Selbstverwaltung einer WEG

Diskutiere Selbstverwaltung einer WEG im WEG-Verwaltung Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo! Ich habe vor als Miteigentümer die Hausverwaltung (finanzielle und rechtliche Betreuung, nicht baulich und technisch) einer kleine WEG zu...

  1. #1 padrino24, 17.12.2020
    padrino24

    padrino24 Neuer Benutzer

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    Hallo!
    Ich habe vor als Miteigentümer die Hausverwaltung (finanzielle und rechtliche Betreuung, nicht baulich und technisch) einer kleine WEG zu übernehmen.

    Empfohlen wird eine Vermögenschadenshaftpflichtversicherung abzuschließen.
    Leider deckt die wohl nur den Schaden ab, den man gegenüber den anderen WEG-Mitgliedern verursacht.
    Hat jemand Erfahrungen damit?

    Habt ihr einen Hausverwaltervertrag gemacht?

    Habt ihr ein Gewerbe angemeldet? Laut der Industrie- und Handelskammer ist eine gewerbliche Anmeldung nicht erforderlich, da man Miteigentümer ist und eine Gewinnerzielung nicht im Vordergrund steht.

    Gruß
    padrino
     
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  3. #2 immobiliensammler, 17.12.2020
    immobiliensammler

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    Welche Schäden soll die denn sonst abdecken, diejenige etwa welche Du Dir selbst zufügst? Hast Du Dich über die Kosten schon mal informiert, meines Wissens ab ca. 500 Euro pro Jahr.

    Eine Einstufung als gewerbliche Tätigkeit solltest Du unbedingt vermeiden sonst brauchst Du eine Genehmigung nach §34c GewO, Kosten einmalig rund 1.000 Euro plus weitere Folgekosten.
     
  4. #3 BHShuber, 22.12.2020
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    das ist richtig, hinzu kommt eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung als Pflichtversicherung für Hausverwalter und der Nachweis über 20 Fortbildungsstunden alle 3 Jahre ca. 1.200€ je nach Fortbildungsinstitut

    Gruß
    BHShuber
     
  5. #4 Gast25033, 14.01.2021
    Gast25033

    Gast25033 Gast

    Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist ein Muss. Sie deckt in aller Regel leichte und grobe Fahrlässigkeit ab und zwar gegenüber der ganzen WEG bzw. euer Gemeinschaftseigentum.

    Auf jeden Fall sollte ein Verwaltervertag abgeschlossen werden. Achtung: Sobald ein Honorar vereinbart wird ist das neue Berufszulassungsgesetz für Wohnimmobilienverwalter relevant. Wurde bereits geschrieben. Sowohl für den internen Verwalter als auch für die übrigen Eigentümer schafft ein Vertrag eine Verbindlichkeit, die durch mündliche Absprachen nicht gewährleistet ist.


    Das sicherste wäre mit Absprache der Eigentümergemeinschaft einen guten Rechtsanwalt aufzusuchen der einen Vertag aufsetzt. Das sind einmalige Kosten, der Vertag ist auf die WEG zugeschnitten und kann immer wieder bei Selbstverwaltung verwendet werden.

    Einige Punkte die mir in einem Vertrag wichtig wären:
    Vermögensschadenhaftpflichtversicherung- die Kosten werden von der Eigentümergemeinschaft übernommen (ein Muss)
    Notwendige Anschaffungen wie etwa Software-Programme für Buchungen,
    Fort- und Weiterbildungskosten in angemessenen Rahmen
    nach vorherigem Beschluss – in Zweifelsfällen die erforderliche Einholung von externem Rechtsrat
    Vorbehaltsrecht zum Rücktritt als Verwalter für den Fall , dass der Umfang der Tätigkeit oder die Verantwortung einen in der Praxis überfordert.


    Bei baulichen u. technischen Probleme ruft auch ein professioneller Verwalter die Handwerker.

     
  6. Andres

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    Dazu gibt es noch keine Rechtsprechung, aber wenn hier nicht plötzlich eine ganz neue Definition von "gewerblich" eingeführt wird, besteht überhaupt keine Gefahr, solange die Verwaltungsleistung nur für die eigene Gemeinschaft angeboten wird. Ohne Angebot der Leistung nach außen fehlt es am Merkmal der "wirtschaftlichen Tätigkeit".

    Deshalb ist auch die Vermögensschadenshaftpflicht nicht mehr vorgeschrieben. Sinnvoll ist sie trotzdem, übrigens auch für Beiräte.
     
  7. #6 Benni.G, 15.01.2021
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    Hallo Padrino,
    ich habe im Oktober 2016 eine Wohnung in einer WEG mit insgesamt 4 Einheiten gekauft.

    Da der Verwalter viele Dinge unnötig teuer gemacht hat (Hofreinigung (wurde im Jahr der Anschaffung definitiv nicht durchgeführt), Winterdienst (in diesem Winter musste bisher an zwei Tagen Schnee geschippt werden - und das ist schon oft), Treppenhausreinigung, Heizkostenabrechnung (5 Jahresvertrag bei Ista inkl. Gerätemiete), Grundversorger, habe ich mich mit den anderen Eigentümern kurzgeschlossen und vereinbart, dass ich möglichst schnell die Verwaltung übernehme.

    Bei der nächsten Eigentümerversammlung hat sich der bisherige Verwalter bereiterklärt die Verwaltung abzugeben (er hatte die Abrechnung abweichend von früheren Beschlüssen gemacht und ich wollte eine Korrketur). Seitdem übernehme ich die Verwaltung für die Hälfte des Honorars.

    Seitdem sind die jährlichen Kosten deutlich gesunken (von 6.000 € auf 3.500 €), es sieht ums und im Haus besser aus, wir haben eine neue Heizung (für 6.000 € von einem ostdeutschen, statt für 10.000 € vom örtlichen
    Unternehmen), haben einen neuen Gartenzaun selbst montiert und bei Fragen der anderen Eigentümer gibt's jemanden, der Ahnung von der Immobilie hat.
    Die Instandhaltungsrücklage, die von der Vorverwaltung kam (5.500 €) hat der Verwalter einfach in das Hausgeldkonto gepackt - die habe ich letztes Jahr umgeschichtet. Bei Ista läuft nur noch die Vermietung der Heizkostenanzeiger, sodass nun langsam alle Altlasten verschwinden.

    Ich habe keine Fortbildung gemacht, keine spezielle Versicherung und kein Gewerbe angemeldet.
    Habe die Tätigkeit lediglich beim Finanzamt gemeldet und gebe jährlich meine EÜR ab.

    Bei mir geht's seit dreieinhalb Jahren gut - auch wenn mich viele hier im Forum gewarnt haben.

    Viele Grüße
    Benni.G
     
  8. Andres

    Andres
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    Ich ja schön, dass es bei dir funktioniert, trotzdem ein Hinweis zur Versicherung: Die Versicherung ist nicht für dich, sie ist für die Gemeinschaft. Wenn du mit deinem gesamten Privatvermögen für einen Fehler haften willst, ist das zu 100 % deine eigene Sache. Die Gemeinschaft schaut aber in die Röhre, wenn du einen Schaden anrichtest, der deine finanzielle Leistungsfähigkeit überschreitet. Dafür ist die Versicherung da und deshalb ist sie bei den Profis inzwischen vorgeschrieben.
     
  9. #8 Bolanger, 15.01.2021
    Bolanger

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    Je nach Größe der WEG würde ich gar nicht all zu viel Aufsehen machen und die Verwaltung gemeinsam durchführen. In einer solchen Situation würde ich die Verwaltung übernehmen, allerdings die einzelnen Schritte stets gemeinschaftlich abzeichnen lassen. Gefahren, Haftung etc. geht damit auf die Allgemeinheit über. Das einzige Problem könnte mangelndes Fachwissen sein.
     
  10. #9 Gast25033, 16.01.2021
    Gast25033

    Gast25033 Gast


    Auch als Sebstverwalter greift in vollem Umfang die Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Verwaltung mit allen Pflichten, Risiken und Nebenwirkungen. Eine Nebenwirkung Haftung mit gesamten Privatvermögen. Diese Nebenwirkung deckt eine Versicherung, daher meine Empfehlung ein „Muss“. Zum Eigenschutz und Schutz des Gemeinschaftseigentums. Wie viel Gebäudeversicherungen sind abgeschlossen die nie in Anspruch genommen wurden? Wenn sie nicht Pflicht wären, könnte man auch dieses Geld einsparen? Fortbildung ist hier nicht zwingend, sollte aber nicht vernachlässigt werden im Interesse der gesamten Gemeinschaft.

    Ein Vertrag regelt klare Verhältnisse/Befugnisse zwischen Selbesverwalter und der übrigen Gemeinschaft. Viele Spannungen und Missverständnisse werden von vornherein vermieden. In diesen Punkten jedenfalls würde ich die Einsparungen nicht ansetzen.

    Lg
     
  11. heineu

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    Aber auch hier Achtung: Die Regulierung von Schäden der Gemeinschaft durch die Versicherung wird zumindest um den eigenen Miteigentumsanteil des Verwalters, der selbst Miteigentümer ist, radikal gekürzt. Wenn der Verwalter z.B. 1/3 MEA hat, werden nur zwei Drittel des Schadens ersetzt !
     
  12. #11 Gast25033, 09.02.2021
    Gast25033

    Gast25033 Gast


    Das macht keinen Sinn. Die Vermögensschadenhaftplicht Versicherung deckt die Schäden des Gemeinschaftsvermögens ab. Deine Behauptung würde bedeuten, dass der Selbstverwalter an Ende weniger Privatvermögen hat. MEA ist Sondereigentum also Privatvermögen. Die Haftung soll die Versicherung doch gerade ausschließen. Mach er viele Fehler gehört ihm am Ende nichts mehr und die Versicherung kündigt der WEG. Wer will noch Verwalter werden? Die WEG ist als Verband von besonderer Art (wenn es sich teilweise um Verbraucher handelt) Versicherungsnehmer und haftet für Schäden.


    Diese Behauptung kannst du sicher belegen. Bin gespannt. Außerdem werden sich willige Selbstverwalter u. die WEG bei der Versicherung erkundigen, schließlich letztendlich einen Vertag ab.
    Bin hier raus:D
     
  13. heineu

    heineu Erfahrener Benutzer

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    Schade, dass Du hier raus bist ... Erkundige Dich bei den in Betracht gezogenen Versicherern. Wenn Du einen findest, der den "Eigenanteil" (jemand fügt sich einen schaden zu und will ihn bezahlt bekommen...) voll mit abdeckt, schreib' hier die Versicherungsgesellschaft und den Tarif hier rein.
     
  14. #13 Goldhamster, 09.02.2021
    Goldhamster

    Goldhamster Erfahrener Benutzer

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    Hallo @heineu

    das wird der user @Nachgehackt garantiert NICHT machen.
    Der schreibt doch zu allen Themen nur unqualifiziert.

    Dabei halte ich den User Nachgehakt eigentlich nicht nicht für dumm.
     
  15. #14 ehrenwertes Haus, 09.02.2021
    ehrenwertes Haus

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    Keine Angst, sowas Ähnliches sagt der rosarote Panther auch immer ...
     
  16. heineu

    heineu Erfahrener Benutzer

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    Paulchen Panther? Ich komm wieder, keine Frage ...
     
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