sich selbst zum Verwalter wählen?

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von suny, 28.08.2014.

  1. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    Ich habe 4 Wohnungen und lt. Teilungserklärung entfällt auf jede WE eine Stimme.
    Außerdem gibt es noch zwei weitere Wohnungen, jede wird von einem anderen Eigentümer bewohnt.
    Nach jahrelanger Selbstverwaltung besteht nun eine Eigentümerin auf eine Verwaltung, diese kann sie lt. Gesetzgeber verlangen.
    Für mich wäre das eine ziemliche finanzielle Belastung, dehalb würde ich die Verwaltung gerne selbst übernehmen. Eine Eigentümerin würde mich auch wählen und ich mich selbst auch, allerdings die dritte im Bunde hätte lieber eine Externe.
    Ich habe unterschiedliche Auskünfte bezüglich der Wahl des Verwalters, es gibt einmal die Meinung , dass ich mich selbst wählen kann, allerdings kein Stimmrecht bei dem Verwaltervertrag hab. Ein Rechtsanwalt ist der Meinung, dass ich bei der Wahl des verwalters kein Stimmrecht habe.
    Frage1: kann die Miteigentümerin eine externe Verwaltung verlangen?
    Frage2: wie kann ich mein Stimmrecht einsetzen?
    Frage3: wenn ich nicht stimmen kann und es gibt eine Stimme für mich und eine dagegen was dann?
    liebe sonnige Grüße
    Suny
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Martens, 28.08.2014
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    1. nein
    2. der Eigentümer darf bei der Bestellung des Verwalters für sich selbst stimmen, nicht jedoch bei der Abstimmung über den Verwaltervertrag
    3. unentschieden, keine Entscheidung

    Ich würde mehrere Angebote von externen Hausverwaltungen einholen und das Thema dann ggfs. über den Preis regeln, Dein Angebot an die WEG sollte also spürbar günstiger sein, als die externen Angebote, damit es angenommen wird.

    Sofern die WEG sich zwar für Dich als Verwalter entscheidet, es aber keine Mehrheit für Deinen Verwaltervertrag gibt, steht Dir als bestelltem Verwalter natürlich trotzdem die marktübliche Bezahlung zu, diese kann aus den o.g. Alternativangeboten gemittelt werden, nötigenfalls von einem Gericht festgelegt werden.

    Christian Martens
     
  4. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    Inwiefern wird denn über den Vertrag des Verwalters in der WEG abgestimmt? ich meine, wenn ich einen ganz normalen, standart Verwaltervertrag aus dem Internet lade (...oder so) was hat die Eigentümergemeinschaft denn da noch abzustimmen?

    Ist eine Haftpflichversicherung Voraussetzung für die Bestellung?
    oder brauch ich zwingend eine für die Ausübung der Tätigkeit.

    sonnige Grüße
     
  5. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Im Sozialismus aufgewachsen? Es gibt (fast) keine Standardverträge. Die Bedingungen des Vertrags sind weitgehend frei aushandelbar. Und die Gemeinschaft kann dafür oder dagegen stimmen ...


    Nein.


    Grundsätzlich würde ich das zwar stark befürworten, aber in deinem Fall würdest du zu rund zwei Dritteln ein Haftungsrisiko gegen dich selbst versichern. Wenn du keine Versicherung findest, die dir dafür besondere Konditionen gewährt, könnte das unrentabel werden.
     
  6. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    erstmal Dankeschön für die Kommentare :)
    Aber, nein ich bin nicht im Sozialismus aufgewachsen :huepfend012:

    habe mir aber 3 Hausverwalterverträge durchgelesen und die "Standarts" sind überall gleich. Soll heißen die Pflichten und Rechte (nach WEG Recht und Teilungserklärung) sind doch nicht verhandelbar? evtl. könnte mit Beschluß die Tätigkeit eingeschränkt oder erweitert werden?
    Fakt: wir (ich und eine Miteigentümerin) wählen mich zum Verwalter.
    Fakt: ich habe kein Stimmrecht beim Vertrag.
    Praktisch gesehen heißt das:1.ich bin zum Verwalter gewählt. 2. ich lege einen Vertragsentwurf vor, der wird diskutiert und 3. die anderen beiden Miteigentümer müssten den Unterschreiben, richtig?
    Was ist wenn sich ein Miteigentümer weigert den Vertrag zu unterschreiben? (weil er unbedingt einen externen Verwalter will und oder eine Vermögenshaftpflicht nachgewiesen haben möchte)
    Im Klartext: es gibt einen Verwalter aber keinen Vertrag
    :48:
    verzwickte Sache oder?
     
  7. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Die Dinger heißen Standard.

    Das ist keine Frage für den Verwaltervertrag. Die Gestaltung der Vergütung ist aber verhandelbar: Welche Leistungen sind pauschal abgegolten, was wird separat abgerechnet, ist gar ein Stundenhonorar vereinbart? Außerdem könnte man dem Verwalter auch Vorgaben zur Arbeitsweise machen.


    Soweit richtig.

    Nein. Erstens geht das nicht per Unterschrift, sondern es wird ein Beschluss gefasst. Den Vertrag darfst du dir dann selbst unterschreiben. Zweitens müssen sie nicht.


    Das hat Christian Martens doch schon erklärt: An deiner Bestellung ändert das nichts, du darfst die WEG vertreten. Dir steht eine marktübliche Bezahlung zu. Was darunter vor Ort und unter Berücksichtigung des speziellen Objekts genau zu verstehen ist, darüber darfst du dich dann gerichtlich mit den anderen Eigentümern streiten, falls keine andere Einigung erzielt werden kann.

    Daher: Nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern mit den anderen Eigentümern vernünftig reden.
     
  8. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    Im Protokoll der ETV steht dann z.B.:

    TOP 1
    Die Eigentümergemeinschaft beschließt mit 5 Stimmen dafür und einer Gegenstimme die Bestellung der Verwaltung von Frau Dingsda. Der vorgelegte Verwaltervertrag wird mit 1 Stimme dafür und einer Gegenstimme nicht angenommen.
     
  9. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Richtig, so könnte das aussehen.
     
  10. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    vielen Dank für die Unterstützung ! :)
     
  11. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    hi, ja ich nochmal, also letzte Woche hatten wir ETV -unter anderem- stand die Wahl des Verwalters auf der TOP Liste.
    Die eine Miteigentümerin, die bei der letzten außerordentlichen ETV auf einen Verwalter bestanden hatte und sich ausdrücklich gegen die weitere Selbstverwaltung ausgesprochen hatte, konnte keinen einzigen Verwalter vorschlagen.
    Also habe ich mich zur Wahl gestellt mit dem Hinweis, dass ich zukünftig auch eine ortsübliche Bezahlung verlange.
    Daraufhin lange Diskussion....(die anderen beiden Miteigentümer wollen einfach nichts dafür bezahlen:sauer034: und gehen davon aus, dass ich wie die letzten Jahre das dann doch mache, weil einer muss es ja machen.
    Im Protokoll steht nun: Frau Dingsbums (ich) stellt sich zur Wahl des Verwalters ab dem 1.1.2015, da z.Zt. keine weiteren Angebote zur Verfügung stehen. Abstimmung: 4 ja / 2 nein.
    Frage: kann ich jetzt ab dem 1.1.2015 ohne weitere Versammlungen und Beschlüsse das Verwaltungsentgelt vom WEG Konto entnehmen? :unsicher027:
     
  12. #11 Raimond, 08.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 08.10.2014
    Raimond

    Raimond Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    26.06.2014
    Beiträge:
    133
    Zustimmungen:
    0
    Hi,
    ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen: Allein die Frage hört sich schon gefährlich an.
    Bist du dir ganz sicher, dass du das machen willst?

    Der ganze Thread ließt sich so, als ob du ähnlich viel Ahnung von dem ganzen WEG-Zeugs hast wie ich.
    Allein aus Haftungsgründen würde ich an deiner Stelle so schnell und weit wie möglich von dieser Verwalterposition wegrennen.
    ...Run Forrest run...


    Ach ja:
    d.h. Ihr habt beschlossen, dass du ab dem 1.1. zur Wahl stehst? Also wird ab dem 1.1. dann abgestimmt?



    Rai
     
  13. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    nein, ich stellte mich bei der ETV zur Wahl die Verwaltung zum 1.1.2015 zu übernehmen.

    muss das dann im Protokoll geändert werden wegen einer gewissen zweideutigkeit?
     
  14. #13 Tobias F, 08.10.2014
    Tobias F

    Tobias F Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.04.2010
    Beiträge:
    1.574
    Zustimmungen:
    91
    Wer es spitzfindig lesen will wird daraus keine Bestellung herleiten. Denn es wurde nur darüber abgestimmt das Du dich zur Wahl stellst.
    Besser wäre ein Beschlusstext in der Art: Frau xy wird für die Zeit vom ..... bis ..... zur Verwalterin bestellt.
    Zum einen wäre die Bestellung damit sicher dokumentiert, zum anderen darf eine Bestellung nicht für mehr als 5 Jahre erfolgen. Da in eurem Beschluss auch keine Ende der Bestellung ersichtlich ist, halte ich persönlich diesen zumindest für anfechtbar, wenn nicht sogar nichtig.


    Langsam, langsam. Selbst wenn man euren Beschluss als gültige Bestellung (was ich bezweifle) ansehen würde, so wäre noch per Vertrag zwischen Dir und der WEG festzuhalten wieviel Du dir nehmen darfst.
     
  15. #14 Tobias F, 08.10.2014
    Tobias F

    Tobias F Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.04.2010
    Beiträge:
    1.574
    Zustimmungen:
    91
    Du kannst das Protokoll, also den Beschlusstext über den abgestimmt wurde, nicht einfach ändern, nur weil Du jetzt unsicher oder schlauer bist.

    Sorry, aber nach allem was Du hier schreibst solltest Du vielleicht doch lieber die Finger davon lassen. Denn Ahnung scheinst Du nicht wirklich zu haben.
     
  16. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Du hättest danach ja wenigstens einen Verwaltervertrag vorschlagen können, auch wenn du über seine Annahme nicht abstimmen darfst. Wieder einmal frage ich mich, warum du dich praktischen Lösungen so konsequent verweigerst.


    Herzlichen Glühstrumpf.


    Guggst du in § 181 BGB. Das Geschäft besteht hier aber nicht nur aus der Erfüllung einer Verbindlichkeit, sondern auch aus der Anerkennung (und ggf. Verhandlung) der Höhe der Verbindlichkeit. Das darfst du nicht mit dir selbst vereinbaren.

    Also ist entweder ein Beschluss über deine Vergütung herbeizuführen oder du musst die Gemeinschaft auf deine Vergütung verklagen. An dich selbst auszahlen darfst du dann aufgrund des Beschlusses der Gemeinschaft oder des Gerichts - das ist dann nur noch "die Erfüllung einer Verbindlichkeit".
     
  17. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    ja ich weiß, dass es hier um die Einhaltung ganz bestimmter formalien geht, deshalb frag ich ja. :huepfend010:

    das Protokoll ist in Arbeit, also wir drei wissen schon was wir besprochen haben und wie es gemeint ist. Es geht hier nur um die einwandfreie Formulierung und zwar möglichst einfach.

    geht das so: Frau Dingsbums bestellt sich zur Wahl des Verwalters ab dem 1.1.2015.
     
  18. #17 Raimond, 08.10.2014
    Raimond

    Raimond Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    26.06.2014
    Beiträge:
    133
    Zustimmungen:
    0
    Außerdem wirst du vermutlich eine Gewerbeanmeldung (Kleingewerbe) benötigen, um die Einnahmen zu verarbeiten.


    Das wird ja immer schlimmer.
    Versuch es mit "Frau xy wird mit 4 ja und 2 nein stimmen ab dem 1.1. zum Verwalter der WEG z bestellt"


    Rai
     
  19. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    JA, das ist es, warum nicht gleich, danke! :wink5:

    Das Problem in der kleinst WEG ist, dass wir seit Jahren irgendwie darum krausen. Ich weiß selbst, dass das alles andere als profesionell ist. Es findet sich aber niemand der es umsonst macht :( außer mir, aber hoffe nicht mehr lange.
     
  20. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    In kleinem Umfang und ohne ergänzende Tätigkeiten aus anderen Sachbereichen ist Hausverwalter ein Freiberuf. Es ist weder eine Gewerbeanmeldung erforderlich, noch fällt (ganz abgesehen von Freibeträgen) Gewerbesteuer an. Die Einnahmen werden in der persönlichen ESt-Erklärung angegeben - und das war's dann auch schon.
     
  21. suny

    suny Benutzer

    Dabei seit:
    22.03.2013
    Beiträge:
    54
    Zustimmungen:
    0
    gibt es dazu noch andere Meinungen?
     
Thema: sich selbst zum Verwalter wählen?
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. darf weg verwalter selbst wählen

Die Seite wird geladen...

sich selbst zum Verwalter wählen? - Ähnliche Themen

  1. WEG-Verwaltung muss Betriebsstrom Heizung korrekt abrechnen

    WEG-Verwaltung muss Betriebsstrom Heizung korrekt abrechnen: aktuelle BGH-Entscheidung dazu:...
  2. Wann kommt endlich der Sachkunde-Nachweis für Verwalter?

    Wann kommt endlich der Sachkunde-Nachweis für Verwalter?: Darauf warte ich wirklich brennend, in der Hoffnung, dass sich dann auch hier die Spreu vom Weizen trennt. Ich arbeite mit genügend...
  3. Verwalter für die eigene Mutter selbst machen

    Verwalter für die eigene Mutter selbst machen: Hallo zusammen, meine Mutter hat eine 3-Familienhaus in welchem Sie selbst wohnt und 2 Wohnungen vermietet sind. Sie ist inzwischen 72 und die...
  4. WEG-Verwaltung

    WEG-Verwaltung: Guten Abend ihr Lieben, in meiner WEG gibt es 4 Wohneinheiten, von denen 3 mir gehören. Ich überlege nun, ob es möglich ist, dass ich ein Gewerbe...
  5. Eigenmächtigkeit Verwalter, Rechnung verdoppelt gg Angebot Handwerker

    Eigenmächtigkeit Verwalter, Rechnung verdoppelt gg Angebot Handwerker: Wir sind eine WEG, 13 Parteien, Baujahr 1990 Nun hatten wir ein undichtes TG-Dach, die Decke ist Garten eines Eigentümers. Angebot über knapp...