Schaden durch Handwerker

Diskutiere Schaden durch Handwerker im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Hallo Zusammen, ich bin seit einiger Zeit stiller Leser dieses Forum und habe schon den ein oder anderen guten Tipp für mein eigenes Leben als...

  1. #1 HansEgon0815, 23.05.2019
    HansEgon0815

    HansEgon0815 Neuer Benutzer

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    Hallo Zusammen,

    ich bin seit einiger Zeit stiller Leser dieses Forum und habe schon den ein oder anderen guten Tipp für mein eigenes Leben als Vermieter mitnehmen können. Dafür erstmal danke an die Experten!

    Nun zu meinem Problem:
    Eine meiner Wohnungen in meinem MFH wird aktuell recht umfangreich saniert. Dabei wurde auch die Eingangstür mit Türrahmen erneuert. Bei diesen arbeiten hat der entsprechende Handwerker es geschafft das Telefon/Internetkabel, das die Wohnung in den nächsten Stock führt, gleich 3mal zu durchschneiden.
    Das Kabel lief im Flur knapp neben der Eingangstür unter Putz.

    Natürlich hat sich der Mieter aus der Wohnung ziemlich schnell bei mir gemeldet, weil er kein Internet und Telefon mehr hat.

    Elektriker gerufen und auf Fehlersuche geschickt. Dieser hat dann das o.g. Kunstwerk des Handwerker entdeckt. Habe mich mit dem Fensterbauer dann in Verbindung gesetzt und ihn von der Leistung seines Mitarbeiters informiert. Der Chef hat mich dann, nicht ohne eine gewisse Häme, darüber informiert das Sie dafür nicht haften. Das haben Sie in Ihren AGB´s ausgeschlossen. Sie haften angeblich nur für Kabelschäden wenn Sie vorab explizit über das Kabel informiert wurden.

    Wie sieht Ihr die Sache? Kann sich der Handwerker wirklich so einfach exkulpieren in seinen AGB´s?

    Ich danke euch für jeden Vorschlag.

    Viele Grüße
     
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  3. Andres

    Andres
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    Kurzer Hinweis aus der Rechtschreib-Ecke: AGB ist bereits Mehrzahl, das "s" ist unnötig, und dann noch der D-Apostroph ...

    Nun zur Sache: Einmal unterstellt, dass dies tatsächlich so in den AGB des Handwerkers steht, und weiter angenommen, dass diese AGB auch Vertragsbestandteil geworden sind, gibt es noch zwei wesentliche Angriffspunkte für Haftungsausschlüsse:
    • Den Ausschluss von grober Fahrlässigkeit und Vorsatz, § 309 Nr. 7 BGB: Erstens wäre ein solcher pauschaler Haftungsausschluss "für alles" unzulässig (und zieht wahrscheinlich den gesamten Haftungsausschluss mit in die Tonne) und zweitens stellt sich bei zulässiger Gestaltung der AGB natürlich die Frage, ob hier grobe Fahrlässigkeit vorliegen könnte. Nun gelten für Datenleitungen zwar nicht die Installationszonen aus der E-Technik, aber daran kann man sich imho trotzdem orientieren. In diesem Fall heißt das: Senkrecht neben Türen darf ich griffseitig in einem Abstand bis 20 cm nicht davon ausgehen, dass ich folgenlos in die Wand bohren kann.
    • Den Ausschluss sog. "Kardinalpflichten", also für die Hauptleistung wesentlicher Merkmale, § 307 Abs. 2 Nr. 2 BGB. Und ob das hier eine solche Pflicht ist, darüber kann man nun trefflich streiten. Die Türe funktioniert ja ...


    Mein Elektriker erzählt gerne von einem Einsatz, bei dem der Kunde das Kabel bei 8 Versuchen ganze 8 mal in perfekten Abständen von 30 cm angebohrt hat.
     
  4. #3 ehrenwertes Haus, 23.05.2019
    ehrenwertes Haus

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    Dieser Satz macht mich stutzig, ob die Annahme von @Andres
    wirklich so ganz zutreffend ist.

    Für relativ neue Häuser stimme ich zu, aber nicht für Altbauten, bei denen die Telefonleitungen nachgerüstet wurden.
    In diesen "Nachrüstobjekten" wurden die Telefonleitungen oft am oder unter den Türrahmen oder auch in/hinter den Fußbodenleisten versteckt. Bei einem Handwerker setze ich das als Praxiswissen voraus, nicht bei einem Laien, der damit noch nie zu tun hatte.

    Egal was diese Firma in ihren AGB stehen hat, das befreit Mitarbeiter und Cheffe nicht vom Hirn einschalten.
    Wirklich versehentlich eine Leitung treffen, kann Jedem passieren. Hier kommt es mir aber mehr wie "ist mir sch... egal" vor. Das übernimmt dann auch keine Handwerkerhaftplicht mehr.


    @HansEgon0815

    lass dir doch mal die Hapftplichtversicherung des Handwerkers nennen. Du kannst dich auch direkt mit deinem Problem dorthin wenden, oder das dem Cheffe ankündigen. Eine andere Anlaufstelle ist die Handwerkskammer.
    Beide Meldungen können für unsauber arbeitende Handwerker sehr unangenehme Folgen haben.
     
  5. Andres

    Andres
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    Ich kann nicht erkennen, inwiefern das meiner Aussage widerspricht.
     
  6. #5 RP63VWÜ, 23.05.2019
    RP63VWÜ

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    Da gilt mein Chapeau! dem Installateur, der es geschafft hat, tatsächlich lot- oder waagerecht zu schlitzen.
    Aus Erfahrung weiß ich, dass dies nahezu unmöglich ist.
    By the way und immer noch off topic:
    Einer Schraube gefiel es, nach 12 Jahren die bis dato friedliche Koexistenz, die sie in durchbohrender Art zum Stromkabel hatte, aufzukündigen.
    (Es betraf einen Imbissstand mit ca. 500 Schrauben; der Elektriker freute sich ob der intensiven Fehlersuche)
     
    Easy841 gefällt das.
  7. #6 ehrenwertes Haus, 23.05.2019
    ehrenwertes Haus

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    Stimmt, beim Nachlesen jetzt, habe ich das auch verstanden. Wer da wohl auf meiner Leitung stand?
     
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