Rücktritt vom Beiratsamt

Diskutiere Rücktritt vom Beiratsamt im Verwaltungsbeirat Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, kurze Vorgeschichte: in meiner selbstgenutzen Immobilie bin ich seit knapp 6 Jahren Verwaltungsbeirat (nicht Vorsitz) aktiv. Die Aufgaben...

W80

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Hallo,

kurze Vorgeschichte:
in meiner selbstgenutzen Immobilie bin ich seit knapp 6 Jahren Verwaltungsbeirat (nicht Vorsitz) aktiv. Die Aufgaben beschränkten sich weitestgehend auf Kassenprüfung.
Ein anderes Verwaltungsbeirat kein direkter Eigentümer sondern pensionierter Wirtschaftprüfer und Vorstandsmitglied eines Vereins welches Räume innerhalb der Immobilie besitzt.
Der Beiratsvorstand ist eine unfähige Wichtigtuerin, die aber durch die Vollmachten des Großteils der Eigentümergemeinschaft - türkische Neueigentümer - großen Einfluss auf das Stimmrecht hat und vom zweiten Beirat, ich sagt mal, schmeichlerisch geführt wurde.

Vorletztes Jahr gab es, Aufgrund von Zerwürfnissen mit er immer schlimmer werdenden Immobilien-Verwaltung, einen Wechsel zu einem neunen Verwalter.
Der alte Verwalter hatte jahrelang um Instandsetzungen rumlaviert und uns dann 2019 in Kenntniss gesetzt das dass Dach Marode sei, Eigentümer bei längeren Regenperioden Wassereinbrüche hätten und nun eine Kompletterneuerung des Daches nötig sei.

Der sehr grobe, aus dem Ärmel gezauberte, Sanierungsplan sah darauf hin auch eine, vorher nie zu Sprache gekommene, Isolierung der Aussenfassade und Zuschüttung der Kellereingänge vor.
Summasumarum 1.000.000 €

Bei dem Vorgespräch hat der Beirat extra darauf verwiesen nicht die Gesamte Summe auf die Einladungen zu setzten um die älteren und nicht zahlungkräftigen Miteigentümer zu beunruhigen.
Das ausschliessliche Gesprächsthema solle bitte das dringenste sein. Die Sanierung des Daches.

Natürlich wurden vom Verwalter die Einladungen unverändert versendet und auf der nächsten Versammlung entsetzen über die Höhe der geforderten Instandsetzung groß.
Der Verwalter wollte uns mit einem Drohszenario, der durchaus reellen Klage der Geschädigten auf die übrige WEG, zur Abnickung einer Kreditaufnahme und Auftrags über 1 Mio. eines von ihm gestellten Handwerkers bringen.

Die neue Verwaltung ist jetzt auch leider sehr plegmatisch und hat dafür momentan den besten Grund: Unwillige Alt-Verwaltung wegen der Rausgabe der Unterlagen und Corona.
Keine Versammlungen - Corona. Keine Dachdecker - Corona usw.

Zu alledem habe ich indirekt erfahren das nun auch ein Beirat wegfallen wird, der Pensionär. Er hatte sich wohl im Verein unrechtmäßig bereichert und wurde vom Vereinsvorstand abgesetzt.

Nun würde ich wohl mit den Verwaltungsbeiratsvorstand, das von seinem Glück noch gar nichts weiss, ohne einflüsternden Rat allein bleiben. Ich sehe meinen Posten als wenig fruchtbar an und würde möglichst schnell aus der Verantwortung raus. Den Posten hatte ich damals übernommen da der damalige Vorsitzende schon sehr tatterig und senil war die neue Beirätin, heute Vorsitzende alle Bäume ums Grundstück weghaben wollte und andere Allüren.
Von anderen Eigentümern bekomme ich auch ständig Druck, da diese wohl in der Annahme sich das ich als Beirat mehr Einfluss oder Informationen "zur Lage" besitze als die normalen Eingentümer. Dem ist aber nicht so.

Kann ich einfach so "hinschmeissen"? Oder sind da besondere Hürden zu erwarten?
 
Andres

Andres

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Kann ich einfach so "hinschmeissen"?
Nicht "zur Unzeit", § 627 BGB. Wenn du also z.B. mit einer wichtigen Aufgabe betraut wurdest und die anderen Beiräte gerade im Urlaub sind, kann eine gewisse Frist einzuhalten sein. Sofern du für die Beiratstätigkeit vergütet wirst (jenseits von reinem Kostenersatz), gibt es weitere Beschränkungen.

Praktisch trifft meist weder das eine noch das andere zu.

Wie ich deine Schilderung verstehe, ist der Beirat nach deinem Rücktritt nur noch mit zwei Personen besetzt. Früher wäre das ein Problem gewesen (Unterbesetzung), seit der WEG-Reform im letzten Jahr ist keine Mindestbesetzung mehr vorgeschrieben. Nun bleibt es zwar abzuwarten, was die Gerichte daraus machen, sobald einmal entsprechende Fälle durch die Instanzen gehen, aber grundsätzlich sollte das Thema erledigt sein - es gibt dann eben nur noch zwei Beiräte bis neue nachgewählt werden.

Oder sind da besondere Hürden zu erwarten?
Nur dass deine Beliebtheit in der Eigentümergemeinschaft nicht gerade steigen wird. Mir ist die Situation schon klar, vor allem ...
Von anderen Eigentümern bekomme ich auch ständig Druck, da diese wohl in der Annahme sich das ich als Beirat mehr Einfluss oder Informationen "zur Lage" besitze als die normalen Eingentümer.
... dieses hier. Ob diese Erwartungshaltung nun berechtigt ist oder nicht (fast immer: nicht) und ob du überhaupt etwas tun könntest (zur Erinnerung: der Beirat hat im Prinzip keine Befugnisse, die nicht ein gewöhnlicher Eigentümer auch hätte), spielt für die subjektive Wahrnehmung der Masse keine große Rolle. Die schauen sich alle an wie die Kühe auf der Weide und denken: "Warum unternimmt denn niemand etwas?"

Insofern wäre es vielleicht taktisch klüger, den Rest der Amtszeit "abzusitzen" oder mit angemessenem Vorlauf vor der nächsten Eigentümerversammlung mitzuteilen, dass man sein Amt dort niederlegen wird und die Gemeinschaft Nachfolger wählen soll, letzteres insbesondere in Fällen, in denen Beiräte unbefristet gewählt werden. Dann bist du nicht der Böse, der Zusagen nicht einhält, oder zumindest bleibt die Möglichkeit auf andere Sichtweisen offen.
 

Fremdling

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Dann bist du nicht der Böse, der Zusagen nicht einhält, oder zumindest bleibt die Möglichkeit auf andere Sichtweisen offen.
Mitunter ist es 'gesichtswahrend', einen plausiblen -quasi neutralen- Grund für die Beendigung der Beiratsamtszeit nennen zu können, der nichts mit den Vorgängen in der Gemeinschaft zu tun hat. - Viel Erfolg!
 

W80

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Pers
Mitunter ist es 'gesichtswahrend', einen plausiblen -quasi neutralen- Grund für die Beendigung der Beiratsamtszeit nennen zu können, der nichts mit den Vorgängen in der Gemeinschaft zu tun hat. - Viel Erfolg!
Persönliche Gründe. Wäre gar nicht mal gelogen.
 
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