Renovierung: Eigenleistung oder Fachmann?

Diskutiere Renovierung: Eigenleistung oder Fachmann? im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Guten Morgen zusammen, da ich neu im Forum bin, hoffe ich, dass ich meine Frage an der richtigen Stelle stelle. Ich haben im Februar ein Haus...

Crush

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Guten Morgen zusammen,

da ich neu im Forum bin, hoffe ich, dass ich meine Frage an der richtigen Stelle stelle.

Ich haben im Februar ein Haus gekauft mit 3 Etagen. Erdgeschoss + Obergeschoss gehören zu dem Teil des Hauses, den meine Familie und ich nutzen. Das Untergeschoss soll schnellstmöglich vermietet werden. Ich bitte bei „dummen“ Fragen um Verständnis. Das ist meine erste Mietwohnung und ich habe noch viel zu lernen. :)

Die Mietwohnung soll für 600€ Kaltmiete vermietet werden. Leider hat das Bad eine undichte Stelle in der Dusche. Dadurch hat sich das Wasser einen Weg unter die Fliesen gesucht. Daher möchte ich das Bad komplett renovieren.
Das heißt im Klartext:
+ Boden und Wände neu verfliesen
+ Toilette, Waschbecken und Dusche erneuern

Ein örtliches Fliesenlegerunternehmen hat mir ein Angebot von etwa 7500€ unterbreitet.
Das Bad ist etwa 8m2 groß und 2,30m hoch. Die könnten erst „Winter 20/21“ loslegen. Sehr schwammige Aussage meiner Meinung nach.

Mir stellt sich nun folgende Frage:
Soll ich das Bad selbst renovieren? Würde geschätzt 2-3 Monate dauern. Ich hätte keine Handwerkerkosten. Nur Material und Entsorgungskosten für den Müll. Evtl. wäre ich zeitlich sogar schneller fertig als der Fachmann.

Oder macht es Sinn, alles fachmännisch renovieren zu lassen? Welche Steuervorteile gibt es? Wie sieht es versicherungstechnisch aus, wenn es ein „Laie“ macht? Muss ich allgemein etwas bei der Renovierung von Mietwohnungen beachten?

Sollten noch relevante Informationen fehlen einfach Bescheid geben. :)

Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße!
 

Andres

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Die Mietwohnung soll für 600€ Kaltmiete vermietet werden. Leider hat das Bad eine undichte Stelle in der Dusche. Dadurch hat sich das Wasser einen Weg unter die Fliesen gesucht. Daher möchte ich das Bad komplett renovieren.
Das heißt im Klartext:
+ Boden und Wände neu verfliesen
+ Toilette, Waschbecken und Dusche erneuern

Sind Trocknungsarbeiten erforderlich? Ist der Estrich noch in Ordnung? Also anders gefragt: Bleibt es bei den von dir genannten Maßnahmen oder kommt da noch mehr nach?

Wie alt ist das Gebäude? Macht es evtl. Sinn, die Leitungen zu erneuern, wenn das Bad ohnehin neu gefliest werden muss? Das wäre jetzt eine günstige Gelegenheit.


Ein örtliches Fliesenlegerunternehmen hat mir ein Angebot von etwa 7500€ unterbreitet.
Das Bad ist etwa 8m2 groß und 2,30m hoch.

Also je nach Zuschnitt irgendwas um 12-16 laufende Meter Wand, dazu noch der Boden und die Sanitärobjekte. Wenn die Geschichte jetzt nicht gerade an der polnischen Grenze spielt, ist das nicht so wahnsinnig schockierend ...


Die könnten erst „Winter 20/21“ loslegen. Sehr schwammige Aussage meiner Meinung nach.

Naja, die wissen ja noch nicht einmal, ob und wann du den Auftrag erteilst und der meteorologische Winter beginnt in gut einem Monat. Bei Auftragserteilung würde ich eine konkretere Terminangabe erwarten, aber für ein erstes Angebot ist das aus meiner Sicht in Ordnung.


Soll ich das Bad selbst renovieren?

Gegenfrage: Kannst du? Hier im Forum wird immer wieder über den bösen Pfusch geschrieben, den Mieter bei Eigenleistungen hinterlassen. Für den Vermieter gilt das aber im Prinzip ganz genau so: Wohl dem, der seine Fähigkeiten - und wichtiger: seine Nicht-Fähigkeiten - realistisch einschätzen kann. Wenn jedenfalls im laufenden Mietverhältnis Probleme mit dem Bad entstehen, ist der Mieter sauer, es besteht bestenfalls noch ein gekürzter Anspruch auf die Miete und Mängel in einer bewohnten Wohnung zu beseitigen ist immer ungleich aufwändiger.

Wenn du dir das selbst zutraust und die Zeit und Lust dazu hast: Warum nicht?


Welche Steuervorteile gibt es?

Die Kosten für den Handwerker sind grundsätzlich in vollem Umfang Werbungskosten. Da die Immobilie neu erworben ist, möchte man sich aber vielleicht über die 15-%-Grenze Gedanken machen. Zu den Details berät ein Steuerberater.


Wie sieht es versicherungstechnisch aus, wenn es ein „Laie“ macht?

In Versicherungspolicen sind üblicherweise Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit ausgeschlossen. Natürlich besteht im Schadensfall immer die Möglichkeit, dass die Versicherung alle Hebel in Bewegung setzt, um das dir anzulasten. Ein einfacher Fehler bei Sanitärarbeiten gefährdet aber grundsätzlich nicht den Versicherungsschutz. Bei Arbeiten an der Elektrik sieht es anders aus, denn da darf man selbst nur sehr eingeschränkt tätig werden.

Mit einem vor Ort ansässigen Handwerker ist die Haftungsfrage deutlich entspannter, weil es im Ernstfall einen greifbaren Schuldner gibt.

Letztendlich hängt das wieder von der Selbsteinschätzung ab. Das gilt übrigens auch für den Handwerker: Wenn der ständig Dinge tut, die er nicht kann, wird seine Berufshaftpflicht mittelfristig auch ziemlich teuer werden ...
 

Kunigunde

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Wir haben auch eine zu vermietende Wohnung renoviert. Wir haben uns die Arbeiten mit den Fachfirmen geteilt. Was wir selber machen konnten haben wir selber gemacht, was mit einklagbarer Garantie sein musste, haben wir machen lassen bzw. vom Meister abnehmen lassen.
Fliesen abschlagen, Sanitärobjekte entsorgen und weitere Vorarbeiten kann man gut selber machen. Beim Boden ist es wohl sinnvoll sich ein OK vom Fachmann zu holen wobei wir festgestellt haben, dass diese manchmal auch die 5 gerade sein lassen, da muss man schauen welche Konsequenzen damit verbunden wären.
Und die Verrohrung würde ich prüfen lassen um sicher zu gehen, dass Fliesenarbeiten nicht umsonst gemacht werden (ist uns an einem Stück Wand tatsächlich passiert).
Insgesamt haben wir ungefähr die Hälfte an Kosten gespart (habe ich durch Angebotsanfragen so ermittelt).
 

ehrenwertes Haus

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Soll ich das Bad selbst renovieren?
Wenn es dir um Kosten sparen geht,
  • klares JA zu allen Vor- und Nacharbeiten
  • klares NEIN zu allen Facharbeiten, die du nicht wirklich sicher beherrscht
  • Arbeitskosten für Handwerker kann man durch Hilfsarbeiten senken. Je nach Fähigkeiten ist das "nur" Baumaterial und Schutt entsorgen bis hin zu Teamwork unter Facharbeitern.
Falls du dich zu DIY entschließt, besser alle Arbeiten von Fachfirmen mind. prüfen lassen, besser Vorgehensweise und Materialempfehlungen einhalten. Das kann viel Ärger mit Versicherungen sparen, falls doch ein Schaden auftreten sollte.

Zur Planung:
Wenn das Bad schon saniert werden soll, dann bitte einschließlich Elektrik und Wasserleitungen.
Nur Oberflächenkosmetik (Fliesen, Sanitäreinrichtung) erscheint im 1. Moment vielleicht günstiger und schneller vermietbar. Eine Sanierung der Elektrik und/oder Wasserleitungen in einer vermieteten Wohnung ist wesentlich teurer als in Kombi mit dem optischen Tuning, das du jetzt vor hast.
 

Crush

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Hallo!

Vielen Dank erst mal für die super schnelle Antwort!!

Sind Trocknungsarbeiten erforderlich? Ist der Estrich noch in Ordnung? Also anders gefragt: Bleibt es bei den von dir genannten Maßnahmen oder kommt da noch mehr nach?

Das kann ich leider noch nicht genau sagen. Das sehe ich wohl erst, wenn die Fließen runter sind.

Wie alt ist das Gebäude? Macht es evtl. Sinn, die Leitungen zu erneuern, wenn das Bad ohnehin neu gefliest werden muss? Das wäre jetzt eine günstige Gelegenheit.

Das Baujahr ist 1975. Das ist ein guter Tipp, da werde ich mal bei schauen lassen.

Naja, die wissen ja noch nicht einmal, ob und wann du den Auftrag erteilst und der meteorologische Winter beginnt in gut einem Monat. Bei Auftragserteilung würde ich eine konkretere Terminangabe erwarten, aber für ein erstes Angebot ist das aus meiner Sicht in Ordnung.
Klingt logisch :unsicher020:

Gegenfrage: Kannst du? Hier im Forum wird immer wieder über den bösen Pfusch geschrieben, den Mieter bei Eigenleistungen hinterlassen. Für den Vermieter gilt das aber im Prinzip ganz genau so: Wohl dem, der seine Fähigkeiten - und wichtiger: seine Nicht-Fähigkeiten - realistisch einschätzen kann. Wenn jedenfalls im laufenden Mietverhältnis Probleme mit dem Bad entstehen, ist der Mieter sauer, es besteht bestenfalls noch ein gekürzter Anspruch auf die Miete und Mängel in einer bewohnten Wohnung zu beseitigen ist immer ungleich aufwändiger.

Wenn du dir das selbst zutraust und die Zeit und Lust dazu hast: Warum nicht?

Schwer zu sagen. Ich habe bisher nur ein Gäste WC erneuert. Dort musste aber auch alles angepackt werden. Neu gefliest, Waschbecken, Heizung, Vorwandelement für Hänge WC ausgetauscht usw.. Das Endergebnis kann sich sehen lassen.
Ich denke das einzige neue was mich erwarten würde, wäre die Montage der Dusche. Aber auch das sollte kein Hexenwerk sein. Ich habe viel Geduld und bin etwas überperfektionistisch veranlagt. :D

Die Kosten für den Handwerker sind grundsätzlich in vollem Umfang Werbungskosten. Da die Immobilie neu erworben ist, möchte man sich aber vielleicht über die 15-%-Grenze Gedanken machen. Zu den Details berät ein Steuerberater.

Davon habe ich gelesen. Werde wohl nicht drumherum kommen einen Steuerberater hinzuzuziehen. Mir fällt es allerdings sehr schwer zu unterscheiden welcher gut und welcher weniger gut ist. Wenn der Fließenleger die Fugen versaut sehe ich das, bei einem Steuerberater ist das eine ganz andere Nummer. :/
Irgendwelche Tipps dazu?

Insgesamt haben wir ungefähr die Hälfte an Kosten gespart (habe ich durch Angebotsanfragen so ermittelt).

Wenn es dir um Kosten sparen geht,
  • klares JA zu allen Vor- und Nacharbeiten
  • klares NEIN zu allen Facharbeiten, die du nicht wirklich sicher beherrscht
  • Arbeitskosten für Handwerker kann man durch Hilfsarbeiten senken. Je nach Fähigkeiten ist das "nur" Baumaterial und Schutt entsorgen bis hin zu Teamwork unter Facharbeitern.
Falls du dich zu DIY entschließt, besser alle Arbeiten von Fachfirmen mind. prüfen lassen, besser Vorgehensweise und Materialempfehlungen einhalten. Das kann viel Ärger mit Versicherungen sparen, falls doch ein Schaden auftreten sollte.

Zur Planung:
Wenn das Bad schon saniert werden soll, dann bitte einschließlich Elektrik und Wasserleitungen.
Nur Oberflächenkosmetik (Fliesen, Sanitäreinrichtung) erscheint im 1. Moment vielleicht günstiger und schneller vermietbar. Eine Sanierung der Elektrik und/oder Wasserleitungen in einer vermieteten Wohnung ist wesentlich teurer als in Kombi mit dem optischen Tuning, das du jetzt vor hast.

Klingt interessant. An dieser Stelle muss ich bei dem Angebot noch mal nachhaken. Danke!
Was bedeutet für dich Elektrik erneuern? Reicht es das Innenleben der Steckdosen auszutauschen oder meinst du damit alle Kabel raus rupfen und neu verlegen?

Danke noch mal an alle!!

Gruß
Crush
 

ehrenwertes Haus

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Was bedeutet für dich Elektrik erneuern? Reicht es das Innenleben der Steckdosen auszutauschen oder meinst du damit alle Kabel raus rupfen und neu verlegen?
Kommt auf den Zusand der Gesamtanlage an.

BJ 1975 und seitdem unveränderte Elektrik bedeutet mind. veraltete Elektrik. Heute versteht man unter "ausreichend Steckdosen" was anderes als damals. Drehstrom (3-Phasen-Wechselstrom) war nicht Standard in Wohnungen, heute schon.

Sicherungskasten wird auch veraltet sein. Das muss nicht gleichbedeutend mit "nicht mehr sicher" sein, aber wenn man schon renoviert, dann möglichst vollständig und nicht etappenweise. Dann bitte auch Arbeiten vorziehen, die absehbar aber noch nicht direkt fällig sind. Oder stehst du auf öfters Bauenstellen im Haus? Ich nicht. Mir ist 1x richtig viel Dreck und Arbeit lieber als immer wieder Wände aufreißen aus unterschiedlichen Gründen.

Ist natürlich eine Frage der Gesamtbedingungen, wann welche Arbeiten sinnvoll und finanzierbar sind. Es sollten nur möglichst keine Sanierungen im laufenden Mietverhältnis erforderlich werden. Mieter reagieren meist ziemlich angefressen auf Baustellencharm in ihrer Bude.
 

Andres

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Davon habe ich gelesen. Werde wohl nicht drumherum kommen einen Steuerberater hinzuzuziehen. Mir fällt es allerdings sehr schwer zu unterscheiden welcher gut und welcher weniger gut ist. Wenn der Fließenleger die Fugen versaut sehe ich das, bei einem Steuerberater ist das eine ganz andere Nummer. :/
Irgendwelche Tipps dazu?

Leider wenige. Im Idealfall Empfehlung aus dem Umfeld. Ansonsten wäre es ratsam, sich mal den Tätigkeitsbereich des StB vorab anzuschauen. Wie immer gilt bei solchen Berufen, dass nicht jeder alles kann und dass eigene, praktische Erfahrung nicht zu unterschätzen ist.

Wie auch bei Anwälten, Notaren und ähnlichen Tätigkeiten ist es außerdem meist ein gutes Zeichen, wenn der Experte nicht mit allen deinen Ideen euphorisch einverstanden ist. Wenn die Sache so einfach wäre, dass die Auskunft des Steuerberaters ein plattes "kein Problem" sein könnte, dann bräuchte man ihn schließlich gar nicht.
 

Crush

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Kommt auf den Zusand der Gesamtanlage an.

BJ 1975 und seitdem unveränderte Elektrik bedeutet mind. veraltete Elektrik. Heute versteht man unter "ausreichend Steckdosen" was anderes als damals. Drehstrom (3-Phasen-Wechselstrom) war nicht Standard in Wohnungen, heute schon.

Also ich muss sagen, der ehemalige Hausbesitzer (und Erbauer) war seiner Zeit voraus. Wir haben wirklich viele Steckdosen. An einigen Stellen vielleicht zu viele. :-)
Mit "3-Phasen-Wechselstrom" bzw. "Drehstrom" meinst du sicherlich die Leitung für den Herdanschluss oder? Bzw. die roten Steckdosen mit 5 Adern (auch als Starkstrom bekannt)? Davon habe ich einige im Haus. 2-3 im Keller und in der Garage. Der Herd ist auch an einer 5-Adrigen Leitung angeklemmt. (Bin nicht gerade Elektrik-Affin, verzeih mir falls ich Unsinn erzähle).

Sicherungskasten wird auch veraltet sein. Das muss nicht gleichbedeutend mit "nicht mehr sicher" sein, aber wenn man schon renoviert, dann möglichst vollständig und nicht etappenweise. Dann bitte auch Arbeiten vorziehen, die absehbar aber noch nicht direkt fällig sind. Oder stehst du auf öfters Bauenstellen im Haus? Ich nicht. Mir ist 1x richtig viel Dreck und Arbeit lieber als immer wieder Wände aufreißen aus unterschiedlichen Gründen.
Da liegst du richtig. Die Sicherungskästen sind veraltet und haben noch alte Porzellansicherungen. Werde da mal einen Elektriker drüber schauen lassen.

Ist natürlich eine Frage der Gesamtbedingungen, wann welche Arbeiten sinnvoll und finanzierbar sind. Es sollten nur möglichst keine Sanierungen im laufenden Mietverhältnis erforderlich werden. Mieter reagieren meist ziemlich angefressen auf Baustellencharm in ihrer Bude.
Das wäre ich wohl auch. :D

Leider wenige. Im Idealfall Empfehlung aus dem Umfeld. Ansonsten wäre es ratsam, sich mal den Tätigkeitsbereich des StB vorab anzuschauen. Wie immer gilt bei solchen Berufen, dass nicht jeder alles kann und dass eigene, praktische Erfahrung nicht zu unterschätzen ist.

Wie auch bei Anwälten, Notaren und ähnlichen Tätigkeiten ist es außerdem meist ein gutes Zeichen, wenn der Experte nicht mit allen deinen Ideen euphorisch einverstanden ist. Wenn die Sache so einfach wäre, dass die Auskunft des Steuerberaters ein plattes "kein Problem" sein könnte, dann bräuchte man ihn schließlich gar nicht.

Das ist ein guter Tipp. Werde mich mal durchtelefonieren und mal ganz subtil fragen wie viele Immobilien sie selbst besitzen und verwalten.:smile020:

Gruß
Crush
 

ehrenwertes Haus

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Mit "3-Phasen-Wechselstrom" bzw. "Drehstrom" meinst du sicherlich die Leitung für den Herdanschluss oder?
Ja.

Also ich muss sagen, der ehemalige Hausbesitzer (und Erbauer) war seiner Zeit voraus. Wir haben wirklich viele Steckdosen. An einigen Stellen vielleicht zu viele. :-)
Super :)

Die Sicherungskästen sind veraltet und haben noch alte Porzellansicherungen.
Das fliegt bei mir grundsätzlich raus, egal ob noch sicher oder nicht.
So langsam ist mein Mieterklientel auch mit den Keramiksicherungen überfordert, kennen die nicht mehr. Retro kommt in dem Punkt meist nicht gut an.
 

taxpert

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Leider wenige. Im Idealfall Empfehlung aus dem Umfeld. Ansonsten wäre es ratsam, sich mal den Tätigkeitsbereich des StB vorab anzuschauen. Wie immer gilt bei solchen Berufen, dass nicht jeder alles kann und dass eigene, praktische Erfahrung nicht zu unterschätzen ist.
Da muss ich Dir jetzt leider ein wenig widersprechen!

Ohne irgendjemand auf die Füße treten zu wollen, aber es handelt sich hier um einen Pillepalle-Fall, den JEDER StB auf dem Kasten hat. Auch der Beratungsbedarf ist hier sehr übersichtlich, denn es gibt praktisch keinen Gestaltungsspielraum! Ja, es gibt den §6 Abs,1 Nr.1a EStG mit seiner 15%-Grenze! Ja, wir können schon mal eine Kaufpreisaufteilung durchspielen, eine Garantie, dass das FA das ebenso sieht kann man nicht geben! Wann die 15% überschritten sind, sollte man selber ausrechnen können, ob weiterer Aufwand in den kommenden 2 Jahren dazu kommt, kann die eigene Glaskugel genauso gut vorhersagen, wie die des StB's!

Ein solches Beratungsgespräch wäre sicherlich VOR Erwerb der Immo sinnvoll gewesen und mit Kosten im unteren dreistelligen Bereich angesiedelt gewesen.

Grundsätzlich wird man KEINEN Berater bundesweit finden, der sich auf V+V-Einkünfte spezialisiert hat! Deswegen ist eigentlich auch das ...
...mal ganz subtil fragen wie viele Immobilien sie selbst besitzen und verwalten.
... ziemlicher Unsinn.

Für die SteuerERKLÄRUNG ist hier ein StB sicherlich sinnvoll, zumindest für die erste Erklärung, da auf Grund der teilweisen Eigennutzung gewisse Aufteilungen zusätzlich zu machen sind. Hier sollte man sich aber bewußt sein, dass eine solche Erklärung (Nichtselbständige Tätigkeit und ein V+V-Objekt) mit Sicherheit NICHT von StB, sondern von der/dem Fachangestellten oder sogar dem Lehrmädchen gemacht wird!

Wenn man einen Tipp geben kann, dann zum einen ...
Im Idealfall Empfehlung aus dem Umfeld
Wobei das hier wie bei Fachärzten ist: Was bei A gepasst hat, muss bei B noch lange nicht passen!
Zum anderen empfiehlt es sich den Berater möglichst heimatnah zu wählen. Einerseits sind kurze Wege auch im Zeitalter der elektronischen Kommunikation immer gut (schließlich müssen bei einem V+V-Objekt auch mal größere Mengen Paiper bewegt werden!), andererseits kennt der StB die örtlichen Gegebenheiten, was bei einem V+V-Objekt nie falsch sein kann!

sich mal den Tätigkeitsbereich des StB vorab anzuschauen
Du wirst als Schwerpunkte immer nur etwas finden wie: Freiberufler, Gewerbetreibende, Personengesellschaften, Nachfolgeregelungen, etc.. Also alles das, mit dem man wirklich Geld verdient (Buchführung, Jahresabschluss, Gesellschaftsverträge, etc.). Du darfst den StB nicht so sehr mit einem RA vergeichen, als eher mit einem Arzt. Der Fall von @Crush wäre dann etwa eine heraufziehende Erkältung, die eventuell auch eine Grippe sein könnte! Ein Besuch beim Allgemeinarzt ist dann sicherlich sinnvoll, bevor man lange mit Hausmittelchen rumprobiert! Aber man muss sich bestimmt nicht auf die Suche nach einem Lungenspezialisten machen!

Den "Lungenspezialisten" brauchst Du, wenn Du deine 15 ETW jeweils in eigene GmbHs einbringen willst, die Du dann per sidestream merger unter Formwandlung zu einer gewerblich geprägten GmbH & Co KG umwandelst, die per upstream merger auf die Mutter-Holding AG verschmolzen wird und dann in eine vermögensverwaltende GmbH & Co KG umgewandelt wirfd und Du wissen willst, welche grest-lichen Folgen und erbst-lichen Vorteile das hat!

taxpert
 

Andres

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Danke, @taxpert, für deine Erklärungen! Ich möchte kurz ergänzen, warum ich geschrieben habe, was ich geschrieben habe. ;)

Ohne irgendjemand auf die Füße treten zu wollen, aber es handelt sich hier um einen Pillepalle-Fall, den JEDER StB auf dem Kasten hat.

Ich habe persönlich einen StB erlebt, der in einem bilanzierenden Unternehmen den Unterschied zwischen Ausgabe und Aufwand in einer trivialen Fallkonstellation (es ging ganz profan darum, dass eine Abschreibung nicht aus den Barmitteln abfließt) überhaupt nicht einordnen konnte. Begründung: War langjährig für einen LHV tätig, berät auch jetzt überwiegend noch in diese Richtung, hatte mit solchen Fragen nie zu tun.

Ein anderer StB war völlig ratlos, wie es sich wohl mit dem Vorsteuerabzug für eine österreichische Rechnung verhalten könnte. Ähnliche Begründung: Kein Kontakt mit solchen Fragen, muss er nachlesen. Nach meinem Verständnis erklärt sich das schon aus dem Formular für die Voranmeldung ...

Das waren beides vielleicht nicht gerade Aushängeschilder ihrer Zunft. Es zeigt mir aber doch, dass komplett ohne Praxis auch einfache Fragestellungen kein Selbstläufer sind.


Du wirst als Schwerpunkte immer nur etwas finden wie: Freiberufler, Gewerbetreibende, Personengesellschaften, Nachfolgeregelungen, etc.. Also alles das, mit dem man wirklich Geld verdient (Buchführung, Jahresabschluss, Gesellschaftsverträge, etc.).

Ja, das ist ein guter Hinweis. Jemanden zu finden, der tatsächlich auf private V+V spezialisiert ist, halte ich auch für unmöglich, denn ich nehme die örtlichen Steuerberater genau so wahr, wie du es hier beschrieben hast. Ich habe aber vor einiger Zeit erfahren, dass mehrere mir bekannte Landwirte (im Nebenerwerb) beim gleichen Steuerberater sind. Der StB nennt das nicht öffentlich als Spezialisierung, aber im Ergebnis scheint es mir eben doch genau so zu sein.

Wegen dieser beiden Gedanken halte ich es nicht verkehrt, wenn man einen StB aussuchen könnte, der wenigstens gelegentlich mal in V+V berät. Dass der Fall dann einigermaßen simpel ist (Kaufpreisaufteilung skizzieren, dann überlegen, ob die Eigenleistung die Lage deutlich verbessert), nehme ich auch an.
 

Duncan

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Ich habe aber vor einiger Zeit erfahren, dass mehrere mir bekannte Landwirte (im Nebenerwerb) beim gleichen Steuerberater sind.
Ich habe einen Jagdbekannten mit eigenem Versicherungsbüro, der hat so gefühlte 80 % der Landwirte im 100 km Umkreis unter Vertrag, könnte man sicher als Spezialisierung mit tiefer Branchenkenntnis bezeichnen. Mein Steuerberater (der auch RA ist) ist halt auch Vermieter mindestens eines nennenswerten MFH mit 6stelligen Mieteinnahmen per anno - da bin ich mir ziemlich sicher, dass er da ein profundes Eigeninteresse hat immer auf dem laufenden Stand zu sein, bei allem was Steuern (und sonstige Rechtsgebung- und sprechung) rund um Vermietung angeht. Da ich in einer Kleinstadt verortet bin (man kennt sich, man unterhält sich, man unterstützt sich bei allem, was nach außen geht und führt Krieg im Inneren...) bin ich auch bei weitem nicht der einzige Vermieter, den er berät.

Ein gutes Gefühl bei der Zusammenarbeit ist halt auch unerlässlich, und halt auch ein StB der dir gelegentlich in den Mors tritt, Unterlagen und sonstige Informationen zeitnah bereitzustellen. Da da auch noch eine GmbH & Co. KG mit hinter hängt ist das halt der Mann, der dafür zuständig ist einen Steuerdofi, wie meinereiner vom Knast (und allzu hohen Steuerzahlungen) fernzuhalten...
 

Ferdl

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Bezüglich der Spezialisierung auf Landwirte, da ist steuerrechtlich so ziemlich alles anders als im Rest der Welt... bei allen (reichlichen) Unzulänglichkeiten bleib ich als Hauptberufslichter Ldw bei meiner "Landwirtschaftlichen Buchstelle" da die "freien" Stb zumindest hier in der Gegend dermaßen grottig bei dem Thema sind.
V&V ist da eigentlich ziemlich einfach.
 

taxpert

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Ich habe aber vor einiger Zeit erfahren, dass mehrere mir bekannte Landwirte (im Nebenerwerb) beim gleichen Steuerberater sind. Der StB nennt das nicht öffentlich als Spezialisierung, aber im Ergebnis scheint es mir eben doch genau so zu sein.
L+F ist -wie @Ferdl bereits gesagt hat- etwas "besonderes"! Hier wird auch bei uns seit einigen Jahren wieder die "Notbremse" gezogen, sprich die L+F-Fälle zentralisiert bei der Veranlagung erfasst. Unser Amt war lange Jahre bis zur Dezentralisierung für die Betriebsprüfungen bei Banken und Landw- und Forstwirten im gesamten Regierungsbezirk zuständig. Nach der Dezentralisierung hat jede Bp-Stelle ein bis drei Fachprüfer L+F, was zu einem erheblichen Verlust an Fachkompetenz geführt hat.

wenn man einen StB aussuchen könnte, der wenigstens gelegentlich mal in V+V berät.
Der §21 EStG ist nur ein sehr kleiner und noch dazu verhältnismäßig einfacher Teil des EStG! Da es nur sehr WENIGE Menschen gibt, deren Einkünfte ausschließlich aus V+V bestehen, es aber sehr VIELE menschen gibt, die neben den Einkünften aus V+V auch nichtselständige, gewerbliche, freiberufliche oder L+L-Einkünfte haben, hat JEDER StB ausreichend Kontakt mit dieser Einkunftsart!

Das waren beides vielleicht nicht gerade Aushängeschilder ihrer Zunft
Das mag grundsätzlich sein, aber deine Beispiele sind m.E.n. nicht aussagekräftig!

Du vermischt hier ...
Ausgabe und Aufwand
... zwei verschiedene Bereiche, nämlich Steuerrecht (Einnahmen und Ausgaben) und BWL (Aufwand und Ertrag). Auch wenn es sicherlich schön wäre, wenn der StB auch von BWL Ahnung hätte, so ist es steuerlich vollkommen egal -mit Ausnahme der GVR!- ob es sich bei einer "Ausgabe" um einen tasächlichen Geldabfluss oder nur um eine Vermögensminderung handelt. BWL kommt in der StB-Prüfung nicht vor und auch bei uns kann man mit etwa 25 Stunden BWL und 15 Stunden VWL im gesamten fachtheoretischen Studium nicht von einem Schwerpunkt sprechen!

Auch das Vorsteuervergütungsverfahren..
Vorsteuerabzug für eine österreichische Rechnung
...nach §18 Abs.9 UStG i.V.m. §§59ff UStDV (Zentralzuständigkeit beim BZSt) gehört nicht zum täglichen Brot eines StB oder Finanzbeamten!

taxpert
 
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