Schimmel im Kinderzimmer

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von wombel123, 01.12.2007.

  1. #1 wombel123, 01.12.2007
    wombel123

    wombel123 Neuer Benutzer

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    Hallo da draußen :wink !

    Wir haben vor einigen Tagen in unserem Kinderzimmer (Eckraum an dem zwei Außenwände zusammenlaufen) Schimmel unterhalb der Decke entdeckt. In dem Zimmer schlafen unsere beiden Söhne (2 und 3 Jahre alt :tröst). Wir haben sofort unserer Vermieterin Bescheid gegeben die auch eine Woche später mit Handwerkern die Außenfassade überprüft hat und hierbei keinerlei Schäden oder Ursachen für die Schimmelbildung feststellen konnte. Sprich wir haben nicht richtig gelüftet (sagt die Vermieterin). Was heißt denn richtig lüften ? Wir haben täglich die Terrassentür auf für 15 Minuten - nur die Fenster die direkt in diesem Bereich sind nicht. Die Terrassentür liegt auch relativ windgeschützt. Ist das ausreichend ?
    Außerdem haben wir haben seit Jahren das Gefühl, dass die Wohnung sehr schlecht isoliert ist. Kann im Bereich der Schimmelbildung auch eine Kältebrücke sein und wen muss ich um Rat fragen bei solchen Dingen. Das Haus wurde 1978 gebaut.
    Wir fragen uns halt ob wir die Kosten für eine Sanierung übernehmen müssen, weil es im Innenraum ist oder aber die Vermieterin, weil es sich eventuell doch um ein Isolationsproblem handelt.

    Herzliche Grüße,

    Wombel :glas
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Wer die Kosten übernimmt, sollte klar sein: Der Verursacher!
    Wer das nun ist, kann ich nicht von hier aus sagen. Entscheidend ist mE, ob
    1. ob die Wärmebrücke nicht nur einbildung ist und aufgrund der Isolierung und der Konstruktion auch schlüssig ist (unisoliertes Betonteil etc)
    2. das Lüften vielleicht ausreichend durchgeführt wird, aber ob das entsprechende Heizen auch ausreicht?

    Für Schimmel gibt es verschiedene Gründe.
    Da wäre zB die angesprochene Wärmebrücke (, die nur umgangsspr. Kältebrücke genannt wird) oder die erhöhte Luftfeuchte.
    Entweder ist zuviel Luftfeuchte im Raum (über 60%), die entfernt werden muss (Lüften) oder die Wände kühlen zu sehr ab. Letzteres verhindert man, indem man ordentlich heizt. Ist eine Isolierung (Dämmung) vorhanden, dauert es entsprechend länger, bis das entsprechende Bauteil auskühlt.
     
  4. Jerry

    Jerry Erfahrener Benutzer

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    Baujahr 1978 ist natürlich schon nicht unproblematisch - in der Zeit wurde eine Menge gebaut, was bauphysikalisch aus Sicht heutiger Erkenntnisse diskussionswürdig wäre. Ich habe damals bei Nachbarn erlebt, dass ein nagelneues und scheinbar sehr solide errichtetes MFH (Kalksandstein mit Verklinkerung) über jedem einzelnen Fenstersturz innerhalb weniger Monate pechschwarz vor Schimmel war. Inzwischen ist die gesamte betroffene Hausseite 15cm dick mit Außenisolierung versehen - ob das Problem nachhaltig abgestellt ist, weiss ich nicht (von den Bekannten wohnt da keiner mehr...)

    Egal, die Bausubstanz _kann_ ein Problem sein, muss aber nicht. Jedenfalls hat Luftfeuchtigkeit die Unart, an der kühlsten Stelle zu kondensieren - das kann natürlich so eine Ecke sein, andererseits ist bei normalem Heizen seltenst die Ecke unter der Decke am kühlsten. Wohl aber ist bei permanentem Kipplüften schonmal sehr gern der Fenstersturz unnötig ausgekühlt (genau so wie die Laibungen) und dann wird's da schnell feucht und etwas langsamer schwarz. Daher die übliche Empfehlung, dem mit Stoßlüften entgegenzutreten (Stoßlüften = mehrmals täglich für wenige Minuten das Fenster weit öffnen - 1mal 15 Minuten die Terassentür reicht nicht).

    Falsches Heizungs- und Lüftungsverhalten wird in der Tat gern angeführt, wenn solche Probleme auftreten; sowas kann aber im Zweifel nur ein Gutachter klären, und der kostet bekanntlich Geld.

    Eine Methode, die mir empfohlen wurde und die wir in zwei Wohnungen mit ähnlichen Problemen bislang erfolgreich angewendet haben ist der Ersatz des Innenputzes durch einen reinen Kalk-Perlit-Putz - der ist so "atmungsaktiv", dass er etwaige Feuchtigkeit aus der Wand rauslässt und auch solche, die er aus der Umgebungsluft aufnimmt, nur wieder an diese abgibt - nicht jedoch in die Wand hinein. Nachteil: Normalerweise darf der Putz, damit er diesen Effekt behält, zwar mit einer Kalkfarbe (oder anderen anorganischen Farbe) gestrichen werden, sollte aber nicht mit Tapeten bekleistert werden - das mag nicht jeder Mieter.

    Wenn kein offensichtlicher Gebäudeschaden vorliegt, kann sich der Vermieter auf den Standpunkt stellen, dass der Schimmelbefall auf das Konto des Mieters geht. Es kommt auf den Einigungswillen an, wer für eine Sanierung die Kosten in welchem Umfang aufbringt. Jedenfalls reicht abreiben mit Spiritus o.ä. nicht aus. Bei Unmöglichkeit der gütlichen Einigung ist der Gutachter gefordert. Ein zwecks Kostenvoranschlag bestellter Handwerker kann allerdings mittels eines einfachen Feuchtigkeitsmessgerätes schon interessante Hinweise über den Zustand der Wand geben.

    Gruß

    Jerry
     
Thema: Schimmel im Kinderzimmer
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