Schimmel in der Wohnung - Wie hoch darf der Vermieter von mir verlagenn zu heizen?

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von peter.merlin, 26.10.2013.

  1. #1 peter.merlin, 26.10.2013
    peter.merlin

    peter.merlin Neuer Benutzer

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    Guten Tag,

    Ich hoffe, dass ich bei der richtigen Sektion des Forums bin. Ich war leider nicht sicher, wo ich meinen Eintrag schreiben soll. Bitte entschuldigen Sie die in meiner Post begangenene Fehler. Ich bin kein Deutscher.

    Ich bin vor ca. 2 Jahren im Sommer in eine Wohnung (Erdgeschoss, 3 Außenwänden, Altbau) eingezogen. Die Wohnung wurde neu gestrichen, als ich eingezogen bin. Gegen Oktober/November fand ich Schimmel in einer Ecke in der Küche. Der Hausmeister der Wohngenossenschaft (sehr berühmt in Berlin) beauftragte eine Firma um den Schimmel zu entfernen. Ein Jahr später wieder gegen November erschien Schimmel, diesmal aber nicht nur in der Küche, sondern auch bei den Fenstern und in einem anderen Zimmer in einer Ecke. Nun fängt der Winter an und der Schimmel ist wieder da und erscheint völlig beliebig in der Wohnung.

    Ich lüfte mehrmals (mindestens 2-mal pro Tage: einmal morgens und einaml abends, wenn ich zurückkomme) jeden Tag zwischen 5 und 10 Minuten (im Sommer bzw. wenn es nicht kalt ist lüfte ich länger) mit völlig breiten Fenstern gleichzeitig in mehreren Zimmern in der Wohnung, um Luftstöße zu schaffen.

    Ich heize generell zwischen 19 und 20 Grad, was mir völlig reicht. Ich habe Gasheizung. Bei 19.50/20 Grad ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Manchmal hat sie 85% erreicht (passiert aber nur manchmal). Meistens bleibt sie gegen 75%. Nachdem ich gelüftet habe, steigt die Feuchtigkeit wieder ganz schnell nach 15 Minuten.


    Ich war vor ein paar Tagen beim Vermieter. Der meinte, es liegt an meiner Wäsche und daran, dass ich nicht genug heize. Heute habe ich versucht mehr zu heizen. Der Raumregler ist auf 22 Grad eingestellt. Nach meiner Feuchtigkeits- und Temperaturmessgerät, das ich gekauft habe, habe ich zwischen 23 und sogar manchmal 25 Grad. Die Heizkörper sind gerade sehr heiß. Die Luftfeuchtigkeit in meinem Zimmer ist gerade 72% bei 23 Grad. In der Küche, dem Bad oder dem Flur erreicht die Luftfeuchtigkeit mehr als 75% bei 23/24 Grad nach dem Gerät.

    Am Mittwoch muss der Vermieter zu meiner Wohnung kommen, um sich den Schimmel anzugucken und nach der Ursache suchen. Aber ganz ehrlich, die Ursache der Feuchtigkeit liegt nicht an meiner Wäsche. Auch wenn ich keine Wäsche habe, ist die Feuchtigkeit hoch. Ich muss auch sagen, dass ich mir eine Elektroentfeuchter zugelegt habe. Nachdem ich 5-Mal gelüftet habe und den Entfeuchter benutzt habe, ist die Feuchtigkeit nie unter 60 Grad untergegangen.

    Meine Frage: Bis zu welchem Grad bin ich verpflichtet (Gesetz) die Wohnung zu heizen? Wie hoch kann der Vermieter von mir verlangen die Wohnung zu heizen?

    Ich will natürlich auf Nebenkosten sparen, aber ehrlich gesagt ist es mir auch gerade so gar etwas zu warm in der Wohnung.

    Ich bitte Sie um Hilfe. Ich habe wirklich Angst.
    Vielen Dank im Voraus
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 27.10.2013
    Zuletzt bearbeitet: 27.10.2013
    Pharao

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    Hi,

    die Frage ist doch hier erstmal, warum bildet sich da Schimmel :? Ich mein, wenn du den Grund nicht zu vertreten hast, dann muss der Vermieter eben gucken wie er das (am besten Dauerhaft) beseitigen kann.

    Empfohlen wird m.E. was zwischen 20-21C. Im Schlafzimmer darf`s aber durchaus etwas kälter sein ;) Allerdings sind so Sachen wie "wir heizen ein Zimmer mit dem Flur-Heizkörper" nicht gerade die optimale Lösung, genauso wie z.B., das man Möbelstücke auch nicht direkt an eine Außenwand setzt, ect. Der Mieter kann also durchaus (evtl sogar unbewusst) auch was "falsch" machen, was Schimmelbildung dann begünstigt.

    Also deine Luftfeuchtigkeit ist m.E. durchaus "hoch". Wenn du natürlich in der Wohnung kochst, badest, die Wäsche da trocknest oder vielleicht viele Blumen hast, ect., dann musst du schon gucken wie du ggf. diese feuchte Luft auch wieder rausbekommst aus der Wohnung ! Andernfalls ergibt sich hier halt auch die Frage, ob vielleicht ein baulicher Mangel besteht ?

    Wer hier welche "Schuld" trägt, das wird sich m.E. aber nicht aus der ferne feststellen lassen :( Zumal eh abwarten wäre, was der Vermieter am Mittwoch überhaupt so dazu meint ....

    Hier auch noch was Interessantes dazu:
     
  4. #3 Kitzblitz, 27.10.2013
    Zuletzt bearbeitet: 27.10.2013
    Kitzblitz

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    Die gemessenen Luftfeuchtigkeitswerte sind viel zu hoch. So hat der Schimmel optimale Wachstumsbedingungen.

    Der schnelle Luftfeuchtigkeitsanstieg nach dem Lüften deutet darauf hin, dass sehr wahrscheinlich die Wände / die Fußböden ziemlich viel Wasser an die Raumluft abgeben.


    Wäsche in der Wohnung trocknen geht unter diesen Voraussetzungen gar nicht. Wäschetrockner, Trockenkeller oder draußen trocknen wäre der richtige Weg.

    Die warme Luft kann viel mehr Wasserdampf aufnehmen - heizen und häufiger lüften führt zu schnellerer Raumtrocknung.

    Was für ein Luftentfeuchter ist das ? Hersteller/Typ ?
    Wieviel Liter Wasser holst du am Tag damit heraus ?
    Wie groß ist der umbaute Raum, den du damit trocknest ?
    (die Dinger, die man für kleines Geld im Baumarkt kaufen kann, reichen oft nur für 50 cbm umbauter Raum)


    So wie du deine Situation schilderst, kann es nur so sein, dass die Wände und/oder der Fußboden wassergesättigt sind. So ein Trocknungsprozeß dauert i.d.R. mehrere Wochen.

    Aufgrund des von dir beschriebenen Lüftungsverhaltens (wenn du es von Anfang an auch so gehalten hast) kann es nicht zu den von dir beschriebenen Raumluftfeuchten kommen. - Es sollte eine andere Ursache gesucht werden.

    Ich tippe auf:

    - undichte Heizungs- oder Wasserleitungen

    oder

    - Wassereindrang über undichte Außenwände

    oder

    - Wassereindrang über undichte Terrassen-/Balkonabdichtungen

    oder

    - aufsteigendes Wasser aus undichten Kellerwänden (Altbau, EG-Wohnung).

    Du wirst berichten.


    Ich kann dir nur empfehlen ein Temperatur/Luftfeuchtigkeitsmessprotokoll zu führen.

    Notiere:

    - Datum
    - Uhrzeit
    - Raumlufttemperatur
    - Raumluftfeuchte
    - Lüftzeiten (und wie du lüftest - welche Fenster, wie lange)
    - die Messintervalle nach dem Lüften sind aufschlussreich, daher würde ich nach dem Lüften alle 15 Minuten die
    gemessenen Werte notieren
    - Wetterverhältnisse (Außentemperatur, Außenluftfeuchte, Niederschläge)

    So ein Protokoll kann bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung von Nutzen sein - aber auch schon zur Eingrenzung der Ursache für die Feuchtigkeitsentstehung.


    Der "Besuch" des Vermieters wird wahrscheinlich nicht viel bringen, wenn keine Bauteilfeuchten gemessen werden. Wandinnen- und -außenseiten sind an mehrere Stellen (besonders um die Schimmelbereiche) zu messen. Die Messung der Putzfeuchtigkeit in der Fuge zwischen Estrich und Wand ist dabei ebenso wichtig - steht Wasser unter dem Estrich (undichte Wasser- oder Heizungsleitungen) diffundiert die Feuchtigkeit über den Wandputz im Bereich der unteren 30 cm in den Raum.

    Gespräche mit dem Vormieter und den Nachbarn können auch schon Aufschluss darüber geben, ob es vor deinem Einzug in dieser Wohnung schon Schimmelprobleme gab.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich
     
  5. Andres

    Andres
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    Sehe das mehr oder weniger wie meine Vorredner:

    Wenn die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung derartig hoch ist, sollte zuerst geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt. Da die Luftfeuchtigkeit nach dem Lüften so schnell steigt, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Ursache im Verhalten des Mieters (Bad, Küche, Wäsche, Tierhaltung, Pflanzen) liegt. Ich vermute auch ein bauliches Problem.
     
  6. #5 Papabär, 29.10.2013
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Dass der Schimmel hier nur in der Heizperiode auftritt, werte ich eher als Indiz für unzureichendes Lüftungsverhalten. Lediglich mehr zu heizen wird da nicht viel bringen - außer eine deutliche Steigerung der Heizkosten.

    Natürlich ist auch eine Kombination, z.B. mit einem früheren Wasserschaden möglich. Eine andauernde Leckage eines Heizungs- oder Wasserrohren halte ich hingegen für unwahrscheinlicher (schon weil sich der Befall wohl an wechselnden Stellen finden lässt).

    Mich würde hier ebenfalls interessieren, wieviel Wasser in welchen Intervallen mit dem Raumluftentfeuchter herausgeholt wurde/wird. Falls es sich um ein elektrisch betriebenes Gerät handelt, wäre auch die tägliche Einsatzdauer interessant - im Eingangsthread klingt es so, als ob das Gerät nur vorübergehend betrieben wurde.

    Wie Ulrich schon beschrieben hat, kann das schnelle Ansteigen der rF durchaus auf eine Sättigung des Mauerwerks zurückzuführen sein. Diese kann durch einen Wasserschaden ebenso entstanden sein, wie durch eine längere Periode ungenügenden Lüftens.



    Unter Umständen auch Interessant: Wie sieht´s mit Haustieren und/oder Pflanzen aus? Ich meine, wir hatten auch schon Fälle, bei denen der Mieter nach eigenen Angaben 3 x täglich quergelüftet - und die Wäsche artig außerhalb der Wohnung getrocknet hat ... und beim Aufstellen unserer Messgeräte fand der Hausmeister ´nen halben Tropenwald bzw. 4 oder 5 Terrarien mit irgendwelchen Echsen vor.

    Ach ja, ... und weil´s relativ aktuell ist: Eine Nachbarin meiner Madame hatte ein altes Handtuch in die Belüftung des innenliegenden Bades gestopft ... um Heizkosten zu sparen :sauer030:. Und weil dass noch nicht dumm genug ist, hat sie auch täglich bei offener Badezimmertür geduscht ... schließlich wollte sie ihr Baby hören, wenn´s schreit.
    Die Frage an mich lautete dann natürlich, welche Pflichten der Vermieter hätte :verrueckt006:.
    (Seitdem krieg´ ich immer ein schmerzhaftes Zucken im kleinen Finger, wenn ich von irgendwelchen Nachbar/innen zu Kaffekränzchen oder Spieleabenden eingeladen werde.)
     
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