Schimmel oder nicht? Wie erkennen und was tun? Schnelltestverfahren?

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von klf02, 09.03.2016.

  1. klf02

    klf02 Neuer Benutzer

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    Hallo Forum,
    ich bin neu hier und habe sogleich eine Frage zum (wahrscheinlich bereits bis zum geht nicht mehr diskutierten) Thema Schimmel.

    Eine Mieterin hat Schimmelbefall gemeldet und noch bevor ich mir diese Schadstellen ansehen konnte, hat sie gründlich dran herumgewischt, so dass ich nun nicht mehr sagen kann, ob es Schimmel ist oder nicht.
    Gibt es dafür Schnelltests? So in der Art: "Papierstreifen drauf reiben, mit Farbe vergleichen -> rot = Pilz, grün = Staub."

    So wie ich die Schadstellen sehe, würde ich davon ausgehen, dass es sich nicht um Schimmel handelt, da in den Kanten nichts ist - so wie bei den üblichen Ruß-Ecken (heissen die so?), wenn also nur Staub in den Ecken hängt. Schimmel würde sich doch eher direkt in der Ecke absetzen, als daneben.
    Unter der Tapete (nur an einer sehr kleinen Ecke vorsichtig abgelöst) fand sich nichts.
    Seltsam, dass sich auch in der Heizungsnische Schimmel abgesetzt haben soll. Das wäre mir unbegreiflich, wo es doch gerade dort sehr warm ist.


    Also: Was tun? An wen wenden, oder was unternehmen?

    Bilder hängen an.


    Vielen Dank für Eure Hilfe.
     

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  3. Andres

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    Wäre mir nicht bekannt. Eine "Belastung" (das ist auch mit Anführung noch deutlich überspitzt) mit diversen Spuren von so ziemlich allem ist völlig normal.


    Meine völlig unverbindliche Einschätzung, hauptsächlich wegen der Form der Verfärbung: Das ist Fogging und kein Schimmel. Zur Beruhigung der eigenen Nerven und der des Mieters könnte man sich trotzdem mal mit einem Datenlogger ein Bild von den klimatischen Verhältnissen in der Wohnung machen.
     
  4. klf02

    klf02 Neuer Benutzer

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    Fogging... Ich hört mal vor Jahren was darüber. Ist das nicht das (eher unerklärbare) Niederschlagen von Staub? Also auch dann, wenn es nicht nur um Kerzen oder Öfen geht? Ausdünstungen aus neuen Möbelstücken, Teppichen und der gleichen?
    Danke für den Tipp, das erklärt auch den Befall der Fensterrahmen.

    Datenlogger: Wo bekomme ich sowas? Ist das eine Option mehrere Wohnungen damit auszustatten? Also auch um nachweisen zu können, wenn jemand nicht ausreichend heizt? Per WLAN abfragbar?
     
  5. Duncan

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    halte ich nach der Beschreibung auch für möglich. Da kann, muss aber nicht, ein Luftfilter mit Aktivkohle und/oder HEPA-Filter helfen.
    einen Datenlogger bekommst im Fachhandel oder mit der Dienstleistung zusammen bei entsprechenden Fachfirmen, Gutachtern, Sachverständigen... Viele Hausverwaltungen haben auch welche. Das nötige Wissen für die Aufstellung und Auswertung kann man sich zumeist von den gleichen Stellen holen.
    Du kannst damit selbstverständlich mehrere Wohnungen ausrüsten, allein die sind nicht so ganz billig. Die Datenübertragung geschieht zumeist über USB, du musst eh den Manipulationsschutz prüfen und ggf. das Gerät wieder mitnehmen, die dauerhafte Ausstattung von Wohnungen damit halte ich nicht für sinnvoll.
     
  6. #5 Newbie15, 10.03.2016
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    Zum Rest wurde ja schon einiges geschrieben, deshalb nur dazu:

    Heizkörper-Nischen schimmeln sehr gerne. Die Heizung ist zwar dort in der Nähe, aber oftmals sind die Wände dort sehr viel dünner, sonst hätte man ja keine Nische. Deshalb können die auch ganz schnell trotz Heizung der kälteste Punkt sein. Dazu ist in der Nische die Luftzirkulation schlecht und deshalb schimmeln es dann gerne mal unter oder neben der Heizung, wenn die Nische nicht ausgefüllt wird vom Heizkörper.
     
  7. klf02

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    Das ist auf den Bildern schwer zu erkennen, aber die betroffene Wand steht frei im Raum. Sie ist nur eine Auflage für die Fensterbank.
    Am Mittwoch haben wir einen Termin mit einem Experten, der nach den Fotos und der Beschreibung auch direkt von Fogging ausging.
    Ich berichte zu gegebener Zeit.
     
    Syker und GSR600 gefällt das.
  8. klf02

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    Hallo zusammen,
    heute morgen hatten wir den Beratungstermin mit der Verbraucherzentrale. Der Energieberater hat Feuchtigkeitsmessungen und Thermographieen gemacht. Auf der Wand (zum Treppenhaus) hatte es Oberflächentemperatur von 20,5°. In der danebenliegenden Aussen-Ecke 17,8°. Die dazugehörige Raumfeuchtemessung ergab einen TD von 9°, also einer Schimmelwahrscheinlichkeit ab unter 11°. Die Feuchtemessung der Wände und Decke ergab: Knochen trocken. Auf dem Thermobild war schön zu erkennen, dass die Temperatur ganz oben an der Wand auf 17,5° fiel, da wo der Balkon auskragt. Eben noch alte Bauform, dafür aber wohl ein sehr guter Wert. Hier merkte der Sachverständige an, dass man das beim nächsten Tapezieren noch verbessern kann, in dem man von innen eine Calciumsilikat Platte als Dämmung aufklebt. Bei vollflächiger Verklebung sei das kein Problem (bei punktueller Verklebung -> Taupunktverschiebung). Es waren übrigens auch die Fugen zwischen den Steinen auf dem Thermobild zu sehen (ich brauch so'n Gerät).
    Ebenso konnte man damit deutlich sehen, dass der Fleck in der Heizungsnische der wärmste Punkt in selbiger ist.

    Fazit: Das ist UNMÖGLICH Schimmel. Es ist ein eindeutiger Fall von Fogging.


    Dennoch nahmen wir uns natürlich noch die anderen Räume vor

    Im nicht betroffenen Schlafzimmer (ungeheizt wegen angeblicher Schilddrüsen-Probleme) war die Aussenwand 16° warm und die Aussenecke hatte immer noch 14°. Sehr Schimmelunverdächtig.

    In der Küche, die auch nicht betroffen ist, waren die Werte ähnlich wie im Wohnzimmer, habe ich nicht weiter notiert. Der Heizkörper dort wird (wie im Wohnzimmer auch) nur zum Teil geladen (Nachtspeicher Stufe 2 von 3), so dass genügend Reserve zum Heizen nach oben ohnehin vorhanden wäre.


    Es wurde der Mieterin geraten:
    Stosslüften 4 bis 5 mal pro Tag für jeweils 2 bis 5 Minuten, abhängig vom Wind / Druchzug.
    Vermeidung jeglicher Chemikalien, denn auffällig waren in der Wohnung:
    • starker Einsatz von Waschmittel und Weichspüler
    • Reinigungsmittel speziell mit Duftzusätzen - hier wurde angemerkt, dass es häufig Mittelchen sind, die durch Duft Sauberkeit vortäuschen
    • weitere Duft-Chemie an jeder Ecke - Spray, Duftöle etc.
    • Enorme Menge an Kerzen, speziell Duftkerzen - die Kerzen werden zwar nicht angezündet, stehen aber auf dem Fensterbrett über der Heizung. So können die wunderbar ausdünsten.
    Unverdächtig waren:
    • das vorhandene Laminat - liegt seit mindestens 5 Jahren
    • Tapeten - die wurden bei Einzug (Feb. 2011) von der Mieterin geklebt, wobei man bei den geschäumten Tapten nie sicher sein könne
    • Möbel - zwar Spanplatte, aber auch schon etwas älter (ich müsste mal klären, ob die Couch neu ist)
    Optimierungsmöglichkeiten
    • Dunstabzug nach draussen verlegen - dazu ist jedoch eine Kern-Bohrung notwenig, falls ich nicht mit Hammer und Meissel ran will
    Dieser Effekt wird in der Küche für das Wohnzimmer nicht viel helfen. Dennoch überlege ich das in allen Wohnungen zu machen. Im Keller bräuchte ich auch noch 2 bis 3 Bohrungen, so würden sich die Kosten für das (Leih-)Gerät relativieren, Problem ist halt die Handhabung. Im Erdgeschoss geht's vielleicht noch vom Minigerüst aus, im Obergeschoss wird das schwierig. Oder man müsste von Innen nach Aussen bohren. Frage ich später in einem separaten Thread. Ebenso die rechtliche Sache, wer für's Fogging haftet. Hier soll es bei den technischen Aspekten bleiben, damit's nicht ausufert.


    Vielen Dank für die Hilfe
     
    Nanne gefällt das.
  9. #8 immodream, 16.03.2016
    immodream

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    Hallo Klf02,
    mit Calciumsilikatplatten hab ich gute Erfahrungen bei einem Objekt gemacht, dass einen Anbau mit drei Außenwänden hat.
    Die Außenwände haben jetzt die gleiche Temperatur wie die Innenwände und es ist nach jahrelangen Dauerschimmelproblemen kein Schimmel mehr aufgetreten.
    Grüße
    Immodream
     
  10. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Die haben wir jetzt auch verarbeitet, weil eine Aussenwand immer so kalt war. Schimmel gab es aber dort noch nie.
     
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