Renovierungspflicht bei Auszug - 30 Jahre nichts gemacht - es eilt :(

Diskutiere Renovierungspflicht bei Auszug - 30 Jahre nichts gemacht - es eilt :( im Schönheitsreparaturen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, eine etwas verzwickte Situation. Ich bitte um eure Ratschläge. Eine Mietergemeinschaft wohnt seit mehr als 30 Jahren in ihrer Wohnung,...

  1. #1 sun-shadow, 09.03.2018
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    Hallo,

    eine etwas verzwickte Situation. Ich bitte um eure Ratschläge.

    Eine Mietergemeinschaft wohnt seit mehr als 30 Jahren in ihrer Wohnung, die teils mit Rauhfaser, teils mit alten Mustertapeten gekleidet ist. Auf dem Boden liegt Linoleum.

    In dieser Zeit wurde nie etwas an Wand, Decke, Heizkörper und Türen gemacht. Nun sind die Mieter ausgezogen und haben die Wohnung in entsprechend schlechtem Zustand hinterlassen.

    Im MV ist nicht geregelt, in welchem Zustand die Mieter die Wohnung bezogen haben. Ein Einzugsprotokoll des früheren Eigentümers existiert nicht. Die Mieter möchten die alten Tapeten nicht entfernen und meinen, sie wären schon bei ihrem Einzug vorhanden. Ebenso argumentieren sie auch wegen dem Bodenbelag. Auch möchten sie nichts an den Heizkörpern und Türen machen.

    Da der MV eine starre Klausel über die Schönheitsreparaturen enthält, könnten sie sogar Recht haben.

    Allerdings wollten die Mieter vorzeitig aus dem MV entlassen werden. Der VM erlaubte dies unter der Voraussetzung, dass die Schönheitsreparaturen und die Beseitigung eventueller Schäden bis zum Tag X durchgeführt und die Wohnung inkl. dem Keller geräumt übergeben wird.

    Der Mieter hat für die Durchführung der Schönheitsreparaturen eine Zusatzfrist bis 2 Wochen nach Auszug und nur nach Absprache eingeräumt bekommen.

    Nun ist der Mieter vorzeitig zum Tag X ausgezogen. Die Bedingungen für die vorzeitige Entlassung sind nur zum Teil eingehalten worden. Der Keller ist noch nicht geräumt, einige Schönheitsreparaturen möchte er gar nicht durchführen, wie z. B. alte Tapeten entfernen, Türen und Heizkörper streichen und einige Wände ist er bereit auf seine Kosten streichen zu lassen.

    Der VM ist der Ansicht, unabhängig von der Regelung mit der starren Renovierungspflicht, mit dem Mieter eine neue Vereinbarung getroffen zu haben, in der der Mieter sämtliche Schönheitsreparaturen, und zwar unabhängig vom MV durchführt, wofür er im Gegensatz eher aus dem Mietervertrag raus darf. Nun möchte der Mieter aber weder die Reparaturen wie vereinbart durchführen (wohl wegen der starren Klausel im MV), noch die Miete für die reguläre restliche Vertragslaufzeit entrichten.

    Welche Ratschläge könnt ihr mir geben? Ich danke im voraus.
     
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  3. #2 sun-shadow, 09.03.2018
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    Ach ja, die eingeräumte "Zusatzfrist nach Absprache" für die Renovierung ist noch nicht abgelaufen.
     
  4. Andres

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    Dem würde ich vorsichtig zustimmen. Wozu sich der Mieter nun genau verpflichtet hat (und was der Vermieter im Gegenzug leistet), lässt sich ohne Kenntnis des genauen Inhalts dieser Vereinbarung nicht sagen.


    Nach 30 Jahren Überlassung dürften in der Wohnung ohnehin ein paar "Kleinigkeiten" anstehen (Elektro, Sanitär, Fenster, ...), sodass mich Schönheitsreparaturen mal wirklich überhaupt nicht interessieren würden.
     
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  5. Olbi

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    Lass ihn ziehen und hübsch die Wohnung selber auf.
    Dann hast Du es von Anfang an vernünftig. Sonst geht nachher die Diskussion über die Art der Durchführung los.

    Außerdem sieht eine frisch gemachte Wohnung für den Mietinteressenten gleich besser aus. Die Miete würde ich dann auch auf den aktuellen Stand ziehen.
     
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  6. Duncan

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    Die Schönheitsreparaturen kann der Mieter sich klemmen, nach 30 Jahren braucht die Wohnung eh eine grundhafte Sanierung. Vorzeitiges Entlassen aus dem Mietvertrag regelt man immer direkt in Bar- oder Sachwerten, nie in "schwammigen" Währungen die unterschiedliche Auslegung ermöglichen.
     
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  7. #6 immodream, 09.03.2018
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    Hallo,
    wenn ein Mieter 30 Jahre bei mir wohnen würde, hätte er nicht nur seine Schönheitsreparaturen sondern eigentlich einen Kernsanierung bereits mehrfach bezahlt.
    Ich weis nicht , wie der Zustand der elektrischen Anlage, Badezimmer und sonstige Ausstattung ist .
    Ich stelle mir vor, das in dieser Wohnung etwas mehr als neu tapezieren und Türen und Heizkörper streichen gemacht werden muß.
    Da wäre es für mich Blödsinnig, vor einer umfangreichen Sanierung den Mieter neu tapezieren zu lassen.
    Und wie mieterseits gestrichene Türen und Heizkörper oft aussehen, hab ich oft genug erlebt.
    Also raus mit dem Mieter und in Ruhe fachgerecht und nachhaltig renovieren / sanieren .
    Und dann zur aktuell höchstmöglichen Miete weitervermieten.
    Grüße
    Immodream
     
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  8. #7 sun-shadow, 09.03.2018
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    Ich denke, dass die Sache in einem persönlichen Gespräch einvernehmlich geregelt werden kann, ohne sich stur auf Paragraphen zu beziehen. Dankeschön für die Antworten.
     
  9. Berny

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    Renovierungspflicht bei Auszug - 30 Jahre nichts gemacht - es eilt :(
    Dann wird es Zeit, dass Du etwas machst: Lass' doch den Mieter ziehen und freu' Dich, dass Du viel Geld bekommen hast! Wieso überhaupt Renovierungspflicht...?
     
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Thema: Renovierungspflicht bei Auszug - 30 Jahre nichts gemacht - es eilt :(
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