mal einem Monat, uns darum zu kümmern, indem die Mieter aus dem 1. Stock ihm entgegen kommen. Darf er so schnell die Miete mindern?
     
  7. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Oder könnte es momentan jemandem zu warm sein...?
     
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  8. Öml

    Öml Gast

    @Berny Ich weiß jetzt nicht, wie ernst du das meinst, aber da er bereits seit drei Monaten kein Wort mehr mit den Mietern aus dem ersten Stock spricht, weil es ihm zu laut ist, und noch dazu aus Gambia kommt, wo er Hitze definitiv gewöhnt ist, glaube ich nicht, dass das das Problem ist. Zumal er im Erdgeschoss ohnehin nur die späte Abendsonne abbekommt, zu dieser Zeit fast nie zu Hause ist und die Rollläden IMMER geschlossen sind. Frag mich nicht warum, er macht die einfach nie auf.

    Wenn das doch nur ein kleiner Scherz deinerseits gewesen sein sollte: :24:
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 08.08.2018
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Nein, da es keinen Rechtsanspruch auf Freundlichkeit gibt.
     
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  10. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Gibt es eine Rechtsgrundlage für diese angebliche Verpflichtung?

    Die eigene Unfähigkeit als Begründung dafür heranzuziehen, dass jemand anderes etwas müsse, wirkt in den meisten Fällen nicht sehr klug.
     
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  11. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Er kann die Miete solange mindern, wie sich die Mietsache nicht im vertragsgemäßen Zustand befindet.
    Dann solltest du entweder deinen Friseur um Rat fragen - oder aber dich darum bemühen, dass du den Vertragsinhalt kennst.
    Das ist erstens nicht schlimm, zweitens musst du das auch gar nicht wissen (man muss Mietminderungen nicht grundsätzlich ankündigen o. ä.), und drittens ist das für dein Problem völlig belanglos.
    Solch grundsätzliche Aussagen sind oft falsch.
    Ich gehe davon aus, dass er nicht in jedem Fall zustimmen muss.
    Die Miete darf solange gemindert werden, wie der Mangel besteht. Wenn der Mangel schon nach 2 Sekunden behoben wurde, darf für diese 2 Sekunden die Miete gemindert werden.
    Aber mal was ganz anderes: Besteht denn überhaupt ein Mangel? Befindet sich die Mietsache nicht in vertragsgemäßem Zustand?
     
  12. #11 Goldhamster, 08.08.2018
    Goldhamster

    Goldhamster Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    die Mietsache wird sich wohl bestimmt in vertragsmäßigem Zustand befinden. Das Haus wird wohl lediglich ein wenig älter sein.

    Der Mieter aus Afrika wird sich über die hiesigen Geflogenheiten nicht im Klaren sein.

    Darf ich fragen warum ihr einen Afrikaner als Mieter ausgewählt habt?


    Schon Mieter aus vielen Ländern hatte der
    Goldhamster
     
  13. Öml

    Öml Gast

    Diese Antworten rutschen in merkwürdige Richtungen ab.

    Zunächst @dots

    Verstehe ich das richtig: Wenn dem Mieter etwas nicht passt, muss er dies dem Vermieter nicht mitteilen, sondern darf einfach die Miete mindern. Spricht der Vermieter ihn darauf an, dann muss der Mieter noch nicht einmal Auskunft erteilen, warum er die Miete mindert. Das kann unmöglich so stimmen. Da könnte ja jeder Mieter einfach die Miete mindern, ohne ein Problem zu haben. Ich frage das deshalb, weil er sich noch nicht an die Vermieterin gewandt hat, sondern im Gegenteil, ein Gespräch bereits zwei Mal abgelehnt hat. Ich bin lediglich die Vermittlerin, die an derselben Adresse wohnt und eben auch Kontakt zur Vermieterin hat - ist ja immerhin meine Mutter. Und natürlich habe ich ihr das weitergegeben, damit sie Bescheid weiß. Ich habe dem Mieter aber gesagt, dass er sich selbst an sie wenden muss, nicht, dass ich das für ihn übernehme.
    Auch weigert er sich, uns in die Wohnung zu lassen, damit wir selbst überprüfen können, ob das Problem behoben wurde. Insofern habe ich schon einen guten Grund zu sagen, dass er uns irgendwie mitteilen muss, ob dies bereits geschehen ist. Wenn wir nicht selbst hören dürfen und er uns nichts sagt, dann liegt das nicht an unserer Unfähigkeit. Meines Wissens nach hat der Vermieter das Recht, bei einem wichtigen Grund jederzeit die Wohnung betreten zu dürfen. Ob es sich hier um einen solchen Grund handelt, weiß ich allerdings nicht. Zumal man doch prinzipiell ein bisschen Mithilfe erwarten könnte - ganz ohne dass man darauf Anspruch hat.
    Ich denke auch nicht, dass ICH wissen muss, was in SEINEM Mietvertrag steht. Nochmal: Ich bin nicht die Vermieterin und ob er denselben Mietvertrag hat wie ich, weiß ich nicht. Ich wohne auch nicht in derselben Haushälfte, sondern in einer neueren, kann darum auch gar nicht in meinem eigenen Vertrag nachsehen, was bei mir steht. Ihn kann ich nicht fragen, denn er will nicht mehr mit mir sprechen und hat mich in der Zwischenzeit auch beleidigt (ohne Zeugen). Meine Mutter ist im Urlaub und hat sicherlich nicht sämtliche Mietverträge mitgenommen. Mal eben zu ihr nach Hause fahren werde ich nicht, denn das sind gute vier Stunden und ist noch dazu nicht meine Aufgabe.

    Ob überhaupt ein Grund zur Beanstandung besteht, ist eben die große Frage. Ich habe mir vor einem Monat, nachdem er das erste Mal auf mich zugekommen ist, die Geräusche angehört. Dazu sind die Mieter aus dem 1. Stock extra trampelnd durch die Wohnung gegangen und er hat bestätigt, dass dies die Geräusche seien, die er hören würde. Die Lautstärke konnte ich mangels Ausrüstung nicht messen und ich weiß auch überhaupt nicht, was in einem Haus aus den 60ern zumutbar ist, aber es war definitiv NICHT LAUT und in meinen Augen völlig zumutbar. Die Papageien aus dem Nachbarhaus sind wesentlich lauter und darüber hat er sich noch nicht beschwert. Ich kann bei mir in der Wohnung ebenfalls lautere Geräusche der Nachbarn hören, höre sie auch ebenfalls laufen und so laut war es bei ihm nicht. Mich stört dies übrigens nicht, aber das spielt natürlich keine Rolle. Wir haben also klare Zweifel daran, dass überhaupt eine Belästigung vorliegt. Er hat mir einmal auf Nachfrage sogar tatsächlich gesagt, er hätte morgens ein Auto gehört, das ihn geweckt hätte. Sein Fenster liegt nicht zur Straße und wenn er so empfindlich ist, dann zweifle ich erst recht daran, dass meine Mutter irgendwas unternehmen muss.

    Nun zu @Goldhamster

    Wir haben einen Mieter aus Afrika, weil wir niemanden diskriminieren. Er hat unmittelbar nach der Schaltung der Anzeige darauf reagiert und kam mit seinem damaligen (deutschen) Chef bei uns vorbei, der uns versichert hat, dass er ausgesprochen zuverlässig, fleißig und ruhig sei, was wir nur bestätigen können. Er ist hier als super freundlicher junger Mann eingezogen und hat sich ein Jahr lang auch so verhalten. Seit gut vier Jahren wohnt er in Deutschland, die meisten deutschen Eigenheiten kennt er also. Zudem vermieten wir eine möblierte Wohnung, welche in unserer Region nicht allzu gefragt sind, sodass wir froh waren, dass wir so schnell wieder einen Mieter finden konnten. Aktuell sehnen wir uns aber nach einem, der zumindest Deutsch spricht.
     
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  14. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Nein, das verstehst du falsch. Richtig wäre gewesen:
    Mieter dürfen die Miete mindern, solange die Mietsache mangelbehaftet ist und der Vermieter Kenntnis von dem Mangel hat.
    Der Mieter muss sich dazu nicht an den Vermieter wenden und er muss dem Vermieter auch nichts mitteilen.
    Dein Wissen ist falsch.
     
  15. #14 Goldhamster, 09.08.2018
    Goldhamster

    Goldhamster Erfahrener Benutzer

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    Hallo @Öml

    guten Morgen.

    Ihr vermietet also möbliert.

    Ich finde, eure Probleme mit dem Mieter sind noch ganz moderat - im Gegensatz zu dem, was ich über andere Afrikanische Mieter/Bewohner in anderen Wohnungen in anderen Städten gehört habe. Ich kann aber nicht sagen, ob das nur rassistische Fake-News sind.

    Vielleicht könnte ihr dem Herren auch über Mieterhöhungen die Lust auf Wohnen bei euch vermiesen. Und den Mitbewohnern noch zum "Trampeln" ermuntern.

    Die kleinen Daumen drückt euch der
    GOLDHAMSTER
     
  16. #15 Papabär, 09.08.2018
    Papabär

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    Ich habe da einen Verdacht:
    Kann natürlich sein, dass ich völlig falsch liege - aber ist Dir die Bedeutung des Wortes "Vereinbarung" geläufig?

    Viele Vermieter (übrigens auch meiner) setzen das mit einer Terminsankündigung gleich. Ich werde da regelmäßig auch recht ungehalten, wenn ein Erfüllungsgehilfe meines Vermieters mir mitteilt, dass er am Folgetag zwischen 09:00 und 13:00 Uhr aufschlägt um den Durchlauferhitzer zu reparieren. Gerne schreibt mein Vermieter dann, dass ich zum vereinbarten Termin nicht anwesend gewesen wäre, nur ... es gab halt gar keine Vereinbarung. Gelegentlich muss ich nämlich auch arbeiten gehen und ich kann mir nicht frei nehmen, wie es meinem Vermieter passt (in 2014 hätte ich theoretisch 9 einzelne Tage Urlaub nehmen müssen um meinen Vermieter zufrieden zu stellen).




    Ähem ... merkst was?

    Ohne Kenntnis der genauen Vereinbarungen wird man nur raten können. Selbst ein Rechtsanwalt hält beim Erstgespräch BEIDE Hände auf (eine für den Kostenvorschuss, die andere für den Mietvertrag).

    Mal so als allgemeiner Tip: Wenn Du Dich gegenüber den Mietern ebenfalls in irgendeiner Form als Erfüllungsgehilfe darstellst (z.B. Termine vereinbarst, Wohnungsbesichtigungen/-kontrollen machst usw.) oder durch Deine Mutter - ggf. unbeabsichtigt - in eine solche Rolle drängen lässt, halte ich es durchaus für möglich, dass die Mitteilung eines Mangels an Dich auch gegen die tatsächliche Vermieterin geltend gemacht werden kann.
     
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  17. Öml

    Öml Gast

    @Papabär (toller Name, weckt Kindheitserinnerungen)

    Das war keine Vereinbarung oder ein echter Termin, sondern eine völlig formlose Mitteilung, dass meine Mutter über das Wochenende zu Besuch ist und es sich dann anbietet, dass wir über sein Problem sprechen, da ich als Übersetzerin ebenfalls anwesend bin. Wir waren einfach bloß genervt davon, dass er erst unbedingt mit der Vermieterin sprechen will, ich ihm die Telefonnummer gebe, er dann nicht anruft, sich immer weiter daneben benimmt und dann, wenn die Vermieterin sagt, sie wolle nun mit ihm sprechen, will er das nicht mehr und sagt auch nicht Bescheid. Er weiß, dass meine Mutter nicht in der Gegend wohnt und darum nicht sofort zur Stelle sein kann, wenn es ihm passt und wir erwarten da einfach zumindest doch so viel Entgegenkommen, dass er zumindest sagt, ob er Zeit hat oder nicht. Natürlich haben wir darauf keinen Anspruch, das ist mir schon klar, aber von jemandem, der ein Problem gelöst haben will, erwarten wir das einfach. Ich sollte an der Stelle vielleicht dazu sagen, dass wir auf dem Land wohnen und mit Nachbarn noch NIE Probleme hatten. Das ist also eine völlig neue Situation für uns alle. :)

    Ich sehe mich auch nicht als "Erfüllungsgehilfe", sondern als Nachbarin, die nunmal Englisch und Deutsch kann und an die er sich immer als erstes wendet, weil er keine Ahnung hat, wer der richtige Ansprechpartner ist. Meistens gebe ich ihm dann eine Telefonnummer, die er anrufen soll. Ich mache bei ihm keine Reparaturen oder ähnliches, schaue mir aber immer an, was sein Problem ist, weil dies oftmals aus seinen Erklärungen nicht hervorgeht. Für mich ist das eine ganz normale Nachbarschaft, wie ich sie immer schon hatte und sie alle meine Nachbarn pflegen. Spielt aber auch gar keine so große Rolle, denn ich gebe diese Probleme gerne weiter und bringe meine Mutter dadurch in Zugzwang. Wir wollen hier alle, dass es friedlich zugeht und solche Situationen möglichst schnell gelöst werden.

    ___

    Nun aber noch etwas ganz anderes. Google konnte mir nicht helfen. Kinderlärm muss von Mietern und Nachbarn bis zu einem bestimmten Punkt toleriert werden. Dieser wird hier im Haus zwar nicht überschritten, die Mieter aus dem 1. Stock haben aber keine eigenen Kinder, sondern nur Enkel. Diese wiederum waren schon auf der Welt, als der Mieter im Erdgeschoss eingezogen ist, damals aber noch im Säuglingsalter, kamen also nur für einige Stunden mit ihren Eltern zu Besuch. Mittlerweile passen die Großeltern zwei bis drei Mal die Woche auf ihre Enkel auf, teilweise den ganzen Tag.
    Nun frage ich mich, müssen Mieter auch den Kinderlärm dulden, wenn es sich um fremde Kinder handelt? Es gibt ja die Regel, dass Mieter Besuch empfangen dürfen und dieser sich selbstverständlich an die geltende Hausordnung halten muss. Wie aber ist das bei Kinderlärm? Muss dieser hingenommen werden? Weiß das jemand?

    In der Zwischenzeit hat sich der Nachbar aus dem Erdgeschoss außerdem bei den Mietern im 1. Stock beschwert und verlangt, dass diese nicht mehr vor seinem Fenster parken, da er dort vorbei gehen müsse, um das Haus zu verlassen. Ganz gleich, wie man vor seiner Tür auch parkt, es ist immer Platz um durchzulaufen - selbst mit Kinderwagen - und noch dazu gibt es aufgrund der Bepflanzung des Grundstücks immer zwei Wege, um an einem Auto vorbei zu kommen, wovon nie beide zugeparkt sein können. Eine ausschließliche Nutzung des vorderen Hausbereiches hat der Mieter im Erdgeschoss nicht und es ist mittlerweile offensichtlich, dass er versucht, die Mieter aus dem 1. Stock zu schikanieren und Rechte einfordert, die er gar nicht hat. Er hat auch von mir gefordert, dass ich nicht mehr um seine Wohnung herumlaufe, was sich aber nicht vermeiden lässt, da mein Hauseingang nur auf diese Weise erreichbar ist. Bedroht hat er mich in der Zwischenzeit auch, wobei das eine leere Drohung im Sinne von "Nimm dich in acht, wenn du vor dem Haus bist" war. Leider wieder ohne Zeugen. Kurz gesagt, das geht einfach gar nicht, auch wenn es für euch nach nichts aussieht.
     
  18. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Sorry, nur mal als Hinweis, wenn ich bein deinen Absätzen unten fertig bin zu lesen, habe ich das obere schon wieder vergessen. Wäre es in Zukunft evtl. möglich das etwas gestraffter darzustellen? Ist einfach schwierig aus dem ganzen Wortschwall das wesentliche rauszufiltern.:38:
     
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  19. Öml

    Öml Gast

    *lach* Klar, das lässt sich einrichten. Ich in es leider berufsbedingt gewohnt, alles ganz genau erklären zu müssen :)
     
  20. #19 ehrenwertes Haus, 09.08.2018
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Ich denke du solltest dich zusammen mit deiner Mutter von einem Anwalt eingehend beraten lassen wie ihgr eine vernünftige Aufgabenteilung bewerkstelligen könnt und das den Mietern auch verbindlich mitteilen.

    Mir scheint es so, dass du dich zum Erfüllungsgehilfen deiner Mutter machst bzw. machen läßt, auch wenn du das nicht so siehst.
    Zu eurer Sicherheit sollte das eindeutig geregelt werden Wer Ansprechpartner für die Mieter ist und in welcher Funktion.
    Wenn du eine Art Hausmeister, Vermittler oder wie immer man das nennen möchte, als zeitweiser oder vollständiger Vertreter deiner Mutter machen möchtest, sollte das auch mit entsprechenden schriftlichen Vollmachten dazu festgehalten und den Mietern mitgeteilt werden.

    Ohne entsprechende Vollmachten mag es zwar nett sein, wenn du dich als Laufbursche zwischen VM und Mieter zur Verfügung stellst, du hast aber keinerlei Rechte von den Mietern irgendetwas zu fordern wie z.B. auf Wohnungszutritt zur Prüfung gemeldeter Mängel zu bestehen.

    Was möchtest du dann ohne entsprechende Rechte dazu mietrechtlich im Haus bewirken?
    Wundert es dich da wirklich, wenn dich ein schwieriger Mieter nicht für voll nimmt und auflaufen läßt?
     
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  21. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Und du kannst jetzt noch 5 mal mit dem Fuß auf den Boden stampfen und schreiben, dass du/ihr etwas ertwarte(s)t - es wird nichts daran ändern, dass der Mieter nicht dazu verpflichtet ist, diese Erwartungshaltung zu erfüllen.
     
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