Schon wieder Schimmel! :-(

Dieses Thema im Forum "Schönheitsreparaturen" wurde erstellt von Bernsteinhexe, 30.11.2015.

  1. #1 Bernsteinhexe, 30.11.2015
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Hallo zusammen,

    nachdem frühen Tod meiner Mama habe ich mir vor 4 Jahren eine Wohnung in einem MFH von 1999 gekauft, renoviert und 1,5 Jahre drin gewohnt, bis ich zu meinem Freund gezogen bin.
    Ich habe die Wohnung an ein junges Paar Anfang 20 vermietet und nach einem Jahr erreichten mich Fotos von ihnen, die in 3 Zimmern üblen Schimmel zeigten.
    Sofort beauftragte ich einen Baubiologen zur Besichtigung.

    Fazit
    Versäumnisse Mieter:
    1. Der Schimmel war schon mehrere Wochen in der Wohnung. Die Mieter sind den Pflichten aus dem MV (sofortige Meldung der Mängel) nicht nachgekommen.

    2. Eine Messung deutete bei jeder der 3 Begehungen daraufhin, dass nicht richtig geheizt und gelüftet wird. Trotz mehrfacher mündlicher und schriftlicher Aufforderung durch Sachverständigen und Vermieter. Die Mieter wussten teilweise nicht mal, wie die Fenster aufgehen :-O

    3. Sport und Wäsche in der Wohnung. Grundsätzlich ja kein Problem, es muss dann aber erst recht gelüftet werden.

    Versäumnisse Vermieter/Bausache:
    1. Teilweise Vinyltapeten - reduzierte Absorbationsfläche.

    2. Fehlende Isolierung in der Fensterlaibung (seit 1999). Es entstehen an den Fenstern Kältebrücken. Schimmel daher besonders am Fenster in der Fuge und am Rahmen.

    Ich wies meine Mieter also erneut auf richtiges Heiz-/Lüftverhalten hin, ließ die Vinyltapeten entfernen und vom Maler einen Mineralputz aufbringen.
    Außerdem meldete ich das Problem der Hausverwaltung, in der Hoffnung, mit dem Fenster-Problem weiterzukommen. Es gab wohl schon mal Schimmel in einer Wohnung aber lt. HV ausschliesslich wegen dem Verhalten des Mieters (klar...). Ich bat, im Frühjahr diesen Jahres, um eine außerordentliche Sitzung, um das Thema zu besprechen. Bedarf sah weder der HV noch die WEG.
    Letzte Woche war nun die normale EV und ich ließ den Punkt auf die Agenda nehmen. Die WEG schien recht genervt zu sein. 3 der 6 übrigen Parteien sagten in diesem Zusammenhang, dass meine Mieter nicht lüften und oft die Rollläden den ganzen Tag unten sind. Die Eigentümer sind Großteils Rentner, daher kann es schon sein, dass die das mitbekommen.
    Da die Fenster zum Gemeinschaftseigentum gehören, fragte ich trotzdem vorsichtig, ob es nicht Sinn macht, alle Fenster prüfen zu lassen, um etwaige Maßnahmen zu ergreifen. Wie erwartet waren alle dagegen und wollen erst was machen, wenn es sie betrifft :-D ... "Man müsse in dem Haus nun mal jeden morgen das Kondenswasser vom Fenster wegwischen. Das sei ganz normal und wenn man sich daran hält und richtig heizt und lüftet, hat man auch kein Schimmel..."

    Prompt erreichen mich heute neue Schimmelfotos. Auch hier scheint mir, dass wieder nicht unverzüglich gemeldet wurde, Faxes wieder relativ viel ist :-(

    Ich habe als Eigentümerin ja getan, was ich konnte. Schimmel entfernen lassen und Absorbationsflächen geschaffen. Kosten für Fensterbauer, Maler, Baubiologen lagen bei knapp 4.000 €.
    Was soll ich jetzt tun? Muss ich die Fenster tatsächlich isolieren lassen? Das wären wieder einige tausend Euro. Wenn ich es richtig verstanden habe, muss ich die Kosten - trotz Gemeinschaftseigentum - selbst tragen, da die WEG ja nicht interessiert ist... Wo soll ich das ganze Geld hernehmen?
    Soll ich einen Anwalt nehmen und gg die Mieter vorgehen? Ich bin mir fast sicher, dass zumindest anteilig die Kosten auf diese umgelegt werden können...
    Abmahnung wegen Vernachlässigung der Mietsache rechtens?

    Ich bin verzweifelt. Mir zehrt das so an den Nerven. Liegt vll auch mit daran, dass ich grade im 9. Monat schwanger bin und mein Nervenkostüm eh bescheiden ist... Durch den Ärger die ganzen letzten Monate (es waren noch mehr Sachen mit Mietern/WEG/HV), habe ich beschlossen, die Wohnung 2016 zu verkaufen. Aber in DIESEM Zustand geht das natürlich gar nicht...

    Freue mich über Eure Erfahrungen, Einschätzungen, Ratschläge,...

    Herzlichen Dank! :-/
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 30.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 30.11.2015
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    was meinst du was passieren wird, wenn du jetzt super dichte Fenster dir einbauen lässt :? Ich mein, der Schimmel kam doch jetzt nicht wegen einen baulichen Mangel, sondern letztlich weil dieser Mieter falsch geheizt & ungenügend gelüftet haben, wenn sie schon u.a. ihre feuchte Wäsche in der Wohnung trocknen, ect.

    Mit dem Hintergrund und der Tatsache, das du die Eigentumswohnung eh verkaufen willst, wäre auch fraglich, ob neue Fenster den Verkaufswert steigern (also in Verbindung mit den Unkosten) oder ob nicht einfach ein Maler völlig ausreichend wäre?

    Naja, je nach dem kann es aber schon sein, das der Schimmelbefall einem nicht sofort auffällt. Zumal der sichtbare Schimmel sich manchmal auch sehr schnell bilden kann oder oft auch an Stellen, wo man eben nicht so oft hinguckt wie zb hinter Schränken die ggf. zudem auch noch zu dicht an einer Außenwand stehen, ect.

    Was ich hier für viel wichtiger halte ist, da du dir hier ja anscheinend einen Sachverständigen geholt hast und dieser falsches heizen & lüften der Mieter als Grund festgestellt hat, das du dieses Ergebnis dem Mieter auch schriftlich mitteilst. D.h. (mal unabhängig wer für den Schaden aufkommen muss) solltest du gucken, das du alles schriftlich hier machst, also ggf. auch Abmahnen. Hintergrund ist einfach, wenn es nicht besser wird in Zukunft und den Mieter hier ja die Schuld trifft am Schaden, dann musst du gucken das du dich von diesem Mieter trennst und für eine Kündigung sind vorige Abmahnungen i.d.R. sehr hilfreich.

    Das erste ist m.E. aber auch eine Todsünde, aber diese wurde ja jetzt schon behoben. Das zweite, naja da kann man geteilter Meinung sein. Oft wird einem das m.E. schlimmer Verkauft als es in Wirklichkeit ist. Gerade wenn es davor nie Probleme gab + das aktuelle Gutachten, also da gehe ich eher von der Schuld vom diesem Mieter aus.

    Grundsätzlich gilt, wenn der Mieter schuld am Schaden hat, dann haftet er auch dafür. Hier stellt sich ggf. nur die Frage, wie sicher kann man dem Mieter die Schuld nachweisen und gibt`s beim Mieter überhaupt was zu holen? Wenn der Mieter nichts dafür kann, wie zB bei einem baulichen Mangel, dann geht das zu lasten des Eigentümers/Vermieters und der Mieter kann hier ggf. sogar die Miete mindern solange der Mangel besteht.

    Solltest du bessere Fenster einbauen lassen (mal unabhängig von der WEG Frage), dann könnte man da ggf. über eine Mieterhöhung wegen Modernisierung nachdenken.

    Ich bin zwar kein Freund von Eigentumswohnungen, aber du solltest dir diesen Schritt nochmals genau Überlegen. Also nur weil du gerade Zeitweise keine Nerven dafür hast, ob sich ein Verkauf wirklich lohnt. Zumal du auch bedenken musst, wer nicht unter Wert verkaufen will und natürlich auch je nach Lage der Immobilie, der braucht auch i.d.R. etwas Zeit bis man wirklich einen Käufer gefunden hat und dann wäre ggf. auch die Frage, was willst du mit dem freigewordenen Geld machen? Ich mein, Zinsen auf der Bank sind ja gerade nicht so der Renner ;)
     
  4. #3 immobiliensammler, 30.11.2015
    immobiliensammler

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    Hallo Bernsteinhexe,

    gratuliere zu diesem Sachverständigen. Bei mir hatte die Hausverwaltung einen Trottel beauftragt, der sich auch "Fachfirma" und "Sachverständiger" nennt. Schimmelmeldung Mieter in 2012, Besichtigung, Aussage Gutachten: Mieter ist schuld, ich hatte wegen der Bausbustanz meine Zweifel (ETW) und habe angeregt, doch auch mal die Feuchtigkeit in der Wand zu messen. Antwort des "Sachverständigen": "Ursache für Schimmel ist immer eine erhöhte Raumfeuchte, daher erübrigt sich die vom Eigentümer gewünschte Feuchtigkeitsmessung" - Jetzt 2015: Wand total durchfeuchtet, anderer Sachverständiger, Aussage Gutachten: Aufsteigende Feuchtigkeit wegen fehlerhafter Abdichtung Kellerwand - Kosten für die WEG rund 15.000 Euro.

    Ich gehe in Deinen Fall mit Pharao, das Gutachten als Anlass nehmen, die Mieter bezüglich falschen Lüftungsverhaltens abzumahnen. Ansonsten muss die WEG die Fenster sanieren wenn diese schadhaft sind, wird nur eben strittig sein. Ich würde das Thema (sofern noch nicht geschehen) ausdrücklich auf die Tagesordnung der nächsten ETV setzen und darüber abstimmen lassen, ob die Fenster saniert werden müssen oder eben nicht. Grund ist, dass sich - laut BGH-Entscheidung (V ZR 9/14) - die anderen Eigentümer schadensersatzpflichtig machen, wenn diese die Arbeiten verweigern, also mit nein stimmen. Du könntest dann im Fall der Fälle einen Schaden von diesen einfordern (z.B. Mietminderung, Unvermietbarkeit der Wohnung etc.)

    Stefan
     
  5. Duncan

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    Beim Fenster wäre eine Detailaufnahme hilfreich. Hier besteht die Möglichkeit mit einer einfachen Laibungsdämmung viel zu erreichen, das sind in der Regel wenige hundert € pro Fenster, wenn gleich mehrere Fenster anstehen ergeben sich gewisse Synergien, Trocknungszeiten an dem einen sind Arbeitszeit am anderen...

    Ansonsten hilft langfristig nur die Ursache des Schimmelpilzbefalles dauerhaft aus der Whg. zu entfernen. Im ziemlich häufigem Falle dass dies der Mieter ist, leider gar nicht so einfach...
    Hat dein "Baubiologe" auch eine Langzeitmessung durchgeführt? Hast du ein entsprechendes Messprotokoll? Sprich wurde ein Datenlogger mal ein paar Monate (möglichst über Winter) in der Whg. postiert? Will sagen, kann man den Mieter dauerhaftes nicht/falsch-Lüften nachweisen?

    PS: und ja: Ursache für Schimmelpilzbefall ist immer eine erhöhte Feuchte, die braucht der einfach zum Leben. Interessant ist, wo kommt die Feuchte her? Und da findet man dann die Ursache die zu beseitigen ist.
     
  6. Duncan

    Duncan
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    Da mir gerade meine "Lieblingsmieterin" über den Weg kam: hat wer eine Bastelanleitung zur Verknüpfung eines Raumfeuchtemessgerätes mit einem Brandmelder? So immer bei überschreiten der 65% r.F. ein dezentes Pfiepen mit 130dB bis der Wert unter 60% fällt? Möglichst gleich mit Trafo zum Netzbetrieb. Direkt auf die Hauptversorgung geklemmt...
     
  7. #6 Bernsteinhexe, 30.11.2015
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Danke erstmal für die schnellen Antworten!

    Im Gutachten beharrt der Sachverständige auf den Baumangel (in einem Termin würde mit dem Fensterbauer die Leibung geöffnet):
    - fehlende Luftdichtheit an der Leibung
    - fehlende Luftdichtheit am Rollladenkasten

    --> Konvektionsströme --> Oberflächenkondensat

    Im Gutachten steht aber auch, dass der Sachverständige die Aussagen der Mieter, einer korrekten Lüftung nachzugehen keinen Glauben schenkt, da es an keinem der drei Begehungen den Anschein machte...

    Seinen Handlungsmaßnahmen (Schimmelentfernung und Tapeten durch Putz ersetzen) nachgekommen.
    Nur den Maßnahmen zum Fenster nicht, da ich dachte, dass die WEG die Kosten (Gemeinschaftseigentum) mit tragen muss:
    - Gipskartonplatten an Leibung entfernen
    - Isolierzustand Rahmen/Mauerwerk verbessern
    - Leibung mit Putz glatt ziehen
    - Luftdichtheit herstellen
    - Anputzleisten
    - Leibung verputzen
    - Regenschienen ersetzen
    - Dichtgummis tauschen (habe ich machen lassen weil Schimmel drauf war)
    - etc.

    Eine Langzeitmessung haben wir (noch) nicht gemacht. Es gibt aber einige Zeugen (Nachbarn und auch mein Vater sowie der Sachverständige und Fensterbauer), die bestätigen, dass zusätzlich keine richtige Klimatisierung erfolgt.

    Gutachten sagt also:
    Baumangel, Fenster überarbeiten als Ursache 1, geht aber auch von Fehlverhalten aus.

    Fakt ist, ich habe wieder Schimmel in der Wohnung und weiß nicht, was ich tun soll...

    Einfach drüber streichen macht ja keinen Sinn...
    Abmahnen werde ich wohl.
    Wie löse ich aber das Fensterproblem?
    Abgestimmt würde in der EV letzte Woche, dass KEINE Maßnahmen getroffen werden, auch keine Begutachtung anderer Wohnungen. "Die WEG hat zur Kenntnis genommen." heißt es...



    Hier mal ein Bild von heute. Angeblich erst seit einer Woche:
     
  8. #7 Bernsteinhexe, 30.11.2015
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    [​IMG]
    Schlafzimmer

    [​IMG]
    Badezimmer. Seit einer Woche sieht das wohl so aus.
     
  9. #8 advocatus diaboli, 01.12.2015
    advocatus diaboli

    advocatus diaboli Gast

    Keine Ahnung, ob ggf. Fensterfalzlüfter hier schon etwas bringen würden.
     
  10. Duncan

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    Ach so, ein bisschen Kleinscheißkram. Richtiges Lüften und Heizen allein kann einen solchen Befall schon vollkommen zum erliegen bringen... Aber dieses Jahr ist auch extrem mild.
    Naja, beim Einbau der Fenster ist wohl einiges nicht so ganz nach TGL gelaufen...
    Fuge zum Fensterbrett fehlt auch. Mal ein Teelicht vorgestellt?
    Für die oben vorgeschlagene Laibungsdämmung ist kein Platz mehr. Also einmal so richtig. Fenster raus und richtig einbauen mit Abdämmung der Anschlüsse...
    Die Fenster sind denke ich mal original aus der Bauzeit? Aber auch das hilft nicht gegen Mieter die nicht ordentlich Lüften und Heizen! Auch da hilft langfristig nur ein Entfernen der Ursache aus der Wohnung....

    Das Beschlagen der Scheiben ist eigentlich noch als positiv zu bewerten, wenn überhaupt sollte genau da Kondenswasser entstehen und nirgendwo anders. Aber man muss es auch als das Alarmsignal verstehen, dass es darstellt. Allerhöchste Zeit zum Lüften und damit Absenken der relativen Luftfeuchte.
     
  11. Duncan

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    Kann man probieren. Eigentlich sind die Dinger ein Widerspruch zum Rest der Konstruktion. In Anbetracht der alternative Totalaustausch der Fenster würde ich diese aber auch erst mal probieren.
     
  12. #11 Bernsteinhexe, 01.12.2015
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Also dieser Fensterfalzlüfter ist eine kleine Installation am Inneren des Fensters. Seh ich das richtig? Professioneller Einbau vom Fensterbauer vermutlich so 100 €/Fenster.

    Ist das jetzt rein meine Angelegenheit? Weil lt. Teilungserklärung sind Fenster KEIN Sondereigentum.

    Wie würdet ihr vorgehen, wenn das in euren vermieteten Wohnungen wäre? Die WEG sieht ja, zumindest für ihre Wohnungen, keine Notwendigkeit. Der Hausverwalter argumentiert eh alles weg, was nach Arbeit stinkt. Fühl mich etwas allein gelassen.
    Aber es kann doch nicht sein, dass in den anderen Wohnungen seit Jahren NIX ist. Und ich die 1,5 Jahre - trotz damals noch Vinyltapeten - auch kein Problem hatte..

    Meint ihr, es macht Sinn, einen Anwalt einzuschslten? Habe einige Urteile gelesen, wenn sowohl bauliche Mängel als auch falscher Umgang mit der Mietsache ursächlich waren. Da müssten die Mieter wenigstens 50 % der Kosten übernehmen...

    Ich hoffe, ihr versteht das nicht falsch, dass ich mich nur vor den Kosten drücken will.. Ich möchte nur, dass das gerecht läuft.
     
  13. #12 advocatus diaboli, 01.12.2015
    advocatus diaboli

    advocatus diaboli Gast

    Die korrekte Vorgehensweise hier wäre wohl, Datenlogger installieren zu lassen - auch und gerade zur Beweissicherung. Schimmelbeseitigung ist Vermietersache, die Kosten übernimmt der Verursacher.

    Ergibt die Auswertung der Datenlogger ein Mieterverschulden, dann Kosten für die Schimmelsanierung, zusätzlichen Verwaltungsaufwand, etc. in Rechnung stellen, zusammen mit Abmahnung. Zahlt Mieter nicht, oder weist die Rechnung zurück, dann Mahnbescheid, usw.

    Ein schuldbewusster Mieter mit Scheu vor dem Prozesskostenrisiko wird dann schon mit einiger Wahrscheinlichkeit zahlen. Ein prokrastinativ veranlagter Mieter wird die Widerspruchsfrist verschwitzen und dann hat man einen Titel - ganz ohne Anwalt.

    Falls Klage und Anwalt, ... Nicht auszuschliessen, dass Du den Prozess - mit überschaubarem Streitwert - zumindest teilweise verlierst, da doch (Mit-) Ursache in der Gebäudesubstanz. Dafür (d.h. alle weiteren Schäden) haftet dann aber die WEG - und zwar ab Kenntnis des Mangels - für dessen bestehen Du dann ja sozusagen einen "gerichtsfesten" Beleg hast.

    So, oder so ähnlich würde ich vorgehen.
     
  14. #13 Newbie15, 01.12.2015
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

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    Was steht dazu sonst noch in der Teilungserklärung? Bei uns müssen die Kosten für Fenster trotz Gemeinschaftseigentum zu 100 % von den betroffenen Sondereigentümern getragen werden. Von daher wäre es bei uns vollkommen egal, was der Rest der Eigentümer meint. Wenn etwas an meinen Fenstern zu machen ist, ich das möchte usw. ist das immer mein Problem. Genauso beteilige ich mich aber eben auch nicht daran, wenn der Eigentümer im DG seine Dachfenster ersetzen will oder muss...

    Vielleicht sind in den anderen Wohnungen die Fenster besser eingebaut? Fensterlaibungen gedämmt? Andere Fenster? Nutzerverhalten spielt sicherlich eine sehr große Rolle. 1999 ist aber auch schon eine Weile her, da könnte sich evtl. auch ein bisschen was verändert haben? Ich weiß nicht, ob dieses Argument so schlagkräftig ist, dass es vor 15 Jahren ja auch keine Probleme gab.

    Zum Vorgehen: es wäre wichtig, dass man dem Mieter nachweisen kann, mittels Datenaufzeichnung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc., dass er das Schimmelproblem verursacht. Auf Aussagen von Nachbarn, dass "nie" gelüftet wird, würde ich mich nicht verlassen, denn keiner wird am Ende vor Gericht bezeugen (können), dass er den Mieter 24 h am Tag beobachtet und der Mieter wird dann einfach behaupten, dass er eben zu Zeiten lüftet, in denen es niemand beobachtet. Mir hat auch mal jemand gesagt, bei uns würde nie gelüftet, die Nachbarn würden das sehen und bezeugen können. Jaja, immer, wenn bei uns gelüftet wurde, waren die anderen Rollläden noch tief geschlossen, DAS habe ICH gesehen, als ich die Fenster aufgemacht habe. Deshalb sind solche Aussagen von Nachbarn nur bedingt geeignet. Handfeste Daten, die in der Wohnung gemessen wurden und belegen, dass die Luftfeuchtigkeit einfach zu hoch ist, sind da besser geeignet.

    Wenn du einen Anwalt beauftragst, dann musst du ihn auch bezahlen. Wenn es später um Gutachten, Prozesskosten usw. geht, dann werden die Kosten aufgeteilt. Dass du den Mieter an den Kosten für Umbauten beteiligen kannst, glaube ich eher nicht. Dann geht es schon eher in Richtung Abmahnung und Kündigung des Mietverhältnisses, was in dem Fall wohl gar nicht so schlecht wäre.
     
  15. #14 advocatus diaboli, 01.12.2015
    advocatus diaboli

    advocatus diaboli Gast

    Nicht bei Obsiegen - und wenn (solventer) Mieter vorher wirksam in Verzug gesetzt wurde.
    So allgemein, regelmässig und zwingend passiert das nur in den feuchten Träumen einiger Amtsrichter.
     
  16. Pharao

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    @ Bernsteinhexe,

    ist hier nur ein Fenster betroffen oder mehrere in verschiedenen Räumen? Sind das Holz oder Kunststoffenster?

    Das letztere Fensterbild sieht tatsächlich so aus, als wäre da das Fenster leicht undicht. Hier wäre die Frage, ob man das nicht kostengünstiger beheben kann, als gleich das oder alle Fenster auszutauschen.

    Ansonsten würde ich dir auch hier anraten, langfristig hier mal die Temperatur & die Luftfeuchtigkeit zu dokumentieren. Auch nicht ganz uninteressant könnte hier mal die Heizkostenabrechnung sein, denn je nach dem lässt sich auch darüber was aussagen, wieviel geheizt wurde und ggf. auch in welchen Zimmern. Auch eine Ursache von viel Luftfeuchtigkeit kann sein, wenn die Wohnung richtig voll gestellt wird zB Schlafzimmer, denn der menschliche Körper verliert beim Schlafen auch nicht gerade wenig Wasser oder/und wenn viele Pflanzen in der Wohnung stehen und/oder viel gekocht wird, die Wäsche zum Trocknen in der Wohnung aufgehängt wird, ect. Das alles halt immer in Verbindung mit unzureichendem lüften (und ggf. heizen).

    Beim letzteren wäre ggf. die Frage, ob es einen gemeinschaftlichen Trockenraum im Haus gibt und ob ggf. nicht das Wäsche trocknen in der Wohnung laut MV dann untersagt ist.
     
  17. Duncan

    Duncan
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    Das kann bei entsprechendem Nutzerverhalten auch durchaus so sein. Zudem gibt es auch nicht wenige Mieter/Selbstnutzer die nehmen bei solch geringfügigem Befall auch einfach einen Schimmelpilzentferner aus dem Baumarkt und gehen da 2-3 mal im Winter bei und fertig ist die Laube....
     
  18. #17 immodream, 01.12.2015
    immodream

    immodream Erfahrener Benutzer

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    Hallo Duncan,
    leider findet man immer weniger Mieter, die das Thema so locker angehen.
    Gerade viele Mütter reagieren vollkommen hysterisch, als wenn bei leichtem Schimmelbefall von innen ihre Kindern von den Strahlen eines außer Kontrolle geratenen Atomkraftwerkes getroffen werden.
    Die Leute bekommen schon Atemnot , wenn sie nur daran denken, das ihre Wohnung von Schimmel befallen sein könnte.
    Das ist wie mit der Verseuchung des Trinkwasser durch Bleirohre.
    Ich kann diesen hysterischen Weibern ruhig zeigen, dass in den Häusern aus den fünfziger Jahren nur verzinkte Stahlrohre als Frischwasserrohre verbaut worden sind und eigentlich alle Leitungen gegen Kupferrohre oder Edelstahlrohre ausgetauscht worden sind.
    Gegen Dummheit kann man kaum etwas unternehmen.
    Grüße
    Immodream
     
  19. #18 Pharao, 02.12.2015
    Zuletzt bearbeitet: 02.12.2015
    Pharao

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    Also das manche Mütter etwas arg "übertrieben" besorgt sind, ja das stimmt. ABER bestimmte Schimmelsorten sind einfach super Gesundheitsgefährdend und gerade Kleinkinder sind da einfach mal sehr anfällig für so was. Das sowas schnell mal ein Auslöser für eine Krankheit seinen kann, das sollte man nicht vergessen. Und chronisch kann das ganze auch noch werden ....

    Also das Eltern da besorgt sind, also das kann ich voll & ganz verstehen. Im übrigen spielt es überhaupt keine Rolle, ob der sichtbare Schimmel groß oder klein ist. Ich mein, es gibt ja auch noch den nicht sichbaren Teil. Und nein, der Laie kann bestimmt nicht erkennen, wie gefährlich der gesichtete Schimmel tatsächlich für einen ist.

    M.E. aber auch zu Recht.

    Also ich kann wirklich sagen, bei uns (gerade in den schlechteren Wohngebieten) gibt es einige Wohnungen, da ist Schimmel fast schon vorprogrammiert bzw. beim Besichtigungstermin springt einen der Schimmel schon an. Liegt u.a. aber einfach daran, das diese Eigentümer maximale Gewinne erzielen wollen bei minimalen Einsatz.
     
  20. #19 Helga29, 05.12.2015
    Helga29

    Helga29 Erfahrener Benutzer

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    Ich teste gerade bei mir zuhause ein digitales Thermo-Hygrometer mit Schimmel-Alarm ("Comfort Control" von TFA für etwa 20 €). Unser Energiesachverständiger hat den Einsatz dieser Geräte empfohlen bei Uneinigkeit mit Mietern über die Ursache von Schimmel. Das akustische Signal ist leider tatsächlich sehr dezent (nicht besonders laut und zeitlich auf 1 Minute begrenzt), bei Schimmelgefahr leuchtet auch ein rotes Signal.

    Der Nutzen liegt meines Erachtens eher in der Lernkurve beim Beobachten der Anzeige, wie viel ein kräftiges Durchlüften tatsächlich bringt. Bei den Mietern, mit denen ich vor einem Jahr Schimmel-Ärger hatte, war auch keine Einsicht vorhanden "wir lüften richtig" - es hat sich dann herausgestellt, dass sie lediglich die Fenster auf Kipp hatten.

    Ich überlege mir, jede Wohnung mit einem solchen Gerät auszustatten und gleichzeitig den Mietern die zweiseitige Anti-Schimmel-Anleitung vom Mieterbund auseinander zu setzen und mir den Empfang quittieren zu lassen. Die Mieter selbst haben doch wohl Interesse daran, dass sie keinen Schimmel in der Wohnung bekommen und dürften über eine sinnvolle Hilfestellung froh sein.
     
  21. Pharao

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    Hi,

    und meinst du ernsthaft, das gerade solche Mieter jetzt mehr lüften (bzw. "richtiger lüften), nur weil da irgendwo ein kleines, rotes Lichtlein blinkt :?

    Wenn man hier dem Mieter einen "gefallen" tun will, dann wird man schon eine Lüftungsanlage einbauen müssen (die ist aber erstmal nicht so günstig, aber funktioniert super gut. D.h der Mieter muss sich dann garnicht mehr ums lüften kümmern. I.d.R. kann aber der Mieter das auch manuell ausschalten - bringt also bei wirklich lernresistenten Mieter mit drang zum sparen am falschen Ende auch nix).

    Das erste bringt m.E. nichts und das zweite ist bei mir (als Anhang) bei jedem MV hinten dran. Hier nehme ich extra diese Empfehlungen vom Mieterbund, weil für den Mieter ist "der" ja heilig ;)
     
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Schon wieder Schimmel! :-(

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