Schimmelbefall - HV reagiert nicht

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von manu07, 11.07.2013.

  1. manu07

    manu07 Gast

    Hallo,

    ich bin Eigentümer einer Wohnung, die an meine Eltern vermietet ist.
    Nun befindet sich seit April m Wohnzimmer erheblicher Schimmelbefall an einer Außenwand. Wir haben den Befall im April der HV gemeldet. Erst nach vielen fordernden Telefongesprächen hat der HV Anfang Juni einen Gutachter vorbeigeschickt. Seitdem haben wir nichts mehr gehört. Die HV wimmelt uns seitdem ab (haben noch kein Gutachten, haben den Gutachter noch nicht getroffen etc., wir wissen gar nicht was sie wollen...). Wir bekommen auch keine Adresse des Gutachters. Inzwischen werden wir bereits bei der Sekretärin des HV abgewimmelt. Hr. ... ist nicht zu sprechen. Ich bin inzwischen wirklich verzweifelt, zumal meine Mutter chronisches Asthma und eine Schimmelpilzallergie hat. Jeder weitere Tag in der Wohnung ist ein Gesundheitsrisiko für sie. Meine Eltern würden ja sogar die Sanierung der Wand selbst übernehmen, aber das geht auch nicht ohne Zustimmung des HV und der ist für uns nicht mehr zu sprechen. Der Verwaltungbeirat kann uns nach eigener Aussage nicht weiterhelfen.
    Was sollen wir tun?

    Schon mal Danke für die Antworten.
     
  2. AdMan

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  3. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Hallo manu07,

    soll ich mich bei der nicht erreichbaren bzw. Euch abwimmelnden HV für Euch einsetzen, oder: was erwartest Du hier?
     
  4. GJH27

    GJH27 Erfahrener Benutzer

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    ...der doch sicher den Schimmelbefall dokumentiert hat.

    Dann sollte man als erstes mal den Schimmel beseitigen lassen - da das ja in der Wohnung ist, braucht Ihr dafür doch wohl nicht die Zustimmung der Hausverwaltung.

    Wenn Du damit die Ausführung der Arbeiten meinst: das würd ich doch lieber von nem Handwerker machen lassen! Oder meinst Du, Deine Eltern würden die Kosten dafür übernehmen?

    Wenn der so hartnäckig abblockt, könnt ein Schreiben von Eurem Anwalt evtl weiterhelfen.
     
  5. #4 Papabär, 11.07.2013
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Lüften! :50:
     
  6. #5 Fremdling, 11.07.2013
    Fremdling

    Fremdling Erfahrener Benutzer

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    Hallo manu07,

    zunächst gilt es, die Ursachen zu klären. Sofern die Feuchtigkeit nicht von außen aufgrund Undichtigkeiten im Mauerwerk verursacht wird, was sich in der Regel vom Fachmann messen lässt, sind gängige Gründe 'ungünstiges' Heiz- und Lüftungsverhalten. Die konkreten Ursachen sollten für die Zukunft abgestellt werden.

    Der aktuelle Befall ist je nach Schweregrad vom Fachmann zu beseitigen. Selbst wenn gar der Putz abgeschlagen werden muss (Extremfall), sind weder Verwalter noch Gemeinschaft nötig, denn der Innenputz zählt in der Regel zum Sondereigentum.

    Was hat denn der 'vorbeigeschickte' Gutachter Deinen Eltern beim Ortstermin als ersten Befund genannt? Mag sein, dass sich damit bereits die 'Tauchstation' der Verwaltung erklärt.
     
  7. Manu07

    Manu07 Gast

    Hallo Zusammen,

    vielen Dank für die vielen Tipps, die haben mir echt weiter geholfen.

    @ Berny: Ich habe ein paar Tipps erwartet, wie ich weiter vorgehen könnte. Diese habe ich von den anderen Usern auch zahlreich erhalten.
    @GJH27: Der Gutachter hat den Schimmelbefall dokumentiert, aber wir kommen nicht an das Gutachten ran. Der HV blockt ab, wir bekommen keine Kontaktdaten des Gutachters. Ich dachte bei tragenden Aussenwänden braucht man die Zustimmung der HV. Falls das nicht so ist, hilft mir das schon mal extrem weiter. Die Kosten würden wirklich meine Eltern übernehmen, damit der Schimmel endlich beseitigt wird.
    Wir haben noch keinen Anwalt, da noch nie benötigt (Gott sei Dank). Ich weiß nicht ob die Anwaltskosten in Relation stehen und hab ihn als letzten Weg angedacht.
    @Papabär: Gelüftet wird jeden Tag mehrmals (aber hinterm Schrank funktioniert das nicht so gut)
    @Fremdling: Das ist genau das Problem, wir vermuten nämlich, dass die Feuchtigkeit von außen kommt, da bereits verspachtelte Risse außen an der Wand zu sehen sind. Deshalb ja auch der Gutachter. Der Gutachter hat sich gegenüber meinen Eltern nicht klar geäußert. Er glaubt nicht, das es von außen kommt, aber andererseits muss seiner Meinung nach die Wand so beschaffen sein, dass man auch einen Schrank hinstellen kann (5 cm Abstand zur Wand).

    Dann werden wir wohl jetzt die Reperatur selbst in Auftrag geben und den HV darüber informieren.

    Nochmal Danke und viele Grüße
    Manu
     
  8. anna

    anna Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    genau das Problem hatten wir in unserer alten Wohnung in einem etwa 75 Jahre alten Haus mit 40 cm-Mauern. Unsere Vermieterin hat das Problem mit Lüften abgetan. Was nicht der Fall war, da wir uns mit richtigem Lüften auskennen. Wir haben nach der von uns bezahlten Schimmelsanierung das ganze Zimmer neu tapeziert und keinen (!) Schrank mehr an die Außenwand gestellt. Trotzdem war nach einem Jahr der Schimmel wieder da.

    Nach etwa 3 Jahren Nervenkrieg wurde unabhängig davon das ganze Haus neu verputzt und dabei festgestellt, dass Risse im Mauerwerk vermutlich der Auslöser waren. Leider kann ich Dir nicht sagen, ob es langfristig geholfen hat, denn wir sind ein halbes Jahr später ausgezogen.

    Bevor Deine Eltern viel Geld ausgeben, würde ich der Hausverwaltung noch mal schriftlich Druck machen.

    Gruß
    Anna
     
  9. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Also ich würde HV schriftlich auffordern bis zu einer Frist von 14 Tagen Stellung zu beziehen !
    Gleich mit der Ankündigung, dass Ihr selber eine Fachfirma beauftragt und falls der Schaden vom Gemeinschaftseigentum her kommt (Mauerrisse, überlaufende Dachrinnen usw.) die Kosten auch durch die Gemeinschaft zu bezahlen sind und zudem, dass Du dich dafür einsetzten wirst, dass der von der HV eingesetzte Gutachter nicht durch die Gemeinschaft bezahlt werden soll.
    Diese Schreiben würde ich auch dem Beirat zur Verfügung stellen.

    Unabhängig davon würde ich mittels einem Messgerät (Datenlogger für Temperatur und Feuchtigkeit) mal nachschauen wie die Feuchtigkeit und das Lüftungsverhalten tatsächlich ist und nicht den Aussagen "ja ja wir lüften schon richtig" glauben schenken (auch den eigenen Eltern gegenüber!)
    Denn wichtig ist doch, dass die Ursache gefunden wird um das Problem nachhaltig zu beseitigen.
     
  10. #9 Martens, 12.07.2013
    Martens

    Martens
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    Meine Erfahrung mit solchen Dingen ist wie folgt:

    Die überwiegende, ganz überwiegende, eigentlich fast immer vorliegende Ursache des Schimmelbefalles ist: zu hohe Luftfeuchte an der Außenwand. Zu ändern ist der Zustand also nur durch ein geändertes Nutzerverhalten, z.B. indem keine Wäsche in der Wohnung getrocknet wird, das Aquarium aus dem Zimmer genommen wird, der Schrank 15cm von der Wand abgerückt wird, stärker geheizt wird, etc.

    In ganz seltenen Fällen kommt es durch defekte Wärmedämmung, defekten Außenputz, defekte Balkonabdichtung etc. zu Feuchteeintrag in die Außenwand, wodurch (nicht Wasser von außen bis nach innen dringt sondern) die Wärmedämmwirkung der Wand soweit reduziert wird, so daß die innen vorhandene Luftfeuchte auf der kalten Wand kondensiert.
    Hier liegt dann wirklich ein Schaden am Gemeinschaftseigentum vor.

    Die Menschen versuchen seit ein paar Jahren verstärkt, Energie zu sparen, man zieht sich einen Pullover an, statt die Heizung aufzudrehen. Man schließt die Küchentür und läßt es dort kalt sein, anstatt die Heizung aufzudrehen. Man heizt das Schlafzimmer nicht mehr. Und, und, und.

    Das ist im Sinne der Umwelt alles richtig und begrüßenswert - nur kühlt es die Außenwände aus, so daß die immer vorhandene Luftfeuchte dort verstärkt kondensiert.

    Hinzu kommen dann in Einzelfällen eben die o.g. Schäden an den Außenwänden, verstärkt durch ein paar starke Winter mit anhaltendem Frost.

    Nachdem der Schaden im vorliegenden Fall also für die Gemeinschaft(!) durch einen Sachkundigen dokumentiert ist, würde ich zügig die Schadensbeseitigung angehen, insbesondere dann, wenn gesundheitliche Probleme vorhanden sind.

    Über die Kostentragung kann man sich später noch unterhalten...

    Als Miteigentümer hast Du ein Einsichtsrecht in alle Unterlagen der Gemeinschaft. Das solltest Du ausüben.
    Ich gehe davon aus, daß die Kollegen den Sachkundigen nicht aus eigener Tasche sondern aus den Mitteln der Gemeinschaft gezahlt haben. Die erstellten Unterlagen sind also Gemeinschaftseigentum.
    Termin vereinbaren, nötigenfalls schriftlich, und Einsicht verlangen. Kamera / smartphone mitnehmen, falls keine Kopien gemacht werden können (tut mir leid, der Kopierer ist grad heute kaputt gegangen :D ).
    Dann weißt Du mehr.

    viel Erfolg,
    Christian Marens
     
  11. GJH27

    GJH27 Erfahrener Benutzer

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    Wenn der Befall dokumentiert ist, besteht keine Notwendigkeit mehr, als Beweis den Befall so zu belassen. Der Befall sollte jetzt schleunigst fachmännisch entfernt werden, es gibt Maler die das machen.

    Als erste Maßnahme kann's ja nur um die Entfernung des Befalls auf der Wandoberfläche gehen, also kein Eingriff in die Bausubstanz - eher vergleichbar mit dem Entfernen einer alten Tapete, das geht ja auch ohne die Hausverwaltung.

    Zur dauerhaften Verhinderung von neuem Schimmelbefall wird's dann interessant, was in dem Gutachten steht, ob gravierende Eingriffe an der Bausubstanz der Wand erforderlich sind. Wenn das so sein sollte, muss das natürlich mit der Hausverwaltung bzw. den anderen Eigentümern besprochen werden.

    Das mit der Kostenübernahme für die Sanierung wird auch davon abhängen, zu welchem Ergebnis der Gutachter kommt.

    So war das auch von mir gemeint!

    Dann wird er hoffentlich auch etwas zugänglicher sein, wenn ihm deutlich wird, dass er nicht den "von den Mietern selbstverursachten Schimmel" beseitigen soll, sondern dass es um den Erhalt der Substanz geht.
     
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