Sichere Formulierung von Schönheitsrenovierung im MV

Diskutiere Sichere Formulierung von Schönheitsrenovierung im MV im Mietvertrag über Wohnraum Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; "Die Kreativen" beleben lediglich einen Stadtteil, machen ihn durch ihre Anwesenheit attraktiver und sorgen so dafür, dass neue Investitionen...

  1. Duncan

    Duncan
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    naja, ich behaupte im günstigsten Falle beschleunigen sie den Prozess bis zur (Wieder-)Investition nur. Guck dir die Bezirke an, die nie in waren oder sind, Reinickendorf, Wedding, Spandau (*hust*), Köpenick usw. auch dort wird Geld in die Hand genommen und mächtig in Wohnbausubstanz investiert. Also so ganz ohne Künstler, Kreative und welche die sich dafür halten.

    Man muss halt auch einen gewissen Stand des heruntergewirtschaftet sein erreichen, damit sich solche großen Maßnahmen dann auch wirklich rentieren, wer zu früh anfängt verschenkt Geld, und wer zu spät mit bei ist auch...
     
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  3. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Ich spreche hier von den "Szenekiezen" z.Bsp. in Berlin von kurz nach dem 2.Weltkrieg bis noch weit in die 90er und teils bis in die 2000er Jahre rein. Berlin und evtl. auch Hamburg usw. waren in dieser Zeit einfach ein Ausnahme, und der Zustand des Immobilienbestandes und die Miethöhe hatte schlicht auch politische Gründe, die der Hausbesitzer gar nicht wirklich ändern konnte und waren dem Umstand geschuldet das 1fix3 damit zu rechnen war das der Russe mal vorbeischaut.
    Diese Zeiten sind aber zum Glück vorbei, und ein Zustand der eben über Jahrzehnte als normal empfunden wurde, hat sich in den letzen 20 Jahren eben stark geändert.
    Nein, ich stelle gar keine Erwartungen, ausser das man sich nun mal der Zeit und den wirtschaftlichen Realitäten irgendwann anpassen muß. Keiner kann jedenfalls behaupten das seit der Wende dazu nicht genug Zeit war.
    Komischer weise hat das aber seit dem 2. Weltkrieg nicht geklappt. Und selbst nach der Wende hat das noch mindestens 20 Jahre gedauert bis so was in der Art massiv spürbar wurde. Du kannst mir jedenfalls glauben ein Mangel an "Kreativen" gab es in Kreuzberg usw. mindestens seit den 70er Jahren nicht, nur das hat in keinerm der vorrangegangenen Jahrzehnte dafür geführt das was besser wurde, erher im Gegenteil.
     
  4. #103 Papabär, 17.07.2019
    Papabär

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    Ach so, Du meinst so was Modernes.
    Ich laboriere gerade an einem Haus aus ca. 1916 . Damals wurden noch stoffummantelte Kabel als "Baumnetz" (das Wort kannte ich vor wenigen Monaten auch noch nicht) verbaut. Mit den heutigen, tatsächlichen Ansprüchen an eine Hausstromverteilung geht das natürlich nicht konform. Nach jahrelangem Stillstand hatten wir die Eigentümer soweit, einer Modernisierung zuzustimmen ... nur leider steht das Haus im Millieuschutzgebiet (die "gewachsene" Mieterschaft soll nicht zersprengt werden - damit die Schulsenatorin auch in Zukunft jedes Jahr wieder Brandbriefe von den Schulen erhält). Natürlich ist die Elektrik dort nur eine von vielen Baustellen. Also habe ich alle notwendigen Maßnahmen beim Wohnungsamt beantragt ... und nach unzähligen Telefonaten, Belegeinreichungen sowie zwei Gutachten eine "erhaltungsrechtliche Versagung" bekommen.
    Wenn die Hütte jetzt im nächten Winter abbrennt, weil die Mieter ihre Elektroheizungen nutzen, ziehe ich mir meine Toga an, schnappe mir meine Laute und singe ein Lied.


    Also gerade Kreuzberg hat sich in den letzten 20-30 Jahren doch ordenlich gemausert. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da war sah es dort noch deutlich schlimmer.
     
  5. #104 ehrenwertes Haus, 17.07.2019
    ehrenwertes Haus

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    Verstehe ich das richtig, die Sanierung bzw. Modernisierung der Elektrik wurde behördlich untersagt?

    Mit welcher Begründung? Elektrik gehört zu den sicherheitsrelevanten Installationen.
     
  6. AJ1900

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    Eher in den letzen 15 Jahren, aber ok. Ich gebe dir sofort recht das sich Kreuzberg und andere Szenebezirke stark verbessert haben, aber sicher nicht vor allem wegen den Leute die da schon die letzen 50 Jahre billig gewohnt haben, sondern wegen Leuten die was investiert und riskiert haben.
    Und das die Innenstadt eine europ. Metropole wie Berlin irgendwann mal atraktiv wird( und nicht nur für Leute die 1,50€ bezahlen und in Abrißhaäusern leben wollen) war auch durch die beschriebene Klientel auf dauer eben nicht zu verhindern, obwohl es ja nach wie vor versucht wird. Aber zur eigenen Legendenbildung taugt natürlich das romantische Bild von Lebenskünstlern und Eckkneipen usw.., was aber von den Medien wohl auch stark befeuert wird.
    Man kann ja kaum noch eine Tageschau ohne Oma sehen, die mit 100-150% Mietsteigerung nach Modernisierung angeblich aus ihrem Haus vertrieben werden soll. (Ok, das die Miete die letzen 45 Jahre bei 4,50€ lag, muß man ja nicht dazu sagen).
     
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  7. #106 Papabär, 18.07.2019
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    Jaein!
    Das Problem - wie ich jetzt weiß - ist, dass ich nicht für "jede Schraube" einen eigenen Antrag gestellt habe, sondern (wie es die Formulare eben auch vorsehen) sämtliche Maßnahmen zu einem Antrag zusammengefasst hatte. Es gibt also keine Versagung direkt die Elektrik betreffend, sondern nur zu der Summe aller Maßnahmen. Die genaue Begründung habe ich jetzt nicht vor mir liegen - aber sinngemäß ging es um die Höhe der Kosten und der dadurch (zumindest theoretisch) möglichen Modumlage.

    Ich will die einzelnen Punkte, zu denen ich mit dem BA diskutiert habe, hier jetzt auch nicht weiter aufführen (alleine meine Gesprächsnotizen und eMails füllen einen Aktenordner), aber einige Kuriositäten gibt es da schon. So wollten die Eigentümer z.B. das Dach dämmen (Dachboden nicht ausgebaut, aber groß genug für 3-4 Wohnungen ... entsprechende Ideen standen für die Zukunft im Raum). Eine MA der zuständigen Abteilung des Wohnungsamtes erklärte mir im Telefonat nun, dass so eine Maßnahme nicht genehmigungsfähig wäre, da nach den internen Richtlinien mindestens 10% der Fassade schadhaft sein müssten, bevor eine Erneuerung incl. Dämmung zulässig sei (im u.g. Beitrag ab Minute 8:30). Ich hatte mich da ein wenig veräppelt gefühlt, denn nach meiner Interpretation sind Dach und Fassade zwei verschiedene paar Schuhe und die Fassade sollte garnicht angefasst werden.
    Ein paar Tage später meldete sich dann eine andere MA, die meiner Argumentation mit der Fassade zwar folgte, jedoch das Erfordernis einer Dachdämmung ebenfalls anzweifelte, da eine Dämmung der obersten Geschossdecke ja viel preiswerter wäre und den gesetzlichen Anforderungen ebenso entsprechen würde. Immerhin könnte diese Dämmung ja einfach auf die vorhandenen Dielen aufgebracht werden, da der Dachboden ja ohnehin nicht genutzt werde. Auf meinen Einwand, dass die neue Dämmung dann in 4 oder 5 Jahren - wenn im DG neuer Wohnraum geschaffen werden könnte - herausgerissen, und letztlich doch die Dachschrägen gedämmt werden müssten, erwiederte sie lediglich "Ja, dann ist das eben so!".
    Also hatten wir die vorhandenen Planungen verworfen und auf eine Dämmung der obersten Geschossdecke umgemodelt. Nun stellte sich aber heraus, dass der Schorni irgendwie unfähig wäre, von der Tür zu den einzelnen Dachluken zu schweben ohne die Dämmung zu berühren geschweige denn zu beschädigen. Also musste eine 80m lange Stegkonstruktion eingeplant werden, die den Arbeitsschutzrichtlinien gerecht wird. Man ahnt bereits, wie sich das auf die Kosten des Bauvorhabens ausgewirkt hatte.

    Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass man ja für jeden Pf*rz ein Angebot als Nachweis braucht, die Handwerksbetriebe jedes Mal einen Termin zum Aufmaß brauchen - nur um dann hinterher doch keinen Auftrag zu kriegen, und die Behörde ja jedes Mal Fristen vorgibt, innerhalb derer die Kostennachweise einzureichen seien ... ist dort halt scheinbar noch nicht angekommen, dass Handwerker nicht auf Bäumen wachsen.

    Ich weiß jetzt jedenfalls, warum Kaiser Nero beim Anblick des brennenden Roms zur Lyra gegriffen und gesungen hat*: Milieuschutz!



    Ich meine die Grundidee, die der Milieuschutz verfolgt, ist ja gerade im Hinblick auf einige tatsächlich gierige Eigentümer/Vermieter eine feine Sache (ich bin ja auch Mieter - und eine Mieterhöhung um 200% käme mir auch alles andere als gelegen), aber bitte lieber Gott, schmeiß Hirn auf die behördlichen Entscheidungsträger. Oder Steine ... aber dann ziele gut.





    Natürlich nicht allein. Aber durch diese "jungen Wilden" (den Begriff finde ich passender als "die Kreativen") wurde der Kiez zur "Szene" ... und dies wiederum hat die Investoren angelockt (das ist natürlich ein Prozess, der Jahrzehnte dauert). Vielleicht wird Obersch...neweide ja auch mal zur Szene. Als ich zuletzt dort war, war es zumindest nicht das Pflaster wo ein gesunder Mensch größere Summen investieren würde.




    *ja ich weiß, dass das eine bereits widerlegte Legende ist ...aber sie passte halt gerade so gut.^^
     
    immobiliensammler gefällt das.
  8. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Du meinst also, wenn sich dies "Jungen Wilden" nicht in Kreuzberg sondern z.Bsp. in Bitterfeld angesiedelt hätten, würden dort jetzt die Investitionen explodieren? Also das halte ich für ein Gerücht.
    Ich meine was dieser Art von Bezirken doch vor allem interessant machte, und eben nicht nur für "Junge Wilde" ist der Preis und die zentrale Lage. Und der Preis einer Immobilie steigt ja sicher nicht mit dem Grad der Verwahrlosung von Bausubstanz und Nachbarschaft? Jedenfalls sicher nicht für Investoren.
    Ein gutes Beispiel ist Lichtenberg. Jahrzehnte war das eher für Rechts- Linksradikale und sozialen Wohnungsbau bekannt. Inzwischen wird aber richtig investiert, und als ich vor kurzem seit 10 Jahren oder so wieder da war, war es im positiven Sinne kaum wiederzuerkennen. Das hat aber sicher nichts mit der Bevölkerungsstruktur zu tun, sondern schlicht damit, das es dort bis vor kurzem noch relativ günstig war, und die Anbindung an die Innenstadt und Umgebung auch gut ist.
     
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