Schimmel an Aussenwand

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von Erydan, 29.10.2009.

  1. Erydan

    Erydan Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich versuche mal, meine Frage deutlich zu formulieren:

    An einem von mir vermieteten Haus mit mehreren Mietparteien hat sich an der VWS-gedämmten Aussenwand Schimmel über den Fensterstürzen gebildet. Die Räume werden - sowewit ich weiss - als HWR genutzt, sprich Waschen, Büglen und auch Wäschetrocknen findet dort statt.

    Der Vorvermieter hat die Mieter bereits mehrfach mündlich und auch schriftlich auf richtiges Lüftungsverhalten hingewiesen. Scheinbar wird dies jedoch ignoriert, sodass ich nun die Kosten tragen darf (knapp 2000€ für Schimmelentfernung, Imprägnierung und Neuanstrich der betroffenen Fassadenseite).

    In den Wohnungen selbst ist kein Schimmel vorhanden. Der Schimmelbefall an der Aussenwand ist mir persönlich aufgefallen, ich wurde also nicht von den Mietern oder Dritten darauf angesprochen.

    Der Malermeister hat auch die entsprechenden Räume besichtigt und "eindeutig" festgestellt, dass die Fenster wohl ganztägig gekippt sind, die feuchte Luft also permanent nach aussen dringt und sich dort an der Nord/Waldseite an der Aussenwand niederschlägt, was über die Zeit zur Schimmelbildung führt.

    Meine Frage ist nun:
    Wie kann ich die Mieter dazu bringen, die "Dauerlüftung" per gekippten Fenstern zu unterlassen? Besteht bei gleicher Raumnutzung dann nicht die Gefahr, dass sich Schimmel in der Wohnung bildet?

    Richtige Lüftung wäre meiner Ansicht nach: Bei Benutzung der Räume als Wasch- oder Trockenraum = Fenster auf, ansonsten geschlossen halten und den Raum nicht auskühlen lassen (18-20°). Dazu morgens und abends je 1x für 10 Minuten per geöffnetem Fenster Durchlüften. Ist das korrekt so?

    Die Kosten für die Fassadenreinigung kann ich wohl nicht auf die Mieter umlegen, wie sieht es aber aus, wenn durch fehlerhaftes Lüften Schimmelschäden IN den Wohnungen entsteht? Ein Gutachter ist doch recht teuer, oder? Was hat es mit den Datenloggern auf sich, über die man öfter liest? Wo bekommt man die und wie beweiskräftig sind diese?

    Ich möchte einfach nur, dass meine Mieter ihr Verhalten überdenken, damit sie in einer freundlichen und intakten Wohnung leben können und ich nicht alle 2 Jahre Scherereien habe, indem ich die Fassade von Schimmel befreien darf.

    Vielen Dank für jede Hilfe
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Der sagt dir nur, wie das Lüftungsverhalten bzw das Wohnverhalten der Mieter ist. Meine Erfahrung ist jedoch, dass allein das Ding im Raum ein Schuldeingeständnis verursacht. Das ganze mit dem Zusatz, dass ein Gutachter auch nix anderes macht, läßt die Mieter über ihr tun nachdenken.

    eine bautechn. Abhilfe wäre eine zwangsentlüftung im Fenster mit gleichzeitiger Sperrung deselben. Man kann auch einfach die Kippfunktion ausser funktion setzen..
    Ob das aber zum Lüften animiert, bleibt fraglich.

    Bevor der Mieter mit "seinem" Schimmel belastet wird, muss der Vermieter die Schuldfrage per Gutachter klären. Kommt dieser zum Schluss, dass alles Mieterverschulden ist, sind die Mieter schadenersatzpflichtig. (Verursacherprinzip).
    Natürlich auch der Gutachter kommt auf den Mieter zu.
    Die unterschwellige Andeutung und die aussage des "Maler"- Fachmannes sollte imm allgemeinen reichen.

    Achja, Schimmel in der Aussenwand über dem Fenster bringt Schimmelsporen in Fensternähe, also auch in den Raum...
     
  4. Erydan

    Erydan Neuer Benutzer

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    Hallo Capo,

    danke für die Antwort. Ich habe mir gedacht, ich kann das per Brief vielleicht klären, in welchem ich die Mieter auffordere, ihr Lüftungsverhalten umzustellen, speziell in Räumen, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

    Meine Formulierung sieht wie folgt aus:
    ____________________________

    Heizen:
    Die Gefahr von Feuchteschäden ist umso größer, je größer und häufiger die Temperaturunterschiede innerhalb einer Wohnung sind. Temperaturschwankungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Alle Räume, auch solche, die selten oder tagsüber nicht genutzt werden, dürfen nie ganz auskühlen. Senken Sie die Temperatur nur moderat ab.

    Hinterlüftung der Außenwände:
    Sorgen Sie für eine angemessene Luftzirkulation in Außenwandräumen. Möbel (z.B. Schränke) müssen einen Abstand von mindestens 5cm zur Außenwand aufweisen, um eine optimale Luftzirkulation und Hinterlüftung zu gewährleisten und somit Schäden an der Bausubstanz vorzubeugen.

    Lüftungsverhalten:
    Dauerkippen der Fenster ist – gerade in Bezug auf die Wärmedämmung des Gebäudes – zu vermeiden! Ihre Wohnräume sollten zwei bis dreimal täglich stoßgelüftet werden, d.h. Lüften bei vollständig geöffnetem Fenster. Die Lüftungsdauer beträgt 2 bis 20 Minuten, je nach Außentemperatur (je kühler, desto kürzer)

    Wäschetrocknung:
    Vorhandene Trockenräume und Freitrockenmöglichkeiten sind zu nutzen. In Ausnahmefällen ist ein Trocknen der Wäsche in der Wohnung zulässig, allerdings nur bei angepasster und angemessener Lüftung des zur Trocknung genutzten Raumes. Eine Dauerlüftung per Fensterkippfunktion ist nicht zulässig.

    ____________________________

    Dazu möchte ich mir noch eine Erklärung unterschreiben lassen, dass diese Vorgaben erhalten und verstanden wurden und sich die Mieter zur Einhaltung dieser Richtlinien bereiterklären. Ausserdem möchte ich diese Richtlinien als Teil der Hausordnung aushängen.

    Ist dies so möglich oder wäre das Papier- und Zeitverschwendung, weil ich den Mietern - mit denen ich bisher sonst sehr gut auskomme - sowas nicht "vorschreiben" kann/darf?

    Primär geht es hier um eine Absicherung meinerseits, was eventuelle Folgeschäden durch unsachgemäßes Lüftungsverhalten etc. angeht. Ich möchte die Mieter jedoch auch nicht (v)erschrecken oder über Gebühr belasten. Dass vorhandene Trockenräume genutzt werden müssen, ist ja schon mehrfach festgestellt worden. Ich bin mir aber unsicher, ob ich die o.g. Vorgaben überhaupt so machen kann/darf.

    Viele Grüße

    Erydan
     
  5. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Das Schreiben ist ja ganz nett und sicher auch eine Möglichkeit. Meine erfahrung sieht da jedoch anders aus. Ich hatte einen Fall, da war der Intellekt so niedrig, dass auch das Erklären des Schreibens und die Demonstration mit Wärmebildkamera, Versuchsaufbau mit Fensterscheibe und einiges mehr nicht geholfen hat. Ende vom Lied war schließlich, dass der Anwalt von Mieterseite einen gutachter beauftragt hat. dummerweise mussten den dann auch die Mieter bezahlen....

    Das muss hier nicht genauso geschehen.

    Sollte nach dem Schreiben oder einer "Ins Gewissen-Reden" Aktion das Lüftungsverhalten trotzdem nicht ändern und der Schimmel sich sogar ausbreiten, wäre die Sache wieder vorher: gutachter, Mieterverschulden feststellen, Mieter zahlen.

    Das Schreiben würde mE dich nicht freisprechen, aber zumindest deine Unterweisungspflicht abdecken.
    Der Vermieter hat etwas unternommen und das ist vor Gericht immer gerne gesehen...
     
  6. Erydan

    Erydan Neuer Benutzer

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    Darum gings mir.
    Ich hoffe ja, dass die Mieter ein Einsehen haben. Im Grunde ist es ja nichts Schlechtes und beide haben das gleiche Ziel: die Erhaltung der Mietsache.

    Ich habe heute 2 Schreiben übergeben. Der dritte Mieter war nicht zuhause, das werde ich dann wohl am Wochenende erledigen. Die kommenden Wochen werden zeigen, obs was gebracht hat.

    Aber nochmal vielen Dank für die Hilfe!

    Grüße
    Erydan
     
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