Schornstein belüften

Diskutiere Schornstein belüften im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Hallo, in unseren Altbauten haben wir regelmäßig das Problem der Schornsteinversottung, das sich über die Jahre immer weiter verschlimmert....

  1. Kirque

    Kirque Benutzer

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    Hallo,
    in unseren Altbauten haben wir regelmäßig das Problem der Schornsteinversottung, das sich über die Jahre immer weiter verschlimmert. Früher™ konnte man dem noch mit Ausbrennen begegnen, doch diese Umweltsauerei kriegt man heute nicht mehr durch. Zwar sind die Schornsteine mit Belüftersteinen abgedeckt, die seitlich Belüftungsschlitze haben, aber das reicht offenbar nicht aus, um die Versottung aufzuhalten, und mittlerweile erreicht sie immer mehr Wohnungen der oberen Geschosse.

    Nun wurden uns von einem Fachmann windbetriebene Belüfter aus Edelstahl empfohlen, zu rd. 700 Euro je Stück -das geht ganz schön ins Geld, also will das gut durchdacht sein. Ein anderer Fachmann meinte, das sei alles wunderbar im Prospekt, hilft aber nichts, wenn der Zug unten nicht offen ist, da dann kein Luftstrom zustande kommt, der den Schornsteinzug trocknen kann. Und schon kommt der nächste, der vor Geruchsbelästigung warnt, wenn man in den Wohnungen Belüftungsöffnungen in die Züge bohrt (die Öfen sind ja längst abgerissen, die Abzüge zugemauert). Außerdem sei es fast unmöglich, zuverlässig die richtigen Züge in den richtigen Räumen zu treffen. Dann gibt es verschiedene Meinungen zur Größe der Öffnungen: soll es jeweils eine Kernbohrung sein (setzt sich nicht so leicht zu, durch Spinnen o.ä.) oder mehrere kleine (vermindert Übertragung von Außengeräuschen), und wenn ja, wie groß genau...?

    Wie kann man da am besten vorgehen:
    Sind solche Belüftungsöffnungen zielführend?
    Braucht es überhaupt aktive Belüfter aus Edelstahl, oder tun es die Belüftersteine auch?
    Wie findet man am besten (einfachsten, zuverlässigsten...) die richtige Stelle für den jeweiligen Zug für eine Öffnung?
    Wie sollten die Öffnungen gestaltet werden?
    Was gibt es sonst noch zu bedenken?
    Oder gibt es ganz andere Methoden, um der fortschreitenden Versottung Herr zu werden?
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 17.11.2020
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Was meint dein Kaminkehrer dazu?

    Dein bzw. der Bezirksschornsteinfeger kann dir sehr genau sagen was an welchem Zug liegt und wo genau dieser verläuft.

    Versottung, auch dafür ist der Schornsteigfeger der richtige Ansprechpartner.
    Es gibt verschiedene Option das einzudämmen. Ohne genaue Ortskenntnis kann man nichts dazu sagen, da alle Optionen ihre Vor- und Nachteile haben und genau auf die konkrete Einbauumgebung abgestimmt sein müssen.

    Nur von diesem Fachmann würde ich die Finger lassen, wenn das wirklich so gesagt wurde und kein Missverständnis vorliegt. So ist das Quatsch mit Soße und im krassen Widerspruch zum Brandschutz.
     
  4. set

    set Erfahrener Benutzer

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    Wie schon erwähnt, frag den Schornsteinfeger. Belüftungsöffnungen in den Wohnungen wenn nötig mit Brandschutzklappen versehen, gibt es auch schon für 80er Rohr, dann ist Öffnung nicht so groß. Das einfachste in solchen Fällen ist meist die Reinigungsöffnungen der Schornsteine im Keller zu öffnen.
     
  5. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Das hat mein Schornsteinfeger vor Jahren schon gemacht. (Allerdings Einfamilienhaus)
     
  6. Kirque

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    Der bietet die teuerste und von allen Anderen als unwirksam beurteilte Lösung an. Auch auf mich macht er den Eindruck, vor allem seine eigene Wirtschaftlichkeit im Blick zu haben. Die zweiten (dritten, vierten...) Meinungen, die ich dazu bisher eingeholt habe, boten nur Teillösungen und widersprechen einander in Teilen. Da hilft wohl am ehesten, so viele Meinungen wie möglich einzuholen und nach bestem Halbwissen eine Entscheidung daraus zu mixen. :zwinkernd002:

    Leider nicht, was ich ihm aber auch nicht vorwerfe. Die Züge sind z.T. seit mehreren Jahrzehnten stillgelegt und mit zahlreichen Versprüngen versehen. Die Pläne aus dem vorletzten Jahrhundert sind da auch nur bedingt aufschlussreich.

    Was könnte denn da alles eine Rolle spielen, so als Überblick?

    Welchen von den beiden meinst Du?

    Was ist das Problem mit dem Brandschutz?
    Zur Erläuterung: Jeder Raum hat seinen eigenen Zug. Gibt es dennoch Bedenken?
     
  7. Kirque

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    OK, also Belüftung aus den Wohnungen wird von Dir befürwortet.
    Was meinst Du genau mit Rohr: soll ein Rohr eingezogen werden, oder meinst Du nur eine 80er Kernbohrung? Müsste wohl, denn mit einem Rohr würde der Zug ja nicht trocknen. Oder?
    Im Keller gibt es übrigens keine Reinigungsöffnungen, da die Schornsteinzüge sämtlich in den Wohnungen enden, also spätestens im EG. Das wäre ja einfach gewesen, aber dieser Zahn wurde mir auch schon gezogen.
     
  8. Kirque

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    Wie sieht es eigentlich mit der befürchteten Geruchsbelästigung aus, wenn man die Schornsteine ohne Beheizung zur Lüftung öffnet? Liegen dafür Erfahrungen vor?
    Vermutlich würde das mit aktiven Lüftern auf den Schornsteinköpfen sicher zu vermeiden sein, aber wenn ich mir das sparen kann (das wären immerhin um die 50k€ Unterschied), würde ich das gern tun.

    Den SFM habe ich auch noch mal befragt. Zu den Lüftungsöffnungen in den Wohnungen und deren zu erwartender Wirksamkeit wollte er sich nicht äußern. Da er aber zugleich der Brandschutzsachverständige des Bezirks ist, habe ich ihm immerhin aus der Nase gezogen, dass es pro Zug nur eine Öffnung geben dürfe, dann sei alles in Ordnung. Wenn man sicher die richtigen Züge findet, dürfte das sichergestellt sein, was sich nach viel Arbeit(szeit) anhört. Über Brandschutzklappen hat er dabei nichts gesagt.

    Gibt es noch Meinungen zu der Ausgestaltung der Lüftungsöffnungen? Sollte es eine bspw. 80er Kernbohrung sein, oder vielleicht doch meinetwegen 8~9 kleinere mit ø12mm oder so? Wobei wären die geringeren Belästigungen der Mieter zu erwarten?
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 17.11.2020
    ehrenwertes Haus

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    ... muss das Gedöhns aber abnehmen und hat somit das letzte Wort.
     
  10. set

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    Nein, da hast du mich da hast du mich falsch verstanden. Mein Hinweis bezog sich auf das Thema Brandschutz, das es da Möglichkeiten gibt wenn das ein Thema ist. Um so eine Be/Entlüftungsöffnung Brandschutztechnisch abzusichern muss sie einen gewissen Durchmesser haben. 80er Rohr sind die kleinsten Brandschutzklappen die ich kenne. Mehrere kleine Löcher in den Schornstein zu bohren scheidet also aus wenn der Brandschutz eine Rolle spielt.

    Warum stellt ihr nicht Ursache für die Versottung ab? Wie kommt jetzt noch Feuchtigkeit in den Schornstein wenn sie schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb sind?
     
  11. Kirque

    Kirque Benutzer

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    Weil es regnet und die Schornsteinköpfe nicht abgedichtet sind (sein dürfen?). Auf den Schornsteinen sind Platten aufgebracht worden, die seitliche Öffnungen haben. Damit fällt der Regen zwar nicht mehr direkt in den Zug, aber offenbar zieht es die Feuchtigkeit an, die dann über die Zeit durch das Mauerwerk kriecht und die Ablagerungen der Innenwand dabei mitzieht. Das verfärbt sich nicht nur unansehnlich, auch der Putz hält nicht mehr, und vermutlich riecht es auch (ist auf dem Dachboden nicht sicher feststellbar). Immerhin sind sich die befragten Fachleute hier vor Ort einig, dass dies nur durch Belüftung zu ändern sei.
     
  12. set

    set Erfahrener Benutzer

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    Warum baut ihr die die Schorsteinköpfe nicht einfach bis unter das Dach zurück? Sicher nicht billigste Lösung aber eine dauerhafte. Ich als Mieter würde es jedenfalls nicht gerne sehen wenn zur Belüftung der Schornsteine Löcher in selbige gebohrt werden die dann die warme Raumluft aus der Wohnung zum trocknen ziehen. Das ist der Ärger vorprogrammiert.
     
  13. #12 ehrenwertes Haus, 18.11.2020
    ehrenwertes Haus

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    Kann man auch ohne Abtragung des Schornsteins lösen.
    Muss man nur kompetente Sanierer beauftragen mit entsprechendem Spezialwissen Altbau, für eine wirklich auf das verwendete Material abgestimmte Stillegung der ungenutzten Schornsteine. Diese Spezialisten haben gute Wartelisten und deutlich gehobene Preise verglichen mit normalen Handwerkern.

    Atmungsaktiv halten nach einer Stillegung ja, aber nicht mit "Frischluftlöchern" mit oder ohne Kappen, Türen, Revisionsöffnungen in Wohnungen als die Pauschallösung. Der Luftaustausch ist doch keine Einbahnstrasse und luftdicht dürfen solche "Löcher" für einen Luftaustausch nicht sein. Der Luftstrom kann größtenteils durch geeignetes Baumaterial und/oder technische Hilfsmittel gelenkt werden, aber nur der Hauptstrom.

    Fachgerecht stillgelegt hat man keine Probleme mit Versottung.
    Putz kann auch aus anderen Gründen von den Wänden bröckeln, z.B. durch einen gerne praktizierten Trocknungswahn von altem Mauerwerk.


    Wenn du schon mit den Antworten und Vorschlägen der Fachleute vor Ort nicht einverstanden bist, dann musst du dich selber aufschlauen, wie was zur Bauzeit der Immo gemacht wurde, warum so und nicht anders. Damit ist man schon ziemlich gut im Bereich der Bauhistoriker und Restauratoren unterwegs.

    Oder man gibt sich mit modernen Lösungen, die nicht unbedingt auch altbaugeeignet sind, und deren Folgeproblemen zufrieden. Das ist meist die günstigere Lösung nach Kosten und Zeitaufwand.
     
  14. Kirque

    Kirque Benutzer

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    Gute Idee, das hätte was. Allerdings ist das wirklich bei weitem zu teuer: neben überschläglich >100 Zügen müssten auch noch die Dächer neu eingedeckt werden. So viel rechnet sich nicht und wäre -auch angesichts des Mietendeckels- kaum bis gar nicht zu stemmen.
     
  15. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Tja, was soll man sagen? Wenn sich die Miete nicht dem Zustand der Wohnung anpasst passt sich der Zustand der Wohnung eben der Mieten an......
     
  16. Duncan

    Duncan
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    Hm - ich hab das bisher nur bei einer handvoll Schornsteinen gemacht, das waren jeweils ein Bauschuttcontainer, ein paar Dachlatten, ein Handvoll Pakete (keine Paletten, nicht mal für alle zusammen) Ziegel und ein guter Tag Arbeit für 2 Mann...
    OK, bei einer der Aktionen waren es keine Ziegel, sondern ein paar Schalbretter und 2 Bahnen Dachpappe...
     
  17. Kirque

    Kirque Benutzer

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    So einfach ist das leider nicht, denn den vertragsgemäßen und vorschriftsmäßigen Zustand muss man schon erhalten. Außerdem liegt mir selbst etwas an dem Erhalt meiner Immobilien. Ich hoffe ja immer noch auf eine Zeit nach dem "Deckel". Bis dahin will ich aber nicht dem Verfall so ganz tatenlos zusehen.
     
  18. #17 ehrenwertes Haus, 18.11.2020
    ehrenwertes Haus

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    Klingt nach "wasch mich, aber mach mich nicht nass".

    Rechne einfach mal nach, was mittel- bis längerfristig die günstigere Lösung ist:
    alle Nase lang an Murks weiter doktorn oder 1x richtig machen (lassen) und lange Ruhe haben.

    Mit ziemlicher Sicherheit sind nicht alle Schornsteine gleichzeitig fällig, dann kann man auch hausweise )oder sonstwie veteilt) sanieren/reparieren oder wie immer man die Arbeiten benennen will.
     
  19. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Verstehe mich nicht falsch, ich würde dir da grundsätzlich schon zustimmen. Andererseits könnte man sich auch überlegen das man solch aufwendigen und teuren Arbeiten erst ausführt wenn das mit dem Mietendeckel tatsächlich gekippt ist, und solange eben mit einer wie auch immer gearteten Belüftung vorlieb nimmt.
    Ich gehe mal von ersten Erkenntnissen im ersten Halbjahr 2021 aus.
    Bis an der Front Klarheit herrscht würde ich mir mit der Entscheidung jedenfalls Zeit lassen.
     
  20. #19 immodream, 18.11.2020
    immodream

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    Hallo,
    ich habe bei der Neueindeckung des Daches ( kann man aber auch bei altem Dach machen ) alle nicht mehr benötigten Kamine bis unter das Dach abtragen lassen.
    Über jedem abgetragenen Kamin wurde ein Lüftungselement das mit einem 100 mm Schlauch in dem abgetragenen Kamin verbunden ist, eingebaut.
    Die Reinigungsklappen im Keller stehen offen und es gibt seit Jahren keine Probleme .
    Grüße
    Immodream
     
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