(sehr) Problematischer Mitbewohner

Diskutiere (sehr) Problematischer Mitbewohner im Hausordnung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Liebes Forum, ich bin Teil einer 3er Wg, wo wir alle Hauptmieter sind. Leider ist mein Vermieter schlecht erreichbar und mag es nicht wegen...

  1. #1 lena Müller, 07.04.2018
    lena Müller

    lena Müller Neuer Benutzer

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    Liebes Forum,

    ich bin Teil einer 3er Wg, wo wir alle Hauptmieter sind. Leider ist mein Vermieter schlecht erreichbar und mag es nicht wegen unseren internen Problemen gestört werden was eigentlich Sinn macht (machen sollte) da wir alle erwachsene Leute sind.
    Dabei handelt es sich um die WG Situation. Obwohl wir alle drei laut Mietvertrag die gleichen Rechten und Pflichten haben, übernehme ich allen Verantwortungen. Bevor ich das Problem beschreibe, will ich klar mache, dass ich ständig das Problem kommuniziere und dass ich trotzdem ignoriert werde. Ausserdem will ich noch klar mache, dass ich als erste in der Wohnung war, mein Zimmer toll finde und nicht vorhabe selber aus zu ziehen.

    Beide meine Mitbewohnern sind sehr unordentlich und folgen den Putzplan überhaupt nicht. Das bedeutet es, dass die Toilette dreckig bleibt, bis ich nicht mehr kann und dann selber putze (schlimmster Fall war 1 Monat) oder dass wenn ich vom Reisen zurück komme 6 vollen Mülltüten zB in der Küche finde. Ich habe mehrmals eine Putzfrau vorgeschlagen, aber da waren beide dagegen.
    Mit dem einen kann ich wenigstens kommunizieren und er hat sich auch den letzten Monaten verbessert, aber der andere ist unverschämt.
    Er ist immer unfreundlich und schlecht gelaunt, extrem dreckig und putzt gar nicht. Wenn zB Flüssigkeiten auf den Boden oder im Kühlschrank fallen lässt er die einfach stehen. Seitdem er eingezogen ist gibt er mir die Miete nur, wenn ich ihm danach frage und ohne irgendwelche Entschuldigung. Letzen Sommer hat er einen Router unter meiner Name bestellt als ich unterwegs war, wo er meinte er hätte das bezahlt. Selbstverständlich war das nicht der Fall und ich habe monatlich von Unity Media Briefen deswegen bekommen. Monatlich hat er mir angelogen und ignoriert als ich meinte, dass ich die Quittung von der Bezahlung bräuchte, bis ich dann 2 Abmahnungen bekommen habe. Dabei gab es eine Diskussion, wo ich meinte, dass das nicht weiter gehen kann und er meinte, dass er ausziehen wollte weil er einfach lieber alleiner wohnen möchte, da er 35(!) ist und wir Anfang 20. Das war im Oktober und selbstverständlich ist er immer noch bei uns. Miete bekomme ich immer noch nicht, wenn ich das nicht anspreche. Wenn ich irgendwas kommuniziere was mir stört, vom vollen, stickenden Aschenbecher bis zum konsumieren meines Essens ignoriert er mich einfach -er wechselt das Thema, oder wenn es um SMS geht schreibt er einfach nicht zurück. Ich habe 10000 mal mit ihm geredet, geschritten und alles und er mag es mich einfach weiter zu ignorieren.
    Wir waren alle drei beim Hauptmieter und er meinte, dass er ihm ein Monat vorher kündigen soll, was aber seit 8 Monaten mit ihm nicht der Fall ist.

    Meine Fragen:
    1. Was kann ich tuen, da wir alle Hauptmieter sind?
    2. Könnte man/ Kann man in Deutschland einen Vertrag für innerhalb des WGs machen? Wegen Sauberkeit, Ordnung und Rechnungen?

    Danke im voraus
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 07.04.2018
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Die Probleme innerhalb eurer WG müsst ihr irgendwie unter den WGlern auf die Reihe bekommen. Euer Vermieter hat damit nichts zu tun, sonlange keine Beschwerden über euch von anderen Mietparteien kommen.

    Man kann das Zusammenleben in einer WG auch vertraglich regeln, ebenso wie mögliche Folgen bei Nichtbeachtung dieser Regeln.

    Die Bestellgeschichte, wäre evt. ein Ansatzpunkt diesem Mieter Grenzen aufzuzeigen, strafrechtlich wegen Warenkreditbetrug und zivilrechtlich über Schadenersatzforderungen, wenn du das auch so wie von dir geschildert beweisen kannst. Eure WG wird damit aber ganz sicher nicht harmonischer.

    Soweit es die Kündigung einzelner Hauptmieter betrifft, solltest du einen (Fach-)Anwalt befragen.
    Je nachdem wie der Mietvertrag genau abgefasst ist, kann es sein, dass auch einzelne WGler aus dem Mietverhältnis austreten können ohne das der gesamte Mietvertrag damit aufgelöst wird.

    Ohne anwaltliche Hilfe wirst du aber aus einem normalen Mietvertrag (ohne spezielle WG-Vereinbarungen) ohne die Zustimmung deiner Mitbewohner und deines Vermieters nicht raus kommen oder deine Mitbewohner los werden.
     
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  4. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Ja, du wirst wohl die Mietmieter wohl nicht mehr erziehen können.
    Wie viele Nerven du da noch investieren möchtest bleibt ganz dir überlassen. Nur bei WGs menschelt es und nicht jeder hat die gleichen Sauberkeitskriterien wie du. Am besten alleine wohnen, dann hast du das Problem nicht mehr.

    verstehe ich jetzt nicht...
    sie kann doch ihr Zimmer in diesem Fall einfach kündigen mit Kündigungsfrist.
     
  5. Bovary

    Bovary Erfahrener Benutzer

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    Also, wenn es so ist, dass alle Parteien als Hauptmieter im Mietvertrag stehen, kann doch nur der gesamte Vertrag (von allen Mietern / vom Vermieter) gekündigt werden. Soll nun nur einer gehen, muss der Vermieter einer Vertragsänderung zustimmen. Wie man diese Person dann zum Auszug bewegt, bleibt der eigenen Phantasie überlassen. Eine Kündigung durch die anderen 2 Hauptmieter oder gar nur durch einen, dürfte so nicht möglich sein.

    Als Vermieter würde ich mich schön raushalten, wenn es um Streitereien innerhalb der WG geht. Am nerven- und kostenschonendsten sehe ich nur die Möglichkeit, selbst auszuziehen. Wenn eine Mietpartei in der vorliegenden Konstellation nicht zahlt, haben die übrigen Bewohner Pech und müssen für den Fehlbetrag aufkommen.

    Leichter wäre es, wenn man alleiniger Hauptmieter wäre und Untermietverträge geschlossen hätte, dann hat man ein (sogar erleichtertes) Kündigungsrecht. Aber hätte, hätte - Fahrradkette.
     
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  6. #5 ehrenwertes Haus, 07.04.2018
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    Nein, nicht nur der Vermieter muss einer Vertragsänderung zustimmen, sondern alle Vertragspartner, also auch die beiden anderen Hauptmieter.

    Nur warum sollten 1 oder 2 nervende WGler freiwillig ausziehen, wenn sie ihren Mietanteil nicht regelmäßig oder vollständig zahlen müssen und auch noch eine Putzfrau gratis dazu haben? Lieferservice für Essen ist auch (teil-)inklusive und Bestellung auf fremden Namen wird auch hingenommen.

    Aus Mitbewohnersicht das ist doch zu geil, wenn man einen Blöden gefunden hat, der ein "Hotel Mama" für einen führt. Für diese Zusatzleistungen kann man doch locker auch mal "Gezicke" in Kauf nehmen. Ohren auf Durchzug stellen hat man doch Übung...


    Einzige Chance die beiden nervenden Mitbewohner los zu werden wäre dem Vermieter (mit seiner inoffiziellen Zustimmung) absichtlich einen harten Kündigungsgrund zu liefern, um diese Wohnung nach der Räumung durch die WG als Einzelmieter wieder anzumieten. Ein Vermieter, der einen solche Show mit macht, hat dann aber bestimmt nicht nur reine Vermieterinteressen an dem verbleibendem "Mietmädel"...

    Ob man sich den Stress aber antun will, evt. auch vor Gericht zu gehen, mögliche Schadenersatzforderungen in Kauf nehmen usw. nur um genau in dieser Wohnung zu bleiben... mir wäre das den Aufwand, Nerven und Kosten nicht wert.


    Über eine Härtefall- oder Unzumutbarkeitsargumentation sollte ein Austritt des TE aus diesem Mietvertrag auch gegen den Willen der beiden anderen Hauptmieter machbar sein. Ähnlich wie bei Scheidungen, wenn man sich streitet wer darf weiter in der Wohnung bleiben und wer nicht.
     
  7. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Ich würde versuchen die Wohnung zu verlassen. Suche Dir eine eigene Bleibe.
     
  8. Berny

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    Leichter gesagt als getan...
     
  9. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    In Zukunft Verträge gemeinsam mit anderen Menschen nur dann abschließen, wenn man auch wirklich Verträge zusammen mit diesen anderen Menschen eingehen möchte.

    Oder, noch algemeiner: Man sollte Verträge, die man nicht abschließen möchte, gar nicht erst abschließen.

    Natürlich!
    Du musst nur einen Vertragspartner finden, der bereit ist, einen solchen Vertrag mit dir einzugehen.
     
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  10. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Das ist richtig, aber missverständlich formuliert: Der Vermieter müsste der Vertragsänderung zustimmen, wenn die Vertragsänderung stattfinden soll.
    Der Vermieter muss einer Vertragsännderung nicht zustimmen (wenn er z.B. nicht will o.ä.).
     
  11. #10 ehrenwertes Haus, 08.04.2018
    ehrenwertes Haus

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    Zitat von Bovary:
    Also, wenn es so ist, dass alle Parteien als Hauptmieter im Mietvertrag stehen, kann doch nur der gesamte Vertrag (von allen Mietern / vom Vermieter) gekündigt werden. Soll nun nur einer gehen, muss der Vermieter einer Vertragsänderung zustimmen.

    @dots,

    also Heute bist du auf keinem guten Trip unterwegs...

    @Bovary
    schau mal hier (bessere Seiten zu deiner Frage gibt es aber ganz sicher)
    https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0310/031006b.htm

    Bei mehreren Mietern ist es gar nicht immer so leicht für einen einzelnen Mieter gegen den Willen der anderen Mieter aus dem Mietvertrag wieder raus zu kommen. Man kann aber im Mietvertrag entsprechende Sonderregelungen für diesen Fall vereinbaren, so dass die Kündigung von Einzelnen Mietern möglich wird und der Vertrag mit den verbleibenden Mietern weiter läuft.

    Vertragsänderungen müssen alle Vertragspartner zustimmen, wenn das rechtskräftig werden soll. Bis auf ganz wenige Ausnahmen kann das nicht mit einer einseitigen Willenserklärung erfolgen.
     
  12. Bovary

    Bovary Erfahrener Benutzer

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    Eine WG erfordert (in der Praxis) sowohl auf Mieter- als auch Vermieterseite gewisse Kompromisse, Rücksichtnahme und pragmatische Lösungen, die eben oft alles andere als justiziabel sind.

    In der Praxis ist es ein ganz normaler Vorgang, dass einzelne Bewohner ausziehen und neue hinzuziehen. Dass dies bei einem gemeinsamen Hauptmietvertrag sowohl von den übrigen Mitbewohnern als auch vom Vermieter torpediert werden kann, ist rechtlich gesehen zutreffend. Trotzdem wird diese Wohnform seit Jahrzehnten mehr oder weniger erfolgreich praktiziert. Manchmal klappt es gut, manchmal eben weniger. Wenn die Begründer der WG clever waren, haben sie den Fall des Auszugs schon bei Abschluss des MV berücksichtigt und eine entsprechende Regelung mit dem Vermieter getroffen. Eben gerade wegen der möglichen vielschichtigen Probleme sind auch viele Vermieter gar nicht bereit, an WGen zu vermieten. Andererseits findet man eben auch Anzeigen, die gleich den Hinweis „WG geeignet“ enthalten. Regional sicher in unterschiedlicher Häufigkeit.

    Mit Anspruchsdenken kommt man in einer WG erfahrungsgemäß nicht weiter. Hat man das Pech, dass einer nicht zahlen will oder kann, dann müssen die anderen in der vorliegenden Konstellation das ausbaden. Wie man das im Innenverhältnis der GbR (die es rechtlich gesehen ja ist) löst, muss man selber sehen. Ebenso sieht es eben mit der Einhaltung von Putzplänen, Ruhezeiten oder was auch immer aus. Wenn man selbst sehr hohe Ansprüche und Erwartungen hinsichtlich bestimmter Verhaltensweisen hat, ist die WG wahrscheinlich nicht die richtige Wohnform, es sei denn, man findet Leute, die exakt die gleichen Ansprüche haben. Ist das nicht der Fall, hat man wie im Falle des Zahlungsausfalls schlicht Pech. Justiziabel ist die Durchsetzung individueller Wünsche kaum. Trotzdem kann es in der Praxis irgendwie funktionieren. Es kommt nicht von ungefähr, dass „Bewerbungsgespräche“ in einer WG oft einen erheblichen Umfang annehmen. Und manchmal scheitert das Projekt eben. Im Studentenwohnheim ist es (zwischenmenschlich) oft aber auch nicht einfacher.
     
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