Rücktritt als Vermieterin von mündlicher und E-Mail-Zusage der Vermietung

Dieses Thema im Forum "Rücktritt vom Mietvertrag" wurde erstellt von Jolanthe, 25.12.2012.

  1. #1 Jolanthe, 25.12.2012
    Jolanthe

    Jolanthe Gast

    Guten Tag, ich würde mich freuen, wenn mir jemand folgender Frage helfen könnte:

    Ich habe mich kurz vor dem Weihnachtswochenende auf Vermittlung eines Maklers mit einem potenziellen Mieter zum persönlichen Kennenlernen getroffen. Die Daten stimmten. Seine familiäre Geschichte (vh., neue Fernbeziehung, will ausziehen, aber in der Nähe der Fam. bleiben, nervliche Belastung etc.) und die Eindringlichkeit, mit der mich geradezu bedrängt hat, ihm die Wohnung zu geben, haben mir sehr zugesetzt. Nicht aus Sympathie. Eher weil er mir mit seiner Art viel Dramatik zugemutet hat. Trotzdem habe ich ihm die Wohnung am Telefon zugesagt und wegen der Feiertage per E-Mail bestätigt, dass ich - vorbehaltlich der Einigung in den Details - ihm den Mietvertrag geben würde. Er hat zurückbestätigt.

    Nach einer schlaflosen Nacht habe ich klarer. Auch warum ich so verstört war. Am nächsten Tag habe ich ihn angerufen, um abzusagen. Ich dachte aber, ich kann nicht von der Zusage zurück. So ist alles irgendwie in der Luft hängengeblieben. Am Do. 27.12. soll der Mietvertrag (Maklerbüro) ausgefertigt werden. Ich will ihn aber nicht als Mieter haben!!!! Die Vertrauensgrundlage durch seine Äußerungen ist dahin. Dabei hatte schon eine Alternative. Dann kam dieses Psychospiel...

    Kann ich vor diesem Hintergrund die Unterschrift verweigern? Muss ich begründen? Danke für Feedback.
     
  2. AdMan

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  3. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    was genau hast du dem Mietinteressenten den in der E-Mail zugesagt ? Das mündliche können wir wohl vergessen, denn das wird wohl eh keine der beiden Seiten Belegen können.

    Das wäre in meinen Augen noch kein mündlicher Vertrag der evtl Bindend wäre, sondern nur, das man vorhat mit ihm evtl, vielleicht, möglicherweise einen Vertrag einzugehen.
     
  4. #3 Jolanthe, 25.12.2012
    Jolanthe

    Jolanthe Gast

    Rücktritt als Vermieterin

    Hallo, das ging ja schnell. Ich habe zugesagt, dass ich die besichtigte Wohnung in der..., zum 1.1.2013 zusage, "vorbehaltlich, dass wir uns über den noch auszufertigenden Mietvertrag einigen. Da er in den Kerndaten bekannt ist, sehe ich dabei aber kein Problem."

    Ich melde nach Rücksprache mit dem Makler...

    Das ist der Kern meines E-Mail. Keine handschriftliche Signatur, nur mein getippter Name.
     
  5. #4 BarneyGumble2, 25.12.2012
    BarneyGumble2

    BarneyGumble2 Erfahrener Benutzer

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    Ich würde an Deiner Stelle die Mietvertragsunterzeichnung absagen.
    Ob der potenzielle Mieter dann z.B. Schadenersatz oder ggf. "Vertragserfüllung" verlangt, glaube ich kaum, wäre aber denkbar. Darauf solltest Du Dich daher einstellen.
    Was dieser dann jedoch beweisen kann, steht auf einem anderen Blatt.
    M.E. ist noch kein "mündlicher Mietvertrag" zustande gekommen, endgültig wird dies aber wohl erst ein Richter entscheiden.
     
  6. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Ist denn einer der Kerndaten die Nettomiete ... von 5000€?
     
  7. #6 Jolanthe, 26.12.2012
    Jolanthe

    Jolanthe Gast

    Rücktritt als Vermieterin

    Vielen Dank für Eure Antworten. Ich werde wohl absagen. Ja, den Schadenersatz müsste ich in Kauf nehmen. Aber das Ganze hat sich dann von Freitagabend bis Donnerstag früh über Weihnachten abgespielt. Da kann er nicht viel unternommen haben.

    Nur für den Fall, dass das Ganze bizarr klingt: Ich vermiete seit ca. 16 Jahren, normalerweise an junge Leute in Ausbildung. Es gab nie Probleme. Aber es gibt halt auch Konstellationen, die nicht passen.

    Schöne Weihnachten noch und danke!
     
  8. #7 immodream, 27.12.2012
    immodream

    immodream Erfahrener Benutzer

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    Hallo Jolante,
    ich vermiete seit über 25 Jahren, überwiegend auch an junge Leute.
    Wenn einem eine Zusage erpresst wurde und man hinterher ein ungutes Gefühl hat, würde ich diesem Mieter auch nicht die Wohnung geben.
    Ich habe auch öfters Mieter gehabt die unbedingt die Wohnung haben wollten, bei der Besichtigung in Tränen ausgebrochen sind, teilweise schon einen Mietvertrag gegen meinen Ratschlag übereilt unterschrieben haben und dann doch einen Rückzieher gemacht haben.
    Die habe ich auch nicht verklagt.
    Ich würde es auf eine Klage ankommen lassen ,man hat sonst immer ein ungutes Gefühl.
    Wenn ich von einem Mieter beim Ausfüllen des Mietvertrages belogen worden bin, habe ich auch schon mal schnell den Mietvertrag des Mieters zur erneuten Einsicht zurückverlangt und vernichtet. Der Mieter war so verblüft und geschockt, das er auch nichts gegen mich unternommen hat.
    Grüße
    Immodream
     
  9. #8 Pharao, 27.12.2012
    Zuletzt bearbeitet: 28.12.2012
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi Immodream,

    auch wenn du mit dieser Taktik erfolgreich warst/bist, rechtlich gesehen ist diese Methode sicherlich fragwürdig, falls du mal an einen Mieter kommst der das nicht so einfach akzeptieren wird. Ein Vertrag endet nicht dadurch, das du durch einen Vorwand ......

    Aber es ist ein schönes Beispiel, das man manchmal trotzdem so erfolgreich seinen kann, obwohl das rechtlich etwas .... :)

    Naja, der Aufwand würde sich auch m.E. nicht lohnen und der wirkliche Schaden ist ja auch eher gering, gerade wenn genügend andere Mietinteressenten anstehen. Und da dieses Erkenntnis nicht neu ist, kann man als Vermieter dem leicht entgegenwirken.
     
  10. #9 immodream, 28.12.2012
    immodream

    immodream Erfahrener Benutzer

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    Hallo Pharao,
    sicherlich ist diese Vorgehensweise nicht rechtlich einwandfrei.
    Aber im täglichen Überlebenskampf als Vermieter muß man auch mal was riskieren.
    Das ist natürlich nicht Jedermanns Sache und man sollte sich schon Gedanken machen , mit wem man solche Dinge durchzieht.
    Grüße
    Immodream
     
Thema: Rücktritt als Vermieterin von mündlicher und E-Mail-Zusage der Vermietung
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