Schadensersatz durch Hausverwaltung - Verschleppung Handwerkerleistung

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Gast67, 06.11.2015.

  1. Gast67

    Gast67 Gast

    Hallo,
    mein 25 qm² Wohnzimmer musste wegen Balkenschäden (Altbau) im Boden und Wänden saniert werden. Die Kostenübernahme durch die ETG wurde mit einem Betrag bis 25.000 ordnungsgemäß beschlossen. Die Arbeiten dauern seit Juli an, mit immer wiederkehrenden Verzögerungen, weil angeblich so schwierig Handwerker zu bekommen seien. Seitdem bewohne ich nur noch Schlafzimmer und Küche (Gesamtgröße Wohnung 54m²). Es ist jetzt nur noch Parkettverlegung abzuschließen doch die Firma, die über die Zimmerei mit angeboten wurde, ist abgesprungen. Seit fast einem Monat höre ich nichts mehr von der Verwaltung, obwohl ich dort wöchentlich anrufe, dass ein Parkettleger her muss. Ziehe nun zu Mitte des Monats 15.11. in eine neue Wohnung und vermiete an meine Tochter. Nun habe ich aus lauter Verzweiflung innerhalb 1 Tag einen Kostenvoranschlag von einem Baumarkt eingeholt über Parkettverlegung und die Verwaltung zur Zustimmung gebeten, erhalte jedoch immer noch keine Antwort. Ich habe gleichzeitig angedroht, ab jetzt zumindest finanzielle Nachteile als Schaden aus Nichterfüllung des Verwaltungsvertrages geltend zu machen, da ich die Verwaltung bereits Ende September über meinen Umzugstermin informiert habe . Meine, dass, obwohl die Firma Mitte Oktober abgesprungen ist, die Verwaltung noch Zeit gehabt hätte, eine andere Firma zu suchen. Frage: a) Kann ich in Abstimmung mit dem Beirat selbst die Parkettverlegung beauftragen , b) Kann ich noch Schadensersatz ggü der Hausverwaltung geltend machen ? Bezahle Wohngeld für 1 Wohneinheit, nutze jedoch seit Juli nur die Hälfte; Habe leider zumeist alles telefonisch besprochen und keine Fristen gesetzt... Vielen Dank für hilfreiche Antwort(en)
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Können: Natürlich. Du kannst mit so ziemlich jedem über so ziemlich alles Verträge schließen. Auch die praktische Durchführung dürfte unproblematisch sein, da du ja selbst Zugang zur Wohnung hast. Du kannst das Abstimmen mit wem du willst. Der Beirat hat in dieser Sache aber keine Beschlusskompetenz.

    Damit zum Dürfen. Dein Anspruch auf Wiederherstellung des Parketts ergibt sich aus § 14 WEG, letzter Halbsatz. Da es hier um die Beschädigung einer Sache geht, kannst du statt Naturalrestitution (die Gemeinschaft stellt den geschuldeten Zustand her, das ist der Regelfall) auch Geld verlangen (§ 249 Abs. 2 BGB) - und damit den Schaden selbst beseitigen. Da durch die Neuverlegung ziemlich sicher ein besserer als der geschuldete Zustand erreicht wird, bleibst du auf einem Teil der Kosten sitzen. Außerdem trifft dich eine Schadenminderungspflicht: Wenn die Verwaltung (und somit die Gemeinschaft) monatelang davon ausgehen durfte, dass du mit Naturalrestitution einverstanden bist, hast du Kosten, die durch deinen plötzlichen Sinneswandel entstehen, selbst zu tragen.

    Und dafür erwartest du nun in 8 Tagen die Patentlösung? Ohne Fristsetzung wird es schwer gehen, wenn du nicht volles Risiko gehen willst. Eine angemessene Fristsetzung für eine Antwort auf die Frage an die Verwaltung, ob die Arbeiten beauftragt sind, wann mit der Ausführung zu rechnen ist und dass man ab Zeitpunkt X die Arbeiten selbst beauftragen wird und dafür Kostenersatz verlangt, wird definitiv weit über das geplante Einzugsdatum hinausgehen. Wenn du die Auskünfte also nicht telefonisch bekommst, hast du da ein Problem ...


    Was hat die Verwaltung denn nachweislich falsch gemacht?
     
  4. #3 immobiliensammler, 09.11.2015
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Es gibt ein OLG-Urteil (ich glaube OLG München) wonach die ordnungsgemäße Instandhaltung zu den originären Verwalteraufgaben gehört und sich der Verwalter bei Nichterfüllung schadensersatzpflichtig macht. Im entschiedenen Fall ging es um einen Feuchteschaden in einer Wohnung, der vom Gemeinschaftseigentum ausging. Der Schaden wurde dem Verwalter angezeigt, dieser machte jedoch nichts. Das OLG hat dann entschieden dass eine Frist von 6 Monaten für das Tätigwerden durch den Verwalter (Erstellung Gutachten, Einholung Angebote, Einberufung außerordentliche Eigentümerversammlung) zumutbar sei, für die darüber hinausgehende Verzögerung musste der Verwalter Schadensersatz (hier Mietausfall) leisten.

    Nach diesem Urteil wäre der Verwalter also noch innerhalb der 6-Monats-Frist und hat ja auch etwas unternommen, insofern glaube ich dass Du schlechte Karten haben wirst.
     
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