Sehr hohe Heizkostenabrechung

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Behemoth, 01.07.2011.

  1. #1 Behemoth, 01.07.2011
    Behemoth

    Behemoth Neuer Benutzer

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    Hallo Zusammen,

    ich beabsichtige eine vermietete Eigentumswohnung zu kaufen. Das Haus ist Baujahr 1996 und hat 14 Wohnungen. Es gehört zu einem Gesamtobjekt mit 6 Häusern zu je 14 Wohnungen. Das Gesamtobjekt hat eine Gas-Zentralheizung, die sich die 6 Häuser teilen. Laut Energieausweis hat das Haus einen akzeptablen Energieverbrauchswert von 117kWh/(m2a) inklusive Warmwasser.

    Die Rahmenbedingungen sind alle prima, jedoch beklagt sich die Mieterin über hohe Heizkostenabrechnungen. Es handelt sich um eine Rentnerin, die ganztägig zu Hause ist. Viele Nachbarn arbeiten tagsüber. Erhöhte Heizkosten wären also gerechtfertigt. Nun habe ich mir über den Makler die letzte Abrechnung geben lassen, die meine Befürchtungen weit übertrifft:

    heizkosten 1.jpg heizkosten 2.jpg

    Bei einer Gesamtfläche von 812,88qm belegt die Mieterin 45,98qm (5,7%). Bei Verbrauchskosten von insgesamt 3.624,14 Euro soll die Dame aber allein 1.077,55 Euro verbraucht haben (29,7%)!

    Die Wohnung liegt mittig im zweiten Stock von insgesamt 4 Stockwerken, also alles andere als exponiert. Das Haus hat eine für 1996 übliche Wärmedämmung. Die Mieterin beteuert nicht übermässig zu heizen. Sind diese Zahlen vor dem Hintergrund noch plausibel?

    Das Haus insgesamt hat mit 6,36 Euro / qm /Jahr (5177,34 Euro / 812,88qm) annehmbare Heizkosten. Die Rentnerin zahlt aber 25,33 Euro / qm / Jahr. Da scheint mir ein Problem bei der Heizkostenverteilung vorzuliegen. Oder sind solche gravierenden Unterschiede durch tagsüber arbeitende und somit tagsüber nicht-heizende Nachbarn erklärbar?

    Wohnung und Mieterin gefallen mir sonst gut. Die Mieterin hat die Heizkosten auch beglichen, obwohl sie sich verständlicherweise beklagt. Was soll ich nun machen? Einen großen Bogen um die Wohnung? Oder ist das ein lösbares Problem?

    Für Hinweise wäre ich dankbar!

    Behemoth
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 01.07.2011
    Martens

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    Ich werde keine Empfehlung zum Kauf oder Nichtkauf einer Wohnung abgeben. ;)

    Die Anlage ist mit eHKV ausgestattet, die sollten überprüft werden. Jedes technische Gerät kann defekt oder auch dejustiert sein...

    Was mir auffällt: Die Kosten des Heizstromes betragen 7,8% der Heizenergiekosten, das ist sehr hoch.
    Haben die da elektrisch beheizte Warmwasserleitungen?
    Auch die Wartungskosten der Heizung sind hoch, bei einer Gasheizung ist normalerweise außer Staubwischen nichts zu tun, das sollte sich günstiger erledigen lassen.
    Die Abrechnungskosten sind für 84 Einheiten mit Warm- und Kaltwasser wiederum sehr günstig. Danke für die Empfehlung dieser Firma, die sehe ich mir mal an. :)

    Ich würde diese Punkte mit der WEG-Verwaltung besprechen, da können die gleich mal einen Eindruck bei Dir hinterlassen.

    Christian Martens
     
  4. Heizer

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    Hallo,

    die hohen Betriebsstromkosten sind mir auch gleich aufgefallen. Gibts da eine elektrische Begleitheizung?

    Ansonsten fand ich die Abrechnung eher unauffällig.

    Die Einheiten im vierstelligen Bereich bei allen Heizkörpern sprechen für exorbitant hohen Heizverbrauch. Normalerweise hat wenigstens der Heizkörper in der Küche und im Schlafzimmer wenig bis gar keine Einheiten.

    Die Dame lüftet wahrscheinlich im Winter übermäßig und falsch. Zusätzlich hat sie es bestimmt gerne warm.

    Wenn die HKV kaputt wären, dann würden sie einen Fehler anzeigen oder garnix. Aber das die zu viel zählen ist praktisch ausgeschlossen. Bisher hatten wir noch nie einen, der eingemessen wurde, der zu viel anzeigte, was die jeweiligen Nutzer behaupteten.
     
  5. #4 Behemoth, 01.07.2011
    Behemoth

    Behemoth Neuer Benutzer

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    Haben EHKV den Faktor nicht normalerweise bereits einprogrammiert? Sodass die angezeigten Einheiten diesen bereits beinhalten?

    Hier werden die abgelesenen Einheiten zusätzlich mit einem Faktor multipliziert. Könnte das ein Fehler sein?
     
  6. Heizer

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    Nein ganz sicher nicht. Außer bei Tech em ist es unüblich den Faktor bereits einzuprogrammieren. Und die machen es auch nur weil deren Software das mit den Faktoren nicht abrechnen kann.

    Es macht aber keinen Sinn Produktskale zu verwenden bei elektronischen Heizkostenverteilern. Außerdem ist da die Transparenz und die Fehlerquote viel höher.

    Kein Mensch kontrolliert was der Monteur da einprogrammiert hat. Kann man auch nicht so ohne weiteres.

    Stehen die Faktoren hingegen auf der Abrechnung können Fehler erkannt und bereinigt werden.

    Ob in Deinem Fall die Faktoren stimmen kann ich natürlich nicht sagen. Dazu bräuchte man die Heizkörpermaße und den Typ bzw. Hersteller von Heizkörper und HKV.
     
  7. Berny

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    Danke für die Info! Habe nämlich z.Zt. selbst eine Ausschreibung laufen.
     
  8. #7 Behemoth, 03.07.2011
    Zuletzt bearbeitet: 03.07.2011
    Behemoth

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    Vielen Dank für die Hinweise! Die berechneten Faktoren sind auf den ersten Blick schlüssig. Der Heizkörper im Wohnzimmer mit Faktor 2,34 ist z.B. sehr groß. Mir kommt nur die Relation 6% der Wohnfläche aber 30% des Gesamtverbrauchs exorbitant vor.

    Wenn die Dame entgegen ihrer Beteuerungen wirklich soviel heizt, ist ja alles in Ordnung. Dann ist es ihr Problem und nicht meines als Vermieter. Ich habe nur die Sorge, dass vielleicht etwas mit der Wohnung nicht stimmt, und dass auch Nachmieter dort solch extreme Heizkosten haben, bzw. ich deswegen irgendwann keinen Nachmieter mehr finde.

    Ich habe jetzt im ersten Schritt den Makler um ältere Heizkostenabrechnungen gebeten (5-6 Jahre). Die Dame war vor wenigen Jahren noch berufstätig. Wenn die Verbräuche zu dem Zeitpunkt in Ordnung waren, kann es eigentlich nicht an der Wohnung liegen. Auch die Umstellung von Verdunstern auf EHKV wäre eine interessante Marke.
     
  9. #8 Berny, 03.07.2011
    Zuletzt bearbeitet: 03.07.2011
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    Behemoth:
    "Mir kommt nur die Relation 6% der Wohnfläche aber 30% des Gesamtverbrauchs exorbitant vor."
    Richtig, das muss zu denken geben.

    "Wenn die Dame entgegen ihrer Beteuerungen wirklich soviel heizt,"
    Jede(r) behauptet, nicht viel zu heizen.

    "Ich habe nur die Sorge, dass vielleicht etwas mit der Wohnung nicht stimmt, und dass auch Nachmieter dort solch extreme Heizkosten haben,"
    Es kann in der Tat Stellen geben, wo man nichts Schlimmes vermutet. So habe ich festgestellt, dass einer meiner Mieter doch besser vor die Eingangstier so'n langes Dingens legen sollte, um einen ständigen Durchzug zu vermeiden.

    - In einer anderen Wohnung hatte sich der Ableser nicht tief genug gebückt um die LCD-Anzeige richtig ablesen zu können und statt einer 1 eben 7 aufgeschrieben... Der Provider machte also KEINE Plausibelitätsprüfung, war eine zusätzliche Erkenntnis. Ich teilte ihm den Ablesefehler mit, und zwei Tage später hatte ich die neuen Abrechnungen im Briefkasten.

    "Auch die Umstellung von Verdunstern auf EHKV wäre eine interessante Marke."
    Finde ich nicht wirklich. Verdunster halte ich für zuverlässiger. Als seinerzeit in meinem Objekt die Verdunster gegen Digitale ausgewechselt wurden, zählte von den 18 eHKV einer rückwärts(!). Der Provider wechselte daraufhin alle aus.
    Jetzt läuft z.Zt. bei mir eine Ausschreibung (18 Firmen wurden angeschrieben) zwecks Umstellung auf Funkgeräte. Die kosten bei Miete kaum mehr als bisher (231€ statt 208€) - also rund 10% mehr, welche sowieso umgelegt werden.
    Noch Fragen, Kienzle? ;-)
     
  10. Heizer

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    Du zahlst über 11€ für HKV Miete? Findest Du das nicht etwas teuer? Dafür kaufen wir die Dinger ein.
     
  11. Berny

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    Nein, 208€ jährlich für alles beim 10 Jahresvertrag.
     
  12. Heizer

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    Achso, na dann.

    Soll das beim Funk WorkBy, Datensammlerbasiert, mit Gateway oder sogar mit Internetportal werden?

    Obwohl für 18 HKV lohnt sich höchstens WorkBy.
     
  13. #12 Berny, 04.07.2011
    Zuletzt bearbeitet: 08.07.2011
    Berny

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    Mal sehen, muss mich selbst noch schlau machen. Man lernt nie aus...

    Meine Meinung, keine Beratung.
     
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