Schaden an Heizung durch Planung und nicht lieferbares Ersatzteil

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Roland-S, 18.10.2014.

  1. #1 Roland-S, 18.10.2014
    Roland-S

    Roland-S Neuer Benutzer

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    Werte Foristen,

    ich bitte um Meinungen und Einschätzungen zu massiven Problemen mit unserer Heizungsanlage. Diese werden finanziell potenziert, da der angesehene deutsche Markenhersteller ein notwendiges Ersatzteil (Wäremetauscher) nach 9 Jahren nicht mehr liefern kann!

    Nun aber zu den Fakten. Vor 9 Jahren ließen wir unsere Heizung von Öl auf Gas umbauen. Zum Einsatz kam ein moderner Brennwertkessel. In dem Haus ist eine normale Heizung mit einer Fußbodenheitzung kombiniert.
    Das ganze hat auch soweit funktioniert, allerdings in den letzten Jahren mit einer "gefühlt" reduzierten Wirtschaftlichkeit. Nun hat im Mai diesen Jahres die Kesselkreispumpe ihren Dienst eingestellt und wurde vom Werkskundendienst getauscht. Dabei traten erhebliche Mengen von braunem Schlamm zu Tage, was den Kundendienstler zur Vermutung veranlasste, dass das Heizungswasser verschmutzt sei, und in der Folge auch der Wäremetauscher in Mitleidenschaft gezogen wurde. Er empfahl das Wasser zu tauschen, die Heizung zu spülen und den Wärmetauscher reinigen oder tauschen zu lassen - und zwecks finaler Sicherheit eine Systemtrennung einzubauen, deren Fehlen er eh mit Verwunderung registrierte, wie auch das Nichtvorhandensein eines Schlammabscheiders.

    Wir stehen nun leider von der Problem, dass der deutsche Permiumhersteller nach 9 Jahren "aus wirtschaftlichen Gründen" keinen Wärmetauscher mehr liefern kann und eine Reinigung auch nicht möglich sei. Es bliebe nur den Kessel gegen einen neuen zu ersetzten, was incl. der notwendigen neuen Steuerung ca. 15.000 Euro kosten würde.

    Neben diesem kundenunfreundlichen Verhalten des Geräteherstellers, stellt sich uns die Frage, ob der Fachhandwerker nicht auch in der Verantwortung steht, denn er hat (aus heutiger Sicht) damals den Grundstein für die jetzige Situation gelegt.

    Liegen wir mit unserer Einschätzung richtig, oder ist es halt heute so, dass man mit etwas Pech eine Heizungsanlage nach 9 Jahren Zähne knirschend abschreiben muss.

    VG
    Roland
     
  2. AdMan

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  3. #2 Tobias F, 18.10.2014
    Tobias F

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    Wieso sollte die Firma die seinerzeit die Heizung eingebaut hat nach 9 Jahren für irgendetwas haften?

    Davon abgesehen das aus deiner Schilderung nicht ersichtlich ist ob ihr damals vielleicht keine Systemtrennung wolltet, kann dieser auch nichts dafür wenn es irgendwann keine Ersatzteile mehr gibt.
     
  4. #3 Venceremos!, 18.10.2014
    Venceremos!

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    Nach Aussage des Heizungsbauers meines Vertrauens ist es grundsätzlich so, dass die Lebenserwartung von Brennwertheizungen geringer ist als bei ihren konventionellen Vorläufern. Mit 15 Jahren kann man wohl schon recht zufrieden sein.

    Wenn der Markenhersteller bereits nach neun Jahren keine Ersatzteile mehr liefert finde ich das mehr als bescheiden, verpflichtet dazu ist er aber sicher nicht. Um welches Fabrikat handelt es sich hier denn?

    Die Gewährleistung des Heizungsbauers ist natürlich lange verstrichen. Die Fehlerbveschreibung liest sich für mich auch so, als ob eure WEG die Wartung vernachlässigt hätte, denn sonst wäre der Fehler doch sicher früher aufgefallen? Auf den Kosten für den Heizungstausch werdet ihr jedenfalls sitzen bleiben.
     
  5. #4 Pharao, 18.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 18.10.2014
    Pharao

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    Hi Roland-S,

    schon mal probiert, ob`s das Ersatzteil evtl. im Internet noch zu bestellen gibt, wenn`s der Hersteller nicht mehr produziert ?

    Ansonsten sieht`s m.E. schlecht aus, denn meines Wissens kann kein Hersteller rechtlich gezwungen werden auf immer & ewig Ersatzteile liefern zu müssen. I.d.R beschränkt sich Ersatzteile bereit zustellen deswegen nur auf die Mängelfrist, damit man der Nacherfüllungspflicht nachkommen kann.

    Das diese Firma keine Ersatzteile nach 9 Jahren mehr anbietet, das konnte der damalige Handwerker sicherlich auch nicht erahnen und somit trifft ihn (mal abgesehen von irgendwelchen Fristen, die evtl. schon abgelaufen sind) m.E. rechtlich und auch moralisch keine Schuld. Das einzige was man hier evtl. dem Handwerker vorwerfen könnte, warum er damals keine Systemtrennung mit eingebaut hat (ok, das wird wahrscheinlich dann eine Preisfrage gewesen sein) bzw. warum er es nicht wenigstens damals mit angeboten hat, wenn so eine Systemtrennung normalerweise üblich ist (falls das überhaupt üblich bzw sinnvoll wäre sowas mit einzubauen).

    Hätte man das nicht vorher auch schon mal überprüfen können, ob das Wasser ggf. zu reinigen wäre ?
     
  6. Pitty

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    Und Ihr habt die Heizungsanlage jetzt nicht mit normalem Leitungswasser gespült.:erschreckt003: Wenn Ihr pech habt, verträgt das die Anlage nicht. Wir müssen immer aufbereitetes Wasser nehmen.

    Eigentlich kenne ich es nicht, dass man keine Teile mehr bekommt. So groß kann der Hersteller ja nicht sein, wenn man keinen Wärmetauscher mehr bekommt. Es wird doch irgendein Nachfolgermodell geben, wo die Teile passen. Meist haben die andere Teilenummern.

    Wir haben das meist bei Pumpen von Heizungsstationen. Dann gibt es eine Liste, wo Nachfolgerpumpen der verschiedensten Herstelle aufgelistet sind, die dann passen.
     
  7. #6 Roland-S, 19.10.2014
    Roland-S

    Roland-S Neuer Benutzer

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    Schönen Sonntag,

    und vielen Dank für die bisherigen Antworten.

    @Tobias F
    Nach heutigem Wissen, hätte die Heizungsfirma eine Systemtrennung einbauen müssen. Ob das vor 9 Jahren schon so war, kann ich nicht beurteilen. Die Systemtrennung wurde damals nicht angeboten bzw. zu Sprache gebracht.
    Dass der Heizungsbauer nicht dafür verantwortlich ist, wenn es keine Ersatzteile gibt ist sogar uns klar. Aber er soll wissen, wie sein Lieblingslieferant mit solchen "Einzelfällen" um geht.

    @Venceremos!
    In der Tat ist es so, dass die Wartung Lücken auf weist. Allerdings handelt es sich bei dem benötigten Teil um den Wärmetauscher - und der wird bei der Wartung keinerlei Betrachtung unterzogen. In so fern hätte man den Bedarf für das Ersatzteil auch nicht früher bemerkt.
    Die Firma, die nach neun Jahren dieses Teil nicht liefern kann ist Vaillant.
    Was die Lebenserwartung von Heizungsanlagen (aber auch anderer moderner Haustechnik) angeht, so fürchte ich werden wir noch viele negative und bedauerliche Erfahrungen machen müssen. Das gilt IMO im Besonderen für die elektronischen Komponenten, die im Falle eines Defekts nicht mehr beschafft (repariert schon gar nicht) werden können.
    Um so größer ist die Enttäuschung, wenn es sich um ein mechanisches Teil handelt, das durchaus auch (gerade bei dieser Technik) Verschleiß gefährdet ist.

    @Pharao
    Natürlich wurde versucht das Teil auf allen möglichen Wegen zu bekommen. Leider erfolglos. Für Nachbauten scheint das Teil zu speziell zu sein und die damalige Serie des Herstellers zu klein. Unter der Hand munkelt man, dass die damalige Konstruktion "unglücklich" war. Das hat auch dazu geführt, dass die vorgehaltenen Ersatz-Wäremetauscher frühzeitig vergriffen sind. Der Hersteller hat die Konstruktion dann geändert (hoffentlich nachhaltig verbessert?), und lässt die Kunden jetzt im Regen stehen!
    IMO geht es auch nicht darum, dass der Hersteller "auf immer und ewig" Teile liefern soll. Aber 9 Jahre sind einfach zu kurz. Das entspricht nicht der Zeit, die man nach Treu und Glauben von einem deutschen Markenhersteller verlangen kann.
    Wie bereits geschrieben, war die Systemtrennung vor 9 Jahren kein Thema. Ob sie es hätte sein können (oder müssen?) ist die Frage, die den Handwerker betrifft. Nach heutigem Stand ist es ein grober Fehler eine solche Anlage ohne Systemtrennung und entsprechende Wasseraufbereitung zu installieren.

    @Pitty
    Gespült wurde die Anlage mit normalem Leitungswasser. Befüllt wurde sie dann mit aufbereitetem und den Anforderungen entsprechendem Wasser. Es wurde auch für die Nachbefüllung eine Aufbereitungsanlage installiert. So weit ist die Anlage erst mal auf dem Stand der heutige Erkenntnisse.
    Zum Hersteller und der Teileproblematik habe ich weiter oben schon geschrieben. Es scheint aber so zu sein, dass gerade bei hoch effizienten Kesseln der Wäremetauscher in sehr kritisches Teil ist. Der war bei unserem Modell wohl so daneben, dass man es ganz anders - und nicht mehr kompatibel - gelöst hat.
    Auch schenkt man erst seit einigen Jahren dem Heizungswasser eine besondere Aufmerksamkeit - und hält es (durch Systemtrennung) möglichst dem Wärmetauscher fern.
    Übrigens scheinen auch die modernen Hocheffizienzpumpen durch das böse Heizungswasser gefährdet zu sein :-(

    VG
    Roland
     
  8. Pharao

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    Hi,

    das das wirklich ärgerlich ist, wenn man ein neues * Gerät kauft bzw. verbaut und man nach 9 Jahren dann schon keine Ersatzteile mehr bekommt, versteh ich voll und ganz :sauer032: Ich kenne es aber trotzdem nicht anders als, das grundsätzlich der Hersteller nur solange Ersatzteile liefern muss, solange eine Gewährleistung besteht und diese ist eben i.d.R. nur 2 Jahre.

    In wie weit man hier jetzt mit "Treu und Glauben" argumentieren kann (also "können" schon, denn der Satz passt ja fast immer, wenn`s nichts anderes mehr gibt) bzw. in wie weit man da vor Gericht Chancen hat, das kann wohl ein Anwalt besser entscheiden als ich.

    *) wobei das Gerät ansich zu dem Zeitpunkt auch schon ein älteres, auslaufendes Modell seinen kann

    Schon mal probiert mit dem Hersteller zu reden, ob`s da evtl. eine Kulanzregelung gibt für die, die eben jetzt so ein Gerät dieser Produktreihe verbaut haben und nun keine Ersatzteile mehr bekommen ?

    Mal angenommen vor 9 Jahren wäre sowas auch üblich gewesen (also keine gesetzliche Pflicht, sondern nur üblich sowas mit einzubauen), dann bezweifle ich trotzdem, das du jetzt den Handwerker dafür noch rechtlich belangen kannst.
     
  9. #8 Papabär, 20.10.2014
    Papabär

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    Und wie bringt man bei einer Systemtrennung dann die Wärme dazu, trotzdem bis in die Heizkörper zu wandern? Richtig, mit einem Wärmetauscher!

    Ich habe jetzt extra noch mal stichpunktartig einige Wartungsrechnungen/Leistungsbeschreibungen angeschaut: Die "Überprüfung Wasserstand/Schlammbildung" steht dort zumindest mit drauf!



    Weiterhin schließe ich mich Pitty an: Wenn es kein Originalersatzteil mehr gibt, dann muss man eben nach Alternativen - ggf. von anderen Herstellern - schauen. Die Wärme wird sicherlich nicht wissen, von welchem Hersteller sie erzeugt, und von wem sie vertauscht wird. Möglicherweise riskiert man 1-5% Effizienz ... aber 9 Jahre sind noch kein alter für ´ne Heizung.
     
  10. #9 Lankwitzer, 20.10.2014
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    Das stimmt so nicht. Wir bauen heute noch Anlagen ohne Systemtrennung. Dieser ganze Hokuspokus bezüglich "füllen mit vollentsalztem Wasser" ist doch wieder einmal nur ein Trick der Industrie im Schadensfall die Gewährleistung abzulehnen. Bei den ganz modernen Thermen mag es heute auch passen, hier sind die Lemellen des WT so fein das Kalk diese verstopfen kann. Immerhin heizen die in wenigen Sekunden um bis zu 60 k das Wasser hoch. Das füllen mit vollentsalztem Wasser erfolgt über eine Patrone, die haben wir immer bei.

    Nötig wäre eine Trennung damals nur gewesen, wenn dein Rohr der Fußbodenheizung nicht diffuisionsdicht gewesen ist. Dann rosten die WT durch Sauerstoffeinlagerungen im Heizungswasser durch. Sogar WT aus Edelstahl.

    Klapper mal einige Installateure in der Nähe ab, wir haben z.B. immer Ersatzteile aus Altanlagen zu liegen. Ebenfalls würde ich mich direkt an den Hersteller wenden, kaum vorstellbar das es keinen Ersatz gibt bei Brennwertgeräten.
     
  11. #10 Martens, 22.10.2014
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    Es ist eine leider übliche Methode, nach ein paar Jahren entweder keine Ersatzteile mehr zu liefern oder aber zu solchen Preisen, daß die Reparatur gleich unwirtschaftlich wird. Da offenbar alle Hersteller (ob Heizung oder Auto) inzwischen eine Fülle von dichtgestaffelten aber doch unterschiedlichen Produkten anbieten (müssen? wollen?), ist es auch nachvollziehbar, daß die Menge der verschiedenen Ersatzteile nur noch sehr begrenzt gelagert und angeboten werden kann. Wenn weg dann weg, der Kunde wird sich schon damit arrangieren...

    Es gibt aus dem Bereich Oldtimerrestaurierung inzwischen wieder Betriebe, die Kühler (technisch also Wärmetauscher) auf Maß bauen oder auch reinigen. Wenn ich aber aus dem Fenster sehe, ist aktuell (10° , Wind und Regen) irgendwie die falsche Jahreszeit für Experimente an der Heizungsanlage.

    Viel Erfolg,
    Christian Martens
     
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