Schnäppchen-Jäger und Rip-Dealer - was am besten tun?

Dieses Thema im Forum "Maklerforum" wurde erstellt von hahn-immo, 13.06.2009.

  1. #1 hahn-immo, 13.06.2009
    hahn-immo

    hahn-immo Neuer Benutzer

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    Eine breite Internetpräsenz ist heute wohl Pflicht für einen Makler, der mittel- bis langfristig Erfolg haben möchte. Allerdings ist es vom Internetinserat bis zum erfolgreichen Geschäftsabschluß ein teilweise sehr weiter Weg. Was ich vor einiger Zeit definitiv unterschätzt habe, ist der enorme Arbeitsaufwand, der durch viele Anfragen von Rip-Dealern, Schnäppchen-Jägern und schlichtweg "fakern" zustande kommt. Man hat eine ganze Menge Arbeit, verschickt sämtliche Unterlagen, führt Besichtigungen durch - ohne Resultat. Und manchmal erfährt man dann im Nachhinein, dass derjenige eigentlich nur ein Schnäppchenjäger war und auf Kosten des Maklers an Informationen kommen wollte.
    Es ist mir klar, dass es dagegen freilich keine Universalmedizin gibt, hier hilft jahrlange Erfahrung und geschärfte Sinne sicherlich weiter.
    Mich würde jedoch interessieren, ob es hier jemanden gibt, der vielleicht ein paar Tipps hat (Erkennungsmerkmale, Früherkennung, Ausfilterung) derartige Anfragen frühzeitig zu erkennen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Erfolg bringen.

    Gruß,

    Andreas
     
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  3. #2 lostcontrol, 13.06.2009
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    was sind denn "rip-dealer"?
    und schnäppchen-jäger sollten ja ok sein, die wollen ja tatsächlich kaufen, halt möglichst günstig...
    was ist unter "fakern" zu verstehen? leute die einfach nur neugierig sind und garnicht kaufen wollen?

    aber es wird ja wohl in ordnung sein, sich informationen zu beschaffen? echtes interesse besteht ja, und wenn's halt dann zu teuer ist (eben kein "schnäppchen") wird man ja wohl auch mal NEIN sagen dürfen...

    also ich bin bisher davon ausgegangen dass genau das eben das tägliche brot von maklern ist - dass auf ein angebot eben viele, viele nachfragen kommen, von denen eben 99% schrott sind bzw. nicht in frage kommen. das auszufiltern sollte doch genau das sein, wofür man sich einen makler anstellt, oder nicht? dafür bezahlt man ihn ja schliesslich, und das meist nicht zu knapp...
     
  4. #3 hahn-immo, 13.06.2009
    hahn-immo

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    Danke für die Antwort.

    Rip-Dealing ist eine aktuelle Ausformung von Bandenkriminalität in Europa - meist ansässig in Italien und in den Niederlanden. Es handelt sich dabei um Leute, die gezielt hochpreisige Immobilien im Internet suchen, mit dem Makler in Kontakt treten und ein Treffen irgendwo in Mailand, Venedig oder meinetwegen Amsterdam wünschen - ohne das entsprechende Objekt überhaupt anzuschauen. Hintergrund ist, dass diese Rip-Dealer einen Teil des Kaufpreises bar begleichen wollen - dies aber regelmäßig mit Falschgeld bewerkstelligen. In meinem Kollegenkreis ist dies schon zweimal passiert. Rip-Dealer täuschen tatsächlich nur ein Interesse vor, wollen aber krumme Geschäfte machen.

    Und natürlich ist es in gewisser Weise Aufgabe des Maklers, Anfragen auszusieben und ordnungsgemäße Arbeit zu leisten. Deine Aussage, dass die Makler dann nicht zu knapp bezahlt werden, ist allerdings außerordentlich "selektiv". Zumindest hier im Osten haben die meisten Makler arg zu kämpfen. Man darf das nicht mit München oder Frankfurt vergleichen. Da liegen Welten dazwischen. Und die meisten bezahlen dann nicht mal die Rechnungen. Deine Aussage stimmt dann, wenn man es bspw. wie ein Makler-Kollege aus Brasilien macht: der hat letztes Jahr einen Zuckerverarbeitungskomplex (landwirtschaftliche Fläche mit 80000 ha inkl. Accessoires, Fahrzeuge und Verarbeitungsanlagen etc.) verkauft. Klar, das ganze hat über 2 Jahre gedauert, er mußte zahlreiche Anfragen "aussieben", sich mit etlichen Rip-Dealern rumärgern - dafür gabs dann am Ende auch eine siebenstellige Provision.
     
  5. #4 lostcontrol, 13.06.2009
    lostcontrol

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    hört sich übel an.
    aber da ist ja dann das ausfilterungs-kriterium klar: die barzahlung.

    das mag ja sein, dass es im osten übler aussieht. ich hätte wohl dazu schreiben sollen dass ich natürlich von der situation hier vor ort ausgehe (grossraum stuttgart). wir haben hier weder wohungsmangel noch überschuss, es ist alles eigentlich im moment ganz stimmig, und von daher sehe ich halt keine "kämpfen müssenden makler" sondern leute, die sich für eine dienstleistung gut bezahlen lassen (wogegen ja nichts einzuwenden ist, arbeit will bezahlt sein, ganz klar).

    das problem hättest du hier bei uns aber auch.
    die zahlungsmoral ist allgemein ziemlich im niedergang begriffen, soweit ich das mitbekomme...

    dafür musst du nicht nach brasilien.
    hier in meiner direkten nachbarschaft stehen gerade gleich zwei villen zum verkauf - das wird sich wohl auch einige zeit hinziehen...
    und natürlich muss da extrem ausgesiebt werden.
    ich habe mit dem makler der einen villa kontakt aufgenommen, weil ich einfach irre neugierig bin - ich habe aber von anfang an dazu geschrieben, dass ich nur neugierig bin und garnicht kaufen möchte. trotzdem werde ich wohl demnächst an einer besichtigung teilnehmen dürfen, man erhofft sich wohl einen gewissen "verteiler-effekt" daraus.
    ich kann mir aber gut vorstellen, dass es auch leute gibt, die das eben nicht dazuschreiben, dass sie nur neugierig sind, und das würde ich als makler dann auch ziemlich ärgerlich finden...
    bin ich jetzt in deine augen ein "faker"?
     
  6. #5 hahn-immo, 13.06.2009
    hahn-immo

    hahn-immo Neuer Benutzer

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    Hallo lostcontrol,

    Du bist wohl in meinen Augen ein "faker" - aber das wäre ich als Privatmann wohl genauso! Keiner bestreitet Dein Recht, neugierig zu sein (zumal Du es auch angibst), Dich zu informieren, alle Optionen auszuloten. Als Makler bin ich gleichzeitig auch Konsument: interessiere ich mich bspw. für ein neues Auto oder ein gutes Buch, so werde ich alle Möglichkeiten evaluieren, die mir der Markt bietet, um für mich das Kosten-Nutzen-Kalkül zu maximieren.

    Andererseits mußt Du auch durch die "Brille" des Maklers schauen - der ist, wie jeder andere, ein Unternehmer, dessen Hauptziel die Erzielung von Gewinn ist. Wüßte der Makler (mit Hilfe einer magischen Kugel) von vornherein, dass ein ganz konkreter Kontakt zu keinem Erfolg führt, wird er diesen Kontakt nicht aufrechterhalten sondern nur diejenigen selektieren, die den Kauf erfolgreich vollziehen können. Hängt von der Tätigkeit noch die Existenz von Familie und Kindern dran, wird das ganze nochmal potenziert.
    Genauso verhält es sich mit dem Schnäppchenjäger: jeder Konsument ist irgendwie Schnäppchenjäger. Als Anbieter will ich jedoch mein Produkt zu maximalen Preisen verkaufen - und die Mitte findet sich dann irgendwo dazwischen.
    Was allerdings die "Schnäppchenjägerei" für Makler besonders schwierig macht, ist die entstehende Diskrepanz zu den Vorstellungen der Verkäufer: Will ein Verkäufer partout nicht vom Verkaufspreis von 200.000 Euro abrücken, dann ist das ausschließliche Auftreten von Schnäppchenjägern (die eben nie 200.000 bezahlen würden) eine de-facto-Verunmöglichung des Geschäftes.
     
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