Sachbeschädigung Türschloss durch Dritte

Diskutiere Sachbeschädigung Türschloss durch Dritte im Was nicht passt - der Small-Talk Forum im Bereich Off-Topic; Hallo, mal eine Frage an die erfahrenen Vermieter. Wer hat bei verschiedenen Mietverträgen die Kosten für die Beseitigung von Sachbeschädigungen...

  1. #1 Goldhamster, 02.08.2019
    Goldhamster

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    Hallo,

    mal eine Frage an die erfahrenen Vermieter.

    Wer hat bei verschiedenen Mietverträgen die Kosten für die Beseitigung von Sachbeschädigungen durch Dritte zu tragen? Der Mieter/Pächter oder Vermieter/WEG?

    -Wohnungseingangstür
    -Balkonanlage
    -Schaufenster bei Gewerbemietvertrag

    Was ist bei Einbruchsversuchen (durch Dritte)?

    Zum Glück nicht betroffen ist
    GOLDHAMSTER
     
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  3. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Meine Meinung (aus dem Bauch heraus):
    Der Vermieter vermietet etwas mit der (direkt oder indirekt) zugesicherten Eigenschaft "unbeschädigtges Türschloss".
    Folglich finde ich, dass der Vermieter (zunächst) die durch Dritte verursachten Schäden beseitigen muss (müsste) bzw. die Schadensbeseitigung zu tragen hat.
    Dass der Vermieter gegenüber der dritten Person einen Anspruch (worauf auch immer, Ersatz des Schadens etc.) hat, hat nichts mehr mit der Beziehung Vermieter <-> Mieter zu tun.
     
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  4. #3 Papabär, 02.08.2019
    Papabär

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    Da es die Option "Gebäudeversicherung" nicht gibt, bleibt das dann wohl an Vermieter/WEG hängen. Allerdings kann in einem Gewerbemietvertrag u. U. auch etwas Anderes (wirksam) vereinbart sein.

    Wie es im Pachtverhältnis aussieht, müsste ich aktuell aber selber nachschlagen.
     
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  5. #4 Goldhamster, 02.08.2019
    Goldhamster

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    Hallo dots,

    genau das war auch mein Gedanke.

    Im Einzelfall wird das aber nicht so einfach zu lösen sein... da gibt es bestimmt viele Graubereiche.

    Könnte hier jemand bitte konkrete Beispiele mit Entscheidungungen benennen? Evt. Urteile oder Vorgehen bei anderen WEGs oder Großvermietern...

    Es grüßt aus seinem Bau
    GOLDHAMSTER
     
  6. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Bevor wir jetzt über hell- und dunkelgrau reden, in Wahrheit aber blaugrau hinter dem Beispiel steckt:
    Skizziere du doch kurz, wie der aktuelle Beispielfall konkret aussehen könnte. Dann bekommst du nicht 5 Antworten zu anderen (ähnlichen) Fällen, die dir dann im Detail doch nicht weiter helfen.
     
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  7. #6 Goldhamster, 02.08.2019
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    Beispiel:

    Ein Gewerbemieter mietet eine Ladenfläche für ein Modegeschäft an.
    Leider werden dort auch Anziehsachen verkauft, die von Menschen mit vom Mainstream abweichenden politischen Meinungen gerne getragen werden.

    Und schon bald gibt es Sachbeschädigungen durch Schmierereien an der Hausfassade, dem Schaufenster und der Tür.


    Goldi
     
  8. #7 immobiliensammler, 02.08.2019
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    Wie @Papabär schon geschrieben hat, beim Gewerbemietvertrag ist so ziemlich jede Regelung möglich, da müsste man den Vertrag genau durchlesen.
     
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  9. #8 Goldhamster, 02.08.2019
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    Beispiel 2:

    Ein Wohnungsmieter ist bei mehreren Leuten unbeliebt. Seine gemietete Wohnung wird zur Zielscheibe für div. kleine Sachbeschädigungen. (von aussen - z. b. Balkon, Tür)
     
  10. dots

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    In den beiden konkreten Fällen würde ich bei meiner in #2 beschriebenen Meinung bleiben.
    Der Vermieter muss den vertragsgemäßen Zustand wieder herstellen bzw. weiterhin zur Verfügung stellen. Und dieser Zustand beinhaltet vermutlich nicht die Schmierereien.

    Es sei denn, es ist was anderes vereinbart.
     
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  11. #10 Goldhamster, 02.08.2019
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    Hallo @dots

    wenn deine Meinung so in der allgemeinen Rechtssprechung Wiederklang findet, so birgt das aber Streitpotenzial.

    In diesem Falle hätte der Vermieter z. B. politische Schmierereien (von links oder rechts) zu entfernen. Auch wenn die Sachbeschädigungen eindeutig auf den Mieter abzielen und somit von ihm mitverschuldet wurden.

    Jetzt kommen wir dem Kern näher:
    Wie schnell muß denn das geschehen?

    Goldi
     
  12. #11 immobiliensammler, 02.08.2019
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    Es kommt darauf an, wenn das z.B. Hakenkreuze oder ähnliche verbotene Symbole sind dann macht hier bei uns die Gemeinde Druck, dies umgehend zumindest provisorisch zu überstreichen, mit dem Hinweis, dass sich der Eigentümer evtl. selbst strafbar macht, wenn er das Zeigen dieser Symbole "duldet". Wenn das nur irgendwelche Aussagen wie z.B. "Nazis raus" sind dann steht das wohl in der Entscheidungshoheit des Eigentümers, ob er das entfernt oder nicht.

    Hatte selbst mal so einem Fall in einer WEG in Sachsen. Ein Eigentümer hatte die gute Idee, seine Wohnung an ein paar Punks zu vermieten, wurde dann der Treffpunkt der linken Szene, das blieb natürlich auch der Gegenseite nicht verborgen. Erstes Grafiti "Zecken raus", dann - vom wem wohl (wurde nie geklärt) "besser Zecke als Nazi" und so weiter. Beseitigung hat die WEG bezahlen müssen da die von der Hausverwaltung gestellten Strafanzeigen natürlich eingestellt wurden (niemand zu ermitteln), die Fassade wurde dann mit einer entsprechenden Farbe gestrichen, damit kann in Zukunft der Hausmeister das einfach mit einem Kärcher abwaschen. Irgendwann war das dann den Beteiligten zu blöd, seitdem ist Ruhe.
     
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  13. dots

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    Das hängt vermutlich davon ab, wie lange der Vermieter mit einer eventuellen Mietminderung leben kann oder will.
    Wenn die Schmierereien den vertragsgemäßen Zustand nicht tangieren, fällt die Mietminderung natürlich flach und der Vermieter muss (aus Sicht des Mietverhältnisses) gar nicht(-s) entfernen.

    Ich verstehe ja, was du meinst, aber beim Wort "mitverschuldet" hört es dann bei mir auf.
    Nur, weil jemand anders ist als andere, rechtfertigt das noch lange keine Selbstjustiz (oder etwas mit den Schmierereien vergleichbares). Finde ich jedenfalls. Folglich hat der Mieter gar nichts "mitverschuldet" (es sei denn, der Beispielfall hat nicht in Deutschland oder einem anderen Rechtsstaat stattgefunden).
     
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  14. #13 Papabär, 02.08.2019
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    Achtung Falle! Der Vermieter braucht für die Beseitigung verfassungsfeindlicher Symbole erst das "go" von den Ermittlungsbehörden. Wir sind da selber schon mal reingetappt
    - hatten nur Glück mit dem Ermittler. Der hatte Verständnis dafür, dass der gemeine Hausverwalter nicht ständig die Broschüre mit allen infrage kommenden Symbolen und deren Beschreibung in der Tasche hat.
    (Man darf sich allerdings gerne fragen, warum die so etwas gut 14 Tage nach der Anzeige immer noch nicht beweisgesichert hatten ... aber das ist dann ein anderes Thema)
     
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  15. #14 Goldhamster, 02.08.2019
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    hhhhmmmm.... natürlich wissen solche Kreise auch schon vor Mietbeginn, dass das plakative Anpreisen von politischen Aussenpositionen Gegenreaktionen hervorrufen wird. Und wenn der Mieter schon damit rechnet und dem Vermieter das (logischer Weise) böswillig verschweigt.... was ist dann?
     
  16. #15 Papabär, 02.08.2019
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    Mooment mal. Willst Du jetzt einem Rabbiner vorwerfen, dass er an den judenfeindlichen Sprüchen, die an die Fassade der Synagoge gesprüht wurden, selber Schuld hat? Also ich halte das für eine sehr gewagte These ... :112:
     
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  17. #16 immobiliensammler, 02.08.2019
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  18. #17 Goldhamster, 02.08.2019
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    Hallo Papabär... ein Rabbiner wird ja vor der Nutzung deiner Einheit als Synagoge vorher mit dir über die geplante Nutzung gesprochen haben.... Ebenso eine Kirche, eine Moschee, eine Bärenhöhle etc..

    Oder meinste nich?
     
  19. dots

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    Offensichtlich war dem Vermieter nicht bekannt, dass in dem Laden Klamotten einer bestimmten Marke verkauft werden sollen.
     
  20. #19 Papabär, 02.08.2019
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    Doch schon - aber muss er dann bei Vertragsabschluss gleich davon ausgehen, dass seine Mietsache bzw. deren Umgebung deswegen vervandalisiert wird?

    Ich meine ich habe selber schon mal (gerade noch rechtzeitig) via Google herausgefunden, dass ein Interessent für eine Gewerbeeinheit vorher eine Boutique für nordisch klingende Klamotten betrieben hatte (bis das MEK diese "unbrauchbar" gemacht hatte). Bin auch kein Freund davon, mir so etwas in den Pelz zu setzen ... aber genügt das Image einer Marke aus, dass der Vertreiber/Mieter von Angriffen ausgehen muss? Ich wäre mir da halt nicht so sicher.
     
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  21. #20 ehrenwertes Haus, 02.08.2019
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    Kommt wohl auf den Namen an. Bei Stasi-Outlet, Nazi-Boutique oder Shoa-Store, währe ich mir vorab sehr sicher, dass der Name für "Programm" sorgt.


    Ändert aber nichts daran, dass bei Mietwohnungen erst mal der VM bzw. die Gebäudeversicherung für Schäden am Gebäude durch Vandalismus, Einbruch usw. aufkommen muss.
    Im Gewerbemietrecht kann es anders vertraglich vereinbart sein.
     
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Sachbeschädigung Türschloss durch Dritte

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