Risse im Putz = Vermietersache?

Diskutiere Risse im Putz = Vermietersache? im Kleinreparaturen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, ich bin "flammneu" hier im Forum und winke zunächst mal freundlich in die Runde... :-) Zu meiner akuten Frage: Mein Vater hat...

  1. #1 Spekula, 05.05.2017
    Spekula

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    Hallo zusammen,

    ich bin "flammneu" hier im Forum und winke zunächst mal freundlich in die Runde... :-)

    Zu meiner akuten Frage: Mein Vater hat mir eine Immobilie vererbt. Baujahr 1912; kernsaniert in 2001. Der frühere Mieter ist nach rund 15 Jahren Mietdauer ausgezogen. Er hat mir die Wohnung beim Auszug im April 2016 frisch gestrichen übergeben, wie es im Mietvertrag stand. So weit, so gut.

    Der neue Mieter wohnt seit Juni 2016 in der Wohnung und bemängelt nun, dass sich in nahezu allen Räumen (und das sind viele, denn wir reden über fast 200 qm Wohnfläche) Risse in nahezu allen Ecken sowie an den Übergängen von Wand zu Decke bilden. Die Decken und Wände (Gipskartonplatten) sind nicht tapeziert, sondern nur verputzt und gestrichen. Der Maler hat seinerzeit bei der Sanierung offenbar keinen Vlies auf die Übergänge der Gipskartonplatten aufgeklebt. Hieraus resultiert wohl die Rissbildung, wie ich vermute.

    Der Vormieter (selbständiger Architekt) hatte diese Risse ebenfalls, wie er mir nun telefonisch bestätigte. Er hat diese aber nie bemängelt, da sie ihn nicht sonderlich störten.

    Die Risse waren während des Einzugs des neuen Mieters nicht sichtbar, da der Vormieter erst kurz zuvor die Wohnung komplett neu gestrichen hat und die Risse "übermalt" waren.

    Dem neuen Mieter habe ich als Vermieter eine tapezierfähige Oberfläche hinterlassen. Daher sind die Risse - welche ja nur einen optischen Mangel darstellen - Problem des neuen Mieters und nicht Sache des Vermieters. Wenn es den Mieter stört, so muss er auf seine Kosten eine Lösung finden. Sehe ich das richtig?

    Ich freue mich auf Eure Meinungen.

    Freundliche Grüße,
    Spekula
     
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  3. #2 dots, 05.05.2017
    Zuletzt bearbeitet: 05.05.2017
    dots

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    Bevor mir ein Mieter meine Wände und Decken mit wahrscheinlich möglichst billigster und evtl. ungeeigneter Dreckszeug-Pampe versaut, würde ich da lieber selbst beigehen wollen.
    Ich würde, wenn ich die Wahl hätte, dem Mieter keine Erlaubnis dafür geben.

    Und immer daran denken: Der Mieter hat kein Interesse daran, dass das die nächsten 50 Jahre hält. Dementsprechend wählt er das Material aus und dementsprechend führt er die Arbeiten aus, wenn er es selbst macht.
     
  4. #3 Sweeney, 05.05.2017
    Zuletzt bearbeitet: 05.05.2017
    Sweeney

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    Obwohl der Vormieter die Wohnung kurz vor Auszug komplett neu gestrichen hat, wurde ein unrenovierter Zustand der Mietsache im Protokoll mit dem Nachmieter festgehalten? Verstehe ich das richtig?

    Eigentlich sollte es doch kein Problem darstellen, den Setzrissen mit Acryl zu begegnen.
     
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  5. AJ1900

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    Sache des Vermieters sind die Risse schon, es ist nur die Frage, welche Konsequenzen daraus erwachsen. Wenn es sich em einzelne Risse handelt, könnte man wohl was machen, aber das bei einer 200qm Wohnung? Da würde ich wahrscheinlich eher darauf warten bise der Mieter auszieht, und das dann ordentlich machen.
     
  6. Duncan

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    Der Maler hat also fachlich vollkommen richtig die Anschlüsse zu den Bauteilen flexibel gelassen und dort wahrscheinlich seinerzeit eine Acrylfuge gesetzt. Diese ist überstreichbar, aber wie auch z.B. Silikonfugen, eine typische Wartungsfuge. D.h. die muss man alle paar Jahre mal erneuern. Ein Architekt sollte so etwas wissen, aber das ist eine Arbeit die typischer Weise nicht der Wohnraummieter schuldet.
    Eine Vliesbrücke bringt man nur in die Verbindung GK-Platte zu GK-Platte ein.

    Wenn du schreibst, dass die Wände tapezierfertig sind, bist du dir da wirklich sicher? Sind die vor dem Streichen Grundiert worden? Nicht das die wirklich jemand tapeziert und dann beim entfernen der Tapete die halbe Wand mitkommt...

    Also mal einen Karton mit Acrylkartuschen, Flasche "W5-Wasser" und die Kartuschenpresse unter den Arm nehmen und einen Tag investieren...
     
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  7. #6 BHShuber, 05.05.2017
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    Hallo,

    nein das siehst du ganz und gar falsch, denn wenn die Risse bei Anmietung der Wohnung sichtbar gewesen wären und der Mieter die Wohnung dennoch angemietet hätte in dem Wissen, dass diese Rissbildung vorhanden ist, könnte er jetzt den optischen Mangel nicht rügen.

    Zu berücksichtigen ist insofern auch ob der Mangel erheblich ist oder eben nur kleine, feine kaum sichtbare Spannungsrissen zu sehen sind, dies kann man so jetzt hier nicht beurteilen.

    Die Risse waren aber nicht zu sehen so durfte der Mieter davon ausgehen, dass die Wohnung auch optisch seinen Vorstellungen entspricht.

    Es kommt nun sehr darauf an in welchem Ausmaß diese Risse oder Spannungsrisse in der Tat einen optischen Mangel an der Mietsache darstellt und in wie weit hier der Vermieter eingreifen muss und soll und wie Sweeny schon geschrieben hat, wäre Acryl jetzt die erste Wahl, gibt es auch in Weiß um zumindest die Optik schon mal zu verbessern und die Risse zu schließen.

    Man kann durchaus davon ausgehen, dass sich nun nach all der Zeit eine gewisse Stabilität eingestellt hat, sodass es unter Umständen völlig ausreichend sein wird mit Acryl zu arbeiten. Zugegeben, es kommt auch auf das Heiz- und Lüftverhalten des Mieters an, die Temperaturunterschiede könnten erneut Spannungen aufkommen lassen und neue Risse sichtbar werden, verhindern kann man das nur mit speziellen Schienen, die unter die Stoßkanten eingebracht werden oder eben mit Putznetzen, Seidentapete wäre auch noch ein Wahl.

    Gruß
    BHShuber
     
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Thema: Risse im Putz = Vermietersache?
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