Schenkung oder doch lieber Verkauf innerhalb der Familie

Diskutiere Schenkung oder doch lieber Verkauf innerhalb der Familie im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Nachdem wir hier ja gestern eine Frage zum Thema Afa bei geerbter Immobilie beantwortet haben geht mir folgender Gedanke durch den Kopf: Annahme:...

  1. #1 immobiliensammler, 23.11.2017
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    Nachdem wir hier ja gestern eine Frage zum Thema Afa bei geerbter Immobilie beantwortet haben geht mir folgender Gedanke durch den Kopf:

    Annahme: Immobilie soll zu Lebzeiten (warum Erbe nicht geht erklärt sich dann) auf das Kind übertragen werden, Afa ist bereits komplett verbraucht.

    Möglichkeit A) wäre eine Schenkung, dann hat der Käufer keine Anschaffungskosten, kann aber auch keine Afa in Ansatz bringen

    Möglichkeit B) Die Immobilie wird zum tatsächlichen Wert an das Kind verkauft, gleichzeitig (oder mit einer entsprechenden "Schamfrist") wird ein entsprechender Geldbetrag an das Kind verschenkt

    Meines Erachtens wäre der Mehraufwand die Grunderwerbsteuer, die bei der Schenkung ja nicht anfallen würde, andererseits hat das Kind dann ja wieder das Afa-Volumen zur Verfügung. Bei den Eltern wäre der "Gewinn" steuerfrei, da schon länger als 10 Jahre Eigentümer.

    Dies unter der Prämisse, dass Schenkungssteuer nicht anfällt, da das Geldgeschenk innerhalb des jeweiligen Freibetrages liegt. Ansonsten wäre die Schenkung des Hauses wohl steuerlich besser gestellt, da Immobilien hier ja wohl (meines Wissens entgegen einem Verfassungsgerichts-Urteil) immer noch privilegiert sind.

    Habe ich einen Denkfehler, was meint Ihr?
     
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  3. #2 Newbie15, 23.11.2017
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    Auch beim Kauf von den Eltern fällt keine Grunderwerbsteuer an.
     
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  4. #3 immobiliensammler, 23.11.2017
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    Echt, wusste ich nicht, aber gut, dann würde das ja interessanter!
     
  5. #4 Goldhamster, 23.11.2017
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    Hallo,
    das wäre eine tolle Gesetzeslücke.

    :005sonst:
     
  6. Andres

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    Grundsätzlich wird das doch auch außerhalb von Familien so praktiziert: Man kauft, bewirtschaftet und hält ein Objekt für 10+ Jahre. Danach erfolgt der steuerfreie Verkauf, der Gewinn wird eingestrichen, ggf. ein neues Objekt gekauft. Man kann so immer AfA ansetzen, darf gelegentlich Grunderwerbsteuer zahlen, muss regelmäßig auf die 15 %-Grenze achten. Trotzdem lohnt sich das.

    Bei der Schenkung muss man eben aufpassen, dass das FA keinen Gestaltungsmissbrauch unterstellt. Den Steuerberater kann man ja von der gesparten Grunderwerbsteuer bezahlen, die tatsächlich beim Verkauf unter Verwandten in gerade Linie entfällt.
     
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  7. #6 taxpert, 23.11.2017
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    Grundsätzlich liegt -wen die Rückschenkung bei Veräußerung bereits geplant war- ein Scheingeschäft im Sinne §41 Abs. 2 AO, hilfsweise eine Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten,§42 AO, vor!

    Interessant -oder vorsichtig ausgedrückt unauffällig- ist das Ganze nur, wenn (Groß-)Eltern oder Kind/Enkel über genügend liquide Mittel verfügen, um den Kaufpreis ohne Finanzierug zu stemmen.

    Muss das Kind/Enkel den Kaufpreis finanzieren (Mittelfluß wäre absolute Grundvoraussetzung für die steuerliche Anerkennung!), wäre eine entsprechend kurze Laufzeit (Stichwort: "Schamfrist") ein schlagender Beweis dafür, dass der Mittelrückfluß von Anfang an geplant war! Eine entsprechend lange Laufzeit würde über eine entsprechende Vorfälligkeitsentschädigung den steuerlichen Vorteil ggf. auffressen!

    Haben die (Groß-)Eltern die entsprechenden Mittel liquide, wäre es sinnvoller das Geld zuz schenken und dann nach einer Schamfrist die Immo zu erwerben! Hier gibt es in meiner Meinung nach vergleichbaren Fällen (Unterhaltszahlungen an Kind zu Bestreitung der Miete an die Eltern) entsprechende BFH-Rechtssprechung!

    Als steuerlicher Nachteil ist natürlich auch zu sehen, dass durch den entgeltlichen Erwerb die Frist des §23 EStG erneut zu Laufen beginnt!

    taxpert
     
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  8. GSR600

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    Bei uns wurde das vor 2 Wochen so gelöst, das meine Schwester und mein Scwager das Haus meiner Mutter gekauft haben, beim Notar wurde das so geregelt:
    Meine Schwester erhält 50% des Hauses als Geschenk meiner Mutter und mein Schwager kauft die anderen 50%. Somit stehen beide im Grundbuch und meine Mutter erhält den vereinbarten Kaufpreis.
     
  9. #8 taxpert, 24.11.2017
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    Dann hoffe ich mal, dass das nicht von einem StB ausgebrütet wurde, denn das wäre praktisch ein Haftungsfall!

    Die Zielrichtung hier ist ja -anders als im Eingangs-Thread von @immobiliensammler- die Vermeidung der Schenkungsteuer (und natürlich ggf. Versorgung der Mutter!).

    Der Schwiegersohn ist bei der ErbSt Steuerklasse 3, d.h. 20.000 € Freibetrag und mindestens 30% Steuersatz! Da erscheinen 5% GrESt in Baden-Württemberg doch schon als Schnäppchen!

    Noch geschickter wäre natürlich gewesen -und deshalb die Frage nach der Beteiligung eines StB's!- wenn die Mutter der Tochter (StKl 1, FB 400.000 €, Steuersatz ab 7%) das gesamte Haus geschenkt hätte und die Tochter dann die Hälfte ihrem Ehemann (StKl 1, FB 500.000 €, Steuersatz ab 7%) schenkt. Es liegt hier keine schädliche Kettenschenkung vor, BFH-Urteil vom 18.7.2013, II R 37/11.

    Wenn die Zahlung sowieso geplant war, z.B. um den Bruder auszuzahlen, dann war es natürlich schon der "richtige" Weg!

    taxpert
     
  10. GSR600

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    Der Preis wurde über einen Gutachter festgelegt, davon zahlt mein Schwager die Hälfte und meine Schwester bekommt ihren Anteil als Geschenk.
    Mein Bruder und ich haben eine Pflichteilsverzicht unterschrieben und bekommen dafür jetzt schon einen Betrag als Ausgleich.
     
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