Reparaturkosten bei WEG

Dieses Thema im Forum "Steuer - Vermietung und Verpachtung" wurde erstellt von sumio, 28.06.2015.

  1. sumio

    sumio Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    28.06.2015
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    bevor ich bei meiner Einkommensteuererklärung unnötigen Aufwand betreibe, wollt ich mal fragen, wie andere das so machen. Es geht um Instandhaltungskosten bzw. wie ich sie von der Steuer absetze.

    Nach meinen Recherchen muss ich sie bei elsteronline in der Anlage V der Einkommensteuererklärung unter Nr 41 (auf bis zu 5 Jahre zu verteilende Erhaltungsaufwendungen) eintragen. Insbesondere muss ich Angaben zu Rechnungsaussteller und Rechnungsdatum machen. Da es sich um ein Mehrfamilienhaus handelt, bei dem Instandhaltungsarbeiten durch eine Hausverwaltung geregelt werden, habe ich natürlich keine entsprechende Rechnung in meinen Unterlagen. Alles was ich habe, ist eine tabellarische Wohngeldabrechnung. Ich müsste also theoretisch erst die Rechnung von der Hausverwaltung anfordern und dann dem Finanzamt noch irgendwie mitteilen, welcher Anteil am Gesamtbetrag der Rechnung auf mich entfällt. Geht das nicht ein bischen weit?

    Überhaupt habe ich für alle nicht umlagefähigen Kosten von der Hausverwaltung ja nichts weiter als eine knappe Bezeichnung und den Betrag. Anhand dessen kann ich schwer entscheiden, ob beispielsweise

    "Instandhaltung/Sanitärrep" oder "Fliesenarbeiten Caddytreppe" den Instandhaltungskosten zuzurechnen sind, oder ob sie den Wert des Gebäudes erhöhen, und damit Herstellungskosten sind.

    Muss man wirklich jeden einzelnen Posten der umlagefähigen und nicht umlagefähigen Kosten einzeln in der Steuersoftware angeben?

    Und wo ich schon mal dabei bin - kann mir jemand sagen ob und wo ich "Sachverständigenkosten" und "Rechtskosten" steuermindernd eintragen kann?
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. sara

    sara Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.03.2013
    Beiträge:
    1.448
    Zustimmungen:
    200
    Ort:
    NRW
    normalerweise werden die in der Nr.39 eingetragen und direkt abgezogen. Nur bei hohen Investitionen kann man sie auch über 5 Jahre verteilen.

    Ich habe zwar keine Eigentumswohnungen, aber ich würde diese Wohngeldabrechnung kopieren, die entsprechenden Beträge der Instandhaltungskosten markieren, Summe bilden und so beim Finanzamt einreichen.
    Du musst auf jeden Fall die Belege beim Finanzamt einreichen, das geht nicht online.
    Aber kompliziert musst du es auch nicht machen...

    Nein nur die gesamte Summe, wie oben beschrieben.

    Das würde ich unter Sonstiges eintragen.
    Erläuterung auch auf einer Anlage separat.
     
  4. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Theoretisch, ja. Praktisch sollte es eine Aufstellung geben, was genau aus der Instandhaltungsrücklage abgeflossen ist und wozu. Wie will man den Jahresabschluss sonst prüfen?
     
  5. sumio

    sumio Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    28.06.2015
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Hallo sara & Andres,

    Du hast recht, das hatte ich übersehen. Leider muss ich auch hier angaben zu Firma und Rechnungsdatum machen.

    Also wenn die Elsteronline Software sogar Firma und Rechnungsdatum verlangt, kann das mit dem Summe bilden nicht klappen. Zumindest in Nr.39 (oder ggf auch 41) ist eine Summe nicht vorgesehen. Außerdem hatte ich auch eher an die Summe aller nicht umlagefähigen Kosten gedacht. Mir dämmert aber, dass das wohl nicht gehen wird. Schon alleine weil sonst auch Zuführungen zur Instandhaltungsrücklage regelmäßig integriert wären. Die Rücklage darf aber erst abgesetzt werden, sobald sie tatsächlich verwendet wurde.

    Danke! Ich hatte inzwischen aber hier noch gelesen, dass Prozesskosten i.d.R. zu den Werbungskosten zählen (Elsteronline Nr 46) oder unter Umständen zu den Herstellungkosten gerechnet werden. Langsam verlier ich den Durchblick :)

    In meiner Aufstellung zur Rücklagenentwicklung 2014 steht noch einmal genau dasselbe. Eine knappe Bezeichnung, wie zB "Entnahme Rücklage Sachverständigenk" und der Entsprechende Gesamtanteil sowie mein Anteil zu jedem Posten. Dabei fällt mir auf, dass Instandhaltungarbeiten dort nicht auftauchen, ergo nicht aus der Rücklage bezahlt wurden. Spielt aber wohl für die Einkommensteuererklärung keine Rolle.

    Ich habe immernoch das Gefühl, wenn ich alles ganz korrekt machen will, bleibe entweder auf einigen Posten sitzen (bzw kann sie nicht einkommensmildernd anrechnen) oder muss mir Rechnungskopien für jeden dieser Posten schicken lassen

    Instandhaltung/Sanitärrep.
    Fliesenarbeiten Caddytreppe
    Instandhaltung/Rep. Schiebetor

    ...dann alles an das Finanzamt weiter leiten. Die entsprechenden Einträge in Zeile 39 der Anlage V machen. Wo allerdings nur von "Gesamtbetrag" die Rede ist. Ich bin mir mehr als unsicher, ob ich da einfach meinen Anteil an der Gesamtrechnung eintragen darf. Außerdem müsste ich noch in Erfahrung bringen, um was für einen Rechtsfall es im Zusammenhang mit den Posten

    Rechtskosten Anwalt XY
    Sachverständigenkosten

    ging. Denn wenn es um das Mietverhältnis geht, sind es Werbungskosten, wenn es um Streit mit Gewerken geht müssen sie unter Umständen den Herstellungskosten zugeordnet werden.

    Bekommt überhaupt noch jemand außer mir eine Wohngeldabrechnung und dröselt die Kosten für seine Einkommensteuererklärung auf (ohne Steuerberater)? Auch die Tatsache, dass die Hausverwaltung die Abrechnung erst im Juni rausgeschickt hat, obwohl Ende Mai die Steuererklärung abgegeben werden muss, lässt mich daran zweifeln, dass es noch andere Eigentümer in meiner Situation gibt...
     
  6. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Warum wurde prozessiert?


    Wunderbar, das reicht.


    Richtig. Aus welchem Topf das Geld abfließt, ist völlig egal.


    Nein, gegenüber dem Finanzamt gelten die Abrechnungen, die dir die WEG schickt, als Nachweis. Vielleicht ist die Abrechnung falsch, aber das ist ein anderes Thema.


    Ich wollte den Beitrag von sara nicht noch einmal komplett wiederholen, weil ich ihm zustimme: Du darfst. Auf einem Beiblatt erläutert man dann, aus welchen einzelnen Positionen sich dieser Betrag zusammensetzt.


    Simple Frage: Hattet ihr irgendwelche Gewerke, die Herstellungskosten verursacht haben?


    Für die ESt eine Fristverlängerung zu beantragen, ist so ziemlich die normalste Sache der Welt.
     
  7. sumio

    sumio Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    28.06.2015
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Eine Mieterin soll für Renovierungskosten wegen Schimmel aufkommen. Sie will nicht zahlen, weil sie die Ursache bei mangelhafter Dämmung sieht. Ist also ein Rechtsstreit mit einer Mieterin und dürfte daher erstmal nichts mit Herstellugskosten zu tun haben.

    Danke! Ich hatte dazu auch gerade ein Telefonat mit meinem FA. Die Bearbeiterin hat mir empfohlen, Instandhaltungskosten in Zeile 39 "Voll abzuziehende Erhaltungsaufwendungen" einzutragen und die Felder für Rechnungsdatum und Rechnungsaussteller leer zu lassen. Wichtig ist wie du schon sagst nur die Wohngeldabrechnung als Anhang.

    Missverständnis? Mit Gesamtbetrag meinte ich den, den die Handwerkerfirma für eine bestimmte Leistung berechnet hat. Mit Anteil meinte ich den, der davon auf mich als Teil der WEG entfällt. Ich vertraue da jetzt auf den Rat der FA-Mitarbeiterin und trage einfach nur meinen Anteil ein. Fasse aber die 3 versch Posten zu Instandhaltungsarbeiten NICHT zu einem zusammen, damit man es leichter auf der Wohngeldabrechnung zuordnen kann (und ich muss kein Beiblatt anfügen).

    Ok, wenn meine Hausverwaltung, mein FA und du das so sehen schließ ich mich euch an :)
     
  8. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Ich sehe nicht einmal im Ansatz, wie diese Prozesskosten jemals Herstellungkosten werden sollen.


    Naja, das ist ja leicht zu berechnen, selbst wenn es einmal nicht ausdrücklich ausgewiesen sein sollte.
     
  9. sara

    sara Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.03.2013
    Beiträge:
    1.448
    Zustimmungen:
    200
    Ort:
    NRW
    Das hatte ich so auch nicht gemeint, klar geht es immer nur um deine Kostenanteile bei deiner Steuererklärung. Also die Summe der verschiedenen Posten für Instandhaltungen die dir zugerechnet wurden.
    Aber Andres hat das alles schon gut nochmal erklärt.
     
  10. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.392
    Zustimmungen:
    1.418
    Ort:
    Mark Brandenburg
Thema:

Reparaturkosten bei WEG

Die Seite wird geladen...

Reparaturkosten bei WEG - Ähnliche Themen

  1. Reparaturkosten für feste Heizkörperthermostate

    Reparaturkosten für feste Heizkörperthermostate: Hallo liebe Community, ich habe wieder mal eine Frage und zwar rufen mich im Moment vermehrt meine Mieter an, die Heizkörperthermostate seien...
  2. Wer trägt Reparaturkosten etc.

    Wer trägt Reparaturkosten etc.: Es handelt sich um ein Mietshaus mit 7 Wohnungen, das ich vor 5 Jahren von meinem Vater geerbt hatte. Mein Vater hatte 2008 eine SAT Anlage...
  3. Reparaturkosten bei Etagenheizung

    Reparaturkosten bei Etagenheizung: Ich habe eine zwei-Zimmerwohnung in einem Einfamilienhaus vermietet. Die Wohnung verfügt über eine Etagen-Heizung mit Gastherme. Der Mieter zahlt...
  4. Reparaturkosten, wer zahlt?

    Reparaturkosten, wer zahlt?: hallo vermieter-gemeinde, ich bin noch nicht lange besitzerin einer kleinen vermieteten eigentumswohnung. wer kann mir helfen? wo bekomme ich...
  5. Reparaturkosten Heizanlage

    Reparaturkosten Heizanlage: Hallo Leute, ich habe eine kurze Frage. Kann ich die Reparaturkosten für die Heizungsanlge auf meine Mieter umlegen?? Ich danke euch schon mal...