Schimmel durch Wasserschaden (baulicher Mangel)

Diskutiere Schimmel durch Wasserschaden (baulicher Mangel) im Mietminderung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo Miteinander, ich suche nach Rat, was man in der Situation am besten machen kann/sollte und hoffe, dass ich hier Ratschläge und Tipps...

  1. murmello

    murmello Neuer Benutzer

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    Hallo Miteinander,

    ich suche nach Rat, was man in der Situation am besten machen kann/sollte und hoffe, dass ich hier Ratschläge und Tipps erhalte. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob ich das Thema hier der richtigen Kategorie zugeordnet habe. Vielleicht gibt es auch andere Möglichkeiten, der Sache beizukommen, als mit einer Mietminderung.

    Ich wohne zusammen mit meinem Lebensgefährten in einer Neubauwohnung zur Miete (Erstbezug). Vor knapp 3 Monaten habe ich zufällig Schimmel hinter einem Bild mittig an einer Wand entdeckt und direkt gemeldet (Vermieterin und Architekten). Bei der Begutachtung durch den Architekten bekam ich dann gesagt, dass ungefähr einen Monat zuvor aus der direkt angrenzenden Wohnung dasselbe Problem dieselbe Stelle betreffend gemeldet wurde. Er wies an, dass ich die Tapete in dem Bereich entfernen soll, was wir nach Rücksprache mit der Vermieterin dann auch gemacht haben. Dann passierte mehrere Wochen nichts mehr, bis vor zwei Monaten ein Bausachverständiger vor Ort war, der feststellte, dass die betroffene Wand nass ist und ein Wasserschaden vorliegt. Man konnte inzwischen feststellen, dass das Problem ein Stockwerk höher liegt (Mängel bei der Abdichtung) und hat dort nachgebessert. Nun hatte ich vergangenen Dienstag einen erneuten Termin mit dem Sachverständigen, der abklären sollte, ob die Wand inzwischen soweit abgetrocknet ist, dass die Sanierung erfolgen kann. Allerdings kam der Sachverständige zu diesem Termin nicht.
    Unserer Vermieterin ist die ganze Angelegenheit sehr unangenehm/peinlich. Sie hat mir gestern eine E-Mail von dem Architekten weitergeleitet, in dem er ihr mitteilt, dass die Ursache für den Schaden zwar schon nachgebessert wurde, das Problem wohl aber noch immer besteht und erst behoben werden muss, ehe Sanierungsarbeiten in ihrer/meiner Wohnung stattfinden können.

    Wir sind inzwischen einfach nur genervt darüber, dass die Wohnung seit 3 Monaten Baustellenflair verströmt. So ein Schaden kann passieren, auch wenn es das nicht sollte. Das der Schaden da ist, ist zwar blöd, aber da steckt man nun nicht drinnen. Uns nervt vor allem die schleppend langsame Nicht-Abwicklung des Schadens. Bei dem Tempo befürchte ich, dass die Wand auch noch in 3 Monaten so aussieht, wie sie aktuell aussieht. Was kann man also tun, damit das alles etwas schneller geht? Wir mögen unsere Vermieterin. Sie ist eine nette, ältere Dame, die nur leider mit der Situation überfordert ist. Wir wohnen hier auch sehr gerne.
    Inzwischen sind wir aber tatsächlich an der Überlegung, mit der Vermieterin zu sprechen und die Miete zu mindern, damit sie das an den Bauträger weiterreichen kann und der dann einen größeren Anreiz hat, mal beizukommen. Ich denke nur, dass die Minderungsquoten ein Witz sein werden im Vergleich zu dem, was die Schadensregulierung tatsächlich kostet und deswegen nicht wirklich Druck entstehen wird. Über eine Ersatzvornahme nach Fristsetzung haben wir auch schon gedacht, allerdings macht es ja keinen Sinn, etwas sanieren zu wollen, wenn die Ursache für den Schaden nicht endgültig behoben wurde. Bei allen denkbaren Varianten haben wir aber das Problem, dass wir unserer Vermieterin eigentlich keinen Ärger machen wollen. Sie kann dafür ja gar nichts und uns widerstrebt es total, letztendlich ihr den Ärger zu machen und womöglich auch das Verhältnis anzukratzen. Allerdings haben wir nur sie als direkten Vertragspartner. An den Bauträger kann lediglich sie sich wenden.

    Mich würde grundsätzlich interessieren, wie ihr euch an unserer Stelle verhalten würdet. Vielleicht hat der ein oder andere als Vermieter/Eigentümer aber auch Ideen (oder Erfahrungen), was unsere Vermieterin tun könnte, um dem Bauträger da etwas Herr zu werden.

    Vielen lieben Dank vorab!
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 16.05.2019 um 10:25 Uhr
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Mach dir wegen der Kosten für die Schadensbeseitigung keinen Kopf.
    Das ist nicht dein Problem und seriöse Bauträger sind gegen solche Probleme versichert.
    Bei Vermietern übernimmt die Schadensregulierung bei Wasserschäden i. d. R. ebenfalls eine Versicherung. U.U. sogar mit Mietausfällen deswegen.

    Das Ding mit "die Vermieterin ist ach so lieb und überfordert..." das kann natürlich der Wahrheit entsprechen, ist häufig aber nur eine Ausrede für "solange der Mieter zahlt, komme ich ja zu meinem Geld und muss nix dafür tun". Für ein gutes Mietverhältnis ist es zwar sinnvoll, nicht als erste Mietermaßnahme Mietminderungen anzustreben. Dennoch hat der Vermieter seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Zuviel Gutmütigkeit zahlt sich nicht aus. Kleinkram kann ein paar Tage Aufschub bekommen, aber 3 Monate Baustellenflair mit Open End sprengen meinen Gutmütigkeitsfaktor deutlich.

    Ersatzvornahme kommt aus meiner Sicht bei euch nicht in Betracht. Das Grundproblem liegt ja nicht in eurer Wohnung. Eine tapezierte feuchte Wand sieht vielleicht hübscher aus, löst aber das Problem nicht und verzögert eine wirklich vernünftige Endlösung nur. Bleibt nur eine angemessene Mietminderung.
    Zur Orientierung gibt es im Netz viele Seiten mit Minderungstabellen.

    Redet mit eurer Vermieterin und macht ihr klar, dass die Miete gemindert wird. Im Gespräch könnt ihr euch evt. auf eine Minderungsquote einigen, mit der beide Seiten leben können. Die Minderung schriftlich festhalten nicht vergessen, ideal mit Zugangsnachweis oder von beiden Parteien unterschrieben.

    Wie eure Vermieterin das Problem löst, ist ihre Sache. Wenn sie wirklich überfordert ist, muss fachlich kompetent Hilfe z.B. in Form eines Anwalts, auf Vermieterinitiative und -kosten hinzugezogen werden. Eure Aufgabe ist dabei nur den Zugang für alle Beteiligten (Versicherungsmenschen, Handwerker, Gutachter, ...) zeitnah zu ermöglichen.
     
  4. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Ergänzend dazu:
    Natürlich kann es (in den allermeisten Fällen) nicht schaden, zu reden, etwas schriftlich festzuhalten, etwas unterschreiben zu lassen und/oder einen Zugangsnachweis zu haben.
    Für die reine Mietminderung ist das aber alles nicht erforderlich.
     
  5. Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    3 Monate sind sicherlich heftig, aber wenn die Ursache beseitigt wurde, dauert es i.d.R. auch noch eine Weile, bis die Wand richtig getrocknet ist. Und vorher macht es keinen Sinn, einen Maler mit der Beseitigung der Spuren zu beauftragen.

    Die Aussage, dass der Schimmel sich hinter einem Bild versteckt hatte, lässt übrigens auch den Verdacht einer anderen (ggf. ergänzenden) Ursache zu.

    Ich habe auch gerade einen Fall, wo ein Spezialbetrieb für Leckageortungen und (anfänglich auch) ein Dachdecker seit 2 Monaten nach der Ursache forschen. Mehrere Wände wurden bereits geöffnet (derzeit sind drei vermietete Wohnungen "durchlöchert), das Dach wurde überprüft und vorsorglich nochmal abgedichtet, sämtliche zugänglichen Installationen sind gecheckt und mit einem Endoskop ist ein evtl. infrage kommender Schacht geprüft worden. Fazit: Nullkommanix. Keine Undichtigkeit. Trotzdem kommt bei einem Mieter Wasser aus der Decke.
    Will sagen, alleine die Leckageortung kann manchmal einiges an Zeit kosten. Klar braucht das den betroffenen Mieter nicht zu interessieren um eine Mietminderung durchzusetzen - aber vlt. schafft es ein wenig Verständnis im Kommunikationsverhalten.
     
    dots gefällt das.
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