Schock bei der Heizkostenabrechnung für die Eigentumswohnung

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von die_kiwi, 22.06.2009.

  1. #1 die_kiwi, 22.06.2009
    die_kiwi

    die_kiwi Neuer Benutzer

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    Hallo,

    wir halten seit heute die Heizkostenabrechnung für unsere Eigentumswohnung (86m²) in den Händen und sind schockiert. Unser Anteil an den Verbrauchskosten hat sich im vergleich zum Vorjahr verdreifacht!

    Hier die Details: Die 86m² Wohnung befindet sich in einem Mehrfamilienhaus mit 40Parteien in dem die Wohnungen überwiegend die gleiche Größe haben.

    Die Heizkosten wurden mittels Verdunstern abgelesen. Im gesamten Haus wurden 915 Striche abgelesen - unser Anteil soll bei 75 Strichen liegen (clevererweise haben wir die Striche bei Ablesung nicht kontrolliert, ein Ableseprotokoll erhielten wir nicht. Des Weiteren wurden bei der Ablesung die Verdunster durch elektronische HKVs ersetzt). Der verbrauchsabhängige Anteil der Abrechnung für unsere Wohnung ergibt also knapp über 8% des gesamten Verbrauches der Wohnungseigentümergemeinschaft mit 40 Parteien und 3000qm. - und das bei nahezu identische Wohnungsgrößen.

    Unsere direkte Nachbarin mit gleicher Wohnungsgröße hat gerade einmal 27 Einheiten in Ihrer Abrechnung. Selbstverständlich ist mir bekannt, dass die Striche bei individuellem Heizverhalten immer abweichen werden, aber ein dreifacher Wert ist doch utopisch oder nicht?

    Die Heizkosten für die Wohnung betrugen im letzten Jahr (Warmwasser per Durchlauferhitzer) 650 Euro - für 2008 sollen wir nun Heizkosten in Höhe von 1800 Euro verursacht haben. Natürlich ist Heizöl teurer geworden.... aber die Gesamtkosten des Hauses sind nur um 6000,00 Euro gestiegen.

    Die Eigentümerversammlung steht nun an und wir haben gegenüber der Hausverwaltung die Abrechnung zumnächst angezweifelt und um die Übersendung der Ableseprotokolle gebeten. Eine direkte Anfrage bei der Ista ist meiner Meinung nach sinnlos.

    Wie soll ich weiter vorgehen - ich habe im Prinzip keine andere Möglichkeit als die Hausgelabrechnung anzufechten - eine Nachzahlung von über 1000,00 Euro nur für die Heizkosten ist für mich nicht zu finanzieren.

    Bitte um Hilfe...
     
  2. AdMan

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  3. RMHV

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    Die Erwartung, dass Auskünfte vom Abrechnungsdienst nur dem Auftraggeber, hier also der WEG, gegeben werden, dürfte zutreffend sein.
    Ich frage mich allerdings, welche Erkenntnisse man sich von einem Ableseprotokoll erwartet. Die Verbrauchswerte für jeden einzelnen HKV sind in der Abrechnung nachzulesen.

    Auf diese Frage gibt es eigentlich nur eine Antwort: Hirn einschalten und zum denken benutzen. :wink

    Auch eine Anfechtung entbindet den Wohnungseigentümer nicht von seiner Zahlungsverpflichtung. Beschlüsse der Wohnungseigentümer sind bis zu einer Aufhebung durch das Gericht gültig und damit auch für alle Eigentümer verbindlich. Die Nachzahlung wäre also zunächst zu leisten und müsste nach einer erfolgreichen Anfechtung von der Gemeinschaft zurück gezahlt werden.
    Die Erfolgsaussichten im Anfechtungsverfahren dürften allerdings sehr nahe bei Null liegen, wenn als Begründung nur "nicht zu finanzieren" geliefert wird.
     
  4. #3 Selbstnutzer, 23.06.2009
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    Das sieht für mich nach einem ähnlichen Problem wie bei unserer WEG aus.

    Die Rahmendaten sind annhähernd gleich, 40 WE, 2700m² Gesamtwohnfläche, Verdunster, 890 Stricheinheiten.

    Das Kernproblem ist hier die viel zu geringe Antahl der Stricheinheiten aufgrund falscher Betriebsweise der Heizanlage.

    Je geringer die Anzahl der Stricheinheiten, desto höher die Heizkostenverteilungenauigkeit.

    Wir haben zwar andere Verdunster als ihr (unsere sind von Ka...) aber in vielen Wohnungen wird an manchen Heizkörpern, trotz regulärer Nutzung, noch nichtmal die Kaltverdunstungsvorgabe "verbraucht".
    Die Wassertemperaturen sind so hoch bei uns, dass die Wohnung warm bleibt, selbst wenn durch den extrem gedrosselten Durchfluss nur die oberen 5cm des Heizkörpers warm werden.

    Das Problem wirst du alleine nicht lösen können, denn genauso wie es dich gibt, also jemanden der deutlich draufzahlt, gibt es einige die davon profitieren und wieder einige für die es egal ist.
    Solange die Heizkosten für die Mehrzahl der Nutzer im grünen Bereich sind, wird sich keine Mehrheit finden, die Heizanlage anders einzustellen, denn meist ist dann eine ausreichende Beheizung aller Wohnungen nur bei Abgleich der Hydraulik zu erreichen.

    Dieser falsche/fehlende Abgleich der Hydraulik ist aber das Kernproblem, wenn man es ganz genau nimmt, dann ist die Heizkostenabrechnung mittels Heizkostenverteilern (egal ob Verdunster oder Elektronische) nur zulässig in einer hydraulisch richtig abgegelichenen Anlage die korrekt witterungsgeführt läuft.

    Nach diesem Nachweis würde ich mal fragen...aber richte dich drauf ein, dass du da der Buhmann auf der Versammlung sein wirst, denn es wird großes Unverständnis bei den Meisten herrschen.
    Als Folge der falschen Heizkostenabrechnung infolge fehlender geeigneter Verbrauchserfassungsgeräte (weil die Zulassungsbedingungen der vorhandenen Geräte nicht eingehalten wurden) muss dann neu abgerechnet werden.
    Und dann geht das nur nach m².

    Ohne Gericht wird das aber wohl nichts werden, und die Stimmung in der Eigentümerversammlung dürfte dann auch deutlich leiden.

    Muss man halt überlegen ob es das Wert ist?

    Gruß
     
  5. #4 Michael_62, 23.06.2009
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    Rein aus Interesse: Warum sollte der hydraulische Abgleich Voraussetzung für die Messverteilung sein?

    Auf welche Norm und welches Gesetz beziehst du dich da?

    Nach welcher Norm soll dieser durchgeführt werden?

    Wie ist das dann bei Fernwärmegebäuden?
     
  6. #5 Selbstnutzer, 24.06.2009
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    Weil ohne einen hydraulischen Abgleich die Heizkörper nicht die Heizleistung haben, die sie gemäß Angaben des Herstellers haben!

    Damit steht und fällt aber die Vergleichbarkeit der einzelnen Heizkörper.

    Wenn zB ein Nutzer seine Wohnung "weit entfernt" von der Heizanlage hat und es erfolgt kein hydraulischer Abgleich, dann fließt durch seine Heizkörper bei maximaler Thermostatöffnung erheblich weniger Wasser als beim Nutzer der sich mit seiner Wohnung direkt in der Nähe der Heizanlage befindet.
    Denn die Rohrwiderstände sind dort ja viel geringer.

    Die Norm für die Zulassung von Heizkostenverteilern: DIN EN 834 und DIN EN 835

    Gefordert wird gemäß Heizkostenverordnung der Einsatz von zugelassenen Verfahren/Geräten.

    Natürlich gilt das gleiche auch für Fernwärmeanlagen, schließlich geht es nur um die Verteilgenauigkeit, die bei falschen Vorraussetzungen leidet, nicht um den Wärmeerzeuger.

    Gruß
    Gruß
     
  7. #6 Michael_62, 24.06.2009
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    Ich habe die 834 und 835 nicht griffbereit. In solch einem Fall ist mein Name auch grundsätzlich Hase solange die DIN´s nicht allgemeingültig erklärt werden. Ich habe da einen Prozess durch, da steht ein halber Raum mit Aktenordnern voll.

    Wenn es für die Heizkostenabrechnung eine Voraussetzung gibt muss dies in einem öffentlich zugänglichem Gesetz beschrieben sein. Die DIN-Normen sind eine Privatveranstaltung der Industrie. Wären diese bindend, würden sie im Gesetzblatt oder den DVO´s veröffentlicht werden. Dann wäre aber den Beuth Verlag überflüssig.

    Ich vermute auch mal, ohne dir zu nahe zu treten, dass du gegoogelt hast und die DIN´s nicht griffbereit hast.

    DIN´s spielen im Privatrecht nur eine Rolle, wenn diese privatvertraglich vereinbart werden, im Mietrecht oder auf einer Versammlung kannst du die gerne zum Bluffen nehmen, aber sonst darfst du sie dir in deiner Wohnung einrahmen.

    Deine Meinung mit den Heizkörpern kann ich physikalisch nicht teilen. Wenn deine Verbrauchsmeßstelle aufgrund eines schlechten Abgleichs weniger Wärme abgibt, dann wird auch weniger gezählt.

    Der einzig vorstellbare Mangel, welchen der Mieter aber anzeigen müsste, wäre, dass er das Thermostat aus dem Regelkreis nehmen muss um den Raum warm zu bekommen (Vollanschlag) oder er den Heizkörper nicht abstellen kann (Raumlüftung zur Temperatursenkung).

    Denke daran Heizkostenverteilung ist auch in Häusern ohne Thermostate möglich. Auch mit unisolierten Rohren, welche parasitär mitheizen uvm. Es muss dann seitens des Abrechnenden mit Annahmen gearbeit werden, welche dann schnell zu solchen Streitigkeiten wie hier führen können.
     
  8. #7 Selbstnutzer, 24.06.2009
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    Leider ist deine Auffassung was die DIn EN Normen angeht völlig falsch!

    Diese sind nicht nur für die Industrie entscheidend und keinesfalls eine Frage des Privatrechts.

    Der Mieter/Eigentümer hat Anspruch auf eine Abrechnung die der Heizkostenverordnung entspricht.
    Die Verdonung verlangt den Einsatz von zugelassenen Messverfahren, diese zugelassenen Verfahren werden nunmal in den entsprechenden Normen festgelegt.

    Das du keinen Zugriff auf diese Normen hast spielt dabei keine Rolle, verbindlich sind sie trotzdem.

    Was deine Meinung der Physik angeht, sop kannst du gerne deine eigene Meinung haben, diese ist aber trotzdem verkehrt!
    Die HKV erfordern für eine korrekte Funktion einen klaren Zusammenhang zwiscehn gezählter Einheit und abgegebener Wärmemenge!
    Dieser Zusammenhang ist aber nur bei bestimmten Bedingungen tatsächlich bekannt.
    Neben der Wassermenge und den Temperaturen, die auf die Heizleitung erheblichen Einfluss haben, spielt auch dei Anschlussart eine entscheidende Rolle.
    Im Ergebnis haben zwei gleiche Heizkörper schon alleine dadurch unterschiedliche Bewertungsfaktoren wenn der eine wechselweise und und der andere gleichseitig angeschlossen ist.

    Die Nichtbeachtung dieser Unterschiede in der Betriebsweise ist das Kernproblem des Einsatzes von Heizkostenverteilern.

    Die Fehler in der Bewertung fallen regelmäßig meist erst dann auf, wenn Abrechnungswerte erreicht werden, die physikalisch schlicht unmöglich sind.
    (zB Mini-Bad und angebliche 5 MWh Heizenergieverbrauch)

    Gruß
     
  9. #8 Michael_62, 24.06.2009
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    Mich würde ein einziges Urteil zu der Verbindlichkeit der DIN Normen freuen. In dem Moment müsste der Beuth Verlag offenlegen und ich würde tausende sparen.

    Aber deine Meinung in allen Ehren. Die Gesetzeslage und Rechtssprechung geht meiner Kenntnis nach nie über "anerkannter Stand der Technik" hinaus.

    Zu dem Grundlegenden, inwieweit Normen der DIN oder EN Reihe allgemeingültig sind, gibt es Vorschriften der EU, z.B. die Verordnung des Rates 2006/42/EG welche in lokales Recht dann harmonisiert umgesetzt wird.

    Eine Rechtsverbindlichkeit einer D-Norm in Europa festzuschreiben würde sofort vorm EuGH landen.

    Wenn es dich wirklich interessiert, können wir gerne mal ein paar Grundsatzurteile zu der Problematik austauschen.

    "
    Soweit
    nicht eichrechtliche Bestimmungen zur Anwendung kommen, dürfen nur solche
    Ausstattungen zur Verbrauchserfassung verwendet werden, hinsichtlich derer
    sachverständige Stellen bestätigt haben, daß sie den anerkannten Regeln der
    Technik entsprechen oder daß ihre Eignung auf andere Weise nachgewiesen wurde.
    Als sachverständige Stellen gelten nur solche Stellen, deren Eignung die nach
    Landesrecht zuständige Behörde im Benehmen mit der Physikalisch Technischen
    Bundesanstalt bestätigt hat. Die Ausstattungen müssen für das jeweilige Heizsystem
    geeignet sein und so angebracht werden, daß ihre technisch einwandfreie Funktion
    gewährleistet ist.
    "

    Anerkannte Regel der Technik kann vieles sein, z.B. eine Spanische Norm. Auch diese lässt sich nutzen.

    Wenn du dem Fragesteller den Streitweg anrätst solltest du auch den Paragraphen kennen:

    "
    (1) Soweit die Kosten der Versorgung mit Wärme oder Warmwasser entgegen den
    Vorschriften dieser Verordnung nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden, hat
    der Nutzer das Recht, bei der nicht verbrauchsabhängigen Abrechnung der Kosten
    den auf ihn entfallenden Anteil um 15 von Hundert zu kürzen. Dies gilt nicht beim
    Wohnungseigentum im Verhältnis des einzelnen Wohnungseigentümers zur
    Gemeinschaft der Wohnungseigentüme
    r; insoweit verbleibt es bei den allgemeinen
    Vorschriften
    "

    Wenn du nur möchtest, dass ich dir zustimme, tue ich das natürlich gerne, wenn du damit ruhiger schläfst.
     
  10. #9 Selbstnutzer, 24.06.2009
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    Einwandfreie Funktion geht nur, wenn die Heizkörperbewertung korrekt ist.
    Eine korrekte Heizkörperbewertung setzt Kenntnis der tatsächlichen Heizleistung eines jeden Heizkörpers voraus.

    Das gilt auch alles bei Wohneigentum...was eben nicht gilt, ist die Kürzung um 15% die ein Mieter vornehmen kann, aber trotzdem hat auch ein Eigentümer Recht auf eine korrekte Heizkostenabrechnung nach Heizkostenverordnung.

    Nein, must du nicht!
    Es tut mir ja leid dass du meiner Argumentation nicht folgen kannst, die anerkannten Regeln der Technik, deren Recht auf Einhaltung du ja auch anerkennst, umfassen eben auch einen hydraulischen Abgleich!

    Das Einhalten von Normen gehört ebenfalls zu den anerkannten Regeln der Technik!

    Gruß
     
  11. Heizer

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    Der hydraulische Abgleich hat sehr wenig mit der Verteilgerechtigkeit zu tun. Ähnlich wie bei einem Heizkörper der trotz voll aufgedrehtem Ventil nur oben warm wird verhält es sich mit einem Heizkörper der nur auf kleiner Stufe vor sich hin schnullert. Auch dieser wurd nur oben warm werden trotz intaktem Abgleich.

    Auch spielt die Regelung bei der Verteilung mit Heizkostenverteilern keine Rolle. Bei der reduzierung der Verluste jedoch schon. Diese werden aber nach m² oder umbautem Raum verteilt.

    Wir haben aber regelmäßig das Problem, dass bei der Umstellung von Verdunstern auf elektronische Heizkostenverteiler sich die Verteilstruktur teils erheblich ändert.

    Hauptursache ist die große Ungenauigkeit der alten Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip bei modernen oder modernisierten Heizanlagen wo sie eigentlich nicht mehr zulässig waren.

    Die Verdunster sind nur bis zu einer Auslegungstemperatur von min. 60 Grad zulässig. Vielach wird aber heutzutage kaum noch ein Heizkörper wärmer als 40 Grad bei normaler Nutzung mittels Thermostatventils. In der Folge werden in der ganzen Nutzergruppe viel zu wenig Einheiten gezählt und die Ungenauigkeit wird immer größer.

    Die Änderung der Auslegungstemperatur wird aber meist nirgends dokumentiert, so dass ein Nachweis der Unzulässigkeit recht schwierig ist.

    Daher sind diese für Neuausrüstungen auch nicht mehr zulässig. Aber die alten haben im Moment noch Bestandsschutz, so lange nichts an der Heizanlage geändert wird.

    Aber ich bin mir sicher, dass ich auch in 10 Jahren irgendwo noch welche finden werde.
     
  12. #11 Selbstnutzer, 14.11.2009
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    Leider alles fast vollständig verkehrt!

    Weder die technischen Zusammenhänge sind richtig noch die sich daraus ergebenden Folgerungen!

    Beispiel Auslegungstemperatur und Verdunster:
    Es ist völlig normal und üblich dass der Heizkörper bei einer Auslegungstemperatur von zB 60° fast nie mehr als 40° hat!
    Denn wenn die 60° Vorlauf im Auslegungsfall nötig sind, dann hat es draußen je nach Region eben -10° bis - 16° C, und nur dann sind 60° Vorlauf nötig.
    Das war dem Gesetzgeber schon bewusst, denn Heizkörper mit Thermostaten und Aussentemperaturabhängige Vorlaufregelung gibt es schon etwas länger...

    Und an diesem Beispiel sieht man auch dass der Abgleich und die richtige Heizkurve elementar notwendig sind für das richtige funktionieren... denn nur wenn immer der gesamte Heizkörper durchströmt wird, kann der Heizkostenverteiler auch die Menge an Heizenergie erfassen.

    Die Heizleistung eines Heizkörpers ergibt sich aus Übertemperatur und Fläche,
    wenn ich jetzt einen Heizkörper habe, der bei 20° Übertemperatur 1000Watt leistet, dann spielt es für die Heizleistung keine Rolle ob der gesamte Heizkörper 20° wärmer als der Raum ist, die obere Hälfte 30° wärmer und die untere nur 10° oder das obere Vierteil gar 80° wärmer und der Rest nur Raumtemperatur hat.
    Nur im ersten Fall wird nämlich die richtige Wärmemenge erfasst, im zweiten Fall ergibt sich dass viel mehr an Wärme erfasst wird als tatsächlich im Heizkörper umgesetzt wurde und im letzten Fall wird gar keine Wärme mehr erfasst.
    Es kommt für das warmbekommen des Raumes also nur auf die durchschnittliche Übertemepatur des Heizkörpers an, für das richtige Erfassen des Wärmeverbrauchs im Vergleich mit den anderen Heizkörpern ist es jedoch wichtig dass die durchscnittliche Übertemperatur in Höhe des Heizkostenverteilers bei allen Heizkörpern der Anlage übereinstimmt wenn die gleiche Wärme bezogen wird!

    Ausnahmen ergeben sich nur bei den 3-Fühlerheizkostenverteilern (fast nie verwendet), denn diese erfassen ja die Heizkörpertemepartur an mehreren Stellen, daher ist der Einfluss falscher Heizkurve und fehlenden Abgleichs deutlich geringer.
     
  13. #12 lostcontrol, 14.11.2009
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    abgesehen von der verteilungsgeschichte möchte ich doch mal zu bedenken geben, dass der letzte winter überdurchschnittlich lang und kalt war. man musste (zumindest hier) schon mitte september heizen und das dann teilweise bis ende april / anfang mai.
    fast jede/r musste da nachzahlen bzw. deutlich mehr für heizkosten hinlegen.
    bei uns ging ALLEN mietern schon im januar das öl aus, obwohl die gleiche menge viele viele jahre lang den kompletten winter gereicht hat.
    sogar meine wirklich sparsamen eltern haben DEUTLICH mehr öl verbraucht in diesem winter als all die jahre zuvor.

    und dann kommt da noch der hohe ölpreis von 2008 dazu...

    erhöhte heizkosten sind für den winter 2008/2009 also erstmal ganz normal.

    ob gerecht verteilt wurde kann ich natürlich nicht beurteilen.
     
  14. Heizer

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    @Selbstnutzer:

    Es ist nur die Sache, dass als die Verdunster noch Stand der Technik waren, fast alle Heizanlagen auf 90/70/20 ausgelegt waren. Meist waren diese noch ungeregelt und die alten HKVs funktionierten einwandfrei. Heute ist das bei fast allen Heizsystemen nicht mehr so und demnach sind die Verdunster nicht mehr zu gebrauchen.

    Aber auch die heutigen elektronischen Ein- und Zweifühler HKV sind nicht frei von Systemfehlern. Allerdings berücksichtigen sie das tatsächliche Heizverhalten bei niedrigeren Heizkörpertemperaturen sehr viel besser.


    Je nach Heizkörgruppe, -typ und -größe werden diese Messgeräte in 50-75% der Bauhöhe angebracht. Bei längeren Heizkörpern, wo im Teillastbereich die Möglichkeit besteht, dass sich nur ein Teil erwärmt, sind sogar 2 Geräte vorgeschrieben.

    Durch unabhängige Prüfanstalten wurde für jeden Heizkörpertyp ein Punkt ermittelt, der ausreichend Rückschlüsse auf die abgegebene Heizenergie zuläßt. Zusätzlich wird noch ein KC-Wert oder K-Wert festgelegt, der den Wärmeübergangswiderstand ausgleichen soll und in den Bewertungsfaktor einfließt. Dieser wird entweder direkt ins Gerät einprogrammiert (Produktskala) oder später bei der Abrechnung berücksichtigt (Einheitsskala).

    Wenn Du schonmal eine Therografie eines Heizkörpers gesehen hast, wirst Du feststellen, dass sowohl im Teillastbereich als auch unter Volllast der Montagepunkt des Heizkostenverteilers mehr oder weniger zwangsläufig mit erwärmt wird. Daher wurden diese auch so gewählt und nicht anders.

    Auch wenn der Punkt in 75% kalt erscheint während der HK oben heiß ist, ist er deutlich wärmer als die Umgebung. Es ist nur das Problem, dass man beispielsweise 30 Grad mit der blosen Hand als kalt empfindet, da die menschliche Körpertemperatur bekanntlich 37 Grad ist. Aber bei 30 Grad wird schon Wärme abgegeben und entsprechend vom HKV gezählt.

    Dieses Temperaturgefälle ist relativ unabhängig vom hydraulischen Abgleich oder der Heizungssteuerung. Denn wenn da was nicht stimmt, dann stimmt es bei allen innerhalb einer Nutzergruppe (Heizanlage) nicht und die Verteilgerechtigkeit bleibt erhalten.

    Sicher kann es unter ungünstigen Umständen dadurch zu geringfügigen Verschiebungen kommen. Aber wir reden hier von einem Messhilfsverfahren, dessen Unzukänglichkeiten bekannt sind und im Interesse der Messrentabilität hingenommen werden müssen. Die Alternative wären Wärmemenegnzähler, die auch bis zu 5% Betriebsfehler ausweisen dürfen, aber um ein vielfaches teurer sind.
     
  15. #14 Selbstnutzer, 19.11.2009
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    Ich gebs auf!

    Keiner ist bereit einzusehen dass alle auf dem Markt befindlichen Heizkostenverteiler (egal ob Verdunster oder elektronisch) nur eine Zulassung haben die voraussetzt dass die Heizanlage hydraulisch abgeglichen ist und korrekt eingestellt ist!

    Das hat seinen guten Grund...es ist sonst keine vernünftige Erfassung möglich.

    Egal ob das die hier Anwesenden einsehen wollen oder nicht, wer Ahnung von den technischen Zusammenhängen hat, wird es nachvollziehen können, alle anderen belasse ich dann in ihrem Irrglauben, bis sie eben dann irgendwann eines besseren belehrt werden (und sei es durch einen Richter weil jemand erfolgreich ihre Abrechnung zerlegt hat).

    Gruß
     
  16. #15 lostcontrol, 19.11.2009
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    na und? letztendlich muss dann das abrechnungsunternehmen, das die dinger falsch angebracht hat dafür aufkommen - und nicht der vermieter.
    wenn die in ihren verträgen schreiben dass alles korrekt ist, dann müssen sie auch dafür haften.
     
  17. Heizer

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    Komisch. In dem Zulassungstext der HKV, die wir verwenden, kann ich so einen Passus nicht finden. Ebensowenig in der EN834.

    Ich bin jetzt kein Heizungsbauer, aber nach meinem Verständis ist der hydraulische Abgleich dafür verantwortlich, dass alle Heizkörper ausreichend mit Heizwasser durchströmt werden. Ist das nicht der Fall werden ggf. einige Heizkörper in einigen Nutzeinheiten nicht oder nicht richtig warm und die HKV zählen richtigerweise nicht oder nur wenig entsprechend der abgegebenen Wärme. In Endeffekt bekommt der Mieter seine Wohnung nicht richtig warm hat aber auch entsprechend wenig Einheiten auf der Uhr.

    Kann sein das ich mich irre, aber nach meiner Meinung ist für die Instandhaltung der Heizanlage der Eigentümer und nicht der Messdienst zuständig, oder? Contracting mal ausgenommen.
     
  18. Otto

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    DIN-Normen sind nicht automatisch bindend, sondern erst dann wenn Sie verträglich verpflichtet sind, sind sie nicht vertraglich verpflichtet ist man nur zum ´´ Erfolg´´ verpflichtet. Und der Erfolg kann auf vielen wegen kommen, unteranderem wie schon erwähnt stand der Technik bzw. auch bewährte Sonderkonstruktionen
     
Thema: Schock bei der Heizkostenabrechnung für die Eigentumswohnung
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