Schriftform Kündigung

Diskutiere Schriftform Kündigung im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo! ich habe eine Frage und konnte bisher keine Antwort im Forum oder sonst wo im Internet finden. Vielleicht kann uns hier einer helfen. Die...

MüllerME

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Hallo!

ich habe eine Frage und konnte bisher keine Antwort im Forum oder sonst wo im Internet finden. Vielleicht kann uns hier einer helfen.

Die wichtigsten Aspekte des Sachverhalts:

Die neue Mieterin unserer ETW sollte zum 01.05. einziehen. Den Mietvertrag (mit gegenseitigem Kündigungsverzicht) haben wir im März geschlossen.

Am Anfang schien alles gut zu laufen. Mitte April teilte sie dann aber auf einmal mit, dass Sie nicht mehr einziehen kann.‘ und brach daraufhin den Kontakt ab. Jegliche Kontaktversuche unsererseits via Telefon, SMS, Email, WhatsApp, etc. blieben fruchtlos (sie wohnt ca. 600 km. von unserem Wohnort und von unserer ETW entfernt, daher konnten wir nicht persönlich bei ihrer alten Wohnanschrift vorbeischauen).

Das Ergebnis: wir haben weder die Kaution noch die Miete gesehen (2 Monatsmieten).

Daher haben wir per Einschreiben die fristlose Kündigung zur Post gegeben. Heute kam der Brief zurück, da der Adressat nicht mehr unter der uns bekannten Adresse aufzufinden ist.
Jetzt zur Frage: Grundsätzlich bedarf eine Kündigung der Schriftform, also per Post. Würde die Kündigung aber in diesem Fall trotzdem gültig sein, wenn wir sie jetzt als E-Mail Anhang an sie verschicken, da eine Postzustellung vergebens war, obwohl so die erforderliche Schriftform nicht gewahrt ist?

Vielen Dank für eure Hilfe!
 
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Andres

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Würde die Kündigung aber in diesem Fall trotzdem gültig sein, wenn wir sie jetzt als E-Mail Anhang an sie verschicken, da eine Postzustellung vergebens war, obwohl so die erforderliche Schriftform nicht gewahrt ist?
Nein, das Formerfordernis ist "Schriftform" nicht "Schriftform, außer wenn es unbequem ist".

Wie ich hier weiter vorgehen würde, hängt stark von der Zielsetzung ab: Möchte ich das Mietverhältnis für die Dauer des Kündigungsverzichts mit aller Macht durchziehen? Gibt es einen Schaden, den ich ersetzt haben möchte? Oder möchte ich eigentlich nur möglichst wenig Ärger und Aufwand haben und die Wohnung neu vermietet bekommen? Das musst du für dich selbst sortieren.

Vor allem im letzten Fall würde ich ernsthaft in Erwägung ziehen, überhaupt nichts weiter zu unternehmen. Das ist nicht völlig ohne Risiko, aber ihr habt seit 2 Monaten nichts von der Mieterin gehört und ich sehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das für alle Ewigkeit so bleibt. Das Risiko, dass die Mieterin plötzlich vor der Türe steht und Schlüssel verlangt, sehe ich als ziemlich niedrig an und selbst dann kann man noch versuchen, das bisherige Geschehen als Vertragsauflösung zu deuten, oder zumindest zu diesem Zeitpunkt schnellstmöglich die Kündigung auszusprechen.

Alternative: Erweiterte Melderegisterauskunft einholen und die Folgeadresse ermitteln. Dazu ist ein berechtigtes Interesse nachzuweisen (der Mietvertrag genügt) und man sollte damit so lange warten, bis die Dame an ihrer neuen Adresse - wo auch immer die sein mag - gemeldet ist. Dorthin kann man dann eine Kündigung zustellen, und zwar bitte nicht per Einschreiben, was mangels wirklicher Beweiskraft eine reine Subventionsmaßnahme für die Deutsche Post ist, sondern entweder günstig per einfacher Post oder sicher per Zustellung über den Gerichtsvollzieher.

Nur für eine Kündigung würde ich diesen Aufwand nicht treiben, aber wenn es um Schadensersatz bzw. die Mieteinnahmen geht, dann führt daran letztendlich kein Weg vorbei. Ich glaube nicht, dass die Dame freiwillig zahlt, und für die weitere Rechtsverfolgung braucht man eine ladungsfähige Anschrift.
 

MüllerME

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Nein, das Formerfordernis ist "Schriftform" nicht "Schriftform, außer wenn es unbequem ist".

Wie ich hier weiter vorgehen würde, hängt stark von der Zielsetzung ab: Möchte ich das Mietverhältnis für die Dauer des Kündigungsverzichts mit aller Macht durchziehen? Gibt es einen Schaden, den ich ersetzt haben möchte? Oder möchte ich eigentlich nur möglichst wenig Ärger und Aufwand haben und die Wohnung neu vermietet bekommen? Das musst du für dich selbst sortieren.

Vor allem im letzten Fall würde ich ernsthaft in Erwägung ziehen, überhaupt nichts weiter zu unternehmen. Das ist nicht völlig ohne Risiko, aber ihr habt seit 2 Monaten nichts von der Mieterin gehört und ich sehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das für alle Ewigkeit so bleibt. Das Risiko, dass die Mieterin plötzlich vor der Türe steht und Schlüssel verlangt, sehe ich als ziemlich niedrig an und selbst dann kann man noch versuchen, das bisherige Geschehen als Vertragsauflösung zu deuten, oder zumindest zu diesem Zeitpunkt schnellstmöglich die Kündigung auszusprechen.

Alternative: Erweiterte Melderegisterauskunft einholen und die Folgeadresse ermitteln. Dazu ist ein berechtigtes Interesse nachzuweisen (der Mietvertrag genügt) und man sollte damit so lange warten, bis die Dame an ihrer neuen Adresse - wo auch immer die sein mag - gemeldet ist. Dorthin kann man dann eine Kündigung zustellen, und zwar bitte nicht per Einschreiben, was mangels wirklicher Beweiskraft eine reine Subventionsmaßnahme für die Deutsche Post ist, sondern entweder günstig per einfacher Post oder sicher per Zustellung über den Gerichtsvollzieher.

Nur für eine Kündigung würde ich diesen Aufwand nicht treiben, aber wenn es um Schadensersatz bzw. die Mieteinnahmen geht, dann führt daran letztendlich kein Weg vorbei. Ich glaube nicht, dass die Dame freiwillig zahlt, und für die weitere Rechtsverfolgung braucht man eine ladungsfähige Anschrift.
Vielen Dank für die schnelle und kompetente Antwort!

Unser Interesse ist tatsächlich, möglichst schnell die Sache abzuhaken. Rechtsstreit und den Vertrag mit aller Gewalt durchzubringen würde nur eine Menge Nerven, Zeit und Geld kosten.
Daher werden wir dann den Rat befolgen und nichts mehr unternehmen.
 

Tinnitus

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Hat jemand Erfahrungen mit der Abtretung der Forderung an ein Inkassounternehmen? Der Ausfall beträgt hier ca. 3 MM. Das Inkassounternehmen könnte ggf. einen Schufa-Eintrag auslösen...
 

immobiliensammler

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Hat jemand Erfahrungen mit der Abtretung der Forderung an ein Inkassounternehmen? Der Ausfall beträgt hier ca. 3 MM. Das Inkassounternehmen könnte ggf. einen Schufa-Eintrag auslösen...

Ich würde halt prüfen was das kostet! Und lass Dich nicht von der Werbung der Inkassofirmen (Kosten trägt der Schuldner) nicht blenden, lies dann mal genau den Vertrag durch. Dass Du keinen Vorschuss leisten musst gilt meist nur für außergerichtliche Kosten, sobald z.B. Widerspruch gegen einen MB eingelegt wird verlangt das Inkassobüro bzw. dessen Vertragsanwalt dann den üblichen Vorschuss. Weiter gilt das auch nur, wenn der Schuldner die Inkassokosten zahlt (also a) dazu verurteilt wird und b) solvent ist), viele Gerichte verneinen aber inzwischen die Inkassokosten sofern danach doch ein Rechtsstreit geführt wird (Schadenminderungspflicht).

Sicher kann das Inkassounternehmen mit der Schufa drohen, eintragen lassen dürfen die m.E. aber auch nur unbestrittene Forderungen - und immer mehr Schuldner wissen das Dank Internet-Foren etc.
 
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