Schlösslein Schlösslein an der Wand...

Dieses Thema im Forum "Kleinreparaturen" wurde erstellt von Bürokrat, 06.02.2014.

  1. #1 Bürokrat, 06.02.2014
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    Und wieder einmal Hallo miteinander, schon wieder ein Thread... :verrueckt002:

    Diesmal hat ein Freund von mir ein Problem:

    Er wohnt in einer Wohnung zur Miete. Während er ein paar Tage in Urlaub war hat er einer Freundin erlaubt für diese Zeit dort ihre Zelte aufzuschlagen. Nun kam besagte Freundin eines Tages arglos zur Wohnungstür geschlendert, doch oh Schreck: Mit dem Schlüssel lies sich die Wohnungstür nicht mehr aufsperren. Infolgedessen lief sie zum VM der ein Haus weiter wohnt und fragte was zu tun sei.
    Dieser war nicht anwesend, dessen Frau grummelte unwillig sie (die Freundin) solle einen Schlüsseldienst holen und sie werde den VM benachrichtigen.
    Gesagt, getan, der Schlüsseldienst erfüllte für einen horrenden Obolus nämlich sage und schreibe 200 Münzlein seinen Dienst. Alles schien wunderbar im Mieterland da nahte zornentbrannt der VM (Ein Zorngiebel mit Goldkettchen und allem drum und dran) und verneinte auf schüchterne Nachfrage die Übernahme der Rechnung und echauffierte sich über die Unfähigkeit der Freundin ein Schloss zu bedienen (das bis dato 20 Jahre alte Schloss war schon immer sehr zickig).
    Laut MV werden bis zu 200.- mtl. für Kleinreparaturen umgelegt.

    So sehr ich verstehe dass es nicht schön ist den Schlüsseldienst als VM zu zahlen so wiegt sich doch mein Freund in der Hoffnung dass der VM für den finanziellen Schaden der Freundin aufzukommen habe insbesondere da der VM alles andere als freundlich ist. Wie gesagt wurde von der Frau des VM gesagt man solle den Schlüsseldienst beauftragen und ursächlich war das zickige jetzt aber wieder funktionierende Schloss.

    Was meint ihr zu der Sache und wie würdet ihr aus Mietersicht hier weiter vorgehen?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 06.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 06.02.2014
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    Hi Bürokrat,

    erstmal, wer die "Musik" bestellt, muss sie auch bezahlen. Ob man dann die Rechnung weiterreichen kann ==> das Schloss wurde sicherlich zerstört beim Austausch, oder ? Wird m.E. jetzt schwer zu Belegen sein, "warum" oder "ob" das Schloss rumzickte bzw. ob ein Austausch nötig war.

    Hä ? Umgelegt :?

    Ansonsten, 200€ bei den Kleinreparaturen halte ich für zu viel.

    Und warum habt ihr nicht selber euch ein neues Schloss eingebaut, wenn es eh schon die ganze Zeit rumzickte oder ggf. den Vermieter schriftlich darauf hingewiesen, bevor es den Geist auf gab ?
     
  4. #3 kranseier71, 06.02.2014
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    Hallo,
    Von der rechtlichen Seite abgesehen (Frau des VM ist nicht der VM und ob der VM seiner Frau Handlungsvollmacht erteilt hat sieht nicht so aus - d.h. es wird rechtlich wohl auf 'der bestellt der zahlt' hinauslaufen) würde ich als Mieter mir die Frage stellen warum der VM so reagiert und wenn ich jegliche 'Schuld' meinerseits ausschliessen könnte würde ich den Vermieter wechseln wollen.
    Ansonsten würde ich die Schlüsseldienstkosten als Lehrgeld verbuchen und meine Wohnungstürschloss sobald es ein bisschen hakt mit Graphitstaub bearbeiten bzw. den eventuell abgenutzten Schlüssel mal erneuern lassen.

    LG, Karl
     
  5. #4 Papabär, 06.02.2014
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    Naja, bei der üblichen Miete für ein 180m²-Loft kann ich mir die 200,- € (vom Verhältnis her) als Kleinreparatur schon vorstellen ... aber monatlich?

    Die Klausel dürfte wohl unwirksam sein. Allerdings muss die Auftraggeberin die Rechnung trotzdem erst einmal bezahlen.


    Wurde das widerspenstige Schloss (bzw. gehe ich eigentlich davon aus, dass es sich lediglich um den Schließzylinder handelt) dem Vermieter denn vorab mal irgendwann gemeldet? ... Nachweislich?
     
  6. #5 Bürokrat, 06.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 06.02.2014
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    Ja mein Freund hat das nicht schriftlich angezeigt. Der Fehler lag wohl darin dass die Freundin nicht gewartet hat bis der VM wieder da war. Zerstört wurde das Schloss wohl nicht, der Schlüsseldienst konnte es so öffnen. Des weiteren war wohl auch die besagte Freundin nicht ganz unschuldig bzw. kannte sie sich mit dem Schloss halt nicht aus. Es halndelt sich im übrigen um ein altes Schloss das mit einem Bartschlüssel geöffnet wird.

    Ich meine aber dass der Mieter schon ein Recht darauf hat seine Wohnung betreten zu können und hier stellt sich wohl die Frage wie lange es vertretbar ist auf den VM wegen der Öffnung zu warten.

    Die Frau des VM sagte jedenfalls der VM sei derzeit nicht erreichbar und habe auch keine Zeit sich um so etwas zu kümmern. Das Verhältnis zwischen Mieter und VM ist nicht ideal.

    Ich verstehe die Argumentation hier schon, ich würde mich auch erst mal weigern einfach so 200 Euro zu zahlen.

    Ich würde euch jedoch bitten einmal aus Mietersicht zu denken und das weitere Vorgehen anzudenken. Mein Freund will verständlicherweise keine 200 Euro für den Unwillen des VM zahlen sein Haus einigermaßen in Schuss zu halten. Allgemeiner Ausstattungsstandard ist aus der Nachkriegszeit, Leitungen teils über Putz etc.

    Mit den 200 Euro meinte ich dass der Mieter an Kleinreparaturen bis zu 200 euro beteiligt werden kann. Der MV ist ein Standard-MV aus dem Schreibwarenladen (von zweckform so weit ich mich erinnere) und sehr sparsam ausgefüllt (selbst Datum des Beginns des Mietverhältnisses fehlt). Den MV erhalte ich noch dann kann ich weitere Infos über den Wortlaut geben. (sofern dies von Bedeutung sein könnte)
     
  7. #6 Papabär, 06.02.2014
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    Na, bei so einer Bitte fallen mir spontan drei mögliche Antworten ein. Du darfst Dir auch eine aussuchen:

    A: Brauch´ ich nicht - dass machst Du ja schon.
    B: Ich versuche ständig, solche Fälle nicht aus Vermieter- oder Mieterperspektive, sondern eher aus bürokratischer/semi-juristischer Sicht (ich bin kein Jurist) zu betrachten.
    C: Okay! Böser Vermieter - armes Hascherl ...

    Welche Antwort gefällt Dir am Besten?
     
  8. #7 immodream, 06.02.2014
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    Hallo Bürokrat,
    ich hab das Schloß nicht ausprobiert und war auch bei dem Öffnungsversuch der Freundin nicht dabei .
    Aber gibt Menschen, die technisch total unbegabt sind oder haben keine Zeit und Ruhe um ein leicht klemmendes Schloß zu öffnen.
    Vielleicht hat beim Öffnen das Handy geklingelt?.
    Wenn dein Freund doch schon festgestellt hatte, das das Schloß hakt, hätte er doch vorher den Vermieter um den Austausch des Schloßes bitten können.
    Ich hab schon mehrfach Mieter gehabt, die in ihrerer Hektik den Schlüssel abgebrochen haben .
    Den Schlüsseldienst hab ich nicht bezahlt.
    Ich würde mich als Vermieter weigern, den Schlüsseldienst zu bezahlen.
    Grüße
    Immodream
     
  9. #8 Bürokrat, 06.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 06.02.2014
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    Irgendwie kann ich mich ja mit keiner so richtig anfreunden, aber mal sehen ob noch Optionen D-Z auftauchen :unsicher017:

    @ immodream edit: Überschneidung: nun es scheint als hätte ich mit meiner ursprünglichen Einschätzung falsch gelegen, na mal sehen ob noch weitere Meinungen auftauchen

    Ich hatte z.b. schon mal den Fall dass ein Garagenmieter von mir die Garage nicht mehr aufbrachte (Schloss defekt). Ohne mich zu informieren flexte er das Schloss raus, öffnete sie, minderte die Miete um 5.- und beklagte sich noch darüber dass die Gefahr bestehe dass er sich an den Schnittflächen verletzen könnte. Blöd wie ich bin habe ich nicht weiter reagiert außer ihn böse anzufahren woraufhin er dann mit irgendwelchen Blutvergiftungsgeschichtchen ankam... Aber es fehlt einem auch manchmal die Lust sich mit renitenten Mietern rumzustreiten. Meist kommt ja eh nichts dabei raus.
     
  10. Andres

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    Zum Mieterverein rennen, einen der dortigen Anwälte einen geharnischten Brief aufsetzen lassen, der die Kosten für den Schlüsseldienst nach § 536a BGB einfordert. Für den Erfolg dieser Aktion (und bitte bei dieser Gelegenheit auch: einen besseren Sommer als letztes Jahr) beten - es ist nötig.
     
  11. Syker

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    Hallo zusammen,

    Man könnte die Aussage der Frau v. VM das man den Schlüsseldienst rufen soll schon in die Richtung der VM zahlt deuten. Dann fällt das ganze m.E. aber wieder unter die KleinRepKlausel. Evtl. muss sich der M bzw. dessen Freundin eine Schadensminderungspflicht anlasten lassen. Weiterhin wäre evtl. die Frau des VM dem M gegenüber Schadensersatzpflichtig wenn sie unbefugt die Kosten übernahme durch den VM erklärt hat.

    Alles sehr viele Wenn, Evtl., Ggf. und im Zweifel wer kann was beweisen. Ich würd mich als M auch ärgern, das aber als Lehrgeld abbuchen und beim örtlichen Einbrecher einen Kurs im Schlösser öffnen absolvieren.

    VG Syket
     
  12. Pharao

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    Hi,

    und genau das wäre Sinnvoll gewesen, um jetzt was in der Hand zu haben. Aus Vermietersicht würde ich evtl. jetzt auch sagen, hat doch bislang immer einwandfrei funktioniert.

    Wurde für den Preis wenigstens auch der Schloss erneuert oder beschränkt sich das nur auf`s Öffnen ? Mal abgesehen davon, das so ein altes Schloss m.E. jeder Laie mit einem Dietrich aufmachen kann.

    Das Widerspricht sich jetzt aber ! Denn wenn die Bekannte nicht ganz Unschuldig war, dann war also das Schloss in Ordnung. Mal ganz abgesehen davon, das deine Bekannte nicht Mieterin hier ist.

    Kannst du natürlich machen, aber wie schon geschrieben, wer die Musik bestellt ....., d.h. der Schlüsseldienst wird sich an dich wenden und das Geld einfordern. Wenn du an der Rechnung/Arbeit nix auszusetzen hast, wirst du m.E. dies zahlen müssen. Ob du den Betrag vom Vermieter wieder bekommst, ist ja nicht ganz klar, weil
    1. du m.E. nicht Belegen kannst, das das Schloss einen Defekt hatte und
    2. auch wenn, dann könnte der Vermieter ja immer noch auf die Kleinreparaturklausel sich berufen (falls diese wirksam ist).

    Also ich schreibe das m.E. deutlich hin, wenn ich was rein aus Vermieter- oder Mietersicht sehen. Ansonsten versuche ich neutral nur die Rechtslage zu beschreiben.

    Das wäre so unwirksam. Denn entweder fällt was unter Kleinreparaturen oder eben nicht. Hier passt also das "beteiligen" nicht rein.
     
  13. Nanne

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    Schlösslein...an der Wand

    Ein Schloß gehört gelegentlich mit Graphit oder Schloßsprey behandelt, zumindest dann,
    wenn es schon klemmt, ..sollte man wissen. In meinem Haus kommen Mieter -Männer-
    zu mir wegen jeder Kleinigkeit um ..geholfen zu werden...(ich bin fast 80 Jahre).Sei es
    eine quitschende Türe, eine Türklinke die Wackelt etc. Manche sind wirklich zu dumm
    zum Nasenbohren. Ab sofort gibt`s nix mehr. Kleinreparaturklausel vorhanden.
    Gruß Nanne
     
  14. #13 immodream, 07.02.2014
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    Hallo Nanne,
    vielleicht sind deine männlichen Mieter in der Grundschule von den Lehrerinnen und zu Hause von ihren alleinerziehenden Müttern erzogen worden und können nur Kuchen backen und stricken oder diskutieren.
    Das ist eine neue Generation von Weicheiern.
    Grüße
    Immodream
     
  15. Duncan

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    Naja, ehrlich gesagt mir ist es lieber, die kommen zu mir und ich "repariere" mal eben das klemmende Schloss mit PTFE- oder WD40-Spray als das ich nachher Tür, Schloss und Zarge erneuern muss...

    Ja, die "Ausrede" er (der Mieter) musste die Tür eintreten, weil er so dringend auf Toilette musste hab ich schon gehört...
    - Es gab eine Sichtschutzbietende Grünanlage.
    - Es war den Göttern-sei-Dank nicht meine Immobilie.
     
  16. #15 Papabär, 11.02.2014
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    Kleiner Tipp aus der Erfahrungstruhe: Das macht nur Sinn, wenn man bei jeder Reparatur daneben steht.


    Ich hab´ heute grad´ wieder so eine schicke Rechnung in der Hand gehabt: 87,- € für die Erneuerung eines Tellerventils :wand: (Kleinreperaturklausel bis 80,- € pro Einzelreparatur). Materialpreis 16,- €, der Rest sind Lohnkosten. Anderthalb Meisterstunden ...
    Die rigorose Anwendung der Kleinreparaturklausel hatte sich innerhalb von nicht einmal 14 Tagen unter den Mietern herumgesprochen.
     
  17. #16 kranseier71, 11.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 11.02.2014
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    Hallo,

    zugegeben - ich schreibe jetzt mal provokant und aus Mietersicht; aber vielleicht stimmt mir der eine oder andere Vermieter ja trotzdem zu ;)

    Also ich als Mieter habe einen Mietvertrag mit Kleinreparaturklausel 75€/Fall max. 8% der Jahreskaltmiete. In der Praxis würde das bedeuten das bei 3 Fällen/Jahr die 8% überschritten wären. Die Whg ist ausgestattet mit Nachtspeicheröfen mit Raumthermostat (3 Stück), Rolladen (6 Stück), EBK mit Herd und Kühlschrank, Badewanne, WC, Waschbecken, Waschmaschine. Alles in bereits stark gebrauchtem Zustand teilweise 30 Jahre alt. Soweit die Fakten.

    Jetzt frage ich euch mal ganz provokant, wie hoch wohl die Wahrscheinlichkeit sein mag das bei der Konstellation 3 Kleinreparaturfälle im Jahr anfallen?
    Ich schätze die relativ hoch ein.
    Nun bin ich handwerklich ausgebildet und einen Siphon oder einen Thermostat oder auch ein Zugseil vom Rolladen auszuwechseln stellt für mich kein Problem dar.

    Aber was macht der Mieter, der nicht handwerklich ausgebildet/begabt ist? Soll der sich dem Risiko aussetzen bei einem Reparaturversuch z.B. eines Rolladenseils den Schaden noch zu vergrössern? Oder beim Siphontauschen einen Wasserschaden verursachen?
    Nein das soll er nicht - aber im Grunde genommen zwingt ihn die Kleinreparaturklausel dazu.
    Also ruft er wenn er schlau ist einen Handwerker der ihm das repariert - und da ist man bei der geringsten Kleinigkeit sofort über 75€ (oder hat jemand von Euch aus den letzten 5 Jahren eine Rechnung, wo ein Handwerker gekommen ist die darunter lag?).

    So und jetzt mache ich mich mal unbeliebt:
    Und ich, der ich handwerklich in der Lage wäre das selbst zu machen? Soll ich jetzt losgehen, mir Teile besorgen (mit dem Risiko das die evnt. nicht passen o.ä), Rechnungen aufbewahren um am Jahresende zu sehen ob ich über 200 Euro gekommen bin?
    Nein das werde ich nicht tun. Ich werde meinem Vermieter sagen: das und das ist kaputt.
    Wenn er sagt Kleinreparatur sag ich OK und ruf einen Handwerker.
    Wenn er sagt 'ich repariers' - fein; und wenn er zum reparieren kommt kriegt er auch einen Kaffee und freundliche Worte mit Lächeln gratis.

    Worauf ich hinauswill ist, das viele Vermieter glauben mit der Kleinreparaturklausel soll der Mieter zum Baumarkt fahren sich eine neue Waschbeckenarmatur kaufen und gefälligst selbst einbauen - und liebe Vermieter die so denken: der Kopf ist Rund damit das Denken die Richtung ändern kann.
    Zum einen ist nicht jeder handwerklich begabt (ja zwei linke Hände gibts wirklich) und wissend (ich hab schon Zylinderschlösser gesehen die mit Motoröl geschmiert worden waren) und zum anderen: Ihr kassiert Miete. Damit ist eine normale Abnutzung abgegolten. Warum erwartet ihr, das eure Mieter eure 30 Jahre alten Teile für euch austauschen?

    Ich persönlich finde die Kleinreparaturklausel völligen Schwachsinn - sowohl aus Mieter- als auch aus Vermietersicht ;)
    Und jetzt dürft ihr über mich herfallen (Boxhandschuhe anzieh).


    Was hätte der Mieter machen sollen deiner Meinung nach? Das Tellerventil selbst besorgen (Welche Grösse, woher, wie teuer etc.) und auswechseln um nach einem halben Jahr zu hören, das in der Wohnung darunter die Decke feucht ist?
    Freu Dich das er einen Handwerker gerufen hat.

    Besorg dir selber Handwerker deines Vertrauens - bei entsprechendem Jahresumsatz gibts auch gute Preise und vor allem Qualität ;)

    Aber ich mag euch trotzdem :)
    LG, Karl
     
  18. #17 Papabär, 11.02.2014
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    Hallo Karl,

    erst einmal zum allgemeinen Verständnis: Eine Kleinreparaturklausel bedeutet keinesfalls, dass der Mieter selber tätig werden soll - sondern vielmehr, dass der Vermieter die Kosten von konkret definierten Reparaturen (und damit ist nicht nur der Preis gemeint) an den Mieter weiterreichen kann.

    Wir haben solche Klausel zwar in unseren Mietverträgen - ich persönlich wende diese jedoch nur in Ausnahmefällen an ... also beispielsweise, wenn innerhalb von 2 Monaten dasselbe Gurtband zum 3. Mal kaputt geht.

    Ich wäre schon zufrieden, wenn der Mieter den Handwerker nicht noch auf´n Kaffee/Kuchen/Bier eingeladen hätte.
    Als versierter Handwerker wirst Du wissen, dass man so´n Teil i.d.R. in drei Minuten auswechselt.

    Ich vergaß auch zu erwähnen, dass es sich um ein in industrieller Großtafelbauweise gefertigtes Hochhaus handelt und besagter Handwerker dort seit mindestens einem halben Jahr (ca. 2-3 x pro Woche) herumturnt. Er hätte also das Maß des Tellerventils in jeder anderen Wohnung auch nehmen können.

    Der bzw. die Mieter müssen sich auch an unser zuständiges Büro vor Ort gewandt haben, denn der Auftrag wurde von den Kollegen ausgelöst. Warum nicht der Hausmeister beauftragt wurde (der so´n Teil mit Sicherheit im Lager hat), entzieht sich meiner Kenntnis.



    Also ich habe jetzt keine handwerkliche - sondern nur eine kaufmännische Ausbildung, von daher entzieht es sich meinem Vorstellungsvermögen, wie ein defektes/falsch montiertes Tellerventil die Ursache für einen Wasserschaden in der darunter liegenden Wohnung sein kann.

    Kann man ein Tellerventil überhaupt falsch mont... jagut, Mieter können das.



    Scheinbar ja nicht bei jedem Handwerker.
     
  19. #18 kranseier71, 12.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 12.02.2014
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    Hallo Papabär,

    hast du auch Boxhandschuhe angezogen? OK - dann steigen wir in den Ring:
    Kaufmann gegen Handwerker :)

    Erstmal: Ich kenne natürlich die genauen Gegebenheiten bei Euch nicht. Aber ich habe 20 Jahre Berufserfahrung im Heizung/Sanitär/Elektrobereich als ausführender Handwerker (also der mit Schraubendreher oder Zange in der Hand) - unsere Kunden waren zu 99% Wohnungsbaugesellschaften/Verwaltungen.
    Dementsprechend hatten wir (ich) fast nur mit Mietern in Mietwohnungen zu tun wurden aber von der jeweiligen Gesellschaft beauftragt - und du darfst mir glauben: Du wirst von keinem Mieter unter 50 Jahren zu einem Kaffee/Kuchen/Bier eingeladen - selbst vor 20 Jahren nicht. Stattdessen musst du dich wehren um nicht noch diverse andere Kleinigkeiten zu erledigen ("Wo Sie schon mal hier sind ich hab da noch ...").
    Bei Mietern über 50 ist es zwar mal vorgekommen aber in Prozenten ausgedrückt würd ich sagen weniger als 1%. Hinzukommt noch, das bei manchen, wo du einen Kaffee angeboten bekommst du nicht einmal ein herstellermässig sauber verpacktes BonBon annehmen möchtest ;)

    Schöne Definition - die lese ich meinem Vermieter mal vor :)

    Naja das klingt auch eher nach Vandalismus...

    Zu dem Kaffee und Kuchen hatte ich ja schon etwas geschrieben.
    Zu den drei Minuten: (bzw. erstmal klären was mit Tellerventil gemeint ist - ich verstehe darunter ein Badewannenablaufventil mit Drehknopf am Wasserüberlauf)
    In drei Minuten dürfte man es in dem Hochhaus nichtmal von der Hauseingangstür zur Wohnungstür schaffen - was die reine Arbeitszeit an der Badewanne angeht: Wenn lediglich das Oberteil des Ventils kaputt war (was ich noch nie erlebt habe) würden 3 Minuten ausreichen wenn man das richtige passende Teil dabei hat (zu dem richtig und passend später mehr) - aber wie gesagt das habe ich noch nie erlebt. Meistens ist das Gestänge oder der Drehknopf kaputt bzw. der Geruchsverschluss verstopft.
    Und damit gehts los - du musst nämlich u.U. die Revisionsöffnung an der Badewanne öffnen um da überhaupt heranzukommen. Das heisst du musst erstmal Wäschekörbe, Katzenklos, Waschmaschinen, Trockner und was weiss ich nicht noch alles wegräumen um da heranzukommen (ich habe sogar schon Revisionsöffnungen gesehen wo man erstmal das WC demontieren musste um da heranzukommen). Zwischendurch laufen dir noch Hunde, Katzen und Kinder unter den Füssen herum.

    Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Zum einen ist selbst bei einem Neubau nicht gesagt, das alle Wohnungen die gleiche Ausstattung vom selben Hersteller haben (die Wahrscheinlichkeit ist aber rel. gross) und zum anderen wird dieser Handwerker sicherlich nicht nur wegen Tellerventilen 'da herumturnen' - vielleicht war es sein erstes. Vielleicht ist er auch unerfahren. Vielleicht ist er auch keine Leuchte. Und vielleicht ist sein Name Röhrich :)

    Wenn es nach unten nicht richtig abgedichtet ist (Dichtungsgummi defekt oder verdreht oder fehlender Kit) tropft je nach Häufigkeit des Duschens/Badens und der Grösse der Leckage immer etwas Wasser unter die Wanne. Wenn du Glück hast ist es so wenig, das es nicht weiterlaufen kann bzw schnell verdunstet/aufgesogen wird.
    Wenn du Pech hast ist es soviel das bereits nach einem Bade/Duschvorgang sich ein Rinnsal seinen Weg durch eine Betonfuge gesucht hat.

    Glaub mir - es gibt nichts was es nicht gibt :) - und das können sogar Vermieter ;)


    Tja. Wenn man natürlich jedes Jahr eine neue Ausschreibung macht und grundsätzlich den kostengünstigsten nimmt zahlt man am Ende vielleicht mehr als wenn man jemandem auch mal ein paar Jahre einen Auftrag gibt.
    Ich habe selbst 2 Jahre in Berlin gelebt und ein vielleicht vergleichbares Objekt (4 grosse Häuser mit einer Heizungsanlage und ca. 200 Wohnungen) heizungstechnisch betreut. Da war ich 2 Jahre lang im Schnitt 1-2 mal die Woche. Ich hab mich selbst nach einem Jahr noch manchmal verlaufen.

    LG, Karl
     
  20. Syker

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    Hallo kranseiser71,

    Du hast im Prinzip (ungeschickte Mieter) gar nicht so unrecht, verwechselst da aber etwas.
    Die KleinRepKlausel besagt nur das der M die Kosten trägt.

    So und jetzt dreh ich dein Beispiel mal um:
    Eine handwerklich ungeschickter M wohnt in der WHG eines handwerklich geschickten VM.

    Der VM ruft keinen Handwerker sondern repariert selbst. Als Stundenlohn berechnet der VM 50% eines örtlichen Fachhandwerkers dazu kommen Teile und Anfahrt, alles zusammen im Rahmen der KleinRepKlausel. Und jetzt?

    VG Syker
     
  21. #20 kranseier71, 12.02.2014
    kranseier71

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    Hallo Syker,

    OK - mea culpa. Ist mein erster MV mit einer solchen Klausel. Und in 20 Jahren hat auch noch kein Vermieter von mir etwas verlangt - im Gegenteil.
    Ich: Du das und das ist kaputt.
    VM: Wechsel aus und gib mir Rechnung von den Teilen.
    So lief das bei mir bislang - aber da ich eigentlich immer nur frisch sanierte/renovierte Whg genommen hatte war das in 20 Jahren auch nur 3-4mal der Fall.

    Hm. Also rechtlich kann und will ich das gar nicht bewerten - zum einen willst du darauf wohl gar nicht hinaus und zum anderen ist für mich persönlich der Fall hypothetisch. Ich kenne nur die gegensätzliche Konstellation aus eigener Erfahrung.

    Nehmen wir mal - rein hypothetisch natürlich - als Beispiel einen Lichtschalter; ganz normal Unterputz mit Steckdose drunter. Mieter behandelt alles pfleglich (also keiner der den Lichtschalter mit Faust oder Besenstil betätigt). Der Lichtschalter ist 30 Jahre alt - das ist selbst bei pfleglicher Behandlung schon eine ganz gute Lebensdauer (kann aber natürlich auch noch 20 weitere Jahre halten). Nun geht der kaputt. Nicht wegen grober Behandlung sondern einfach weil er seine Lebensdauer erreicht hat.

    So jetzt kommst Du und wechselst das Teil aus und stellst dem Mieter sagen wir (nur um eine Zahl zu nennen) 50 Euro in Rechnung.
    Warum und wofür?
    Warum: Weil die Kleinreparaturklausel dir das Recht dazu gibt (von Schwarzarbeit etc reden wir jetzt nicht).
    Wofür: Für ein Teil, wofür du 30 Jahre lang Miete bekommen hast und für deine Zeit.

    Ich sehe das so: Du hast Dir beim letzten Mieterwechsel den Austausch aller Schalter und Steckdosen gespart - kostet Geld (was vielleicht auch grad gar nicht verfügbar ist) und auch Zeit, schmälert die ohnehin vielleicht magere Rendite und ausserdem gibts ja die Kleinreparaturklausel so dass das später eh der Mieter bezahlen muss.

    Ist das 'fair und gerecht' oder einfach nur 'Recht'?
    Zum 'Recht' gibt es ein schönens Sprichwort: Wie es in den Wald hineinschallt usw. - wenn man so denkt muss man sich nicht wundern wenn die andere Seite genauso anfängt zu denken (von Henne-Ei sehe ich mal ab).
    Zum 'fair und gerecht' gibt es auch ein schönes Sprichwort: Eine Hand wäscht die andere. Mieter zahlt seine Miete und behandelt das Mietobjekt pfleglich (eine Hand) Vermieter verzichtet auf Kleinreparaturklausel bzw. deren Anwendung (andere Hand).

    Naja - muss nicht jeder so sehen (insbesondere Vermieter die ihre Wohnung als reines Renditeobjekt betrachten werden das wohl anders sehen) aber ist halt meine Sichtweise.

    Natürlich weiss ich auch, das nicht jeder Mieter pfleglich mit dem Mietobjekt umgeht (Rolladengurt in 2 Monaten 3 mal kaputt, Lichtschalter mit Faustschlägen betätigen, Waschtischarmaturen mit Schleifpapier bearbeiten um den Kalk wegzubekommen und viele andere Sachen mehr) - und in solchen Fällen mag eine Kleinreparaturklausel auch angebracht sein (so als erzieherische Maßnahme und um den Schaden des Vermieters zu mindern).
    Allerdings würde ich als VM auch aufpassen an solche Leute nicht zu vermieten; aber ich hab leicht reden - ich vermiete nur eine einzige Whg und der Mieter darin wohnt da seit 10 Jahren ist sauber, ordentlich, solvent und allgemein sehr umgänglich.

    Hab ich deine Frage 'und jetzt?' damit beantwortet?
    LG, Karl
     
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