Schimmel durch Wasserschaden (baulicher Mangel)

Diskutiere Schimmel durch Wasserschaden (baulicher Mangel) im Mietminderung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo Miteinander, ich suche nach Rat, was man in der Situation am besten machen kann/sollte und hoffe, dass ich hier Ratschläge und Tipps...

  1. #1 murmello, 16.05.2019
    murmello

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    Hallo Miteinander,

    ich suche nach Rat, was man in der Situation am besten machen kann/sollte und hoffe, dass ich hier Ratschläge und Tipps erhalte. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob ich das Thema hier der richtigen Kategorie zugeordnet habe. Vielleicht gibt es auch andere Möglichkeiten, der Sache beizukommen, als mit einer Mietminderung.

    Ich wohne zusammen mit meinem Lebensgefährten in einer Neubauwohnung zur Miete (Erstbezug). Vor knapp 3 Monaten habe ich zufällig Schimmel hinter einem Bild mittig an einer Wand entdeckt und direkt gemeldet (Vermieterin und Architekten). Bei der Begutachtung durch den Architekten bekam ich dann gesagt, dass ungefähr einen Monat zuvor aus der direkt angrenzenden Wohnung dasselbe Problem dieselbe Stelle betreffend gemeldet wurde. Er wies an, dass ich die Tapete in dem Bereich entfernen soll, was wir nach Rücksprache mit der Vermieterin dann auch gemacht haben. Dann passierte mehrere Wochen nichts mehr, bis vor zwei Monaten ein Bausachverständiger vor Ort war, der feststellte, dass die betroffene Wand nass ist und ein Wasserschaden vorliegt. Man konnte inzwischen feststellen, dass das Problem ein Stockwerk höher liegt (Mängel bei der Abdichtung) und hat dort nachgebessert. Nun hatte ich vergangenen Dienstag einen erneuten Termin mit dem Sachverständigen, der abklären sollte, ob die Wand inzwischen soweit abgetrocknet ist, dass die Sanierung erfolgen kann. Allerdings kam der Sachverständige zu diesem Termin nicht.
    Unserer Vermieterin ist die ganze Angelegenheit sehr unangenehm/peinlich. Sie hat mir gestern eine E-Mail von dem Architekten weitergeleitet, in dem er ihr mitteilt, dass die Ursache für den Schaden zwar schon nachgebessert wurde, das Problem wohl aber noch immer besteht und erst behoben werden muss, ehe Sanierungsarbeiten in ihrer/meiner Wohnung stattfinden können.

    Wir sind inzwischen einfach nur genervt darüber, dass die Wohnung seit 3 Monaten Baustellenflair verströmt. So ein Schaden kann passieren, auch wenn es das nicht sollte. Das der Schaden da ist, ist zwar blöd, aber da steckt man nun nicht drinnen. Uns nervt vor allem die schleppend langsame Nicht-Abwicklung des Schadens. Bei dem Tempo befürchte ich, dass die Wand auch noch in 3 Monaten so aussieht, wie sie aktuell aussieht. Was kann man also tun, damit das alles etwas schneller geht? Wir mögen unsere Vermieterin. Sie ist eine nette, ältere Dame, die nur leider mit der Situation überfordert ist. Wir wohnen hier auch sehr gerne.
    Inzwischen sind wir aber tatsächlich an der Überlegung, mit der Vermieterin zu sprechen und die Miete zu mindern, damit sie das an den Bauträger weiterreichen kann und der dann einen größeren Anreiz hat, mal beizukommen. Ich denke nur, dass die Minderungsquoten ein Witz sein werden im Vergleich zu dem, was die Schadensregulierung tatsächlich kostet und deswegen nicht wirklich Druck entstehen wird. Über eine Ersatzvornahme nach Fristsetzung haben wir auch schon gedacht, allerdings macht es ja keinen Sinn, etwas sanieren zu wollen, wenn die Ursache für den Schaden nicht endgültig behoben wurde. Bei allen denkbaren Varianten haben wir aber das Problem, dass wir unserer Vermieterin eigentlich keinen Ärger machen wollen. Sie kann dafür ja gar nichts und uns widerstrebt es total, letztendlich ihr den Ärger zu machen und womöglich auch das Verhältnis anzukratzen. Allerdings haben wir nur sie als direkten Vertragspartner. An den Bauträger kann lediglich sie sich wenden.

    Mich würde grundsätzlich interessieren, wie ihr euch an unserer Stelle verhalten würdet. Vielleicht hat der ein oder andere als Vermieter/Eigentümer aber auch Ideen (oder Erfahrungen), was unsere Vermieterin tun könnte, um dem Bauträger da etwas Herr zu werden.

    Vielen lieben Dank vorab!
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 16.05.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Mach dir wegen der Kosten für die Schadensbeseitigung keinen Kopf.
    Das ist nicht dein Problem und seriöse Bauträger sind gegen solche Probleme versichert.
    Bei Vermietern übernimmt die Schadensregulierung bei Wasserschäden i. d. R. ebenfalls eine Versicherung. U.U. sogar mit Mietausfällen deswegen.

    Das Ding mit "die Vermieterin ist ach so lieb und überfordert..." das kann natürlich der Wahrheit entsprechen, ist häufig aber nur eine Ausrede für "solange der Mieter zahlt, komme ich ja zu meinem Geld und muss nix dafür tun". Für ein gutes Mietverhältnis ist es zwar sinnvoll, nicht als erste Mietermaßnahme Mietminderungen anzustreben. Dennoch hat der Vermieter seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Zuviel Gutmütigkeit zahlt sich nicht aus. Kleinkram kann ein paar Tage Aufschub bekommen, aber 3 Monate Baustellenflair mit Open End sprengen meinen Gutmütigkeitsfaktor deutlich.

    Ersatzvornahme kommt aus meiner Sicht bei euch nicht in Betracht. Das Grundproblem liegt ja nicht in eurer Wohnung. Eine tapezierte feuchte Wand sieht vielleicht hübscher aus, löst aber das Problem nicht und verzögert eine wirklich vernünftige Endlösung nur. Bleibt nur eine angemessene Mietminderung.
    Zur Orientierung gibt es im Netz viele Seiten mit Minderungstabellen.

    Redet mit eurer Vermieterin und macht ihr klar, dass die Miete gemindert wird. Im Gespräch könnt ihr euch evt. auf eine Minderungsquote einigen, mit der beide Seiten leben können. Die Minderung schriftlich festhalten nicht vergessen, ideal mit Zugangsnachweis oder von beiden Parteien unterschrieben.

    Wie eure Vermieterin das Problem löst, ist ihre Sache. Wenn sie wirklich überfordert ist, muss fachlich kompetent Hilfe z.B. in Form eines Anwalts, auf Vermieterinitiative und -kosten hinzugezogen werden. Eure Aufgabe ist dabei nur den Zugang für alle Beteiligten (Versicherungsmenschen, Handwerker, Gutachter, ...) zeitnah zu ermöglichen.
     
  4. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Ergänzend dazu:
    Natürlich kann es (in den allermeisten Fällen) nicht schaden, zu reden, etwas schriftlich festzuhalten, etwas unterschreiben zu lassen und/oder einen Zugangsnachweis zu haben.
    Für die reine Mietminderung ist das aber alles nicht erforderlich.
     
  5. #4 Papabär, 16.05.2019
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    3 Monate sind sicherlich heftig, aber wenn die Ursache beseitigt wurde, dauert es i.d.R. auch noch eine Weile, bis die Wand richtig getrocknet ist. Und vorher macht es keinen Sinn, einen Maler mit der Beseitigung der Spuren zu beauftragen.

    Die Aussage, dass der Schimmel sich hinter einem Bild versteckt hatte, lässt übrigens auch den Verdacht einer anderen (ggf. ergänzenden) Ursache zu.

    Ich habe auch gerade einen Fall, wo ein Spezialbetrieb für Leckageortungen und (anfänglich auch) ein Dachdecker seit 2 Monaten nach der Ursache forschen. Mehrere Wände wurden bereits geöffnet (derzeit sind drei vermietete Wohnungen "durchlöchert), das Dach wurde überprüft und vorsorglich nochmal abgedichtet, sämtliche zugänglichen Installationen sind gecheckt und mit einem Endoskop ist ein evtl. infrage kommender Schacht geprüft worden. Fazit: Nullkommanix. Keine Undichtigkeit. Trotzdem kommt bei einem Mieter Wasser aus der Decke.
    Will sagen, alleine die Leckageortung kann manchmal einiges an Zeit kosten. Klar braucht das den betroffenen Mieter nicht zu interessieren um eine Mietminderung durchzusetzen - aber vlt. schafft es ein wenig Verständnis im Kommunikationsverhalten.
     
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  6. #5 murmello, 02.11.2019
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    Ein kleines Update:

    Der Schimmel wurde zwischenzeitlich beseitigt - neue Tapete, alte Wandfarbe und das wars. Also fachgerecht wurde das so sichernicht ausgeführt. Ursache hierfür war eine Undichtigkeit in einer Dachterrasse, die wohl schon in der Bauphase so bestand.

    Dass das Haus nach wie vor massive bauliche Feuchtigkeitsmängel hat, kann man inzwischen nicht mehr abstreiten. Die überdachten Bereiche sehen katastrophal aus. An einer etwaigen fehlenden Lüftung kann es nicht liegen, weil es sich hier um Laubengänge handelt. Reinregnen kann es allerdings auch nicht. Das Bild zieht sich so über alle Stockwerke.

    Liebe Grüße
     

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  7. #6 ehrenwertes Haus, 02.11.2019
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    Wenn das auf dem 1. Bild keine Strukturtapete ist, dann sifft das irgendwo ganz gut durch...

    Als Mieter kannst du dagegen nichts direkt machen. Das ist Aufgabe des Eigentümers bzw. Vermieters.
    Deine Möglichkeiten beschränken sich auf Mietminderungen.

    Geh mit dem Thema doch mal zu einem Fachanwalt und laa sich beraten welche Minderung evt. auch mit Zurückbehaltungsrecht angemessen und sinnvoll wäre.
    Alternativ bleibt dir nur umziehen, denn eine zeitnahe Lösung mit Ursachenbeseitigung ist hier wohl nicht so leicht herbeizuführen.
     
  8. Andres

    Andres
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    Vielleicht nicht direkt. ;)

    Bild 1/2 haben eine klare Laufrichtung. Das Wasser kommt von oben und läuft auf der Unterseite dieser Treppe herunter. Wenn das ein Laubengang ist, liegt die Vermutung nahe, dass es eben doch oben reinregnet und das Wasser von dort unkontrolliert abläuft. Das ist eine andere Situation als auf Bild 3: Da kommt das Wasser von "innen". Und der Schaden in deiner Wohnung ist davon doch wahrscheinlich unabhängig?

    Einer der Vorteile, die man als Mieter genießt: Man muss sich mit so etwas nicht länger als 3 Monate herumschlagen. Die "Alternativen", die @ehrenwertes Haus sieht, sehe ich nicht. Wann und wie diese Probleme beseitigt werden (und ob das überhaupt möglich ist), würde ich nicht zu meinem eigenen Problem machen lassen. Umzug und fertig.
     
  9. #8 murmello, 02.11.2019
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    Das Haus ist ein wenig verwinkelt gebaut. Man hat einen Wohnkomplex links und recht mit Laubengänge und in der Mitte die Treppenanlage. Die Treppenanlage hat insofern keine Wetterseite - so meinte ich das mit dem nicht reinregnen können. Es sehen aber alle Geschossdecken so aus, völlig gleich ob Tiefgarage, Treppe oä. Sieht auch mehr nach Kondensat aus, das in den Schrägen entsprechend gelaufen ist.

    Das hat schon auch mit dem ehemaligen Schimmel in unserer Wohnung zu tun. Die Abdichtungen der Dachterrassen und des Flachdachs, inklusive aller Balkone sind insgesamt ziemlich misslungen. Der Schaden bei uns ist durch eine Undichtigkeit in der Dachterrasse zwei Stockwerke höher entstanden. Das hat die Wand bis runter zu uns komplett durchnässt und am Ende hatten alle Parteien, deren Wohnung an diese Wand grenzt, Schimmel und Stockflecken eben an dieser Wand. Der Bauträger ist damit halt nicht hausieren gegangen. Die undichte Stelle (im Dach) wurde dann aber zum Glück irgendwann dann doch mal saniert und seitdem laufen die Firmen sich hier die Füße Wund, weil sich dieselbe Problematik durch die ganze Anlage zieht.

    Ich wollte eigentlich auch nur mal ein kurzes Update bringen, weil ich mich selbst doch schon oft dafür interessiere, wie eine Sache am Ende ausgegangen oder weitergegangen ist. Hier gab's ja auch schon mal eine Stimme, die angebracht hatte, dass wir vielleicht auch durch unser Verhalten zum Schimmel beigetragen haben könnten. Ich war selbst ziemlich erstaunt, wie zeitverzögert nach und nach die Probleme mit der Abdichtungen allgemein hier im Haus immer mehr und offensichtlicher wurden. Hier laufen inzwischen auch mehr Bausachverständige rum als Arbeiter.

    Wir sind soweit erst einmal zufrieden mit dem Status in unserer Wohnung und schauen mal, ob sich das Problem auch in ein paar Monaten noch nicht wiederholt hat. Da ich brav nach Hygrometer lüfte, sehe ich auch direkt, wenn etwas aus dem Ruder laufen sollte. Das Treppenhaus interessiert mich erstmal nicht weiter, solange es eben unsere Wohnung verschont. Mir tun da wirklich die Eigentümer leid, denn wir können unsere Köfferchen einfacher packen.
     
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