Schönheitsreperaturen spätestens bei Auszug?

Dieses Thema im Forum "Schönheitsreparaturen" wurde erstellt von LuKaPa, 12.07.2014.

  1. LuKaPa

    LuKaPa Neuer Benutzer

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    Hallo,
    leider wurde ein alter, ganz allgemeiner Standard-Mietvertrag abgeschlossen. Darin steht: "Schönheitsreperaturen trägt der (X) Mieter. Der Verpflichtete führt die erforderlichen Schönheitsreperaturen regelmäßig und fachgerecht aus." Sonst nichts...

    Nun zieht der Mieter nach 12 Jahren aus. Er hat die Wohnung unrenoviert übernommen, was jedoch nicht festgehalten wurde. In der Wohnzeit wurden durch ihn keine großartigen Renovierungen vorgenommen, lediglich einige Zimmer in grasgrün:037sonst: gestrichen. Parkettboden wurde auch durch vermutlich unsachgemäße Nutzung beschädigt (eingedrungene ÖL-Flecke):137:.

    Was kann ich nun bei Auszug von ihm verlangen?
    Ich denke, dass er mindestens die Wohnung 1mal komplett in einem neutralem Farbton streichen muss, da sämtliche üblicherweise angewendeten Fristen (=regelmäßig) schon einmal abgelaufen sind (2,5,7 Jahre).

    Vielen Dank für eure unterstützende Hilfe

    Lukapa
     
  2. AdMan

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  3. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo LuKaPa,

    Die SchönRepKlausel an sich ist m.E. zwar gültig, aber es fehlen offensichtlich Hinweise zur Rückgabe. Ggf. kannst du nur mit dem Farbton argumentieren.

    VG Syker
     
  4. LuKaPa

    LuKaPa Neuer Benutzer

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    ... andere Räume (waren) weiß gestrichen und sind seitdem nicht wieder gestrichen worden! Wenn der Mieter es in seiner Wohnzeit für nicht erfoderlich hält: seine Sache. Ich sehe es ja auch nicht, denn zu der Wohnung habe ich ja auch keinen Zutritt. Aber doch spätestens bei Auszug ist es nun doch erforderlich und zwar fachgerecht. Oder liege ich da falsch?

    Nun hat der Mieter ja niemals die "erforderlichen Schönheitsreperaturen" ausgeführt und sparte auf meine Kosten Geld. Denn ich muss nun renovieren, um einen vermietbaren Zusatand wiederherzustellen. Das wollte ich eigentlich vermeiden...

    LG

    Lukapa
     
  5. Andres

    Andres
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    Noch gebe ich es nicht auf: Es gibt keine Standardmietverträge.


    Wie Syker sehe ich hier einen Ansatzpunkt: Auch wenn sich der BGH bislang noch nicht positiv und im Detail geäußert hat, welche Farben bei Rückgabe ohne Farbwahlklausel zu akzeptieren sind, ist grasgrün nach meinem Verständnis kein "Pastellton" (VIII ZR 416/12) mehr. Mit weiblicher Farbenlehre sieht das vielleicht anders aus :smile028:

    Ob ich mich mit dem Mieter darüber aber mit Blick auf das Folgende noch streiten will ...?


    Man kann das auch anders sehen: Die Wohnung wurde "abgewohnt" übergeben (jedenfalls kannst du nichts anderes beweisen), also hätte der Mieter relativ zeitnah streichen sollen. Dann wieder mal nach 5-7 Jahren. Ob er das während der Mietzeit macht, ist aber ausschließlich seine Sache, solange die Mietsache dadurch nicht geschädigt wird, was ich bei einem einfachen Wandanstrich nicht sehe.

    Der dritte Wandanstrich ist dann also nach 10-14 Jahren fällig. Und nach 12 Jahren zieht der Mieter aus. Eine Endreparatur oder Quotenabgeltung scheint nicht vereinbart, also kann man sich ohne große Mühe auf den Standpunkt stellen, dass die Wohnung in exakt dem Zustand zurückgegeben wird, in dem sie auch bei regelmäßigem Anstrich gewesen wäre: Mit beinahe fälligen Schönheitsreparaturen.

    Ich würde mich freuen, dass ich 12 Jahre lang keinen neuen Mieter suchen musste, und würde die Wohnung selbst neu streichen (lassen) bzw. wieder unrenoviert neu vermieten. Wenn man dem Mieter unbedingt etwas abringen will, wäre das das Überstreichen der grünen Wände.


    Völlig anderes Thema. Das ist eine Beschädigung, keine Schönheitsreparatur. Beanstanden, Frist zur Abhilfe setzen, Kaution (anteilig) einbehalten.
     
  6. Andres

    Andres
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    Ohne das jetzt in eine große moralische Debatte zu verwandeln: Ein bischen unbescheiden klingt das ja schon.
     
  7. LuKaPa

    LuKaPa Neuer Benutzer

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    ...hmmm, die Wohnung wurde nicht "abgewohnt" übergeben. Sie war nur nicht FRISCH gestrichen!

    Wieso gibt es denn dann überhaupt diese Schönheitsreparatur-Klausel, wenn der Mieter während seiner Wohnzeit eh' nichts machen muss?
    Ich bin davon ausgegangen, dass er eben dann spätestens -wenn nicht nachweislich vorher geschehen- zu seinem Auszug irgendwie tätig werden muss!

    Was ist, wenn er nach 10 anstatt nach 12 Jahren ausziehen würde? Dann wären doch gerade Schönheitsreparaturen fällig.
    Scheinbar ist die Sachlage nicht ganz klar...

    ... und um der moralischen Diskussion die Basis zu nehmen: Wir haben ansonsten sehr viel über das Übliche Maß hinaus für eine schöne Wohnzeit unserer Mieter gesorgt! Dieses war z.T. mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden, der sich nicht unbedingt rechnet. Alles in der Hoffnung, einen solventen Mieter langfristig zu behalten...

    LG Lukapa
     
  8. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo Lukapa,

    Das Problem ist ja scheinbar das deine Klauseln offensichtlich nichts zum Ende des MV regeln. Also wenn du so willst unvollständig sind.
    Wie schon angedeutet kannst du ggf. etwas gegen ungewöhnliche Farben machen.
    Ansonsten abhaken und in Zukunft einen besseren MV abschließen, und hoffen das in 10 Jahren die Klausen noch wirksam sind.

    VG Syker
     
  9. Andres

    Andres
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    In erster Linie, damit du nichts machen musst. Ohne Vereinbarung müsstest du nämlich regelmäßig anrücken und die Wände neu streichen.


    Und weil man genau das dem Mieter nicht vorschreiben darf, sind kompliziertere Klauseln erforderlich, um sich diesem Ziel zumindest anzunähern.

    Richtig, und da das praktisch immer zu deinem Nachteil ist, sollte man sich eben gut überlegen, mit welchen Forderungen man sich beim Mieter unbeliebt macht und mit welchen lieber nicht.

    Daran ist ja auch nichts falsch, aber man kann trotzdem nicht erwarten, dass einem der Mieter am Ende der Wohnzeit die Wohnung freiwillig frisch renoviert.
     
  10. LuKaPa

    LuKaPa Neuer Benutzer

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    Hallo nochmal,


    das Thema beschäftigt mich und ich bin nun an andere Stelle fündig geworden:

    Wenn
    -die Schönheitsreparaturklausel wirksam ist (das ist sie)

    und
    -Renovierungsbedarf besteht (das ist so, da a) die "falsche" Farbe verwendet wurde
    und b) auch weiterhin objektiv Renovierungsbedarf besteht (Auskunft der Hausverwaltung)

    ist der Mieter zur Durchführung der erforderlichen Schönheitsreparaturen verpflichtet:brille002:
    Die Beweislast liegt allerdings beim Vermieter...

    Danke trotzdem für eure Auskünfte

    LG Lukapa
     
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Schönheitsreperaturen spätestens bei Auszug?

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