Rohrwärmeabgabe VDI 2077

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von M.St., 17.06.2011.

  1. M.St.

    M.St. Gast

    Liebe Leser, ich zahle für meine 57 qm große Wohnung pro Jahr ohne Heizungsstrom und Warmwasser ca. 1700 Euro. 2009 wurde die Wohnung geprüft nach VDI-Kriterien: Ergebnis Erfassungsrate 19%, Verbrauchsspreizung 0,96, Anteil Niedrigverbraucher 13%. Abgerechnet wird 30% nach Grundfläche und 70% nach Verbrauch. Auch sämtliche andere Nebenkosten der Heizung wie z.B. Mietung Erfassungsgeräte, Erstellung Abrechnungen usw. werden mit diesem Schlüssel angesetzt.
    2010 bin ich in diese Anlage eingezogen und ich forderte Vermieter, Verwalter, Abrechnungsunternehmen auf, nach VDI 2077 für das Jahr 2010 zu prüfen. Diese Prüfung wird massiv abgelehnt, da das Ergebnis 2009 nicht aller drei Kriterien erfüllte. Allerdings könnten ja dieses Jahr alle drei Kriterien zutreffen.( 2008 und 2007 lagen die Erfassungsraten z.B. bei 15 bis 16%.)
    Es handelt sich um eine Einrohrheizanlage die 135 Wohnungen in 9 Häusern versorgt mit elektr. Heizkörperverteilern.
    Wer hat auch solche Probleme und weiss einen Rat?
     
  2. AdMan

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  3. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Die Entscheidung ob nach 2077 abgerechnet wird oder nicht liegt beim Eigentümer bzw. der Verwaltung. Es gibt keine Pflicht so abzurechnen. Selbst wenn alle Kriterien erfüllt sind.

    Beim Einzug hast Du die Höhe der Heizkosten gekannt bzw. hättest Dich informieren können. Beispielweise durch Einsichtnahme in den Energiepass der Immobile. Hinterher eine Änderung der Abrechnungsmodalitäten zu verlangen ist meist schwierig.
     
  4. M.St.

    M.St. Gast

    Rohrwärmeabgabe

    Hallo Heizer, sind Sie ein Vertreter der Abrechnungsfirmen, Hausverwalter oder Eigentümer? Oder kann es sein, dass Sie ein Niedrigverbraucher durch Rohrwärmeabgabe sind?
    Natürlich habe ich vor Abschließen des Mietvertrages nach den Heizkosten gefragt, allerdings liegen die Heizkosten für 2010 um 70% über den Kosten von 2009. In 2011 werden meine Heizkosten sicher auch wieder niederer als 2010 sein, da ich nach Erhalt der Heizkostenabrechnung für einige Wochen in einer anderen Wohnung untergekommen bin, um Heizkosten zu sparen. Im Herbst werde ich wohl auch nur noch das Minimalste heizen, werde frieren und zur Not mein elektrisches Heizgerät benutzen.
    Da diese ungerechte Abrechnungsweise ja schon seit bestimmt 12 Jahren besteht, wird natürlich jeder Vielverbraucher nach Erhalt seiner ersten Abrechnung sich überlegen, ob er die Heizung aufdreht oder doch lieber friert bzw. sich mit Mantel oder dicker Decke ins Wohnzimmer setzt.
    Meine Verbrauchseinheiten betragen das Viereinhalbfache des Durchschnittverbrauchs und ein Niedrigverbraucher ist erst dann ein Niedrigverbraucher, wenn er pro qm/Jahr ca. 3 Einheiten hat, im Vergleich, ich habe pro qm 90 Einheiten, wobei auch die Terrasse eingerechnet ist. Die meisten Wohnungen haben werder Terrasse noch Balkon.
     
  5. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Ich gehöre zur ersten Kategorie. Genauergesagt bin ich Techniker in einem Abrechnungsunternehmen und erstelle zum Beispiel Messkonzepte, kümmere mich um Fernauslesungen, stelle Bedarfsberechnungen an um die geeignete Zählergröße zu ermitteln und beschäftige mich auch mit Heizkosteneinsparung durch Energiemanagement.

    Mir ist es relativ egal ob Müller mehr bezahlt als Schulze oder umgekehrt. Für mich ist das oberste Ziel eine rechtlich sichere Abrechnung nach HKVO. Ziel ist es NICHT eine gerechte Abrechnung zu erstellen.

    Wie bereits erwähnt habe ich dieser Eigenschaft kürzlich einen Fachvortrag von Dr. Faulhaber besucht, der die 2077 verzapft hat. Bzw. den Teil mit der Rohrwärmeabgabe. Hier wurde auch nochmal betont, dass dies eine Kannbestimmung ist und kein Mieter den Eigentümer zwingen kann so abzurechnen.

    Aus technischer Sicht halte ich diese Abrechnungsmethode für höchst fragwürdig. Da aber einige Mandanten bereits danach gefragt haben, war es unumgänglich sich damit vertraut zu machen.

    Letztlich wird über die HKV Einheiten die Erfassungsrate bestimmt. Unterschreitet diese einen bestimmten Wert, werden die fehlenden Einheiten aufgefüllt und an die Niedrigverbraucher nach einem fragwürdigem Schlüssel verteilt. Unter dem Strich kann dann die Heizkostensumme durch wesentlich mehr Einheiten geteilt werden, wodurch diese deutlich billiger werden.

    Mit Verbrauchsabhängiger Abrechnung hat das dann nicht mehr viel zu tun, wird aber in der HKVO als solche betrachtet.

    Nach meiner unmaßgeblichen Meinung wäre es besser die Rohre, so weit möglich, zu isolieren oder ganz auf eine Messung zu verzichten. In beiden Fällen würden Kosten eingespart an statt zusätzliche zu erzeugen. Eine Abrechnung nach 2077 ist nämlich etwas teurer, da sie etwas mehr Aufwand verursacht.
     
  6. #5 Papabär, 07.02.2012
    Zuletzt bearbeitet: 08.02.2012
    Papabär

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    Vdi 2077

    Hallo Heizer,

    sorry wenn ich mich jetzt mal in diesen adligen Thread einklinke (- ist sonst nicht meine Art), aber ich bin grad´ über folgende Aussage gestolpert.

    Bislang bin ich um diesen ganzen VDI 2077-Kram gut drum rum gekommen ... nun habe ich einige Widersprüche von div. Mietervereinigungen, ABM- und StB-Anwälten auf dem Tisch die unter anderem mit dieser Abrechnungsmethodik argumentieren.

    Im Web habe ich besagte VDI als Volltext-pdf. leider vergeblich gesucht und meine "Freunde" von der T****em haben mir zwar einen hübschen Flyer übersandt, nur dabei leider irgendwie das Thema verfehlt ... ich will ja gegen die Verwendung dieser Norm argumentieren, nicht dafür. :heul

    Du hast für Deine Aussage doch bestimmt ´ne Quellenangabe in der Hinterhand, gell? Wie lauten die Kriterien genau und was ist mit "Erfassungsrate" gemeint ... das Verhältnis der abgelesenen HKV´s zu der gesamten Anzahl vorhandener HKV´s?



    P.S.:
    Damit meine ich solche Rechtsanwälte, die meist gleich mehrere Mieter vertreten, z.T. unqualifizierte Widersprüche in Serie schreiben, was mir einen Haufen Arbeit für nix bereitet. Oft sind diese Widersprüche jedoch geeignet für die Aufnahme in meine Stilblütensammlung (irgendwann mach´ ich daraus ein Buch, veröffentliche es und werde doch noch reich :smile003:).
     
  7. Heizer

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    Naja dann gucke doch einfach mal in die HKVO §7.1. Da steht an einer nicht ganz unwichtigen Stelle "kann".

    Im Juristendeutsch nennt man sowas "Kannbestimmung" oder so ähnlich.

    In der VDI 2077 steht bei den Bedingungen "wird empfohlen".

    Ich habe auch schon einen Einspruch diesbezüglich vom MB mit "unterstützung eines Dipl.-Ing." auf dem Tisch gehabt. Ich berichtete im Stammtisch. Nach meiner Argumentation mit der Kannbestimmung wollte der Dipl.-Ing auf einmal nix mehr von 2077 wissen.

    Bisher ist mir keine Rechtssprechnung bekannt wo nach ein Eigentümer zur Abrechnung nach 2077 verurteilt wurde. Ist aber auch noch etwas früh dafür.

    Die Bedingungen sind u.a. weniger als 34% Erfassungsrate. Grob kann man diese an Hand der HKV Einheiten multipliziert mit einem Typspezifischen HKV Faktor, der beim Hersteller zu erfragen ist, mit der gelieferten Wärmemenge ins Verhältnis gesetzt.

    Dieser Faktor ist meist 1 oder 0,9-1,1 so in der Gegend.

    Wurden beispielsweise 100.000kWh Gas, Fernwärme oder was auch immer für ein Energieträger geliefert und hat man in der Summe beispielsweise 35.000 HKV Einheiten, so ergäbe das bei Faktor 1 eine Erfassungsrate von 35% und es dürfte nicht nach 2077 abgerechnet werden. Denn 1 HKV Einheit ergibt lt. EN 834 näherungsweise 1 kWh vom Heizkörper abgegebene Wärmemenge, wenn der Bewertungsfaktor richtig ermittelt wurde.

    Bei dieser Berechnung müssen allerdings noch Heizkörper berücksichtigt werden, die nicht mit Verteilern ausgestattet sind. Beispielsweise in Treppenhäusern oder Allgemeinräumen. Diese ungemessene Wärmeabgabe sind ja keineswegs Rohrwärme sondern gewollte Heizkörperwärme, die absichtlich nicht erfaßt wird.
     
  8. #7 Papabär, 08.02.2012
    Papabär

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    Äh, ... Ja?
    Das hätte ich in diesem Zusammenhang nie beachtet.


    Oh, danke für das Beispiel ... mit dem Begriff HKV-Einheiten habe ich schon wieder die Stückzahl der HKV assoziiert. Aber es sind augenscheinlich Verbrauchseinheiten gemeint.

    Da werde ich wohl morgen mal einen Rundruf nach diesen gerätespezifischen Faktoren machen.


    Na, sowas habe ich in meinem Bestand zum Glück nicht.


    Vielen Dank nochmal!!

    Gruß
    Papabär (der sich gerade wundert, warum die bestellte Neuauflage der HKVO noch nicht geliefert wurde ... "ich kann hier so nicht arbeiten!")
     
  9. Heizer

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    Ich meinte eigentlich:

    "In Gebäuden, in denen die freiliegenden Leitungen der Wärmeverteilung überwiegend ungedämmt sind und deswegen ein wesentlicher Anteil des Wärmeverbrauchs nicht erfasst wird, kann der Wärmeverbrauch der Nutzer nach anerkannten Regeln der Technik bestimmt werden. "

    Diese Formulierung zielt bekanntlich auf die 2077 ab. Und hier ist als "wesentlicher Anteil" 66% definiert.
     
  10. M.St.

    M.St. Gast

    Rohrwärmeabgabe

    Die Fragen und Anworten zeigen, dass die Information zum Thema ziemlich lückenhaft ist.
    Vielleicht sollte der Fragesteller erst mal seine Heizungsdaten offenlegen.
     
  11. #10 Papabär, 17.04.2012
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Falls Du mich damit meinst ... ich habe meine Lücken bereits geschlossen, ich hab´ endlich die vor gut einem Jahr georderte 45. Auflage Mietrecht bekommen.
     
  12. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Dann klär uns doch mal auf.
     
  13. Louie

    Louie Gast

    Die Hütchenspielertricks bei der Heizkostenabrechnung

    In der VDI 2077 ungeklärte Fragen:
    Klare Verhältnisse beseitigen unliebsame Probleme und sorgen für ein gedeihliches Miteinander.

    Ich wende mich aus diesem Grund an Sie alle weil ich nirgends im Netz Informationen zu folgenden Problemen der Heizungsabrechnung gefunden habe.

    Hier die Fakten:
    Ich werde diese Grundsätzlichen Fragen einmal am Beispiel der WBS 70 - DDR Neubauten in Ostdeutschland schildern.

    Ich frage mich wie hoch waren die Vorlauftemperaturen dieser Wohnungen zu DDR-Zeiten, wo man maximal eine Raumtemperatur von +22°C bei günstigem Wetter und ständig voll aufgedrehten Heizkörperventilen in der Wohnung erreichen konnte.
    Jetzt werden die Temperaturen (+21 bis +23°C) allein schon durch die Rohrwärme erreicht.

    Wie sahen damals (vor 1990) die Heizkurven und Vorlauftemperaturen aus?

    Es ist schon verwunderlich das heute diese Temperaturen allein durch die Rohrwärme erreicht werden, ohne daß man die Heizkörper anstellen muß.

    Deshalb hier meine offenen Fragen zur Heizkostenabrechnung, zu denen ich bisher keine Antworten fand.

    1.) In welchem Umfang muß ein Mieter die Beheizung der Wohnung mittels Heizkörperthermostatventil an den Heizkörpern regeln können von - bis °C. (zB. 16 - 24°C Raumtemperatur bei Einrohrheizungen)

    2.) Ab wann zählen Heizkörper als nicht regelbar?
    (Wann ist bei nicht regelbarbarer Beheizung der 15% Abzug bei den Heizkosten möglich?)
    Wenn zB. bei Einrohr-vertikal-Heizungsanlagen infolge allein der Rohrwärme die Raumtemperatur welchen Wert übersteigt? ZB. 16°C, 18°C, 20°C oder 22°C etc. pp.?

    3.) In welchem Bereich müßte die Raumtemperatur trotz Rohrwärmeabgabe (Einrohrheizung) regelbar sein um überhaupt von einer Regelbarkeit sprechen zu können? (zB. 16 - 24°C oder was sagen die anerkannten Regeln der Technik, Gesetzgeber und Richter dazu?)

    4.) Welche anerkannten Regeln der Technik müssen zur Abrechnung nach VDI 2077 eingehalten werden –
    bzw. wann muß die Abrechnung nach m² Grundfläche erfolgen?

    Nach meinen Erfahrungen sind Elektronische Heizkostenverteiler mit einem Fühler für Heizungsabrechnungen in o. g. Gebäuden (WBS 70) vollkommen ungeeignet, da diese nur 1/2,65 tel der von einem Heizkostenverteiler mit 2 Fühlern gemessenen Einheiten mißt. Das konnte ich zB. negativ nach einem Heizkostenverteilerwechsel von Kundo 202 S auf Kundo 201 S feststellen.

    Die Heizkostenverteiler entscheiden somit ob nach VDI 2077 abgerechnet werden muß oder normal abgerechnet werden kann.
    Unter solchen Verhältnissen wird sparsamen Mietern >>>nicht erfaßte Heizkörperwärme<<< als Rohrwärme untergejubelt, was zu einer Verdopplung der Heizkosten führen kann, denn in jedem Haus gibt es >>>Extremverbraucher<<< welche die Fenster ständig gekippt haben und die Heizungen auf voller Kraft laufen lassen etc. pp..

    Die Abrechnungen liegen dann bei sparsamen Verbrauchern nahe der Verteilung der Heizkosten pro m² Grundfläche.
    Heizkostenabrechnungen nach VDI 2077 (Rohrwärme) kann man dann einsparen.

    Soviel zuerst einmal zu meinen Fragen, welche die deutsche Rechtsordnung, nach meiner Erfahrung, den Mietern gegenüber
    vollkommen unbeantwortet läßt.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Meine Erfahrungen bei der Untersuchung der durch übermäßige Zwangsbeheizung verursachten Abrechnungsprobleme bin ich gern bereit mit Ihnen zu teilen. Eine Analyse ergab eine Heizkosteneinsparung von 20000€ auf 100 Wohnungen mit durchschnittlich 80m² Wohnfläche. Auf den Wohnort hochgerechnet ist das eine Summe von ~6 Mio. € allein bei der Fernwärmebeheizung der WBS 70 Bauten.

    So kann man zB. die Heizkostenabrechnungen auf eine Zunahme der Zwangsbeheizung untersuchen:
    Dafür ist es nicht unbedingt nötig die Wärmemenge für die Warmwasserbereitung abzuziehen, weil diese so gut wie konstant ist.
    Teilen sie jedes Jahr die gesamte gelieferte Wärmemenge durch die an den Heizkostenverteilern gemessenen Einheiten ihrer Abrechnungseinheit ZB. die Wärmemenge von 100 Wohnungen durch die in Summe der in den Wohnungen an den Heizkörpern gemessenen Einheiten.

    1995 waren es in meiner Abrechnungseinheit ~1,3KWh/Einheit 2011 waren es 5,2KWh/Einheit.
    Steigt der Wert so will sich die Fernheizungsfirma auf ihre Kosten Geld verschaffen indem sie die Vorlauftemperaturen so weit erhöhen, daß sie ihre Heizungen immer weniger anstellen brauchen bis letztendlich allein die Heizungsrohre zur Beheizung ausreichen.

    Das Ganze ist eine betrügerische Geldschneiderei welche die Fernwärmefirmen, oft unter der Mitwirkung der Großvermieter usw. betreiben. Das so etwas ohne Schmiergeld abgeht wage ich zu bezweifeln.
    Angeblich müssen die Temperaturen immer mehr erhöht werden, weil ansonsten irgendwelche Wohnungen nicht warm werden.
    So erklären die Vermieter die Heizungsanlage zu Myterium!
    Entsprechende Fachleute (Heizungsprojentanten und Ingenieure) können jedoch sehr schnell solche Mysterien entzaubern.

    Ich kann dagegen nur empfehlen die Steigerung der KWh/E nachzuweisen und eine entsprechende Anzeige bei der Staatsanwaltschaft vorzunehmen, in der sie auf die ständige Steigerung der Zwangsbeheizung über die Heizungsrohre, zum Zwecke der Geldschneiderei hinweisen.

    Siehe StGB:
    § 259 StGB - Hehlerei - Gesetze - JuraForum.de

    Weitere Paragraphen:
    § 255 StGB - Räuberische Erpressung
    § 256 StGB - Führungsaufsicht, Vermögensstrafe und Erweiterter Verfall
    § 257 StGB - Begünstigung
    § 258 StGB - Strafvereitelung
    § 258a StGB - Strafvereitelung im Amt
    § 259 StGB - Hehlerei
    § 260 StGB - Gewerbsmäßige Hehlerei; Bandenhehlerei
    § 260a StGB - Gewerbsmäßige Bandenhehlerei
    § 261 StGB - Geldwäsche; Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte
    § 262 StGB - Führungsaufsicht
    § 263 StGB - Betrug

    Hier erhalten Sie einen Überblick über rechtliche Zusammenhänge und finden auch entsprechende Urteile als Beispiel.
     
  14. #13 schramme, 18.02.2014
    schramme

    schramme Gast

    VDI 2077 Beiblatt 2009-03- 5.Rechn. Ermittlung Anteil Längen ungedämmte Rohre i.d.Whg

    18.2.2014 hallo zusammen, den Versuch den Inhalt zu erläutern hat bisher der Mieterverein DD m.E. am Besten erfüllt: http://www.mieterverein-dresden.de/pdf/Rohrwaerme2012.pdf
    Das Regelwerk selbst ist in seiner Erläuterung selbst nicht unbedingt Benutzer freundlich und entspricht à Prior nicht unbedingt der Forderung nach Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Die 3 beschriebenen Verfahren zur Bestimmung der Rohrwärme sind erst einmal auf Eignung zur Anwendung zu prüfen - hierbei sind in einer Matrix die entsprechenden messtechnischen Gegebenheiten dagegen zu spiegeln:
    1. Messtechnische Ermittlung
    2. Bilanzverfahren
    3. Rechnerische Ermittlung
    - jeweils unter Bewertung von eingesetzten Messsystemen wie:
    a) HKVV - Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip oder
    b) HKVE - Heizkostenverteiler mit elektrischer Energieversorgung oder
    c) WMZ - Wärmemengenzähler

    zu 1. Möglich sind Varianten 1a) - 1b) - 1c) nur, wenn die Rohrwärme messtechnisch miterfasst wird.
    Voraussetzung ist: zusätzliche Messtechnik - z. B. Wärmemengenzähler fürs Rohr selbst und vorhandenes
    zu 2. Möglich sind Varianten 2b) - 2c)
    Voraussetzung: Aufmaß bezieht sich auf die Rohrabmessungen (z. B. Rietschel-Henneberg Systeme)
    zu 3. Möglich sind Varianten 3a) - 3b) - 3c)
    Voraussetzung: Aufmaß bezieht sich auf die Rohrabmessungen und Betriebsbedingungen

    Die Berechnungen insbesondere bei 2. Bilanzverfahren werden jedoch relativ schnell Fälle für den sogenannten Fachmann / Ingenieur, weil hier Näherungsverfahren bestimmt werden, die den Laien relativ schnell abschrecken, Grenzwerte, erstmalige Anwendung - Folgeanwendung usw.

    Zur Herstellung einer transparenten und nachvollziehbaren Berechnung reicht es m.E. jedoch völlig aus, wenn gemäß VDI 2077 4.6 die Wärmeabgabe der Rohrleitungen als Sonderfall (sogenanntes Schweizer Verfahren)
    ermittelt wird. Hierzu wird das Aufmaß (Länge+Durchmesser der Heizungsrohre) + mittlere Temperatur des Heizwassers und die Betriebsdauer abgeschätzt. Das Ganze kann noch weiter vereinfacht werden, so dass sogar ein Hausfrauendreisatz anwendbar ist. Und zwar wird i.d. Regel die Heizungsrohre im Haus überall gleichen Durchmesser /Profil aufweisen. Dann ist es vereinfacht auch unerheblich, welche Temp. das Heizwasser hat, und dann nur noch bestimmt werden muss, was die Anteile der Rohrlängen sind, die ungedämmt durch die Wohnung verlaufen. Individueller Anteil % = Ind. Rohrlänge zur Summe der (ungedämmten) Rohrlängen (in den Wohnungen).

    Damit spart man sich die ganze Wichtigtuerei mit wissenschaftlichem Anspruch, der genauso "gut" geschätzt ist, wie der beschriebene. Vorteil ist, es kann JEDER nachvollziehen, wie die Berechnung erfolgt.

    Das Problem sind jedoch m.E. eher die Hausverwaltungen und die Abrechnungsfirmen, die die Komplexität bewußt hoch halten, um den "dummen" Eigentümer oder Mieter keine Angriffsfläche zu geben.
    Ein weiteres Problem, das ein Autor hier beschrieben hat ist, dass die Einstellung der Heizungen immer noch zu hoch ist. Meistens sind die Heizkörper nur Attrappe - sie werden eigentlich gar nicht benötigt.
    Wer weiß, weshalb dies so ist.?!. Entweder hat einer eine Provision für die Erzielung eines hohen Verbrauchs oder es ist nur Dummheit. Die von der VDI2077 angesprochenen Probleme werden meist nicht in Angriff genommen: Außentemp. geregelte Heizung - Nachtabsenkung - hydraulischer Abgleich - überhitzte Wohnungen wegen zu hohem Wärmebereitstellungsaufwand (meist wird argumentiert: der letzte Mieter muss mindestens 20°C) in der Wohnung erzielen. Mag sein. Die Konsequenz wäre, zu schauen, wie man den Bereitstellungsaufwand reduziert - z.B. Dämmung der Heizrohre in der Wohnung - habe ich gerade gemacht.
    Das gefällt jedoch Hausverwaltungen nicht, weil das wieder "Arbeit" macht - Reduktion der Anteile der nicht gedämmten Heizrohre in der Wohnung - wäre auch kein Problem. Wenn es alle machen, wäre das Problem der Heizungsrohre sowieso erledigt, weil es dann keine geben würde.
    Das ist aber schlecht für die Ablesefirmen - weil denen dann die Komplexität und Existenzberechtigung fehlen würde. Die Berechtigung / Notwendigkeit dann überhaupt noch "verbrauchsabhängig" ablesen zu müssen, wäre dann herausgeworfenes Geld.

    Die Beispiele für die Anwendung der o.g. Verfahren bringt immer eine Nivellierung der Verbräuche.
    Wenn der Unterschied - bei echten Einsparungen aufgrund Reduktion der Verluste (vorgenommene Rohrdämmung - wo zugänglich oder Zugang vertretbar verschafft), dann nur noch marginal ist, wird der Grundkostenanteil für eine Messung immer höher. Bei einer Analyse von Daten von Hausverwaltungen habe ich Anteile für die Messung z. B. von 6.000€ bei Gaskosten von 18.000€ gesehen (=25%). Damit wird die Ermittlung des individuellen Verbrauchs zum Witz.

    Aber da wird uns die Politik und die Verbände für die Wärmemengenmessung schützen, dass es soweit nicht kommt.

    Denkt mal darüber nach!

    Ein Wohnungseigentümer mit dem berühmten Henneberg-Rietschel-Heizungssystem
     
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