Sachbeschädigung, Abnahme, Post

Diskutiere Sachbeschädigung, Abnahme, Post im Übergabe Ein- oder Auszug Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo liebe Forummitglieder! Eine Mieterin von mir musste durch (unerträglichen) gerichtlichen Vergleich endlich ihre Wohnung räumen. 1. Bei...

  1. #1 morphiberlin, 04.04.2020
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    Hallo liebe Forummitglieder!

    Eine Mieterin von mir musste durch (unerträglichen) gerichtlichen Vergleich endlich ihre Wohnung räumen.

    1. Bei Mietvertragsbeginn habe ich kein Protokoll gemacht. Im Mietvertrag haben wir zum Zustand der Wohnung festgehalten, dass sich diese "in einem ordnungsgemäßen und renovierten Zustand befindet". Das war sie auch!

    Übergeben wurde mir die Wohnung mit einem völlig zerstören Echtholzparkett (Hund uriniert, Parkett verfault, größere Stücke meachnisch entfernt, weitere Feuchtigkeitsschäden, zerkratzt), die Wände sind in dunkler, nicht fachgerecht angebrachter Farbe mit ca. 50 Dübellöchern gestrichen, diverse Steckdosen wurden zerstört, Reinigung nicht ausgeführt usw.).

    2. Ich habe unter Zeugen die Abnahme verweigert und die Schlüssel nicht entgegengenommen. Das Abnahmeprotokoll wurde von ihr nicht unterschrieben, ich habe es vermerkt.
    Vielmehr habe ich Frist und Nachfrist zur Ausführung der Arbeiten gesetzt. Die Schlüssel wurden mir taggleich in meinen Briefkasten geworfen.

    Meine Fragen:

    1. Die Mieter hat sich nicht umgemeldet, kann ich ihr Post auf die jetzige Anschift zustellen (Briefkasten wird beschriftet)?

    2. Bekomme ich Probleme wegen des fehlenden Übergabeprotokolls am Anfang der Mietzeit?
     
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  3. #2 RP63VWÜ, 04.04.2020
    RP63VWÜ

    RP63VWÜ Erfahrener Benutzer

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    Zunächst mal kann ein (gerichtlicher) Vergleich niemals unerträglich sein, denn ansonsten hätte man ihn doch nicht geschlossen?
    Ein Abnahmeprotokoll ist nicht erforderlich.
    Mit dem Einwurf der Schlüssel in Deinen BK ist die Wohnung wieder in Deinen Besitz übergegangen!
    Daher können die von Dir eingeforderten Arbeiten schlicht nicht mehr ausgeführt werden, wenn kein Einbruch durchgeführt wird.

    Und jetzt zu Deinen Fragen:
    1. Prima! Der Briefträger kann einwerfen, allerdings hat die Ex-Mieterin keinen Schlüssel. Du könntest Dir das Porto sparen …
    2. Wahrscheinlich, vielleicht, denkbar.

    Existiert eine Kaution, die natürlich zunächst mal einbehalten wird?
    Ist von der Mieterin etwas zu holen?
     
  4. Ferdl

    Ferdl Erfahrener Benutzer

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    Zur Post:
    meines Wissens ist der Empfänger verpflichtet die Post weiterzuleiten.
    Möglichkeiten das zu tun: dem Briefträger die Post in die Hand drücken mit der Info wer, wie, was, andere Möglichkeit, die Post in den nächsten Postbriefkasten einwerfen.
    Bei mir lege ich die Post einfach auf meinen Briefkasten der Briefträger nimmt die dann mit.

    Ansonsten, Dübellöcher gehören, in gigantischer Anzahl, zur normalen Nutzung :erschreckt015:
    Reinigung reicht mW Besenrein :011sonst:
    Ich würde mich vermutlich in der Diskussion mit der Mieterin, in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage der Mieterin, auf den größten Schaden, das Parkett beschränken.
    Zunächst einmal soll sich das ein Parkettleger ansehen, wie groß der Schaden tatsächlich ist, dann sollte man sich überlegen was ein Fremder als normale Abnutzung für die Mietzeit annehmen würde. Wenn du von Fäulnis schreibst wird sie wohl schon länger da gewohnt haben?
     
  5. Andres

    Andres
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    Oh, doch! Man müsste dazu der Ex-Mieterin den Schlüssel zugänglich machen, am besten - hey, spontane Idee :38: - indem man ihre neue Adresse ermittelt und dann den Schlüssel dort einwirft. Gleiches Recht für alle! Ein solches Vorgehen wäre exakt auf dem Niveau von ...
    Diese Vorstellung von "Abnahme verweigern" kommt von einem katastrophal falschen Rechtsverständnis in Verbindung mit unreflektiertem "das macht man halt so". Die Rückgabe der Wohnung ist keine Werkleistung und damit ist die Situation völlig anders als bei einer Abnahme, wie man sie z.B. mit Handwerkern kennt, § 640 BGB.

    Grundsätzlich ist man als Vermieter gut beraten, die Wohnung wieder in Besitz zu nehmen, wenn das angeboten wird. Es spart einem die erheblichen Kosten und Risiken einer Räumung.

    Außerdem: Was ist eigentlich der Plan hinter dieser "Verweigerung"? Will man ernsthaft, dass dieser Mieter das Parkett repariert? Wenn normaler Gebrauch schon so aussieht, will man dann wirklich ausprobieren, wie wohl eine Renovierung durch diesen Mieter ablaufen würde?


    Nicht wirksam. Postsendungen gelangen durch Zustellung in diesen Briefkasten nicht mehr in den Einflussbereich des Mieters.


    Wie möchtest du denn sonst beweisen, dass das Parkett makellos, die Wände in hellen Farben fachmännisch gestrichen, alle Steckdosen funktionsfähig waren? Dieser Beweis kann theoretisch auch auf anderem Weg erbracht werden, aber wie soll das praktisch funktionieren?
     
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  6. #5 Tobias F, 04.04.2020
    Tobias F

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    Seit wann ist ein Empfänger einer Sendung die NICHT für ihn bestimmt ist verpflichtet diese an den, ihm evtl. völlig unbekannten Empfänger, weiter zu leiten?


    Was hat das mit WEITERLEITEN zu tun wenn ich den Brief als "fehlzustellung" zurück in den Postkasten werfe oder beim Zusteller abgebe? Weitergeleitet wird da überhaupt nichts, sondern höchstens (sollte der Absender von außen sichtbar sein) als unzustellbar an den Absender zurückgeschickt.
     
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  7. Ferdl

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    Sätze zu zerpflücken um um den Schreiber niederzumachen :80: wers braucht...
    Wenn man den Text vollständig liest und auch noch versteht, würde sich einem verständigen Leser erschließen dass der, der unberechtigterweise anderer Leute Post erhalten hat, verpflichtet sei, diese Post an den zuständigen Postdienstleister weiterzuleiten. Was die Post dann damit macht kann einem dann egal sein.
    Wers wissen will, heutzutage wird diese Post üblicherweise an die Ermittlungsstellen für unzustellbare Briefe und Pakete gesendet und von dort an den Absender zurückgeschickt, ist der Absender nicht von außen erkennbar wird der Brief geöffnet um die Absenderadresse herauszufinden, ist auch dieses nicht möglich wird der Brief 3 Monate aufbewahrt und danach vernichtet bzw. sein Inhalt versteigert.
     
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  8. #7 Tobias F, 05.04.2020
    Tobias F

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    Oh, erst Unsinn schreiben und dann anderen die Schuld dafür geben?
    Wenn man dann noch bedenkt das dieser ...... die Antwort auf diese Frage war:
    Sorry, aber Unsinn bleibt Unsinn. :037sonst:
     
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  9. #8 ehrenwertes Haus, 05.04.2020
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    Für die Zustellung der Post ist eine Ummeldung der Wohnadresse doch gar nicht nötig. Es reicht, wenn die Post an den Aufenthaltsort gelngt und dort zugestellt werden kann. Mit Nachsendeanträgen funktioniert das meist ziemlich gut.

    Wenn du dich am Wort "weiterleiten" hochziehen magst, hast du natürlich Recht, was die Zustellung von Post direkt (persönlich) über den falschen Empfänger betrifft.
    Der falsche Empfänger im Bsp. von @Ferdl leitet die Post nicht persönlich weiter, ermöglicht durch Rückgabe an die Post aber u.U. eine korrekte Zustellung im 2. Anlauf, z.B. bei Überschneidungen mit Nachsendeanträgen und Umzug.


    @morphiberlin
    Wenn eine Anfrage beim EMA nach der neuen Meldeadresse deines Ex-Mieters dir nicht hilft, frage mal bei der Post nach, ob ein Nachsendeantrag gestellt wurde.
    Auch die Post gibt Auskünfte bei berechtigtem Interesse (z.B. an Versicherungen) oder den Briefzusteller fragen, ob ein Nachsendeantrag besteht.
    Um die genaue Adresse zu erhalten, muss die Anfrage über einen Anwalt (nicht immer erfolgreich) oder entsprechend große Firma erfolgen.

    Du musst halt entscheiden wieviel Zeit und Geld du investieren möchtest um deine Ziele weiter zu verfolgen.
    Beachte dabei bitte auch die Erfolgsaussichten deine Forderungen wirklich durchzusetzten.
    Selbst wenn du einen vollstreckbaren Titel erhalten solltest, ist der das Papier nicht wert, wenn die Schuldner dauerhaft zahlungsunfähig ist.
    Ist dein Exmieter zahlungsfähig oder läuft du Gefahr schlechtem Geld noch gutes nachzuwerfen?
     
  10. #9 immobiliensammler, 05.04.2020
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    Du brauchst nicht einmal ein berechtigtes Interesse, Du musst nur eine sogenannte Vorausverfügung machen und einen Brief an die alte Adresse schicken. Vorausverfügung ist z.B. der Aufdruck "nicht nachsenden sondern mit neuer Adresse zurück" den wir vor allem von Werbepost kennen (die wollen nämlich nicht zwingend, dass das Schreiben nachgesandt wird sondern sind eher an der Berichtigung ihrer Adressdaten interessiert).
     
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  11. #10 Aktionär, 06.04.2020
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    Insbesondere, wenn man sich im Vorfeld schon mit der Mietpartei vor Gericht auseinandergesetzt hat.
     
  12. #11 Papabär, 09.04.2020
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    Hier wäre och zunächst mal interessant, wieviel Zeit zwischen dem Wegzug des Mieters und der Anfrage beim Melderegister verstrichen ist. In einigen Berliner Bürgerämtern sind aktuell Termine nur mehrere Wochen im Voraus zu bekommen. Und wenn die Wohnungsgeberbescheinigung des neuen Vermieters nicht vorliegt, brauchst Du erst garnicht hin zu gehen (es sei denn, der Vermieter ist in Verzug).

    Meist lohnt es sich also, solche Anfragen frühestens 1 Monat nach dem Auszug des Mieters zu stellen.



    Warum bitte sollte eine große Firma mehr Rechte haben, als der kleine Vermieter? Hier geht es doch im besten Fall darum, dass die Post zu faul ist, für jede Anfrage einen Aktenordner Nachweise zu wälzen und ein berechtigtes Interesse daher vlt. unterstellt (ob das so zulässig ist?). Jedenfalls erscheint mir diese Aussage ebenso unsinnig, wie das Gerücht, dass nur Behörden PzU´s verschicken könnten.



    Und Du bist sicher, dass die Post die DSGVO immer noch nicht gelesen/verstanden hat?
    In meiner aktiven Zeit als Bankkaufmann haben wir das durchaus so gemacht ... ist aber Jahrzehnte her. Abgesehen davon haben die Zusteller bereits damals den Datenschutz schon groß geschrieben und diese Anschriftberichtigungskarten mit der Hand ausgefüllt. Und das zu einer Zeit, als die meisten Zusteller noch verbeamtet waren - also zumindest in irgendeiner Form des Lesens und Schreibens mächtig waren. Wenn ich mir anschaue, was heute alles in unserem Briefkasten steckte, bin ich mir recht sicher, dass die Voraussetzungen seitdem extrem gelockert wurden.
     
  13. #12 immobiliensammler, 09.04.2020
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    Hier die Webseite der Post dazu:

    https://www.deutschepost.de/de/v/vorausverfuegung_brief.html

    Die gehen zwar von einer Einwilligung des "Verzogenen" aus, die ist aber schon im Nachsendeauftrag mit enthalten. Funktioniert eigentlich relativ zuverlässig. Das alte System mit den Anschriftenberichtigungskarten gibt es ja seit geraumer Zeit nicht mehr!
     
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Sachbeschädigung, Abnahme, Post

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