Sind einheitliche Raumhöhen in Mietwohnungen zwingend?

Diskutiere Sind einheitliche Raumhöhen in Mietwohnungen zwingend? im Modernisierung und Sanierung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, mir ist bekannt, dass die Raumhöhe 2,20 Meter betragen sollte, wenn man plant, einen Keller zum Wohnraum umzugestalten. So ist es zumindest...

  1. Block9

    Block9 Benutzer

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    Hallo,
    mir ist bekannt, dass die Raumhöhe 2,20 Meter betragen sollte, wenn man plant, einen Keller zum Wohnraum umzugestalten. So ist es zumindest in Hessen. Jetzt mal eine vielleicht etwas verrückte Frage: Das Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses besteht aus drei Wohnungen (70qm, 54qm, 70qm). Unter den Wohnungen liegt die gleiche Quadtratmeterzahl als Kellerräume vor. Die Kellerdecke beträgt jedoch nur 2 Meter. Wenn man jetzt von den darüberliegenden Wohnungen einen Durchbruch durch den Boden in den darunterliegenden Kellerraum erstellen würde, bekäme dann die Wohnung rein theoretisch zusätzlichen Wohnraum? Muss jedes Zimmer die Höhe von 2,20 Meter aufzeigen? Ich komme zu dieser Überlegung, weil ja zum Beispiel bei Wohnungen mit Dachschräge auch ein Teil der Fläche keine Höhe von 2,20 Meter hat. Bei der Berechnung einer Wohnfläche mit Dachschräge gibt es ja auch einen Berechnungsschlüssel, der die Schrägen in einer bestimmten Art von der Grundfläche abzieht. Gibt es so etwas vielleicht auch für Räume, die die 2,20 Meter nicht erreichen? Oder gibt es vielleicht eine Aussage wie: 20 % der Wohnfläche darf unter 2,20 Meter liegen oder etwas ähnliches?
    Über Antworten würde ich mich freuen.
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 09.02.2019
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    Da fragst du am besten beim zuständigen Bauamt nach, ob es für deinen Fall Ausnahmeregelungen gibt.

    Normalerweise müssen auch Wohnräume im Keller eine Mindestraumhöhe einhalten.
    Diese Mindesthöhe ist Ländersache, wobei manche Gemeinden von den Ländervorgaben abweichende Regelungen haben.
     
  4. Duncan

    Duncan
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    Die hessische Landesbauordnung ist da doch ziemlich eindeutig und auskunftsfreudig.
    einfach mal jeden einzelnen Punkt durch prüfen. Im Zweifel einen der örtlichen Architekten/Bauingenieure mit der detaillierten Prüfung und Planung des Umbaus beauftragen, ja kostet dann halt, deshalb bietet sich der Vorabscheck an. So für dich eine andere Bauordnung, trotz deiner Andeutung, verbindlich sein sollte ist das in DE ziemlich einfach Bundesland+ Bauordnung reicht den gängigen Suchmaschinen für einen Treffer auf den Gesetzestext.
     
  5. AJ1900

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    Ich glaube hier sollte noch einer ander Sichtweise nicht unerwähnt bleiben. Wenn du Wohnraum vermietest der unter der minimalen Raumhöhe liegt, ist das im Prinzip schon möglich. Alles unter 2.00m wird aber problematisch, weil sich dann die Grundlagen der Berechungen ändert und damit die QM zahl verringert.
    Soweit ich weiß, hat die Wohnraumhöhe( wenn man die qm-Zahl richtig berechnet, und der Mieter das akzeptiert), dann aber keinen Einfluss auf den Mietvertrag.
    Es ist also nicht so, das du Wohnraum im Keller nur bis 2,20 als Wohnraum vermieten darfst, meiner Meinung nach. Zu unterscheiden wäre da dann aber wohl ab einer gewissen Höhe nach Wohn- oder Nutzfläche. Die Grenze liegt da glaube ich bei 2.00m, und der Frage, ob diese Flächen als Wohnraum ausgebaut sind.
     
  6. AJ1900

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    Meiner Meinung nach ja. Im baurechtlichen Sinne vieleicht nicht, aber mietrechtlich schon, wenn Art und Gestaltung der Räume aus Wohnfläche schließen lassen.
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 11.02.2019
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    Baurecht und Mietrecht sind wirklich 2 ganz unterschiedliche Dinge.

    Mietrechtlich, kannst du (fast) alles vermieten, was der Mieter dir als Wohnraum unterschreibt.
    Baurechtlich kann dir aber für genau diesen mietrechtlich einwandfreien Wohnraum eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen werden.
    Klassisches Bsp. dafür sind Schwarz(aus)bauten mit denen zwar Wohnraum geschaffen wird, der aber baurechtlich nicht abgesegnet ist.
     
  8. AJ1900

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    Ich dachte das hätte ich gerade gesagt?
    Natürlich, aber hier geht es ja doch nur konkret darum, das sich ein Teil der Wohnung dann im Keller befindet, und unter 2,20m (genau 2m) ist. Ich wüsste jetzt nicht was grundsätzlich dagegen sprechen würde. Könnte möglich sein das das Grundstück dann als Überbaut gilt o.ä..
    Dann sollte man das z.Bsp. als Hobbyraum deklarieren und vermieten, und/oder separat zugänglich gestalten, aber grundsätzlich, wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch.
    Ehrlich gesagt, habe ich da die Erfahrung gemacht, wer zu viel fragt, bekommt auch garantiert die Antworten die er nicht haben will. Und der normale Mieter hat auch nicht unbedingt ein Interesse, Zeit und Lust sich mittels Baurecht sozusagen selbst teilweis oder komplett aus der Wohnung zu klagen.
     
  9. dots

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    Das stimmt. Meist denken Mieter aber gar nicht so weit, sondern nur bis zu dem Punkt, an dem sie merken, dass sie vielleicht den einen oder anderen Euro an Miete sparen können.

    Gut, wenn sie sich selbst rausklagen, sparen sie das Maximum an Miete ... ;-)
     
  10. AJ1900

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    Klar, aber ob man sich darauf einlässt kann man als Vermieter ja selber entscheiden. Unterm Strich vermiete ich jedenfalls 30qm "Kellerwohnraum" vieleicht lieber etwas preiswerter, als gar nicht. Ist doch einfach nur ein Rechenexempel. Und eigentlich sind damit auch die meisten Mieter glücklich, wenn Sie für Wohnraum dann mal eben nicht 11€ sondern vieleicht nur 7€ bezahlen müssen.
     
  11. dots

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    Wenn Mieterlein in der Bildzeitung liest, dass er die Miete um drölfeinhalb Prozent mindern kann, wenn die Raumhöhe neunundzweizighundert Zentimeter unterschreitet, dann ist der doch schon in Jubelstimmung und mindert, ohne über die Folgen nachzudenken. An den Folgen ist ja dann eh die Bildzeitung schuld - und nicht der Mieter.

    Es reicht ja schon, wenn die Bildzeitung schreibt: "Miete für Kellerwohnungen im Schnitt zu teuer".

    Glaub mir, die meisten Mieter wären noch glücklicher, wenn Sie nicht 7 statt 11, sondern 3 (oder noch weniger) Euro bezahlen müssen.
     
  12. #11 AJ1900, 12.02.2019
    Zuletzt bearbeitet: 12.02.2019
    AJ1900

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    Ja, die gibt es auch. Das sind dann genau die, die sich selber aus der Wohnung klagen, die dann hinterher als Hobbyraum vermietet wird.
    Ich sage ja auch nicht das es Risikolos ist. Ist natürlich immer blöd sich in irgend einer Form angreifbar zu machen, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Die Alternative wenn man nichts tut sind dann eben Mieteinnahmen in höhe von 0,0€. Ob das besser ist, muss halt jeder für sich selber entscheiden.
    Unterm Strich besteht diese Angreifbarkeit aber real auch nur wenn man echt grob gegen die Bauordnung verstösst, also tatsächlich vor allem im Fall der Überbauung, Brandschutz o.ä.. Ansonsten hat Miet- und Baurecht, wie du natürlich richtig sagst, wenig miteinander zu tun.
    Mann darf sich halt nicht gleich ins Boxhorn jagen lassen, wenn der Amtsschimmel wiehert. Es gibt oft genug Ausnahmen von der Regel, die eröffnet dir aber keiner solange man nicht selber Fakten schafft.
    Dann sind plötzlich alles ganz aufgeregt und haben Angst das es wirklich Arbeit machen könnte und man sich damit real befassen muß.
     
  13. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Okay, damit bin ich als Fazit 100%ig einverstanden. :005sonst:
     
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  14. #13 ehrenwertes Haus, 12.02.2019
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    Stimmt.

    Beim Bauamt hängt die Anwort aber genauso vom Wortlaut ab wie bei Mietverträgen. Daher einen Architekten vor Ort befragen. Normalerweise kennen die die Vorschriften ganz gut und wissen mit welchem Wortlaut die Chancen auf die Wunschantwort am größten sind ohne massive zusätzliche Auflagen.

    Fragt man dort nach Hobbyraum, bekommt man leichter ein ok (wenn es überhaupt erforderlich ist) als für ein Kinderzimmer im Keller.
    Mann sollte sich nur bewußt sein, welche Folgen eine andere Nutzung dieses Kelleraums haben kann, wenn man sich nicht an die baurechtlichen Genehmigungen hält und das auch bei der Vermietung berücksichtigen.
     
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