Solarthermie

Diskutiere Solarthermie im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo zusammen, Ich benötige Erfahrungen und Brainstorm.... Ich überlege auf mein 3 Familien Haus, das ich auch selber bewohne, eine...

  1. Nessi

    Nessi Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,
    Ich benötige Erfahrungen und Brainstorm....

    Ich überlege auf mein 3 Familien Haus, das ich auch selber bewohne, eine Solarthermieanlage und u.U. eine Photovoltaikanlage installieren zu lassen. Strom wäre für meinen Eigengebrauch, mit der Solarthermie möchte ich natürlich im ganzen Haus nutzen. Gemäß meiner Infos verfügt meine Heizungsanlage (25 Jahre, jedoch Top in Schuss) über entsprechende Vorrichtungen zum Anschluss einer Solarthermie. Am kommenden Mittwoch habe ich einen Termin mit einem Energieberater - aber ich bin Dankbar über Erfahrungen eurerseits, bzw Hinweisen, welche Themen ich berücksichtigen soll.

    Ich schildere euch kurz meinen Staus quo, sowie meine Vorstellung
    - es gibt wohl Solarthermie für die Erzeugung von Warmwasser, sowie Solarthermie für die Erzeugung von Warmwasser, sowie zur Unterstützung der Fussbodenheizung - wenn ich das richtig verstanden habe. Aus dem Bauch heraus würde ich wohl die zweite Variante für sinnvoll erachten (Stichwort CO 2 Steuer)
    - in meiner Vorstellung sinken bei 2ter Variante die NK für die Mieter, in meiner Vorstellung würde ich die "Kaltmiete" entsprechend nach oben anpassen. Ist mein Gedankengang so richtig ?
    - meine Heizungsanlage möchte ich erstmal nicht austauschen, die darf bei mir sterben. Danach möchte ich eine neue Anlage an die dann vorhandene Solarthermie anschliessen.
    Danke für Erfahrungen und Hinweise !
     
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  3. Andres

    Andres
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    Das sind leider ungünstige Voraussetzungen: Die Interessenlage ist im Prinzip genau entgegengesetzt zwischen Selbstnutzung und Vermietung.


    Bei Neuvermietung kannst du das machen, wenn nicht Mietpreisbremse oder ähnliches im Weg steht. Die Maßnahme ist zwar eine Modernisierung, aber m.E. eine nach § 555b Nr. 2 BGB und damit ohne Möglichkeit einer Mieterhöhung. Durch die Solarthermie wird keine Endenergie eingespart, sondern "nur" nicht erneuerbare Primärenergie. Die Unterscheidung ist völlig gaga, wenn man das mit der Energiewende ernst meinen würde, aber ich bin ja auch kein Politiker ...

    Für den Vermieter ist die Fotovoltaik die bessere Lösung, und zwar mit vollständiger Einspeisung. Seit diesem Jahr ist die Grenze, ab der man bei Einspeisung EEG-Umlage zahlen muss auf 30 kW(p) angehoben. Das sollte auch bei größeren Häusern ausreichend sein. Der Mieter hat davon mal genau gar nichts, die Einspeisevergütung landet beim Vermieter, abzüglich vielleicht eines Zuschlags bei der Gebäudeversicherung, sofern er denn ermittelbar ist. Mit meinem bescheidenen Leseverständnis würde ich sagen: Das hat der Gesetzgeber so gewollt.

    Bei Selbstnutzung halte ich - sofern die Heizung es kann, was bei dir ja der Fall zu sein scheint, und sofern man ohnehin einen Warmwasserspeicher hat - die Solarthermie für eine prima Idee. Ich habe das privat auch. Sofern der Speicher passend dimensioniert ist hat man bei Wetter, wie es im letzten Jahr war, bis in den späten November effektiv Warmwasser zum Preis von Kaltwasser. Der Betriebsstrom für die Umwälzpumpe fällt praktisch nicht ins Gewicht im Vergleich zu den Warmwasserkosten bei konventioneller Bereitung. Wenn man einen gewissen Warmwasserverbrauch hat, sind die Anschaffungskosten zügig wieder drin.

    Wie man das bei gemischter Nutzung nun sinnvoll ausbalanciert, weiß ich nicht. Ich vermute, dass es dann wohl eine PV wird, Eigenverbrauch durch den Vermieter, der Rest eingespeist.


    Bei mir ist das schon eine Zeit lang her. Meine Heizung hätte es nicht gekonnt, aber man hätte es nachrüsten können - und ich haben keine FBH. Der Heizungsbauer hat mir damals davon abgeraten und das Gesamtkunstwerk ist auch ohne die Heizungsunterstützung schon komplex genug.


    Noch ein Tipp: Wenn es nicht schon geeignete Rohre oder Schächte im Haus gibt, dann lass das gleich so machen, dass man jederzeit sowohl die Leitungen für die Solarthermie als auch die Kabel für die PV einziehen kann. Die Module (egal welche) auf's Dach montieren ist nicht so wild und im Keller sind die notwendigen Leitungen (offen) leicht verlegt. Was lästig und unflexibel ist, sind die Leitungen zwischen Dach und Keller. Da würde ich mir alle Optionen offen halten wollen, wenn man sowieso schon dabei ist.
     
  4. Ferdl

    Ferdl Erfahrener Benutzer

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    Das scheint das Hauptproblem zu sein. Mir sind mehrere Anlagen bekannt wo, vermutlich durch die Heizungseinbindung, die Solaranlage es nicht schafft im Sommer ausreichend warmes Wasser zu erzeugen. Die wesentlichste Energieeinsparung liegt mM daran dass, wenn im Sommer genügend warm Wasser zur Verfügung steht, die Zentralheizung komplett aus bleibt. Je älter die Heizung ums größer der Effekt. Aus dem Bekanntenkreis höre ich immer wieder dass die Anlagen nicht ganz Wartungsfrei sind.
    Bezüglich PV und Eigenverbrauch ein paar Zahlen aus eigener Erfahrung:
    PV Anlage 22 KWpeak, Erzeugung im Schnitt von 10 Jahren ca. 20.000 kwh/a
    Bei einem Verbrauch von 24.000 kwh/a konnten ca 20-25% des Verbrauchs, das sind etwa 30% des erzeugten Stroms, selbst verbraucht werden.
    Bei einem Verbrauch von 7.500 kwh/a konnten 39% des Verbrauchs = 14% der Erzeugung, selbst Verbraucht werden.
    Die Anlage läuft bei mir Wartungsfrei, nach 9 Jahren waren die Wechselrichter fritte.
     
  5. jorgk

    jorgk Erfahrener Benutzer

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    Weil das wirklich "gaga" wäre {was Politiker erfahrungsgemäss durchaus schaffen können!}: ist sicher das der Begriff "Endenergie" hier richtig interpretiert wird? Hier wird Endenergie so definiert:
    "Beispiel Endenergie [...] Endenergie = 57,5 + 20 (Verluste) – 13 (Solare Warmwasserbereitung) = 64,5 kWh/(m²a)"

    Demnach würde die solar (erneuerbar) gewonnene Energie den Posten Endenergie doch mindern, also träfe § 555b Abs. 1 zu (solange dieser zutrifft ist das Zutreffen von Abs. 2 ja egal [denn da steht "sofern nicht bereits eine energetische Modernisierung nach Nummer 1 vorliegt"]) und in Verbindung mit § 559 Abs. 1 könnte die Miete erhöht werden.

    Ich kann da jedoch vollkommen falsch liegen. Im Moment habe ich nicht die Zeit, aber vielleicht wäre es sinnvoll in die Gesetzesbegründung zu schauen. Da sollten ggf. Hinweise zu finden sein wie es gemeint war. Diese Quellen nutzt üblicherweise auch die Rechtssprechung.
     
  6. set

    set Erfahrener Benutzer

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    Prinzipiell sind solche Anlagen aber kein Hexenwerk und auch funktionsfähig. Wir haben schon mehrere solcher Anlagen gebaut, die auch alle funktionieren. Meist noch mit Einbindung des wassergeführten Kamins im Wohnzimmer. Entscheidender Faktor für eine solche Anlage ist der verwendete Pufferspeicher der als Schichtspeicher es ermöglicht die einzelne Bereiche getrennt von einander zu erwärmen. In Sachen Regelung ist etwas mehr Aufwand nötig, aber auch da gibt recht komfortable Lösungen verschiedener Hersteller. Der Wartungsaufwand ist bei solch einer Anlage auch nicht höher als bei einer normalen Heizungsanlage. Bei den Solaranlagen hält sicher der Wartungsaufwand in überschaubaren Rahmen, das machen wir bei der normalen Heizungswartung nebenbei mit.

    Ich persönlich würde mir keine Solaranlage mit Heizungsunterstützung einbauen. Der finanzielle Mehraufwand ist nicht unerheblich und eine Kosten/Nutzen Rechnung spricht eher für den klassischen Aufbau. Brennwertgerät mit Solarthermie für die Warmwasserbereitung.
     
  7. Andres

    Andres
    Moderator

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    Nein und danke für den Hinweis. Ich war recht sicher, dass ich weiß, was Endenergie ist (und bin es nach wie vor ;)), habe nun aber deinen Hinweis zum Anlass genommen ...

    ... genau das zu tun: BR-Drucksache 313/12, Seite 23 und 24. Die Definition ist zwar eher unpraktisch, weil die Solarthermie bzw. Fotovoltaik ja genau auf der Gebäudehülle sitzen und auch der häufige Gebrauch von Anführungszeichen zeigt, dass man sich dort durchaus bewusst war, dass die Formulierung mit einer kräftigen Prise "man weiß ja, was gemeint ist" gewürzt ist, aber es steht dort ganz ausdrücklich im letzten Absatz zur Endenergie: "am Gebäude befindliche Anlagen zur Nutzung von Sonnen- oder Windenergie"


    Ok, das wäre dann wohl eine Modernisierung. Bleibt die Frage, ob die höhere Miete die wirtschaftlich bessere Lösung ist. Die Modernisierungserhöhung wird irgendwann von der allgemeinen Mietentwicklung "geschluckt". Wenn das in weniger als 11 Jahren passiert, bleibt der Vermieter auf Teilen der Kosten sitzen. Ich ahne, dass die Erträge der PV über ihre ganze Lebensdauer mehr bringen.
     
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